Frage von MyNameIsCharlie, 105

Dackel unerziehbar?

Kann man Dackel so erziehen wie jeden anderen Hund? Denn viele meinten das würde nicht gehen.

Man würde bei einem Dackel gegen eine Mauer sprechen und er würde sich nicht interessieren hab ich gehört.

Hat jemand einen Dackel und kann aus Erfahrung sprechen.

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 56

Hallo,

- grundsätzlich kann man jeden Hund erziehen

- grundsätzlich muss jeder Hund individuell erzogen werden

Da kein Hund wie der andere ist, muss sich die Erziehung immer am jeweiligen Hund ausrichten. Der eine lernt schneller, der andere langsamer, der eine ist etwas sturer und eigenwilliger, der andere lässt sich sehr gerne führen, der eine Hundebesitzer ist erfahrener, der andere noch Anfänger, der eine konsequenter, dem anderen ist Vieles einfach egal ...

Dackel sind Jagdhunde und Jagdhunde haben erstens immer einen sehr ausgeprägten Jagdinstinkt (mehr noch als andere Rassen) und zweitens mussten sie innerhalb ihrer "Verwendung" auch verstärkt eigene Entscheidungen treffen (sonst wäre das mit der Jagd nicht so wirklich gutgegangen). Das hat die Rasse und die rassetypischen Eigenschaften natürlich geprägt.

Der große Jagdtrieb behindert das "Hören" natürlich sehr, weil der Hund ständig zwischen "ich will aber doch so gerne" und "eigentlich sollte ich ja hören" hin- und hergerissen wird.

Mit dem richtigen Wissen, der notwendigen Geduld und Liebe und Konsequenz sind aber auch Dackel zu erziehen - das ist kein Hexenwerk.

Man darf nur nicht in den Fehler verfallen zu denken: ach, der ist ja so klein, der kann ja nicht viel anstellen, den muss ich gar nicht so erziehen.

DAS denken leider sehr viele Menschen, die sich kleine Hunde anschaffen - und dann wundern sie sich, wenn ihre Minis zur "Höchstform" auflaufen ... und das Zepter in die Hand nehmen.

Gutes Gelingen

Daniela


Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 50

Bevor Du Dir überlegst, Dir einen Hund zu holen, musst Du Dir die Frage stellen, welche Rasse zu Dir und Deinen Lebensumständen passt.

Dackel sind für die Baujagd gezüchtet. Das heißt, dass sie extrem selbstbewusst, eigenständig und mutig sein müssen, dass sie selbst Entscheidungen treffen müssen und in zwar erster Linie alleine- also ohne Einwirkung des Menschen- in für sie lebensbedrohlichen Situationen.

Wenn Du von einer Arbeitsrasse, die genau darauf gezüchtet wird, ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft erwartest und glaubst, dass sie für ein Stück Futter Sitz und Platz abspult und damit zufrieden bist, läufst Du vor eine Wand. Die Aussage, dass Dackel schwer erziehbar sind, kommt von Menschen, die sich nicht vernünftig mit Ursprung und Bedürfnissen der Rasse auseinandergesetzt haben.

Dackel sind gut führbar, wenn sie rassegerecht ausgelastet und richtig motiviert werden. Wenn Du allerdings einen Begleithund suchst, solltest Du Dir keine Arbeitsrasse wählen und Jahre damit verbringen, gegen die Natur des Hundes zu arbeiten und ihm genau das abzuerziehen, wofür er geboren wurde. Das ist für beide Seiten extrem unschön.

