Frage von math3matik, 189

Dachte man schon immer, dass man in der biblischen Endzeit lebt?

Die Christen von heute behaupten wir leben mitten in der Endzeit. Teilweise auch verständlich, wenn man sich die negativen Seiten der Menschheit/Welt anschaut. Durch den heutzutage starken Informationsfluss durch Internet, Medien etc., erfährt man von jedem Erdbeben, Krieg und jeder Hungersnot auf der Welt. Zu dem merkt man, vor allem in Europa, einen großen Glaubensabfall. Sind das DIE Indizien dafür, das wir in der Endzeit leben ?

Was verbirgt sich hinter der "Geschichte" dieses Satzes? Kriege gab es schon immer, zwar mit weniger Todesopfer wie als im 2 und 1 Weltkrieg, aber dennoch waren sie brutaler. (Denke ich mal, wenn sich paar tausend Menschen mit Schwertern aufschneiden) Hungersnot gab es auch schon immer. Ich denke früher war das sogar noch "normal" und jeder hatte so gut wie nichts zu essen.

Hat man schon immer gedacht man lebt in der Endzeit? Also zum Beispiel im Mittelalter. Gab es eventuell aus dem Grund Kriege?

Könnte mir jemand vielleicht paar historische Berichte liefern?

Antwort
von JTKirk2000, 61

Die Christen von heute behaupten wir leben mitten in der Endzeit.

Wie meinst Du das? Die Endzeit vor dem jüngsten Gericht, bzw. Weltgericht, wie es in der Offenbarung heißt, kann noch nicht kurz bevor stehen, denn, bevor dieses geschehen kann, gibt es zunächst, ebenfalls laut der Offenbarung, die für alle offensichtliche Wiederkehr Jesu Christi, so wie die Apostel ihn in den Himmel auffahren gesehen haben (in der Bibel heißt es: und jedes Auge wird ihn sehen, also kann damit nicht nur eine rein geistige Wiederkehr gemeint sein, von der manche behaupten, dass diese bereits geschehen sei), und dann noch eine tausendjährige Herrschaft Jesu Christi auf Erden, wonach der Teufel noch einmal kurz freigelassen werden soll, um die Menschen kurz vor dem Weltgericht noch einmal zu prüfen.

Fassen wir also zusammen:
Zunächst die für alle offensichtliche Rückkehr Jesu Christi aus dem Himmel:
Dann die tausendjährige Herrschaft Christi auf Erden.
Dann kommt der Teufel noch einmal für eine kurze Zeit frei.
Dann erst kommt das Weltgericht und
danach kommt erst das Ende der Welt, wonach jedoch eine neue, verherrlichte Welt an die Stelle der alten rückt und die Wohnstätte Gottes auf die Erde hernieder kommt.

Wenn also Christen von einer nahen Endzeit reden, kann es sich nur um das persönliche Erlebnis handeln, nicht aber von der nahen Endzeit für die Welt, denn die Auferstehung von den Toten soll erst innerhalb dieser tausendjährigen Herrschaft Jesu Christi stattfinden. Je würdiger man als Christ gelebt haben soll, je mehr soll man dann der Offenbarung nach wohl etwas von dieser tausendjährigen Herrschaft Jesu Christi haben. Je unwürdiger man gelebt haben soll, je kürzer wäre demnach die Zeit von der Wiederauferstehung bis zum Weltgericht.

Soweit mir bekannt, meinen Zeugen Jehovas beispielsweise, dass Jesus Christus in geistiger Form bereits zurückgekehrt sei (allerdings bin ich mir dessen nicht wirklich sicher, ob es tatsächlich die offizielle Lehre dieser Glaubensgemeinschaft ist, dass dem so sei), wenn auch nur in geistiger Form. Sie offenbar auch, dass alles von Jesu Tod am Kreuz lediglich geistiger Art war, und erklären dies beispielsweise anhand dessen, dass Jesus zu seinen Jüngern in einen verschlossenen Raum gelangen konnte. Dass er aber bei diesem Ereignis einen Fisch gegessen hatte, wird wohl verdrängt. Ebenso blickten die Apostel ihm in den Himmel hinterher, als er in diesen aufgefahren ist, bis eine Wolke den Blick versperrte (vgl. http://www.bibleserver.com/text/EU/Apostelgeschichte1,9-11 ). Auch dies wird offenbar von Zeugen Jehovas eher als geistiges Erlebnis betrachtet, was aber eigentlich unlogisch ist - gut, es gibt da vieles unlogische aus immer noch aktueller Sicht der Dinge, aber ein geistiges Erlebnis, bei dem eine Wolke den Blick versperrt? Also bitte... Außerdem ist, wie oben schon erwähnt die Offenbarung des Johannes deutlich indem sie erwähnt: "und jedes Auge wird ihn sehen" (siehe http://www.bibleserver.com/text/EU/Offenbarung1,7 )

