Copyright Anspruch auf von mir erstellte Inhalte legen (Youtube)?

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1 Antwort

Inhalte an sich sind keine geschützten Werke im Sinne von UrhG § 2, sondern "nur persönliche geistige Schöpfungen" wie Textwerke, Filmwerke oder Lichtbildwerke.

Aber auch eine schöpferische Auswahl und Zusammenstellung von Inhalten kann ein geschütztes Werk darstellen, s. UrhG § 4 Sammelwerke und Datenbankwerke:

"(1) Sammlungen von Werken, Daten oder anderen unabhängigen Elementen, die aufgrund der Auswahl oder Anordnung der Elemente eine persönliche geistige Schöpfung sind (Sammelwerke), werden, unbeschadet eines an den einzelnen Elementen gegebenenfalls bestehenden Urheberrechts oder verwandten Schutzrechts, wie selbständige Werke geschützt."

Urheberrecht erwirbt der Urheber automatisch durch die Schaffung eines Werkes mit der dazu nötigen Schöpfungshöhe (s. Wikipedia). Siehe UrhG § 15: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/\_\_15.html

Die üblichen rechtlichen Mittel gegen einen Verstoß gegen UrhG § 15 sind

  • Einschreibebriefe mit Forderungen,
  • Klagen auf Unterlassung und Schadensersatz (UrhG § 97) beim Landgericht und
  • UrhG § 97a Abmahnung:

"(1) Der Verletzte soll den Verletzer vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens auf Unterlassung abmahnen und ihm Gelegenheit geben, den Streit durch Abgabe einer mit einer angemessenen Vertragsstrafe bewehrten Unterlassungsverpflichtung beizulegen.

(2) Die Abmahnung hat in klarer und verständlicher Weise (...)" (Bitte weiterlesen; http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/\_\_97a.html)

Diese rechtlichen Mittel kann man anweden

  1. sofort gegen den Hochlader eines rechtswidrigen Videos (oder schon, wenn das Hochladen nur droht)
  2. gegen den Verbreiter eines Videos (hier: YouTube), nachdem dieser zuvor über die Rechtswidrigkeit des Verbreitens des Videos informiert worden war oder dies ohnehin schon wissen musste und nichts unternommen hat (s. Telemediengesetz § 10).

Gruß aus Berlin, Gerd

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