Antwort
von antwortgeberin2, 20

Hi, 

in meiner Familie sind Dackel ziemlich beliebt, wir besaßen einen als Familienhund. Wir bekamen sie mit 6 Jahren und die erste Zeit war kein Zuckerschlecken. Sie hatte keinen Kontakt zu anderen Hunden gehabt, nur zu wenigen Menschen. Das führte dazu, dass sie vor allem bei Kindern aggressiv wurde und nach ihnen schnappte, beim Fressen durften wir ihr nicht nahe kommen, da sie schon bei 7 Metern Entfernung anfing zu knurren. Meine Eltern haben dann angefangen sie Stück für Stück um zu erziehen und aus ihr wurde ein perfekter Familienhund. Der Dackel einer Freundin ist da von anderem Kaliber. Sie ist auf jeden Fall gut erzogen und lieb zu Menschen, doch ihr Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden ist so gut wie nicht vorhanden. Sie attackierte unseren alten Hund, der damals schon taub und blind war, genauso wie unseren Neuen, bis eine Pfote von ihr so groß wie ihr Kopf war. Was ich sagen möchte ist, dass Dackel zwar sehr temperamentvoll und stur sind, sie aber wie jeder andere Hund erziehbar sind. Ich kenne einen nicht kastrierten Dackel Rüden, welcher immer frei läuft und auch als meine Hündin läufig war, aufs Wort gehört hat. Es kommt immer auf den Hund an, ob er leicht zu erziehen ist, oder nicht. Wenn du einen Golden retriever besitzt, ist die Chance natürlich deutlich größer, dass er sich als Familienhund eignet als bei einem Kromfohrländer, dennoch kann auch dieser dafür prima geeignet sein :)

Antwort
von Dackodil, 38

Wer einen unerzogenen Dackel hat, benutzt das gerne als faule Ausrede.

Fakt ist, daß ein Dackel kein Befehlsempfänger ist.
Das ist ja auch sehr sinnvoll, wenn man bedenkt, wofür ein Dackel mal gezüchtet wurde. Er wurde in Fuchsbauten geschickt um den Fuchs aus dem Bau zu treiben. Das ist eine lebensgefährliche Aufgabe und viele Dackel haben das auch nicht überlebt.
Im Bau ist der Dackel ganz auf sich gestellt und muß seine eigenen Entscheidungen treffen, die ggf. über sein Leben entscheiden.
Nun gibt es nicht mehr viele Dackel, die diese Aufgabe erfüllen. Aber vom Charakter her sind sie immer noch davon geprägt.

Mit einem Dackel kann man nicht 10 x dieselbe Übung machen. Da zeigt er dir ´nen Vogel und sagt, mach mal alleine, ich geh derweil spazieren.

Wenn du bereit bist, den Dackel als deinen Freund und Partner zu akzeptieren, der ein "Mitspracherecht" hat, wirst du den besten Hundefreund haben, den man sich vorstellen kann. Er wird dich mit seinem Leben verteidigen. Und unterschätze keiner einen Dackel. Das ist ein tiefergelegter Schäferhund. Sieh dir mal sein Gebiß an.

Um mit Hausmeister Krause zu sprechen: Alles für den Dackel ;-)

Antwort
von xttenere, 46

Man kann auch einen Dackel entsprechend erziehen...mit Konsequenz und Geduld. Dackel wurden und werden zur Jagd gezüchtet, und sind keine Schosshunde. Sie sind selbstständige und mutige Hunde, die dementsprechend gefördert werden müssen.

Es gibt Hunde, welcher einfacher sind zum erziehen, und andere, bei denen es mehr Arbeit gibt...dies ist nicht mal unbedingt Rassenabhängig, da jeder Hund ein Individuum ist. Es kommt immer drauf an, was man von einem Hund erwartet...und wie man mit ihm arbeitet..

Die Grundkommandos wie * sitz...Fuss...Platz...aus* kann jeder Hund erlernen...egal welcher Abstammung ist.

Antwort
von OnkelTheodor, 66

Also bei uns in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnen mehrere Dackel,die sind wirklich wie Kinder.Derart lieb und lassen sich gut fuehren und halten,ist echt goldig und ich freu mich jedesmal wenn mich einer begruesst.Frueher hatte auch ein Nachbar einen Dackel,der brachte sogar die Zeitung,die sind echt sehr nett zu erziehen.

Ich wuensch Dir alles Gute und dass Du einen lieben Kerl findest,den Du verwoehnen kannst.

Antwort
von Flauschy, 19

Ich habe einen Dackel-Mix und er ist sehr selbständig und hinterfragt täglich unsere Hausregeln.

Aber klar kannst du Dackel erziehen, mit viel Geduld, Konsequenz und Verständnis für eine Rasse die eigenständig den Fuchs aus dem Bau treiben soll.