Beispielsweise erwarten auch Mormonen die "Endzeit", allerdings in dem Sinne, dass sie genau genommen das nahende Millennium, also die tausendjährige Herrschaft Jesu Christi als relativ nahe ansehen. Sie behaupten aber nicht, dass Jesus bereits wieder zurückgekehrt sei, noch machen sie an einem bestimmten Datum fest, wann dies genau geschehen soll, sondern sie sehen seine Rückkehr lediglich als recht nahe an und sehen die sich immer stärker zuspitzende Entwicklung als eines der Zeichen seiner Rückkehr, wie es auch in der Bibel steht. (Vgl. http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus24 ) Der Grund, weshalb Mormonen sich nicht auf ein bestimmtes Datum festlegen wollen, liegt unter anderem sicher darin, was in http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus24,36 steht.

Ob man schon früher geglaubt hat, in der Endzeit zu leben, weiß ich nicht. Für die Welt mag dies nicht zugetroffen haben, aber für jeden persönlich, wenn man entsprechend seiner Würdigkeit zur Zeit der tausendjährigen Herrschaft Jesu Christi, also nach dessen Wiederkehr, wiederauferweckt wird oder wiederaufersteht, ist die Endzeit insofern nahe, dass er die Zwischenzeit zwischen eigenem Tod und der Wiederauferweckung bzw. Wiederauferstehung nicht miterlebt - jedenfalls laut der Bibel. Historische Berichte dürften eventuell schwierig werden, insbesondere dahingehend dass die Endzeit nicht nur als nahe erwartet wurde, sondern bereits eingetreten sei.

Antwort
von Praeterismus, 29

Es gibt auch Christen, die die Endzeit als ein vergangenes Ereignis ansehen. Ich selbst bin dieser Überzeugung. Wie du richtig feststellst werden Kriege, Erdbeben, Hungersnöte und der Glaubensabfall als Zeichen für das Ende in der Bibel erwähnt. Es ist aber nicht möglich, dass wir uns in dieser Endzeit befinden können. In Matthäus 24 lesen wir:

Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Seht zu, erschreckt nicht! Denn es muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich, und es werden Hungersnöte und Erdbeben da und dort sein.  Alles dies aber ist der Anfang der Wehen.

(Verse 6-8)

Kriege, Hungersnöte und Erdbeben wären also erst der Anfang. Später dann würde der große Glaubensabfall kommen:

Dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen gehasst werden um meines Namens willen. Und dann werden viele verleitet werden und werden einander überliefern und einander hassen; und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen; und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe der meisten erkalten;  wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.

(Verse 9-13)

Es würde eine große Verfolgung gegen die Christen einsetzen. Diese hätte einen großen Abfall vom Glauben zur Folge. All dies prophezeite Jesus seinen Jüngern für ihre Zeit:

Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr das alles seht, dass das Ende vor der Tür steht.  Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.  Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.  Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, auch nicht der Sohn, sondern der Vater allein.

 

(Verse 33-36)

Die Generation zur Zeit Jesu würde also das Ende erleben. Mit 'jenem Tag' und 'jener Stunde' sind der letzte Tag bzw. der jüngste Tag und die letzte Stunde gemeint. Am jüngsten Tag würde die Auferstehung stattfinden. Martha äußert diesen Glauben kurz bevor Lazarus von Jesus auferweckt wird:

Marta spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.

(Johannes 11:24)

Jesus sprach auch von der Stunde in der die Auferstehung geschehen würde:

Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören  und hervorkommen werden; die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts.

