Frage von HiEwe, 367

Darf der Arbeitgeber beim Arzt anrufen und Auskunft darüber verlangen, ob ein Attest tatsächlich ausgestellt worden ist?

Ist der Arbeitgeber hierzu berechtigt? Bzw. fallen Antworten hierüber unter die Schweigepflicht von Ärzten und Angestellten? Die Antworten hierzu sind uneindeutig bisher, deshalb wollte ich noch einmal nachfragen.

Antwort
von Interesierter, 367

Grundsätzlich kann und darf der Arbeitgeber beim Arzt nachfragen, ob dieser tatsächlich eine AU-Bescheinigung ausgestellt hat.

Wenn aber diese Frage im Raum steht, dann hat ja wohl der Arbeitgeber Zweifel an der Echtheit einer eingereichten Bescheinigung. Das heisst, er vermutet einen Betrug des Arbeitnehmers.

Wird die Bescheinigung vom Arzt bestätigt, ist alles in Ordnung. Wird hingegen die Echtheit der Bescheinigung verneint, kann sich der Arbeitnehmer auf die fristlose Kündigung gefasst machen.

Antwort
von Ursusmaritimus, 241

Er kann mitteilen das eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von ihm ausgestellt wurde, aber mehr nicht.

Aber du musst deinem AG auch nicht mitteilen welcher Arzt und vor allem niemals Warum die AU ausgestellt wurde.

Einzige Ausnahme ist "das es sich um einen Arbeitsunfall handelt" aber auch hier ist nur der Arbeitsunfall wichtig und niemals die Diagnose.

Antwort
von Bitterkraut, 310

Natrülich darf er anrufen. Der Arzt wird ihm aber nix sagen. Allerdings kann der AG vom  Arzt prüfen lassen, of das Attest echt ist. Dazu muß er es vorweisen. Das unterliegt  dann nicht der Schweigepflicht, alles andere schon.

Antwort
von Stellwerk, 274

Versteh ich nicht. Wenn ein Attest ausgestellt wurde, hat der AG es doch ohnehin vorliegen, oder? Oder glaubt er, es sei eine Fälschung?

Kommentar von Interesierter ,

Das wäre die einzige logische Antwort auf die Frage, warum der Arbeitgeber hier nachfragen will.

Und es wäre nur normal, wenn dem betreffenden Arbeitnehmer nun das Wasser in den Hosen kochte.

Kommentar von Stellwerk ,

Naja, wenn man tatsächlich so dreist ist, ein ärztliches Attest zu fälschen, dann darf man ruhig kochen *g*. Aber ein entspanntes Betriebsklima versteh ich darunter nicht.

Kommentar von Interesierter ,

Natürlich hast du damit recht. Aber auch ein schlechtes Betriebsklima rechtfertigt keinen Betrug.

Kommentar von Stellwerk ,

Nein, absolut nicht.Und ist ja auch Grund genug für schlechtes Betriebsklima :D

Antwort
von RKuchenbuch, 354

Unter die Schweigepflicht fällt alles was nicht offensichtlich ist, d.h. allein die Tatsache eines Arztbesuchs. Nachdem jedoch wohl ein Attest ausgestellt wurde, somit der Arztbesuch bekannt und offensichtlich ist, spricht meines Erachtens nichts gegen die Information dass ein bestimmtes Attest von jemand ausgestellt wurde oder nicht. Jedoch nur ein "ja" oder "nein", keine weiteren Zusatzinformationen.

Antwort
von ghasib, 235

Der Arzt kann sagen es ist eins ausgestellt aber nicht mehr. Sehr armseliger Arbeitgeber

Kommentar von Interesierter ,

So einseitig würde ich das nicht sehen wollen. Der Arbeitgeber hat sicherlich Gründe, an der Echtheit der Bescheinigung zu zweifeln.

Sollte sich die Bescheinigung als echt herausstellen, ist alles in Ordnung. Ist sie jedoch gefälscht, haben wir es nicht mit einem armseligen Arbeitgeber sondern mit einem betrügerischen Arbeitnehmer zu tun.

Kommentar von Nightstick ,

Als Arbeitgeber würde ich mich hinsichtlich der Echtheitsprüfung der AU-Bescheinigung grundsätzlich zuerst mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung setzen.

Nur wenn dies ergebnislos wäre, würde ich Zugriff auf den Arzt nehmen.

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