Ein Dackel wird eigenständige Entscheidungen treffen und er hält sich mindestens für eine Deutsche Dogge. Mein Hund würde sich nie einem anderen Hund freiwillig unterwerfen. Sollte er jemals von einem größeren Hund angegriffen werden kann ich davon ausgehen, dass er bis zum letzten Atemzug um sein Leben kämpfen wird.

Mein Balou lernt nicht gut Tricks aber beim Mantrailing und ZOS ist er in seinem Element.

Antwort
von emilyyyheart, 18

Also erstmal:

Man kann jeden Hund gut erziehen, solange er jetzt keine schlechte prägsame Vergangenheit hatte!

Ich erzähl mal aus meiner Erfahrung bzw, die von meinen Nachbarn:

Sie(Mama, Papa, Tochter, Sohn) haben sich einen Dackel angeschafft. Ich habe von Anfang an zu ihnen gesagt das sie das nicht machen sollten und wenn dann  eine andere Rasse. -Neiiin das schaffen sie schon meinen Sie. 

Jetzt , zwei Jahre später kann der Hund nichtmal Sitz, er kann nicht gut an der Leine laufen, ohne schon gar nicht(ja ich weis das ist ein Jagdhund, und da ist es schwieriger, aber trotzdem machbar.), bellt jeden an, bleibt nicht liegen....

Ja ich weis das liegt an der Erziehung und nicht nur an ihm. Aber es ist trotzdem anstrengend.

Wie gesagt man kann jeden Hund erziehen wenn man will und wenn man die Zeit hat, aber vielleicht wäre es meinen Nachbarn einfacher gewesen eine andere Rasse zu nehmen.

Lg

Expertenantwort
von Isildur, Community-Experte für Hund, 18

Hallo,

natürlich kann man Dackel erziehen ;-) Sie haben bei "will to please" jetzt vllt. nicht unbedingt "Hier" geschriehen und sie denken schon recht eigenständig, wenn man sich aber auf die Eigenschaften von recht "eigenständigen" Hunderassen einlässt, kann man auch einen Dackel gut erziehen. In meiner Kindheit hatten wir zwei, die top gehört haben, aber auch jagdlich geführt worden sind.

Antwort
von Jettchen31, 20

Hi,

Ich habe einen Dackel und was du da gehört hast ist völliger Blödsinn. Mein Dackel ist genau so gut erzogen wie andere Hunde. Und alle Dackel die ich kenne sind auch ganz normal erzogen. Wenn du dir ein Dackel kaufen willst solltest du es dir aber vorher richtig gut überlegen. Vorallem solltest du dir keinen Dackel aus dem Tierheim holen, denn, keine Ahnung wieso, sind DIESE Dackel wirklich schwerer zu erziehen. Liegt aber wahrscheinlich daran das sie halt eine blöde Vorgeschichte hatten.

Hoffe das ich dir helfen konnte.

LG Jettchen

Antwort
von Achwasweissich, 20

Dackel sind schon etwas speziell hab ich in der Hundeschule festgestellt, sie haben z.B. überhaupt kein Problem damit selbst Entscheidungen zu treffen - wie die das schnelle Bewegung in der Sonne grade nicht angebracht ist, auch wenn Herrchen noch so freudig ruft^^ Na gut, gekommen ist der Herr Dackel trotzdem, im Schatten und bedächtig ;)

Es ist einfach so das manche Hunde nicht für Kadavergehorsam geschaffen sind, ein gewisser "Interpretationsspieraum" ist halt drin. Trotzdem sind diese Hunde nicht unerziehbar, man braucht einfach mehr Geduld, Konsequenz und ein wenig Humor. Dazu bietet sich wie bei allen Jagdhunden (auch erzogenen) eine Schleppleine an, nur für den Fall das "oh, ein Kaninchen!" wichtiger ist als "Komm"

Antwort
von Virgilia, 22

Ein Dackel muss mit liebevoller Konsequenz erzogen werden, wie jeder andere Hund auch. Er ist ein eigenständig arbeitender Jagdhund und deshalb etwas "schwieriger" in der Erziehung. Wenn man aber auf seine Bedürfnisse eingeht und ihn artgerecht auslastet, sind es tolle Hunde. 