(Johannes 5:28,29)

Einen wichtigen Hinweis für den Zeitpunkt können wir in 2. Thessalonicher 2 lesen:

Wir bitten euch aber, Brüder, wegen der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, dass ihr euch nicht schnell in eurem Sinn erschüttern, auch nicht erschrecken lasst, weder durch Geist noch durch Wort noch durch Brief, als seien sie von uns, als ob der Tag des Herrn da wäre. Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit offenbart worden ist, der Sohn des Verderbens; der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei. Erinnert ihr euch nicht, dass ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war? Und jetzt wisst ihr, was zurückhält, damit er zu seiner Zeit offenbart wird. Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur offenbart es sich nicht, bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist;  und dann wird der Gesetzlose offenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft

(Verse 1-8)

Paulus erinnert hier an die Worte Jesu. Der große Abfall vom Glauben müsse erst noch kommen. Erst dann könne gesagt werden, dass der Tag des Herrn da wäre und somit die letzte Stunde angebrochen sei. Dann erst würde auch der Mensch der Gesetzlosigkeit bzw. der Antichrist offenbart werden. Die letzte Stunde war also noch nicht gekommen. Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit war aber sogar schon wirksam. Mal schauen, ob einer der Apostel diesen großen Abfall miterlebte:

Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist. (1. Johannes 2:18)

Der Apostel Johannes lebte offensichtlich zur Zeit des großen Abfalls. Genau dieser große Abfall war dann auch für ihn das Zeichen, dass das Ende kurz bevorstand. Die letzte Stunde war gekommen. Damit war also auch der jüngste Tag bzw. die Zeit der Auferstehung gekommen.

Es ist nicht möglich, dass wir in der Endzeit leben und auf den jüngsten Tag und die letzte Stunde warten. Die Apostel haben damals zur Zeit der Generation Jesu in der Endzeit gelebt. Das prophetische Wort der Apostel und Jesu steht unumstößlich fest. Gott lässt sich nicht verspotten. Er hatte damals durch die Apostel und Jesus verkündigen lassen, dass das Königreich nahe herbeigekommen war und so war es auch. Gott hatte sein Volk Israel immer wieder davor gewarnt anders zu denken:

Und das Wort Jahwes geschah zu mir so: Menschensohn, was ist das für ein Sprichwort, das ihr im Land Israel habt, indem ihr sagt: "Die Tage ziehen sich in die Länge, und jede Vision geht verloren"? Darum sage zu ihnen: So spricht der Herr Jahwe: Ich will diesem Sprichwort ein Ende machen, und man soll es nicht mehr als Sprichwort gebrauchen in Israel. Sondern rede zu ihnen: Nahe herbeigekommen sind die Tage und das Wort einer jeden Vision. Denn es wird nicht länger irgendeine nichtige Vision oder irgendeine schmeichlerische Wahrsagung geben inmitten des Hauses Israel. Denn ich Jahwe, ich rede; das Wort, das ich rede, wird auch geschehen, es wird sich nicht länger hinziehen. Denn in euren Tagen, widerspenstiges Haus, rede ich ein Wort und tue es auch, spricht der Herr Jahwe. Und das Wort Jahwes geschah zu mir so: Menschensohn, siehe, das Haus Israel sagt: Die Vision, die der schaut, geht auf viel spätere Tage hinaus; und auf ferne Zeiten hin weissagt er. Darum sage zu ihnen: So spricht der Herr Jahwe: Es wird sich nicht länger irgendeines meiner Worte hinziehen; das Wort, das ich rede, wird auch geschehen, spricht der Herr Jahwe .

(Hesekiel 12:21-28)

In diesem Sinne können wir nun also Gott Lobpreisen:

Wir danken dir, Herr, Gott, Allmächtiger, der ist und der war, dass du deine große Macht ergriffen und deine Herrschaft angetreten hast. Und die Nationen sind zornig gewesen, und dein Zorn ist gekommen und die Zeit der Toten, dass sie gerichtet werden und dass du den Lohn gibst deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und die du verdirbst, welche die Erde verderben. 

(Offenbarung 11:17-18)

Amen.

Kommentar von math3matik ,

Danke erstmal für die Antwort.

Aber irgendwie bin ich nicht damit einverstanden. Ihre Argumentation ist gut, nur komm ich mit der Logik nicht klar.

