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Darf der Arbeitgeber die Anrede zwischen Bewohner und Pflegekraft vorschreiben?

Frage von sasch66 sasch66

Ich bin Altenpflegerin und habe demnach mit vielen Menschen zu tun, die fast doppelt so alt sind wie ich. Wenn neue Bewohner einziehen stelle ich mich bei Ihnen und deren Angehörigen mit meinem vollen Namen vor. Ich überlasse es den Bewohnern dann selbst, ob sie mich mit meinem Vornamen oder mit meinem Nachnamen ansprechen. Viele alte Leute können sich die ganzen Nachnamen der Pflegekräfte gar nicht merken. Wenn ich zum Beispiel Danuta Skiskibowski oder Nicole Proskynitopoulos heissen würde,ist es für die alten Menschen einfacher sich einfach nur Danuta oder Nicole zu merken,weil sie es vielleicht mit einer Nichte oder Enkelin verbinden.Und weil es eben einfacher ist. Wir Pflegekräfte sind also zum "Hamburger Sie" übergegangen, lassen uns beim Vornamen nennen und siezen. Wir dagegen siezen unsere Bewohner natürlich auch und nennen sie beim Nachnamen. Manche Bewohner sagen auch Schwester Danuta oder Schwester Nicole und deren Angehörige übernehmen es teilweise auch. Aber meistens werden wir nur mit Vornamen und Sie angesprochen. Das stört jetzt aber plötzlich unseren Heimleiter. Er findet es respektlos, wenn wir uns so ansprechen lassen und angeblich wäre es in besonderen Pflegesituationen, wo zum Beispiel ein Bewohner aggressiv wird besser, wenn die Distanz schon durch die Anrede größer gehalten wird. Mir ist es egal ob der Bewohner sagt, Danuta, sie sind eine blöde Kuh oder ob er sagt Frau Skiskibowski, sie sind eine blöde Kuh. Fakt ist doch, dass er mich in diesem Moment für eine blöde Kuh hält. Und wenn ein Bewohner handgreiflich wird, dann kneift er mich sowohl als Danuta als auch als Frau Skiskibowski. Und außerdem weiß unser armer Heimleiter gar nicht wen die Bewohnerin meint, wenn sie von Danuta oder Nicole spricht, der arme Kerl. Vielleicht sollten wir ihm eine alphabetisch geordnete Liste ins Büro geben, wo er dann nachsehen kann wer Danuta und wer Nicole ist. Dann meinte er noch, dass hier keine Schwestern arbeiten sondern nur Pflegekräfte,weil einige ja auch "Schwester Danuta" sagen. Wir sollen den Bewohner also sagen "Mein Name ist Danuta Skiskibowski, aber für Sie bin ich Frau Skiskibowski" Ich finde das ziemlich albern und möchte es auch nicht Bewohnern sagen, die mich seit Jahren beim Vornamen nennen. Und auch neuen Bewohnern, die zukünftig kommen möchte ich die Möglichkeit geben zwischen einfachem Vornamen und schwierigem Nachnamen zu wählen. Darf mein Arbeitgeber mir das wirklich vorschreiben, wie ich mich anreden lasse oder ist es ein Eingriff in meine Persönlichkeit? Gibt es vielleicht irgendwo einen Paragraphen auf den ich mich berufen kann? Vielen Dank für Eure Antworten Sabine

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Antworten (8)

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    Antwort von WeVau WeVau

    Ist doch eigentlich egal was er dir vorschreibt, wenn die Bewohner dich mit deinem Vornamen anreden kann er eh nix machen.

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    Antwort von Stefalie Stefalie

    Hallo Sabine,

    was hast Du denn für einen Chef? Das wäre ja nur doof, vor allem den Bewohnern gegenüber die ihr schon lange auf der Station habt. Und dieser Satz, den ihr da aufsagen sollt, von wegen "für sie bin ich..." das klingt ja mal total dämlich.

    Ich finde wenn er das wirklich will dann muss er das zumindest jedem Heimbewohner erklären!

    Ich arbeite seit 12 Jahren in der Pflege, aber so was hab ich noch nie gehört. Wenn ihr einen Betriebsrat habt würde ich da mal nachfragen, die sollten sich da auskennen oder zumindest wissen wo man nachschauen kann.

    Wir werden von den meisten sogar geduzt. Das hat auch nicht wirklich was mit Distanz zu tun, da zählt eher das Verhalten von Euch Pflegekräften. Wobei ich denke dass im Heim sowieso eher das Gefühl von Geborgenheit wichtig ist als eine mordsmäßige Distanz zu halten.

