Frage von KartoffelTV, 77

Darf der Arbeitgeber einen beordern, trotz Krankmeldung?

Ich liege zur Zeit mit einer heftigen Grippe im Bett und mein Arbeitgeber möchte, dass och morgen wieder zur Arbeit komme, obwohl meine Krankmeldung noch den Rest der Woche gilt. Wenn ich morgen nicht komme droht er mir mit einer Kündigung. Sprich mein Arbeitgeber zwingt mich zur Arbeit.

Antwort
von marcussummer, 44

Arbeitsunfähigkeit bedeutet Arbeitsunfähigkeit. Wenn du nach Vorlage des Arztattests nicht arbeiten kommst, ist das kein Kündigungsgrund.

Antwort
von Repwf, 41

Neun, das darf er nicht, ABER ich fürchte das er seine Drohung trotzdem wahr machen wird (natürlich mit einer anderen Begründung!)

Du solltest also alles ab beweisen sichern die dir später helfen könnten! 

ZB wäre es sicherlich nicht schlecht dieses "Gespräch" zB als SMS zu haben 

Antwort
von Sudoku9, 23

Deine Krankmeldung hat bis Ende der Woche Gültigkeit, also hast Du Schonzeit bis dahin. Lass Dich nicht kleinkriegen, selbst wenn er seine Drohung realisiert Gehe nicht auf sein absurdes Verhalten ein. Erkundige Dich über Deine Rechte als Arbeitnehmer. Vielleicht solltest Du Dir lieber bessere Arbeitsbedingungen suchen. Gute Genesung und Viel Erfolg für alles Weitere! 🌞🍀

Antwort
von J0eSpivy, 36

Wenn du Krankgeschrieben bist darf er dich nicht zur Arbeit zwingen. Kündigen deswegen darf er dich auch nicht. Das er aber einen anderen Kündigungsgrund anführen wird dürfte klar sein.

Antwort
von lilipilli02, 31

Ich würd jetzt noch nicht klagen, wenn er aber wirklich kündigen will solltest du nochmal in deinen Arbeitsvertrag gucken. Wenn das da nicht ausdrücklich erlaubt ist, dass er das darf, kannst du klagen und wirst mit ziemlicher Sicherheit gewinnen.

Kommentar von PeterSchu ,

Wieso sollte es erlaubt sein, dass der Betrieb die Arbetsunfähigkeit ignoriert? Selbst wenn so etwas im Arbeitsvertrag stehen sollte, wäre es ungültig.

Kommentar von Familiengerd ,

in deinen Arbeitsvertrag gucken. Wenn das da nicht ausdrücklich erlaubt ist, dass er das darf

Wie kommst Du denn auf diese Vorstellung, dass so etwas arbeitsvertraglich "erlaubt" werden könne?!?!

Kommentar von lilipilli02 ,

Ich weiß ja nicht, was das für ein Beruf ist. Ich glaube, dass es Verträge gibt in denen das so steht, evtl. unter Berücksichtigung des Krankheitsbildes. Natürlich ist das sehr unwahrscheinlich, aber bevor man Klage einreicht sollte man das einfach nochmal durchlesen. Ich glaube allerdings nicht, dass man sich überhaupt erst auf so einen Vertrag einlässt...

Kommentar von Familiengerd ,

Solche Vertragsklauseln wären von vornherein nichtig/unwirksam - selbst wenn sie zehnmal unterschrieben wären!

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung ist unabdingbar: auf ihn kann weder "freiwillig" nach vertraglich "erzwungen" verzichtet werden!

Kommentar von lilipilli02 ,

Ja, ich kenn mich auch nicht so super damit aus, aber ich glaube nicht das einmal gucken schadet... Muss man ja nicht machen, wäre aber vor Gericht ein guter Beweis, dass das da NICHT steht...

Kommentar von Familiengerd ,

Muss man ja nicht machen, wäre aber vor Gericht ein guter Beweis, dass das da NICHT steht...

Es spielt keine Rolle, ob etwas dazu im Arbeitsvertrag steht oder nicht!

Eine arbeitsvertragliche Regelung, die es dem Arbeitgeber erlauben würde, einen erkrankten Arbeitnehmer trotz der Erkrankung zur Arbeit zu beordern, wäre UNWIRKSAM!!!