- In welcher Zeit leben wir denn jetzt, wenn die Endzeit vorbei ist? Sinn?
- Worüber redet dann Johannes in der Offenbarung, der um 100 n.chr sein Buch geschrieben hat?
- Wieso wird dann soviel über die berichtet? Wieso lässt Gott zu, dass wir uns so verrückt darüber machen?
- davor gab es auch schon kriege, Hunger etc.
- vor 70 Jahren hatten wir ein Weltkrieg der 55 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Kann man das vergleichen, mit dem was zu Jesus Zeiten geschehen ist? Ich glaube das war die schlimmste Zeit die wir je hatten, oder nicht?

Kommentar von Praeterismus ,

Wir leben jetzt in der Zeit des neuen Jerusalems, dem messianischen bzw. christlichen Zeitalter. Dieses Zeitalter wird niemals enden, da Jesu Herrschaft eine Herrschaft ohne Ende ist (Lukas 1:33).

Die Offenbarung Jesu Christi (1:1) handelt von den gegenwärtigen Ereignissen zur Zeit des Johannes und dem was im Begriff stand zu geschehen (1:19). Vor allem handelt es vom Tag des Herrn (1:10). Johannes sollte das Gesehene aufschreiben und an die sieben Gemeinden in Asien schicken (1:11). Sie sollten erfahren was bald geschehen würde (1:1), denn der Tag des Herrn war nahe (1:3). Dementsprechend werden die sieben Gemeinden speziell adressiert und vor dem baldigen Kommen Christi gewarnt und ermuntert (Kapitel 2 & 3). Insbesondere wird der Gemeinde in Philadelphia zugesichert 'vor der Stunde der Versuchung, die im Begriff steht über den ganzen Erdkreis zu kommen' bewahrt zu werden (3:10). Die Gemeinde in Philadelphia sollte ausharren, denn Jesus würde bald wiederkommen (3:11).

Mit der Öffnung des fünften Siegels wird ein Hauptthema der Offenbarung aufgezeigt: Gott würde das Blut derer rächen, die aufgrund seines Wortes und des Zeugnisses Christi getötet wurden (6:10). Trunken mit dem Blut der Heiligen und Zeugen Jesu war das Weib Babylon, die große Stadt (17:6). In dieser großen Stadt, wurde auch der Herr gekreuzigt (11:8). Diese große Stadt wird geistlich Sodom genannt (11:8). Die einzige Stadt, die in der Bibel geistlich Sodom genannt wird ist Jerusalem (vgl. Jesaja 1:10). Der Herr, Jesus Christus, wurde in Jerusalem gekreuzigt. Über Jerusalem sollte die Strafe für das vergossene Blut aller Propheten und der Zeugen Jesu Christi kommen (Matthäus 23:34-38, vgl. Lukas 13:33-35 und Offenbarung 18:24). Diese Strafe sollte über die damalige Generation der Zeit Jesu Christi kommen (Matthäus 23:36). Bei der Öffnung des sechsten Siegels verbergen sich viele in den Felsen der Berge und sprechen zu den Bergen "Fallt über uns", da der große Tag des Zornes Gottes und des Lammes gekommen ist (6:16,17). Jesus sagte diese Zeit für die Bewohner Jerusalems vorher. Es würden Tage kommen, an denen die Bewohner Jerusalems zu den Bergen sagen würden "Fallt auf uns!" (Lukas 23:28-30). Bei der Ausgießung der siebten Zornschale wurde die große Stadt Babylon in drei Teile gespalten (16:19). Diese Aufteilung in drei Teile finden wir in Hesekiel 5:1-5. Der Prophet sollte seine Haare scheren. Ein Drittel sollte mit Feuer verbrannt werden, ein Drittel mit dem Schwert geschlagen werden und ein Drittel in den Wind zerstreut werden. Dies sollte mit Israel, also auch Jerusalem geschehen. Bevor die Zornschalen ausgegossen werden, wird das Lied des Mose gesungen (15:3, vgl. 5. Mose 32). In diesem Lied kündigt Gott die Strafe gegen Israel an. Er würde sie unter anderem durch Feuer und Schwert bestrafen. Dies würde am Ende der Tage Israels geschehen (32:20). Es würde geschehen wenn ihr Weinstock, geistlich gesprochen, gleich dem Weinstock Sodoms geworden wäre (32:32). Dann würde der Tag ihres Verderbens nahe sein (32:35). Es wäre aber auch die Zeit, in der Gott das Blut seiner Knechte rächen würde (32:43). Zu dieser Zeit würde auch die Einberufung der Heiden stattfinden (32:21). Genau dieses Lied des Mose wurde vor Ausgießung der sieben Zornschalen gesungen. Dementsprechend heißt es auch, dass der großen Stadt Babylon vor Gott gedacht wurde (15:19). In der Bibel finden wir häufig die Wendung 'Gott gedachte seines Bundes' (vgl.2. Mose 2:24). So gedachte auch Gott hier seines Bundes mit Israel. Dieser beinhaltete eben auch das Lied des Mose. Babylon bzw. dem abtrünnigen Israel musste des Zornes Gottes überreicht werden (16:19). Die Generation zur Zeit Jesu machte das Maß ihrer Vorväter voll (Matthäus 23:32), indem sie Jesu und seine Zeugen verfolgten und töteten. Dafür mussten sie das Urteil Gottes empfangen (vgl. Offenbarung 18:20). Es gibt so viele weitere Parallelen zwischen Jerusalem/Israel und Babylon, der großen Stadt. Hier fehlt mir jedoch der Platz um alles zu erwähnen. Wenn du selbst nachforschst, wirst du sehr viel finden.

