Herzogin am 04.12.2007 um 19:10 Uhr
Es gibt Plattformen für Schüler auf denen diese ihre Lehrer beurteilen können und Noten abgeben, die dann öffentlich im Netz stehen. Die Lehrer sind dabei namentlich erkennbar. Denkt ihr, dass das eine gute Sache ist, oder ist das Mobbing, wenn die Beurteilung zu schlecht ausfällt?

Na, man sollte doch froh über jede Beschwerde und Reklamation sein. Wie sollen sich Lehrer sonst verbessern können? Das Schlimmste wäre doch, wenn der Schüler (oder ein Kunde) einfach wegbleibt, ohne etwas zu sagen. Dann weiß man doch nicht einmal, was verbesserungswürdig ist. Ich glaube, wer das nicht versteht, hat den Sinn solcher Plattformen (und der Gerichts-Entscheidung) nicht verstanden.
Gib doch mal öffentlich eine Beurteilung Deines Chefs ab...!
Ist doch auch ok, oder ?

absolut OK, hat ja auch der oberste Gerichtshof entschieden.

Ich find die Sache trotz gewisser Rechtsbedenken gut.
Lehrer sind genau solche Menschen wie Du und ich.
Um sich zu entwickeln brauchen die also genau wie Wir auch einen gewissen Feedback. Da nicht jeder Schüler sich traut einem Lehrer ein persönliches (evtl negatives) Feedback zu geben, sind derartige Kritikplattformen doch eine gute Sache.
Im Studium, wo ein Student ja die Möglichkeit hat, einen Professor für seine Diplomarbeit o.ä auszusuchen ist es sogar vom großen Vorteil für beide Seiten.
Aber Mobbing ist es auf keinen Fall solang eine konstruktive Kritik im Spiel ist

Juristisch ist das nach einer höchstrichterlichen Entscheidung zulässig.
Gleichwohl halte ich das für fragwürdig; ich habe allerdings bisher die Entscheidungsgründe nicht gelesen und halte mich daher mit Kollegenschelte zurück.
In einer niedersächischen Stadt haben Direktor und einige Lehrer es geschafft, sich hoch zu voten. Dabei hatten sie einen "Heidenspaß"(war auch in den Medien). Meiner Meinung nach so oder so; nicht okay!

Es bringt keine wirkliche Verbesserung. Die Leute welcher Berufssparte verändern Ihren Charakter dadurch nicht. Sie verstellen sich nur noch mehr. Was soll ich da scheinbare "Idioten" damit quälen oder Leute nach Sexeapeal beurteilen. Ich sehe doch so schon wer welche Probleme mit sich rumschleppt. Und Sexeapeal haben manche, andere nicht. Man reizt sich nur unnötig.

Ich finde es okay. Warum sollen nicht auch mal die Lehrer benotet werden, auch wenn es ihnen manchmal unangenehm ist. Sie sollten lieber, wie jeder Schüler, darüber nachdenken, was wohl verbesserungswürdig sein könnte.

ich glaub wenn man selber lehrer is und man wird schlecht bewertet und über ihn wird nur schlechtes geschrieben dann könnte er/sie das schon als mobbing empfinden. viele schüler benutzen solche seiten vielleicht auch um frust abzulassen
Ich war bis letzten Monat mit 1,8 bewertet. Dann gab ich einige Arbeiten in Klassen zurück und die Schüler erfuhren ihre Zeugnisnoten. Plötzlich wurde ich - derselbe Mensch, derselbe Unterricht - mit 3,3 bewertet. Noch Fragen nach dem Sinn solcher Portale?