Antwort
von quinann, 40

Allerdings erfordert die Haltung eines Dackels eine gewisse Toleranz auf Seiten der Menschen, denn er ist manchmal eigenwillig und jedenfalls nicht unterwürfig. Dafür sorgt er immer wieder für Unterhaltung und für Freude (und manchmal auch für Ärger). Bei einem Dackel weiss man nie wirklich, was er als nächstes tun oder auch anstellen wird. Obwohl ihm nachgesagt wird, dass er unerziehbar sei, kann man einen Dackel sehr wohl erziehen, es erfordert nur eine gewisse Konsequenz. Eine gewisse Dickköpfigkeit liegt allerdings im Wesen des Dackels. Wer eigenständige Persönlichkeiten mehr schätzt als unterwürfige Befehlsempfänger, der wird an einem Dackel seine Freude haben.

Antwort
von Chocominza, 51

Ja, sehr eigenwillig, sehr schauspielerisch begabt, sehr dickkoepfig-aber wundervoll!!!- haengt aber wohl, wie beim Menschen auch, vom jeweiligen Typus ab.Beibringen kannst du einem Dackel aber natuerlich ne Menge.Das haengt wiederum vom Besitzer und dessen Einfuehlung und Geduld ab.

Antwort
von JackBl, 25

Dackel wurden daraufhin gezüchtet, Füchse aus den Bauten zu treiben. Da sie dabei ausserhalb der Sicht- und Reichweite des Herrchens agieren müssen, tun sie das auch recht selbstsicher. Wie übrigens auch die Terrier.

Darauf muss man natürlich Rücksicht nehmen und oft sind die Hunde auch recht ausdauernd, was das angeht, also muss man es manchmal öfter wiederholen als bei anderen , aber je, es geht tatsächlich.

Antwort
von almutweber, 9

Lies mal "Dackeldickkopf" von Friederike Rosenfeld. Da wird mit sehr viel Humor beschrieben, wie die vielen Dackel im Leben der Autorin nicht gehorcht haben.....

Dackel sind in der Regel sehr dickköpfig und autark. Da sie ursprünglich für die Jagd - u.a. auch im Dachs-, Zuchtbau gezüchtet wurden, muss der Dackel in der Lage sein, eigenständig seine Entscheidungen zu treffen. Das machte  ihn zu einem unabhängigen Hund, der nicht so gern auf Kommandos hört. Dackel haben aber in der Regel in ihrer Menschenfamilie eine Hierarchie und so hat Herrchen doch meist ganz gute Chancen, dem Dackel zu zeigen, dass er in der Hierarchie über ihm steht. Mit Konsequenz und Durchhaltevermögen kann man den Dackel schon erziehen.

Den Jagdtrieb haben einige mehr, andere weniger. Ich würde einen Dackel jedenfalls nie ohne Leine laufen lassen, da er ganz sicher nicht gehorcht, wenn er auf weiter Flur ein Tier sieht, das er gern jagen würde.

Dackel möchten in der Regel ihrem Frauchen gefallen. Nicht immer, aber doch hin und wieder. Und somit hat Frauchen gute Karten, dass Dackel bei ihr geduldig sitzen bleibt, wenn z.B. Zecken entfernt werden müssen, Zahnbelag entfernt oder andere unangenehme Dinge erledigt werden müssen.

Ich kenne Dackel, die nicht einmal gekommen sind, wenn man sie gerufen hat, weil der Napf gerade gefüllt war. Die kamen dann später langsam um die Ecke gewedelt, als seien sie "rein zufällig" gerade in der Nähe, um dann über den Pott herzufallen. 

Dackel sind mutig und ein bisschen größenwahnsinnig. Sie gehen mit ihrem Löwenherz auf jeden los, den sie vertreiben wollen und zeigen kaum Angst.

Dackel müssen im Welpenalter schon sehr gut sozialisiert werden, damit sie nicht anfangen, Haus und Hof als ihr Eigentum auf unangenehme Weise zu verteidigen und man darf bei ihnen niemals nachgeben. Wer einmal nachgibt, hat verloren, denn DAS merkt sich der Dackel und er hat immer den längeren Atem :-)

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