    Grüßle, Steffi

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    Antwort von kuschelkiste kuschelkiste

    Ich bin vollkommen deiner Meinung. Aber scheinbar gehen da die Meinungen tatsächlich auseinander. Schau dir mal diese Seite an: http://www.konfliktfeld-pflege.de/dateien/text/pflege/lazarus.html Ziemlich unten unter "Fazit" findest du etwas, aber lies am besten alles. Ich denke, dass Menschen mit Herz einfach einen ganz schlechten Stand in der heutigen Gesellschaft haben: Es kommt immer einer, der etwas anders machen muss. Wobei anders machen nicht gleich besser machen bedeutet. Mal unter uns: Angenommen du würdest meinen Opa betreuen und er würde sagen: "Schwester sasch66, ich möchte bitte etwas trinken." Du würdest zu ihm sagen: "Herr XYZ, ich bin keine Schwester, aber ich bringen Ihnen etwas zu trinken." Ganz ehrlich? Ich würde denken: Was ist das denn? Das ist ein alter Mensch, der in seinem Alter nicht auch noch zurecht gewiesen werden muss. Sasch66, du machst das meiner Meinung nach richtig. Lass die alten Menschen selbst entscheiden, wie sie dich ansprechen sollen. Hole dir Rat bei anderen Pflegern, vielleicht findest du da auch was Rechtliches. Damit kann ich dir leider nicht helfen. Viele Grüße und: behalte dein Herz auf dem rechten Fleck!

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    Antwort von Chilon Chilon

    Der AG hat das Recht eine Betriebsordnung zu erlassen in der solche Frage wie die Anrede geregelt werden. Das wurde schon oft behandelt und gibt es auch Urteile, meist ging es dabei um das Duzen. Aber der Tenor dabei ist immer, dass der Arbeitgeber dazu das Recht hat.

    Auch wenn man es nicht schon findet. Ich finde die Anrede mit Sie und Vornamen auch ok, dennoch kann der AG eben anderer Meinung sein.

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    Antwort von RuedigerKaarst RuedigerKaarst

    Hallo,
    eventuell sollte sich der Heimleiter selber einweisen lassen.

    Frage ihn doch mal, wie es wohl aussehen würde, wenn das Personal den Patienten vorschreibt, wie sie sie ansprechen zu haben.

    Eigentlich sollte man meinen, dass auch Patienten Könige sind. ;)

    Wenn der Heimleiter unbedingt darauf besteht, dass die Patienten das Personal mit Zunamen anzusprechen haben, sollte er einen Rundbrief an die Patienten verfassen, aber dabei unbedingt erwähnen, dass ihm der Mist eingefallen ist.

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    Antwort von CrazyDaisy CrazyDaisy

    Leider kann tatsächlich der Chef vorschreiben, was in Eurem Hause Usus ist. Aber albern ist es schon, da gebe ich Dir vollkommen recht und ich finde Eure Lösung mit dem "Hamburger Sie" sehr gut. Vielleicht könnt Ihr Eurem Heimleiter das Ganze noch mal in Ruhe und im Guten erklären? Ansonsten bleibt Euch nur, den Bewohnern zu sagen, dass Ihr Euch gerne mit dem Vornamen anreden lassen wollt, aber die Heimleitung dagegen ist und sie Euch im Beisein der Heimleitung besser mit Nachnamen anreden sollten. Zur Hilfe empfehle ich große, deutlich lesbare Namensschilder.

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    Antwort von Dea2010 Dea2010

    Der Chef kann dir vorschreiben, wie DU die Bewohner anredest. Wie sie dich anreden, darauf hat er keine Einflussnahme.

    Stell dich vor wie er es verlangt und gut ist.

    trauriger Umstand, wenn ein Chef die Mitarbeiter nicht bei vollem namen kennt...

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    Antwort von Wuselix Wuselix

    Meine rechtliche,unverbindliche Einschätzung ist:Jeder Mensch hat Anspruch darauf,sich mit dem Nachnamen ansprechen zu lassen.So unaussprechlich der auch sein mag.Herr oder Frau ist ganz egal.Menschlich gesehen würde ich sagen,es kommt immer auf die Situation an.Möchte jemand als Herr angeredet werden,obwohl er schon nicht mehr alle beisammen hat,dann macht man das Spielchen eben mit.Ein altes Mütterchen,was vielleicht Geborgenheit vermißt,kann man mal ja mal ausloten,ob ein Du angebracht ist.Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.Distanz kann für Denjenigen gut sein,der es will,ist aber meines Wissens nach nicht zwingend vorgeschrieben.Ich kann mir nicht vorstellen,im Alter in einem Heim mit Herr Sowieso angesprochen werden zu wollen.Sollte ich mal da landen,dann bin ich der R:.............

    Kommentar von sasch66 sasch66

    Das hast du falsch verstanden. Ich sieze die Bewohner und nenne den Nachnamen. Unser Heimleiter hat etwas dagegen, dass die Bewohner mich beim Vornamen nennen.

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