Die Datierung der Offenbarung des Johannes auf 96 A. D. beruft sich auf Irenäus von Lyon (135-200). Er selbst soll es angeblich von dem bereits sehr alten Polykarp gehört haben, als er noch jung war. Es handelt sich also um Hörensagen. Alle anderen 'Kirchenväter' stützen sich auf diese Aussage, wenn sie auf die Zeit Domitians datieren. Die besagte Stelle findet sich in 'Gegen die Häresien 5:30:3'. Gegen Irenäus steht jedoch das Zeugnis von Clemens von Alexandrien (150-215). Er schreibt: "Denn die Lehrtätigkeit des Herrn während seines Daseins auf der Erde beginnt unter dem Kaiser Augustus und Tiberius und schließt mitten während der Regierungszeit eben dieses letzteren;4 die Tätigkeit seiner Apostel einschließlich des Wirkens des Paulus kommt zur Zeit Neros zu Ende" (Stromateis 7:17:106).

In allen Fällen handelt es sich um das Zeugnis uninspierierter Schriften, die keinen Vorrang vor der Bibel haben sollten.

Antwort
von TT1006, 30

Ein paar denken das sicher immer, aber zB ich (Christ) glaube eher den Wissenschaftlern, die das aktuelle "Endzeitfeeling" ganz leicht durch die sozialen Netzwerke uä erklären.

Historisches Beispiel gefällig? Schon die ersten Christen dachten, dass sie noch die Wiedergeburt Christi erleben würden. Wenn's dich sehr interessiert kannst du mal die Paulus-Briefe durchforsten. Da fordert er die Empfänger immer mal wieder auf, nicht so faul zu sein.

Antwort
von Dahika, 54

Ja, das dachte man. In der Frühzeit des Christentums dachte man, dass z.B. der Jüngste Tag ganz bald kommen würde.

Später waren es dann Naturschauspiele, von denen man glaubte, sie kündigen den jüngsten Tag an. Stichwort: Halleyscher Komet.. Und natürlich die Jahrtausendwende von 999 zu 1000.

Es gab ja sogar Sekten, die mit dem Jahr 2000 das Ende der Welt kommen sahen. Oder 2012, der Mayakalender.

Antwort
von Kheber, 4

Hallo math3matik,

Deine Frage läßt sich eigentlich ganz schnell beantworten. Nicht nur im Mittelalter, sondern viel eher, nämlich schon kurz nach der Himmelfahrt Jesu war das Problem Endzeit schon bei den Jüngern. Nur hatten diese dieses Wort Endzeit noch nicht im Gebrauch, so wie es heute ist. Sie warteten auf die Wiederkunft ihres in den Himmel gefahrenen Herrn.

Antwort
von Viktor1, 29
Die Christen von heute behaupten wir leben mitten in 
der Endzeit.

