Frage von Jupiter7, 92

Dad reagierte enttäuscht, als ich ihm gesagt habe, dass ich nie im Leben einem Krieg beitreten würde, was soll das denn?

Ich hatte letztens eine Argumentation mit meinem Dad darüber, ob Kriege überhaupt etwas bringen und wieso die Leute da mitmachen und am Ende habe ich ihm gesagt, dass ich nie den Krieg von jemand anderen führen würde und lieber mein Leben lang flüchten oder andere für mich sterben lassen würde, anstatt mein Leben auf's Spiel zu setzen. Daraufhin hat er enttäuscht reagiert und ich verstehe diese Logik nicht. Er findet es scheinbar schlecht, dass ich nicht bei dem ganzen "Krieg und Ehre" Bullshit mitmachen will. Ich als Elternteil wäre froh und beruhigt, wenn ich wüsste, dass mein Kind einen stark ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb hätte - anstatt, dass es das eigene Leben unnötig riskiert.

Antwort
von GanMar, 26

oder andere für mich sterben lassen würde

Das könnte der springende Punkt in Deinen Ausführungen gewesen sein, der ihn traurig gemacht hat. Andere für sich sterben lassen ist keine der üblichen Optionen, denn dann befürwortest Du ja das Söldnertum. Das heißt, Du wärst bereit, Geld dafür zu bezahlen, daß andere sich totschießen lassen. Denk da noch einmal drüber nach.

dass ich nie den Krieg von jemand anderen führen würde

Warum sollen andere dann Deine Kriege führen? Die haben auch Väter.

Ziel muß es sein, Kriege zu vermeiden.

Kommentar von Jupiter7 ,

Es sind nicht meine Kriege. Wenn es nach mir ginge, würde ich als eine Regierung Kriege komplett vermeiden.

Ich glaube, ich wäre nie bereit, bewusst für Kriege zu zahlen.

Kommentar von GanMar ,

Dann hast Du Dich mißverständlich ausgedrückt.

würde ich als eine Regierung Kriege komplett vermeiden.

Ein sehr ehrgeiziges Ziel. Es wäre mir schon genug, wenn man versuchen würde, Kriege zu vermeiden.

Du bist also kein Anhänger der Zweck-Ziel-Mittel-Achse nach Clausewitz: "Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik
mit anderen Mitteln"
. Sich für den Frieden zu engagieren ist auch ein Kampf. Nehme ihn auf. Ich wünsche Dir Erfolg!

Antwort
von autmsen, 2

Naja, die über viele Jahrtausende eingebleute Wahnvorstellung einer Vaterlandsliebe. Sie erwuchs aus Volksliebe. Und hat eine lange Geschichte. 

Du bist heute aufgeklärt genug zu erkennen dass Gewalt Zeichen eines Mangels ist - Friedrich Hacker, Begründer der Friedensforschung, prägte diesen Satz. 

Der Mangel entsteht durch Gier - die ist hirnlos wenn Du mich fragst

oder Sucht - die gehört schlicht behandelt. Wobei die Fachwelt dazu nicht fähig ist. Was eine eigene lange Geschichte ist. 

Dein Vater ist noch mit der Vaterlandsliebe geimpft worden. Stelle ich mir vor. Vom Verstand her mag er anderer Ansicht sein. Aber so frühkindliche Konditionierungen abzulegen ist absolut nicht einfach. 

Denn Grundlage einer solchen Vaterlandsliebe ist schlicht schon als Kleinkind gelernt zu haben dass es schlauere Menschen mit größerem Durchblick gibt die schon wissen Was sie tun oder tun lassen. 

Dein Vater aber hat Dir die Möglichkeit der freien Entfaltung Deiner eigenen Persönlichkeit gegeben. Und - vor allen Dingen denn frühkindliche Konditionierung wird in der Regel von Frauen / Müttern betrieben - Deine Mutter. 

Womöglich bist Du schon auf die viele Jahrtausende tabuisierte Idee gekommen dass Krieg schlicht Ressourcenvernichtung ist. Dass die vorhandenen Ressourcen bedeutend besser und lebensbejahender genutzt werden können. Ohne jeglichen Arbeitsplatzverlust wirtschaftlichen Verlust.. 

Du schlägst also einen neuen Weg ein. 

Dass der neue Weg nur traurig macht spricht für Deinen Vater. Denn alles Neue macht uns Menschen von Natur aus erst mal Angst  Dein Vater vertraut aber seiner Erziehung und Dir. Ihn wird nur traurig machen dass er in diesem Punkt nicht schaffte Dir seine Werte vermitteln zu können. 


So verstehe ich diese Frage.


Mein Vater pflegte zu sagen: 

Wenn die Kinder nicht aus den Fehlern der Eltern lernen waren die Fehler der Eltern sinn- und nutzlos. Mein Vater war auf die Propaganda herein gefallen und freiwillig gegen den ausdrücklichen Wunsch seines Vaters als Hitlerjunge einmarschiert. 

Ansonsten stimme ich Dir zu: 

Wer irgendwo im Ausland als Soldat gestorben ist ist selbst schuld. Denn Niemand hat sie zwingen können. 

Ich freue mich dass Dir das Verhältnis zu Deinem Vater so wichtig ist dass Du hier fragst. Muss ein toller Kerl sein. :)

Antwort
von Akka2323, 12

Du könntest enttäuscht von Deinem Vater sein.

Antwort
von BigBen38, 43

Unnötig - das ist der Punkt.

Wenn die eigene Familie in Gefahr wäre - und man sich verteidigen muss - kommt man vlt nicht drumrum zu kämpfen.