Ob es da stünde oder nicht, würde ein Gericht für sein Urteil nicht interessieren - höchstens ein schlechtes Licht auf den Arbeitgeber werfen, der meinen könnte, ein arbeitsrechtswidriges Verhalten durch eine vertragliche Vereinbarung erlaubt sein zu lassen.

Antwort
von Redwolf01, 28

darf er nicht ,nur dein arzt entscheidet ab wann du wieder arbeitsfähig bist bzw. musst du entscheiden ob du vor ablauf der arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wieder arbeiten möchtest .

Antwort
von Teddy42, 33

Krank ist Krank, das was dein AG sich erlaubt grenzt schon an Nötigung und Erpressung.

Antwort
von erikology, 41

Nene, dat darf der schlingel net

Antwort
von BiggerMama, 27

Er darf das nicht. Hast Du einen Zeugen für den Anruf? Eltern, die mitgehört haben? Er kann sonst behaupten, er hätte das nie gesagt.


Kommentar von KartoffelTV ,

als ich die krankmeldung abgegeben habe war noch ein Arbeitskollege von mir dabei, der auch eine Krankmeldung abgegeben hat, bei ihm ist es auch der Fall

Kommentar von AnnaStark ,

Der wird entweder nicht aussagen weil er seine Haut retten will, oder die Aussage wird wenig ins Gewicht fallen, weil er das gleiche "behauptet"

Kommentar von KartoffelTV ,

obwohl ich weiß, dass es bei einen anderen Kollegen der Fall war, genau das selbe Spiel, er kam nicht und wurde gekündigt

Kommentar von BiggerMama ,

Der Punkt ist ein anderer. Wenn Dir gekündigt wird, wird in der Begründung nicht stehen, dass Du trotz Krankheit zur Arbeit kommen solltest und trotzdem nicht erschienen bist, damit hätte er nämlich ein gewaltiges Problem. Es wird irgend so ein Blabla drin stehen ("betriebsbedingt" o. ä.).

Dagegen müsstest Du klagen, es sei denn, die Firma hat einen exorbitant tollen Betriebsrat, der Dich da raus haut, aber danach siehts nicht aus. Hast Du eine Rechtsschutzversicherung? Ohne wirds teuer.

Bei einer Klage steht Aussage gegen Aussage. Dein Kollege, dem das Gleiche passiert ist, kann entweder selbst trotz Krankheit wieder zur Arbeit gehen, damit ginge er den Weg des geringsten Widerstandes, dann würde er aber unter Garantie nicht für Dich vor Gericht bestätigen, dass der AG derartige Äußerungen hat fallen lassen.

Oder er sitzt mit Dir in einem Boot, er kommt auch nicht zur Arbeit. Dann bleibt immer noch die Option, dass der AG nur einem von Euch beiden kündigt. Glaubst Du, dass der jeweils andere für den Gekündigten aussagen würde?

Ganz im Ernst: jemand, der nicht zur Firma gehört, wäre ein besserer Zeuge. Deine Lage ist verzwickt.

Wenn Du gewinnst, muss der AG die Prozesskosten und die Anwaltkosten bezahlen. Wenn nicht, verlierst Du Geld und hast keinen Job.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn Du gewinnst, muss der AG die Prozesskosten und die Anwaltkosten bezahlen. Wenn nicht, verlierst Du Geld und hast keinen Job.

Das ist nur teilweise richtig:

In der ersten Instanz zahlt jede Partei ihre Anwaltskosten selbst, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens - wenn sie denn einen Anwalt beauftragt hat, was in dieser Instanz noch nicht vorgeschrieben ist.

Leidglich die - relativ geringe - Prozesskosten trägt die unterlegene Partei.

Antwort
von AnnaStark, 36

Das geht nicht.

Da macht sich der AG strafbar. Nötigung, Erpressung

Kommentar von KartoffelTV ,

also soll ich in dem fall zum Anwalt oder wie?

Kommentar von AnnaStark ,

Nein, noch nicht, erst dann, wenn er "tätig" wird.

Du sagst, Du kannst nicht, weil Du krank geschrieben bist, Ende.

Wenn dann eine Abmahnung kommt, dann erst zum Anwalt. Vorher nicht, sonst geht der Schuss nach hinten los

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