Welches sind "die Christen" ?
Behaupten tust du nur etwas und baust eine Frage drumherum mit weiteren Ungereimtheiten.
Folgendes ist richtig:
Viele Jünger Jesu glaubten, daß Jesus bald wieder kommen würde und das Ende der Welt "nahe" sei.
Jesus hat sich "verbal"  tatsächlich teils so geäußert.
Die Geschichte (und unsere Erkenntnis) zeigte aber daß dem nicht so ist.
Endzeit ist für jeden (gläubigen Menschen) die Lebenszeit,  in der er sich für das jenseitige Leben vervollkommnen sollte und das Ende ist immer nahe.. Auch so hat Jesus sich geäußert.
Irgendwelche Sekten und sonstige Spinner bringen immer wieder "Termine" für das "Ende der Welt" oder bemühen Schriften, welche angeblich die Merkmale einer historischen Endzeit beschreiben.
Solche "Merkmale" hatten wir zu allen Zeiten, auch wenn sie sich z.Z. zu verdichten scheinen.

Kommentar von math3matik ,

Überall im Internet sagen die religiösen Menschen wir leben in der kritischen Zeit, von der die Offenbarung spricht.

Auf Youtube beinahe jeder. Oder wie hier : http://www.dasgeheimnis.de/web/zeichen.htm

Allgemein wenn man Googlet, ob man in der Zeit des Endes lebt, werden einen Millionen Artikel darüber geliefert.

Auch Leute mit denen ich Gespräche geführt habe, meinen wir leben in dieser Zeit und das Ende ist sehr nahe.

Ich gehe nicht in die Kirche, dachte da wird das einem auch erzählt. Wenn nicht, sorry.

Kommentar von Viktor1 ,
Ich gehe nicht in die Kirche, dachte da wird 
das einem auch erzählt

Nun - ich gehe über 75 Jahre in die (kath.) Kirche. Ich habe davon dort noch nichts vernommen.
Es sind halt Angehörige diverser Sekten und andere, welche gern an "Offenbarungen" jeder Art glauben und sich im Netz dahingehend austoben.

Auch Leute mit denen ich Gespräche geführt habe,
meinen ..

Ja, die einen meinen dies, die anderen das.
Und du meinst, daß du daraus eine "wichtige" Frage gestalten kannst.

Antwort
von warehouse14, 37

Streng genommen leben insbesondere Christen seit der Vertreibung aus dem Paradies in der Endzeit (es gibt ja vereinfacht ausgedrückt die Prophezeiung, daß Gott eines Tages mal "das System" ändert...).

Das bedeutet, seit je her hat sich die Menschheit auf ein Ende ihrer stets jetzigen Existenz gefreut. o.O

Jede Generation denkt, sie habe das Schlimmste erlebt, was es je zu erleben gibt.

Bis eben die nächste Generation kommt und noch eins drauf setzt.

Viele Menschen sind eben von Natur aus Fatalisten. Das eigene Leid ist ja leider auch immer das leidvollste.

warehouse14

Antwort
von nowka20, 20
Die Christen von heute behaupten wir leben mitten in der Endzeit.

das glauben nur die zeugen jehovas und einseitig denkende christen

Kommentar von math3matik ,

Nein, das glauben sehr viele Menschen.

https://www.youtube.com/results?search_query=Endzeit

Kommentar von nowka20 ,

glauben heißt: nicht erkennen, sonder youtube BLIND vertrauen

Antwort
von LordofDarkness, 63

Endzeitgedanken gab es in der Vergangenheit immerwieder "wellenartig", wenn irgendwelche gewaltigen Ereignisse auftraten oder besondere Daten bevorstanden.

Es ist übrigens ein weit verbreiteter Irrtum, dass in Europa um das Jahr 1000 n.Chr. eine "Weltuntergangs-Panik" herrschte. Weiter verbreitet war die Angst vor dem Jahr 1033 n.Chr - dieses Jahr galt damals als das tausendste Todesjahr Jesu.

Auch Hunneninvasion, Pestepidemie und der Mongolensturm waren von solchen Bewegungen begleitet. Besonders bekannt sind derartige Ereignisse aus der Zeit der Pest.

Kommentar von math3matik ,

Vielen Dank! 

Können Sie mir evtl. beschreiben wie die Menschen im Jahr 1033 gehandelt haben? Wie gingen sie mit der Situation um? Was passierte als sie bemerkten haben, das keiner kommt?