Aber wildfremde Menschen die einem nix getan haben abzuknallen, nur damit die Milliardäre billig ans Öl kommen ...

...und man dafür posthum ein Orden aus Blech bekommt ...

...ist einfach dumm.

Aber - Dein Satz das Du lieber andere für Dich sterben lassen würdest - hätte mich auch enttäuscht.

Kommentar von Jupiter7 ,

Es gibt Soldaten, die sich dafür sogar anbieten. Sie tun es freiwillig und für Geld/Ehre(?) Es zwingt sie ja keiner.

Kommentar von BigBen38 ,

Das ist nicht der Punkt ...

Klar gibts Söldner für n paar lausige Euro...Dummköpfe die sich instrumentalisieren lassen - Mörder, die auf Befehl töten ...

Aber mir ging es bei Deiner Aussage um den Zusammenhang - wenn ANDERE sterben um DICH zu retten - Du DEINE Familie aber eiskalt im Stich lässt.

Natürlich kommt es immer auf die jeweilige Situation an - am Hindukusch verteidigt man nicht seine Familie - sondern die Ressourcen der Milliardäre.

Das ist bei jedem Krieg auf exterritorialem Gelände so.

Angenommen aber, Du hast Frau und Kinder und man würde dieses Land überfallen - und Deine eigene Familie wäre in akuter Gefahr ...

...dann hätte man ggfs einen Grund, sich zu wehren um seine Familie zu schützen...

Wie gesagt - stark situationsabhängig - sinnlos zu sterben oder auch nur sich in Gefahr zu bringen, ist immer dumm...

Aber Dein Satz könnte bei Deinem Vater durchaus Enttäuschung ausgelöst haben.

Ist er aber generell enttäuscht, das Du Krieg ablehnst ...ist er krank.

Kommentar von Jupiter7 ,

Ich glaube, er sieht den Beitritt bei einem Krieg als eine Art "Mutprüfung" an.

Wenn ich eine Familie hätte, die mir wichtig ist, würde ich flüchten. Ist zwar nicht gerade heldenhaft aber dadurch sichere ich mein/unser Leben. Für mich persönlich ist das Leben das Wertvollste im ganzen Universum.

Kommentar von BigBen38 ,

Klar, wenn Flucht ne Option ist - dann das ...geht nur drum (nochmals auf Deinen Satz bezogen, andere für sich sterben zu lassen) wenn man nich weg kann bzw nicht weiss wohin..

Dann schützt man - sofern machbar - seine Familie.

Kampfvermeidung aber hat vorrang !

Antwort
von lanahusthust, 40

Naja, jedem seine Meinung, ich würde persönlich auch lieber deine Schiene fahren, aber wenn ich die Chance hätte bei möglichst niedrigem Risiko möglichst große Vorteile für mich, bzw. andere rausholen könnte würd ichs warscheinlich machen

Da gibts auch was im deutschen Grundgesetz :


Artikel 4

(1) Die Freiheit des
Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und
weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz


Also liegts in deiner Hand was du machen willst :D




Antwort
von SiViHa72, 27

Walt Whitman, der den amerikanischen Bürgerkrieg u.a. als Wundarzt miterlebte, sagte:

The difference between the mature and the immature man is: the immature man will die for his dreams while the mature man wants to live for his dreams.


Der Unterschied zwischen dem unerwachsenen und dem erwachsenen Mann ist: der unerwachsene will für seine Träume sterben,w ährend der erwachsene für seine leben will.




Es ist toll, sich für sein Land oder was auch immer abknallen zu lassen.. aber danach kann man sich auch nicht mehr für seine Träume einsetzen.

Bist ne Nr. auf dem Gräberfeld, sonst nichts.

Für seine Träume zu leben ist viel mutiger.. und sein Leben zu schützen ist nicht feige, sondern nur realistisch.

Dein Dad fände es also besser, er kann mal ein paar Blümchen auf Dein Grab stellen als Dich lebendig in den Arm zu nehmen?



Antwort
von AlexissilvaR, 31

Lass ihn doch seine Meinung haben.

Du hast deine eigene Meinung und Sichtweise zu dem Thema. Du musst ja nicht dasselbe meinen wie dein Vater.

Wenn er enttäuscht ist, dann will er deine Meinung womöglich nicht ganz einsehen. Das muss er eigentlich auch nicht, aber er kann nicht erwarten, dass du deine Meinung änderst, nur weil er das anders sieht als du.

Antwort
von aribaole, 4

Kommt es zu einem Krieg irgendwann, gelten eh andere Gesetze! Dann heißt es: entweder du Kämpfst, oder du wirst an die Wand gestellt. War im 1. und auch im 2. Weltkrieg so.

Kommentar von autmsen ,

Es gibt manche Beispiele aus der Nazi-Zeit die belegen dass Widerstand bzw. Kriegsdienstverweigerung absolut nicht immer bestraft wurde. Mit dem ersten großen Blutrausch im letzten Jahrhundert habe ich mich nicht so intensiv beschäftigt wie dem zweiten. 

Aber grundsätzlich zu behaupten dass es nur die Wahl gibt Leben oder töten ist falsch in diesem Zusammenhang. 

Kommentar von aribaole ,

Sag das mal den evtl. potentiellen Feinden. Die fragen nicht, die Ballern. Egal ob du ne Knarre in den Händen hältst, oder nicht! Da hab ich lieber eine in der Hand, und nehme noch einige mit! Spätestens wenn euch "Antis" die Bomben aufs Haus fliegen, denkt ihr anders!

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