Dachterrasse und Dachterrassenunterkonstruktion durch zu schwere Pflanzentröge ohne Untersetzter verrottet! Haftet der Mieter ?

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5 Antworten

Der Vergleich mit den Holzdielen des EG hinkt etwas, weil vermutlich die Unterkonstruktion entweder gar nicht vorhanden oder ganz anders ist. Dass die Holzdielen im EG noch gut in Schuss sind, ist ein anderes Thema, denn der größte Schaden wird wohl in der Unterkonstruktion entstanden sein. Zudem wäre im Vergleich auch zu berücksichtigen, inwieweit die Dachterrasse wesentlich stärker den Witterungseinflüssen ausgesetzt war, als die EG-Terrasse. Schließlich kam das Wasser nicht nur aus dem Gartenschlauch, sondern auch von vielen Regenfällen, Starkregenereignissen und ggf. auch von schmelzendem Schnee.

Dass die Holzdielen nach 14 Jahren morsch sind, dürfte als normal anerkannt werden, denn schließlich kommt es auch noch auf die Qualität dieser Dielen an. Bei weitem nicht alle halten so lange Zeit aus.
Du schreibst, dass die darunter liegende Dachkonstruktion durch das viele Wasser in Mitleidenschaft gezogen wurde. Welches Wasser? Gießwasser, Regenwasser oder Schneewasser? Den Beweis zu führen, welches Wasser zu welchem Anteil nun wirklich die Schäden verursacht hat, dürfte Dir schwer fallen, es sei denn es ist ganz deutlich erkennbar, dass die Balken nur da morsch sind und die Folie nur da kaputt ist, wo die Tröge standen.

Durfte die Mieterin solche schweren Tröge überhaupt aufstellen? Wer hat sich beizeiten darüber schlau gemacht, welche Auswirkungen das haben kann? Wäre es nicht Deine Aufgabe gewesen, genau das schon ganz am Anfang zu überprüfen, ob die Dachkonstruktion das Gewicht und auch das zusätzliche Wasser überhaupt aushalten kann? Hättest Du dann nicht rechtzeitig die Beseitigung verlangen müssen? Vermutlich würde man Dir genau dies als Dein Versäumnis anlasten, denn 14 Jahre sind eine lange Zeit, in der man alles mehrfach hätte überprüfen können, bevor was kaputt geht.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, kannst Du versuchen, die Mieterin auf Schadensersatz zu verklagen. Da kommt es nun aber direkt auf Beweissicherung an. Fotografien der Tröge, Zeugenaussagen der Handwerker und evtl. einen Sachverständigen dazu holen. Dann alles liegen und stehen lassen, bis ggf. ein gerichtlich bestellter Gutachter sich die Sache angesehen hat.

Vermutlich würde ein solcher Prozess so ausgehen, dass Du zumindest einen Teil des Schadens selbst tragen musst. Vielleicht würde Euch das Gericht zu einem Vergleich überreden wollen. Immerhin könnte eine Schadensteilung von 50:50 eine Einsparung von ca. 12000 € bringen.

Wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast, könnte das in etwa so ausgehen:

Vergleichsvorschlag 50:50:
Du trägst die Hälfte des Schadens, ca. 12500 € selbst und zahlst die Hälfte der Prozesskosten zzgl. der Vergleichsgebühr. Zu den von Dir zu tragenden Sanierungskosten kommen dann noch die anteiligen Gerichts- und Anwaltskosten zzgl. Vergleichsgebühr = ca. 3000 €. Somit hättest Du rund 9000 € erstritten.

Was aber, wenn Du auf ganzer Linie unterliegst? Zu den 25000 €, die Du nicht erstattet bekommst, kämen dann noch rund 6000 € Prozesskosten.

Überleg Dir also gut, wie weit Du gehen willst, wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast.

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... also, ich kenne viele hölzerne Balkonanlagen, an denen die Pfeiler (200 x 200) nach 6 Jahren durchgemammeln waren und alles ganz ohne Blumen und Kübel.

Hölzerne Terrassen sind eben ebenso anfällig und für eine Unterkonstruktion kann eine Mieterin ja schon gar nichts.

Es wird sich kein Gutachter/Richter finden, der hier eine Schuld bei der Mieterin sehen wird. Da bin ich mir sicher.

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Sofern Sie den Beweis für die klar erkennbare Ursächlichkeit des Schadens aufgrund fehlender Untersetzer erbringen können, haftet u.U. der Mieter.

Stellt sich aber hereuas, das die Dachterrassenunterkonstruktion unzureichend erstellt wurde, könnte das auch zur Eigentümerhaftung führen.

Solche unterschielichen Auffassungen landen in aller Regel recht kostenträchtig vor Gericht, wo sich dann ein vom Gericht bestellter Gutachter dazu auslassen wird und der Richter dann nach seiner einsamen Auffassung urteilt.

"Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand"

Das gilt für das Urteil und auch die Kostenentscheidung.

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Kommentar von GMargraf
20.10.2016, 14:19

wie kann man das den beweisen? Die selben Holzdielen wurden auch auf der Terasse der EG-Wohnung des Hauses verlegt und sind noch voll funktionsfähig!

Zahlt ggf. auch die Versciherung des Mieters.

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Wenn der Mieter durch unsachgemäße Aufstellung dieser Tröge einen Schaden verursacht hat, ist er natürlich für die Schadensbehebung verantwortlich.

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Kommentar von schelm1
20.10.2016, 14:36

Wer definiert "Unsachgemä?" Witterungseinfluß ./. verwendete Balkonabdeckung je nach Position der Balkonfläche am Gebäude?

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Wem gehören die Pflanztröge und wer hat sie aufgestellt. Wenn es der Mieter war, dann haftet er.

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Kommentar von schelm1
20.10.2016, 14:37

Dazu müßte aber erst mal schlüssig Beweis für dessen Verschulden geführt werden!

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