Kommentar von LordofDarkness ,

Hey, es gibt in der englisch-sprachigen Wikipedia einen recht umfangreichen Artikel zu allen verbreiteten Daten, an denen irgendjemand irgendwo vermutet hat, das Jüngste Gericht könnte anbrechen. Habe den hier mal verlinkt:https://en.m.wikipedia.org/wiki/List_of_dates_predicted_for_apocalyptic_eventsts Diesem Artikel zufolge äußerten sich solche "Panik-Wellen" meist durch öffentliche Ausschreitungen, Plünderungen, und Selbstgeißelungen. Aber auch die Zahl an Pilgerfahrten nach Rom & Jerusalem stiegen in derartigen Situationen sprunghaft an - wohl ein Grund dafür, dass auch die Päpste an der Verbreitung solcher Märchen sehr interessiert waren, schließlich brachten die Besucher aus ganz Europa auch die Kassen des Kirchenstaates zum Klappern.

Kommentar von telemann2000 ,

sehr aufschlussreich....

Kommentar von LordofDarkness ,

Ups, da ist was mit dem Link schiefgelaufen - am Ende müsste "Events" stehen^^

Antwort
von JBEZorg, 26

Es gibt immer ein Paar Leute, die das Ende der Welt herbeisehen. Lass sie doch.

Antwort
von anniegirl80, 46

Es gibt hauptsächlich zwei "Theorien" was die Endzeit betrifft.

Die eine ist folgende, und entspricht wohl dem was du oben beschreibst: Sie gründet sich (meines Wissens) hauptsächlich auf dem Buch der Offenbarung, wo von Kriegen, Krankheiten, Verfolgung die Rede ist. Da man dies (offenbar) zunehmend beobachtet, gehen einige Christen davon aus dass die Endzeit begonnen hat und Jesus Christus bald wiederkommt.

Dann gibt es noch die Ansicht dass wir bereits seit rund zweitausend Jahren in der Endzeit leben. Denn wie in den Briefen des NTs zu lesen ist, gingen bereits die ersten Christen von der baldigen Wiederkunft Jesu aus. Dies ist zwar damals nicht eingetroffen, wird aber noch.

Ich persönlich bin Verfechter der zweiten Ansicht. Die erste ist für mich eine falsch verstandene Sicht der entsprechenden Bibelstellen. Und du hast ja selber festgestellt dass es schon immer Kriege und Hungersnöte gab.Das heisst, ich bin der Meinung dass wir tatsächlich in der Endzeit leben, aber nicht seit kurzem, sondern eben schon rund zweitausend Jahre.

Kommentar von math3matik ,

ja genau, die erste Variante meinte ich.

Aber kommt dir nicht das Gefühl auf, das sich das ganze irgendwie zuspitzt? 

Kommentar von anniegirl80 ,

Meine persönliche Meinung ist, dass es schon immer so "Wellen" gab. Im Moment ist es wohl wieder schlimmer - aber früher wussten wir doch gar nicht was sich am anderen Ende der Welt abspielte!

Also, es kann schon sein dass es sich gerade zuspitzt. Aber die Frage ist, wie schlimm kann es werden? Da gibt es mehr Luft nach oben als manche denken! Ergo, es kann noch sehr viel schlimmer werden als man meint. Oder eben auch nicht. Wir wissen es nicht!

Kommentar von telemann2000 ,

Ich persönlich bin Verfechter der zweiten Ansicht. Die erste ist für mich eine falsch verstandene Sicht der entsprechenden Bibelstellen. Und du hast ja selber festgestellt dass es schon immer Kriege und Hungersnöte gab.Das heisst, ich bin der Meinung dass wir tatsächlich in der Endzeit leben, aber nicht seit kurzem, sondern eben schon rund zweitausend Jahre.

Dem kann ich nur zustimmen, anniegirl.

Auf biblehub gibt es dazu eine interessante Erklärung über den Begriff 'aión' beispielsweise aus Matthäus 24,3.

http://biblehub.com/greek/165.htm

Siehe hier der Punkt 3 unter Thayer's Greek Lexicon

Kommentar von anniegirl80 ,

Danke für den Link, ich kannte bisher nur https://www.blueletterbible.org/ :-)

Ich mache eine Bibelschule, da lernt man dass man nicht alles glauben soll was einem an "biblischen" Aussagen vorgesetzt wird. Selber nachlesen und denken ist angesagt!

