Darf der AG ein schlechteres Arbeitszeugnis ausstellen?

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4 Antworten

Jetzt denkt Ihr AG aber das sie Simuliert und will Ihr ein schlechteres Arbeitszeugnis ausstellen. (Zwischenzeugnis Note 2 - Arbeitszeugnis was kommt wahrscheinlich 3-4)

Da wird der AG wohl ein Problem bekommen, so einfach ist das nicht.

Nach § 109 Gewerbeordnung kann Deine Freundin, sollte das Schlusszeugnis sich gegenüber dem Zwischenzeugnis so verschlechtern, eine Zeugniskorrektur verlangen. Notfalls beim Arbeitsgericht Klage einreichen.

Es gibt einige Urteile zur Zeugniserteilung. Der AG darf nur dann ein schlechteres Zeugnis ausstellen, wenn er nachweisen kann dass sich die Leistung des AN seit dem Zwischenzeugnis sehr verschlechtert haben.

Nur weil ein AN vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses krank ist/war, kann das Zeugnis nicht schlechter ausfallen als das Zwischenzeugnis.

Schau mal hier:

https://www.test.de/Arbeitszeugnis-Der-Zeugnis-Check-1770705-2770705/

Resturlaub der wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann, ist nach § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz auszuzahlen.

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Darf der AG ein schlechteres Arbeitszeugnis ausstellen?

Ja, das darf er, wenn sich die Arbeitsleistung tatsächlich entsprechend verschlechtert hat. Allerdings wäre der AG beweispflichtig, dass das tatsächlich so war.

Jetzt denkt Ihr AG aber das sie Simuliert und will Ihr ein schlechteres Arbeitszeugnis ausstellen. (Zwischenzeugnis Note 2 - Arbeitszeugnis was kommt wahrscheinlich 3-4)

Dann dürfte der AG bei einem eventuellen Verfahren vor dem Arbeitsgericht in Erklärungsnot kommen. Krankheitstage haben in einem Arbeitszeugnis nichts verloren und dürfen sich auch nicht darauf auswirken.

Resturlaub, der nicht mehr genommen werden kann, ist nach § 7 Abs. 4 BUrlG auszuzahlen.

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Kommentar von Nightstick
10.03.2016, 19:54

Erklärungsnot... ja, sicher...

... insbesondere dann, wenn der Zeitraum zwischen der Erstellung des Zwischenzeugnisses und dem Austrittstermin nicht allzu groß ist.

Ist er groß, kann allerdings viel passieren - auch bei der Bewertung...

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Kommentar von Wolfgang57234
14.03.2016, 12:21

Dann dürfte der AG bei einem eventuellen Verfahren vor dem Arbeitsgericht in Erklärungsnot kommen.

Jedenfalls dann, wenn das Zwischenzeugnis noch nicht so lange her ist. Ansonsten kann sich die Leistung eines AN ja schon positiv oder negativ verändern.

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Deine Freundin kann ihm nach erhalt des arbeitszeugnisses direkt sagen das sie es nicht akzeptiert und er ein neues ausstellen soll dazu ist er verpflichtet und das theoretisch solange bis er eins ausgestellt hat mit dem sie zufrieden ist. Notfalls würde ich bis vors Arbeitsgericht damit ziehen.
Meist reicht es aber schon den Chef wissen zu lassen das man sich informiert hat und seine rechte kennt um lange spielchen zu beenden.

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Kommentar von DarthMario72
10.03.2016, 19:58

und das theoretisch solange bis er eins ausgestellt hat mit dem sie zufrieden ist.

Nein, ganz sicher nicht. Dann könnte der AN ja gleich sein Zeugnis selbst schreiben. Grundsätzlich hat man nur Anspruch auf ein durchschnittliches (= befriedigendes) Zeugnis. Will der AN ein besseres, muss er beweisen, dass er es verdient hat.

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Nun, ich gehe davon aus, dass deine Freundin durch einen Arzt krankgeschrieben wurde. In diesem Fall kann der ehemalige Arbeitgeber eigentlich auch nichts mehr machen. Den Betriebsarzt/Dienstarzt kann deine Freundin auf jeden Fall verweigern, schon alleine deshalb, da sie bei dem AG nicht mehr angestellt ist. Auch ansonsten ist der Grund (2-wöchige Krankheit) viel zu geringfügig, als dass sie dazu verpflichtet werden könnte. Stichwort: Freie Arztwahl.

Auch wenn es natürlich für den Arbeitgeber durchaus den Anschein haben könnte, dass deine Freundin die Krankheit nur simuliert hat, bedeutet das nicht, dass sie es auch getan hat. Und da er seinen (unausgesprochenen) Vorwurf nicht beweisen kann, muss er das auch so akzeptieren wie es ist. Eine Krankschreibung durch einen Arzt liegt ja vor. Der macht das ja auch nicht zum Spaß.

Alleine wegen einer kurzzeitigen Krankheit ein Zeugnis um 1-2 Noten gegenüber dem Zwischenzeugnis zu verschlechtern ist jedenfalls nicht erlaubt. Hier gab es schon diverse Urteile in Arbeitsgerichten, die in ähnlichen Fällen alle pro Arbeitnehmer ausgegangen sind.

Falls das Zeugnis also tatsächlich eine 3-4 ist/wird, würde ich es nicht akzeptieren und auf eine Korrektur auf Note 2 bestehen. Sollte das der AG ausschlagen, würde ich direkt zum Rechtsanwalt (Arbeitsrechts) gehen.

Ich denke ehrlich gesagt, dass sich der AG sich ziemlich dämlich verhält. Professionell ist es jedenfalls nicht. Und wenn er Pecht hat und so weiter macht, muss er deiner Freundin bald noch ein schönes Extra auszahlen.

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