Frage von Muggi37, 30

Darf das Jobcenter diesen Umzug wirklich ablehnen?

Hallo an alle,

ich bin Hartz IV Empfänger und wohnhaft bei meinem Stiefvater. Das Amt zahlt hierfür die Miete für mich.

Jetzt ist es aber so, daß man sich hier einfach nichtmehr verträgt und es wirklich jedn Tag Auseinandersetzungen gibt. Das alles geht mir voll auf den Magen und ist für mich weiter nichtmehr tragbar.

Jetzt hätte ich evtl. eine Wohnung im Allgäu und habe bei meiner Sachbearbeiterin einen Antrag auf Genehmigung gestellt.

Dieser wurde wie folgt abgelehnt:

" Ein Umzug ist erforderlich, wenn er gerechtfertigt ist. Ein vernünftiger Grund für den Umzug kann erst dann anerkannt werden, wenn das Ziel des Umzugas zumutbar nicht auf andere Weise als durch einen Umzug erreicht werden kann. Es ist nicht ausreichend, wenn der Umzug lediglich als sinnvoll oder wünschenswert ist.Sie geben an, daß Sie wegen Streitereien und Famielienangelegenheiten Bei Familie XY nicht mehr wohnen möchten. Aus den von Ihnen angebenen Gründen ergibt sich keine Erforderlichkeit für einen Umzug" !!!!!!!!!!!!!!!!

Das ist doch unfair, das kann doch alles nicht sein, nun darf ich nicht umziehen. Ich wohnen momentan in Baden-Württemberg und das wäre in Bayern gewesen.

Ich kann mir nicht vorstellen, das dies rechtmässig ist.

Hoffe Ihr könnt mir helfen..

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Antwort
von DerHans, 6

Dass Verwandte "sich nicht miteinander vertragen" ist für eine Behörde wirklich kein Grund die Kosten für einen Umzug zu übernehmen.

Dabei handelt es sich schließlich um Steuergelder. Wieso soll die Allgemeinheit dafür zahlen, wenn ihr "euch nicht vertragt?"

Wenn du einen Umzug selbst finanzieren kannst, kannst du natürlich hinziehen, wo du willst.

Antwort
von Gerneso, 11

Natürlich darfst Du umziehen. Aber es gibt tatsächlich keinen Anlass, dass Dir ein teurer Umzug über mehrere Hundert Kilometer bezahlt wird, weil Du gerne im schönen Allgäu wohnen möchtest!

Suche Dir eine Arbeitsstelle im Allgäu und beantrage dann den Umzug erneut mit der Begründung "Arbeitsaufnahme (und damit keine Beantragung von HartzIV-Leistungen mehr nötig). Umzug erforderlich, da tägliche Fahrt vom jetzigen Wohnort zur Arbeitsstelle nicht möglich".

Kommentar von DerHans ,

Auch dann muss der Antrag gestellt werden, BEVOR man einen Arbeitsvertrag und einen neuen Mietvertrag schließt

Kommentar von Gerneso ,

Richtig. Aber umziehen um da weiterhin von Steuergeldern zu leben und Umzugskosten verlangen nur weil man gerne woanders faulenzen will wird zu Recht abgelehnt.

Antwort
von DerOnkelJ, 10

Für das Arbeitsamt zählt nur ein jobbedingter Umzug. Alles andere ist denen egal.

Wenn du jetzt einen Job in der Gegend hättest wo du hinziehen willst, dann würden die das unter Umständen genehmigen und sogar einen Zuschuß zahlen.

Ansonsten bleibt dir nur, eine Wohnung in der Nähe deines jetzigen Wohnortes zu suchen und den Umzug aus eigener Tasche zu zahlen.

Antwort
von Laury95, 4

Dein Stiefvater kann einfach zum Jobcenter gehen und sagen, dass er dich rausschmeißt. Wenn du volljährig bist, müssen deine Eltern dich nicht mehr bei sich wohnen lassen. Dann hat sich die Sache und du könntest eine Wohnung beziehen. Denn selbst das JC hat kein Recht, zu sagen, dass dein Stiefvater dich weiter bei sich wohnen lassen soll.

Eine Wohnung im Allgäu kannst du dir allerdings abschminken. Du kannst innerhalb deiner Stadt umziehen, für andere Städte, Bundesländer.. Bräuchtest du eine Genehmigung, die du bekommst, wenn du dort Arbeit hättest.

Auch wenn du auf eigene Faust ausziehst, werden die Kosten übernommen, aber du bekommst Kürzungen im Regelsatz (u25)

Du würdest auf jeden Fall nicht auf der Straße landen, auch wenn alle anderen Antworten sich so anhören.