Antwort
von seguiendo, 36

Es glauben nicht alle Christen, dass wir in der Endzeit leben, aber alle Christen glauben, dass Jesus (früher oder später) irgendwann wiederkommen wird und dass dem eine Endzeit vorausgehen wird. Davon handelt das gesamte letzte Buch der Bibel, die sog. Offenbarung des Johannes, falls es dich interessiert, lies die doch mal.

Falls du keine Bibel zuhause hast: Findet man auch problemlos im Internet, einfach googeln.

Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, es gab immer wieder solche Wellen.

Ich persönlich würde mich da an den Worten Jesu orientieren. Und Jesus hat z.B. gesagt

"Wenn dann jemand zu euch sagt "Seht, da ist der Messias" oder "Da ist er", so glaubt es nicht. Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um die Auserwählten irrezuführen.Denkt daran: Ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu euch sagen. "Seht, er ist draußen in der Wüste", so geht nicht hinaus und wenn sie sagen: "Seht er ist im Haus", so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz bis zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Überall wo ein Aas ist ,da sammeln sich die Geier." (Evangelium nach Matthäus, Kapitel 24, Verse 25 bis 28)

Also auf gut Deutsch: Wenn die Endzeit ist und Jesus wiederkommt, kriegt man das schon mit, da braucht man sich also nicht vorher verrückt machen, dass man das womöglich verpassen könnte, denn wenn es wirklich so weit ist, dann kann man es nicht nicht mitkriegen.

Nichtsdestotrotz gilt natürlich auch "Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt" (Evangelium nach Matthäus, Kapitel 24, Vers 42)

Denn auch wenn wir nicht sagen können, dass die Welt unbedingt demnächst untergeht, erstens kann man es aus christlicher Perspektive nie komplett ausschließen, weil uns angekündigt ist, dass es auf jeden Fall unerwartet kommen wird und zweitens kannst auch einfach du selber unerwartet sterben.

Von daher: Versuch einfach so gut es geht, dich so zu verhalten, dass du auch für ein plötzliches Ende einigermaßen bereit bist.  

Antwort
von Hamburger02, 53

Die Ankündigung des Weltunterganges ist ein Dauerthema. Guggsdu hier:

http://www.unmoralische.de/weltuntergang.htm

Antwort
von archibaldesel, 60

Welche Christen behaupten das denn heute, außer irgendwelche Endzeitsekten? Von den großen Kirchen ist mir das nicht bekannt.

Im Mittelalter war das Thema sehr viel präsenter. Kriege waren da vielleicht weniger der Grund, aber denk mal an die große Pest-Pandemie von 1348. Nach damaliger Wahrnehmung hat Gott die Welt mit einer Krankheit gestraft, an der ein Drittel der europäischen Bevölkerung starb. Und in der Zeit, in der die Krankheit wütete, war nicht klar, dass sie jemals enden würde. Wer bekommt in der Situation keine apokalyptischen Gedanken?

Antwort
von Gronkor, 41

Bereits die ersten christlichen Gemeinden rechneten mit einer baldigen Wiederkehr Christi. Siehe hierzu zum Beispiel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Naherwartung

Und auch noch im Mittelalter rechnete man ständig damit, dass Jesus wiederkommen sollte - zum Beispiel vor dem Jahr 1000, aber auch noch zu Luthers Zeiten. Luther selbst erwartete soweit ich weiß die Wiederkunft Jesu und das jüngste Gericht noch zu seinen Lebzeiten.

Es hat eigentlich zu allen Zeiten seit Jesus Leute gegeben, die erwarteten, er würde sehr bald zurückkehren.

Kommentar von Gronkor ,

Du kannst ja mal Begriffe wie "Endzeiterwartung", "Parusieerwartung" oder "Naherwartung" in die Suchmaschine eingeben. Da sollte sich Einiges finden lassen.

Antwort
von Klaraaha, 32

Nein, das sind nur Splittergruppen die das denken. Die Mehrheit der Christen denkt jedenfalls nicht so. Der Schreiber war Johannes von Patmos(nicht der Evangelist) und der meinte damit die damalige Zeit und die damals nahe Zukunft. Das haben die Endzeitsekten aber verpaßt, weil es sie damals noch nicht gab.

Antwort
von KaeteK, 31

Hier ein ausgezeichnet er Vortrag von Roger Liebi

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