Darf der Arbeitgeber 2 Stunden vor dem Arzttermin den Plan ändern ,so das ich jetzt wissend, minus Stunden mache?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Deine Chefin versucht hier Dich über den Tisch zu ziehen. Sie weiß, dass sie Dich bei geplantem "Frei" nicht bezahlen muss.

Ihr dürfte aber auch bekannt sein, dass Dienstpläne die einmal bekannt gegeben wurden nicht mehr eigenmächtig geändert werden dürfen. Zudem richtet sich die Rechtsprechung nach dem § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz. Hier steht, dass die Arbeitszeit bei Rufarbeit mindestens vier Tage im Voraus mitgeteilt werden muss.

Jetzt, nachdem ersichtlich ist, dass ein AN krankheitsbedingt ausfällt, den Arbeitsplan ändern ist ja so etwas von offensichtlich und nicht erlaubt.

Ich vermute mal, es gibt keinen Betriebsrat. Dieser hätte bei der Schichtplangestaltung auch ein Mitspracherecht und diese Änderung nicht genehmigt.

Wenn Deine Chefin nicht einsichtig ist, musst Du Dich selbst kümmern (oder wendest Dich an die zuständige Gewerkschaft). Du kannst Deine Chefin dann schriftlich abmahnen und "androhen", dass Du sonst zum Arbeitsgericht gehst, wenn sie auf der Änderung besteht.

Solltest Du wieder einmal krank werden, wirst Du bestimmt nicht noch probieren zu arbeiten. AG die so versuchen alles auf die AN abzuwälzen, brauchen sich nicht zu wundern, wenn die Motivation und der Einsatz für den Betrieb nachlassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von alexbababu
02.02.2016, 07:37

Wollte gerade anfangen zu schreiben, dem ist aber nichts hinzuzufügen. 

2
Kommentar von Mayoschnute
02.02.2016, 07:40

Ich habe am Freitag noch Fotos von den Arbeitsplänen gemacht , die bis Ende Februar geschrieben sind ! Es gibt kein Betriebsrat und dazu kommt noch das der Laden zum 31.3 schließt ! aber nicht weil sie pleite gegangen sind sondern weil der Markt sich nicht rentiert ... Was soll ich denn jetzt machen ? 

Ich bin extra noch mit schmerzen  hin gegangen und dann wischt die mir so einen rein !

Bin leider nicht Rechtsschutzversichert und leider bin ich nirgendwo angemeldet , wie werde und so weiter ..

Bin ziemlich verzweifelt 

0

Grundsätzlich ist ein Arbeitnehmer verpflichtet, seine Arzttermine
außerhalb der Arbeitszeit zu legen. Praktisch hat der Berufstätige, der
zum Arzt muss damit gleich zwei Probleme: zeitnah einen Arzttermin zu
bekommen (sehr schwierig) und diesen außerhalb der Arbeitszeit zu
vereinbaren (nicht immer möglich). Dies gelingt Vollzeitbeschäftigen nur
selten und nicht jede Behandlung ist in der Notaufnahme abends oder am
Wochenende zu bekommen.

Zur Orientierung sind daher drei Fallgruppen zu unterscheiden und rechtlich zu würdigen:

1) es liegt eine akuten Erkrankung mit ärztlich attestierter Arbeitsunfähigkeit vor:

In einem solchen Fall (z.B. Grippe, Zahnentzündung, Unfall) sind
Arztbesuche während der Arbeitszeit möglich und notwendig. Der
Arbeitsausfall geht zu Lasten des Arbeitgebers und der Lohn wird fort
gezahlt.

2) es liegt ein akuter Erkrankungsfall vor, der zeitnahe ärztliche Behandlung bedarf:

In einem solchen Fall (z.B. Verletzung, herausgefallenen Zahnplombe,
Komplikationen nach Behandlungen, Schmerzen) ist der Arbeitnehmer im
notwendigen Umfang von der Arbeitspflicht frei zustellen. In der Regel
greift hier der Freistellungsanspruch aus § 616 Satz 1 BGB wonach auch
der Lohnanspruch bestehen bleibt. Detailliertere Regelungen finden sich 
in vielen Tarifverträgen.

3) es ergibt sich ein nicht anders planbarer Arztbesuch:

Der wohl häufigste Fall in der Praxis ist der, dass man einen Arzt
aufsuchen muss, aber außerhalb der eigenen Arbeitszeit keinen Termin
bekommt. Hier muss wieder differenziert werden. Handelt es sich um
notwendige Untersuchungen, die der Arzt nur zu bestimmten Zeiten
durchführt, ist der Arbeitnehmer bei Lohnfortzahlung frei zustellen.
Eine Einschränkung der freien Arztwahl des Arbeitnehmers durch den
Arbeitgeber findet nicht statt.

Handelt es sich um Vorsorgeuntersuchungen, die an sich planbar sind,
wegen der Terminvergabepraxis des Arztes aber in die Arbeitszeit fallen,
so muss der Arbeitnehmer einen Termin außerhalb der Arbeitszeit finden,
sich für einen Termin beurlauben lassen oder mit dem Arbeitgeber eine
Einigung darüber erzielen, dass die Fehlzeit nach gearbeitet oder mit
Überstunden verrechnet wird.

In jeder Fallgruppe ist es ratsam, zeitnah den Arbeitgeber über den Arbeitsausfall zu informieren.

http://www.anwaelte-giessen.de/blog/2012/06/21/arbeitsrecht-wahrend-der-arbeitszeit-zum-arzt/

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von alexbababu
02.02.2016, 07:36

Ich glaub die Antwort ist gut gemeint, ging aber an der Frage vorbei. Hier möchte sich die Chefin um die Entgeltfortzahlung drücken.

 

2