Antwort
von Lachlan, 4

Mir stellt sich die Frage, wie alt Du bist und wieso Du noch im "Hotel Mama" wohnst und wieso Du keinen Job hast. Wahrscheinlich mag Dein Stiefvater Deine aktuelle Lebensplanung mit Hartz IV im Hotel Mama nicht mehr unterstützen, was generell durchaus nachvollziehbar ist, ohne jetzt Details zu kennen. Mit seinem angekündigten Rauswurf will er wahrscheinlich ein Zeichen setzen und Dir vermitteln, dass Du Dein Leben endlich mal selber in die Hand nimmst. Also gehe in Dich, sehe zu, dass Du eine Ausbildung machst oder einen Job findest. Dann wird sich Dein Stiefvater auch wieder beruhigen. Aber solange Du nur auf Kosten  anderer lebst, wirst Du keine Zukunft in seinem Haus haben. Denke mal darüber nach.

Wenn Du nach Bayern ziehen willst, ist das Deine Angelegenheit und für die mußt Du dann auch selber aufkommen. Ausnahme wäre nur der Nachweis eines Jobs in Bayern. Da würdest Du auch die Hilfe des Jobcenters bekommen. Das wurde hier ja auch schon beschrieben.

Unfair finde ich nur Dein Verhalten. Du lebst auf Kosten anderer und willst für Dich dann noch die Rosinen heraussuchen. Das geht gar nicht!!!

Antwort
von rudelmoinmoin, 4

du kannst nicht Umziehen wo/weshalb auch es sein sollte, nicht auf Staatskosten, es gibt keine genehmigungspflichtig beim Umzug egal in welches Bundesland du willst, nur muss du dich da neu Anmelden, ob du da Mietbeihilfe bekommst, bleibt dahingestellt, lass dich doch in ein anderes Bundesland Vermitteln, außerdem ist das kein "Umzugsrecht/grund" den du angegeben hast, die Ablehnung war/ist Rechtens 

Antwort
von Malheur, 4

Doch, das ist rechtens. Deine Situation scheint nicht schön zu sein, aber zumutbar.
Du kannst aber Widerspruch einlegen und den Fall noch mal genauer erläutern.

Ihr solltest versuchen, auch wie erwachsene Menschen zu benehmen und das durchhalten. So ist vielleicht deine Motivation auch höher, einen Job zu finden, von Hartz wegzukommen und mal Verantwortung für dich selbst zu übernehmen.

Kommentar von Muggi37 ,

seit wann brauch man eigentlich eine Genehmigung wenn man in ein anderes Bundesland ziehen möchte? Ich dachte immer, das gilt nur im selben Bundesland?

Kommentar von Malheur ,

Du kannst doch umziehen, aber eben auf eigene Kosten.

Du könntest dich auch auf eigene Faust an einem anderen Ort bewerben. Und wenn du die Stelle bekommst, kannst du (Teil-)Kostenübernahme erneut beantragen. Einfach so ohne Job funktioniert das nicht.

Antwort
von Nadelwald75, 5

Hallo Muggi 37,

unklar: Wurde der Umzug abgelehnt oder wurde die Kostenerstattung für den Umzug abgelehnt?

Kommentar von Muggi37 ,

Ablehnung auf eine Umzugsgenehmigung ins Allgäu laut betreff

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Muggi37,

 in diesem Fall würde ich schriftlich Widerspruch einlegen. Du hast im Sinn der Freizügigkeit das Recht, dir deine Wohnung selbst zu wählen. Was dabei zu beachten ist, kannst du sehr ausführlich hier nachlesen:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e19998125b606.php

Hier wird z.B. genannt § 22 Abs. 2 Satz 1 SGB II

Darin ist dann auch eine Regelung genannt, die sich auf die Lage "nach einem nicht erforderlichen Umzug" bezieht . Das ist also durchaus vorgesehen.

Kommentar von Muggi37 ,

und wie soll ich meinen widderspruch begründen oder auf was soll er sich beziehen, wie schreibe ich dies genau?

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Muggi37,

du könntest etwa schreiben:

Hiermit lege ich gegen Ihren Bescheid vom ... Widerspruch ein. Da ich keinen Antrag auf Erstattung der Umzugskosten gestellt hatte, bin ich der Auffassung, dass das Jobzenter mir einen Umzug nicht verweigern kann, da grundsätzlich Freizügigkeit besteht. Auch in § 22 Abs. 2 Satz 1 SGB II steht die Formulierung "....nach einem nicht erforderlichen Umzug ....." Dies ist also durchaus vorgesehen.

Abgesehen davon bietet mir ein Umzug neue Möglichkeiten der Jobsuche, die sich an meinem bisherigen Wohnort nicht hatte.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Muggi37,

noch eine Idee: Wenn es dir gelingt, vor einem Umzug eine Arbeitsstelle im Allgäu zu bekommen, dann hast du auch Aussicht, dass die Umzugskosten bezahlt werden, weil dann die "Erforderlichkeit" besteht.

Kommentar von DerHans ,

Natürlich gilt Freizügigkeit. 

Das heißt aber nicht, dass dafür die Allgemeinheit zahlen muss.

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