Frage von slayerboyy, 108

Clorox sehr giftig?

Hallo, ich habe eine Frage. Ich bin gerade 15 Jahre alt und arbeite in einem Laden, wo man in Kontakt mit Clorox kommt. Also ich putze immer die Teller um sie in die Spülmaschine zu tun, und neben mir steht immer ein Eimer voller Clorox. Und obwohl ich es nichtmal anfasse muss ich oft husten, und wenn ich es anfasse brennt meine Haut (Dafür gibts aber Handschuhe). Aber trotzdem atme ich es ein und dort gibt es wie ich sehe kaum Mundschutz oder irgendwas in der Art. Da ich ja sehr jung bin, und die Chefin sowas einfach hinlegt wo ich arbeiten muss macht es sie irgendwie total unseriös. Meine Frage ist jetzt, was kann ich dagegen tun? (Schutz etc), worauf muss ich achten. Und was sollte ich meiner Chefin sagen, denn sowas geht echt nicht. Danke

Antwort
von he1lan2, 63

Bei den Inhaltsstoffen eines der unter Clorox verkauften Produkten

< 5% EDTA and salts thereof
Non ionic surfactants
D-Limonene
DMDM Hydantoin
3 Iodo-2-Proynyl Butylcarbamate
Hydroxymethyl-5,5-Dimethylhdantoin
5,5-Dimethydantoin

wäre ich schon vorsichtig. Es ist ein Produkt, über welches man fast nichts in deutscher Sprache findet, Hersteller ist US-Unternehmen.

Da ist Formaldehyd drin, wenn man da empfindlich ist.....

Wenn es ein Anderes dieser Marke ist, wirds vermutlich Chlor enthalten. Gift, vor allem für die Atemwege.

Die Frage ist, ob das in D überhaupt für Reinigung von Eßgeschirr zulässig ist.

Würde ich an deiner Stelle nicht anstehen lassen. Arzt, wenn du einen guten hast, fragen, der kann dir sicher dazu was sagen oder das Gesundheitsamt, evtl. Gewerbeaufsicht.

Kommentar von slayerboyy ,

Vielen Dank, du hast mir sehr geholfen. Die Marke ist irgendwie aus Italien, muss nachschauen.

Kommentar von he1lan2 ,

Infos zum Unternehmen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Clorox

Antwort
von KathiKeinstein, 35

In der Liste von he1lan2 finde ich weder Formaldehyd (was in der Tat hochgiftig und nichts zum Einatmen wäre) noch ein Hypochlorit - und auf der Herstellerseite von Chlorox in einer Leser-Meinung einen Hinweis darauf, dass im Bleichmittel "Clorox" von der gleichnamigen Firma neuerdings gar keine Chlorverbindungen mehr drin seien.

In he1lan2's Liste finde ich dafür 

EDTA: einen Komplexbildner, der gut wasserlöslich und nicht flüchtig ist. Der ist bezüglich des Einatmens erstmal harmlos.

"Non-ionic surfactants": Nichtionische Tenside, mit anderen Worten: Eine Art von Seife.

Limonen: ein natürlicher Bestandteil von verschiedenen ätherischen Ölen, hier wohl ein Duftstoff. Kann in grösseren Mengen die Haut reizen, aber so viel ist davon in Reinigungsmitteln eigentlich nicht drin. Wer allerdings darauf allergisch reagiert, sollte sich davon fern halten.

Hydantoin-Derivate: wirken bakterizid (gegen Bakterien), werden auch als Konservierungsmittel in Kosmetika eingesetzt; DMDM-Hydantoin setzt tatsächlich Formaldehyd frei, aber eigentlich so wenig, dass es vornehmlich den Bakterien unangenehm wird, und weniger uns. Allergische Reaktionen auf Formaldehyd kann es dennoch geben.

3 Iodo-2-Propinyl Butylcarbamat: auch als "Iodocarb" bekannt: Ein Fungizid (Mittel gegen Pilze), das in ausreichender Menge oder/und bei langem Ausgesetzt sein ziemlich giftig ist. Findet andererseits nicht nur in Holzschutzmitteln, sondern auch in Kosmetik Anwendungen. Giftigkeit ist also immer eine Frage der Dosis.

Erstaunlicherweise ist da gar nichts zum Bleichen dabei...

Fazit: Chemikalien, auch Reinigungsmittel, sollten grundsätzlich nicht offen rumstehen, schon gar nicht dort, wo Menschen arbeiten bzw. sich länger aufhalten.Auch wenn jetzt - so die gepostete Inhaltsliste stimmt (besser nochmal auf dem Behälter nachschauen!) - kein Grund für akute Panik herrscht, hat die Chefin dafür zu sorgen, dass der Behälter zumindest geschlossen bleibt, wenn nichts entnommen wird.

Inwieweit das Zeug im Lebensmittelbetrieb überhaupt etwas zu suchen hat, kann darüber hinaus eher das Gesundheitsamt, eine Gewerbeaufsicht oder eine ähnliche Fachstelle beantworten. 

Der erste Anlauf wäre aber sicher ein Gespräch mit der Chefin. Erst wenn die sich uneinsichtig zeigt, wäre eine Beschwerde an der zuständigen Stelle der nächste sinnvolle Schritt.

Kommentar von henzy71 ,

Giftigkeit ist also immer eine Frage der Dosis

Das gilt wohl generell.... bei passender Dosis ist auch Kochsalz tödlich.

Fazit: Chemikalien, auch Reinigungsmittel, sollten grundsätzlich nicht
offen rumstehen, schon gar nicht dort, wo Menschen arbeiten bzw. sich länger aufhalten.Auch wenn jetzt - so die gepostete Inhaltsliste stimmt (besser nochmal auf dem Behälter nachschauen!) - kein Grund für akute Panik herrscht, hat die Chefin dafür zu sorgen, dass der Behälter zumindest geschlossen bleibt, wenn nichts entnommen wird.

Auch das gilt generell. ABER in diesem Fall fließt mit ein, dass der Arbeitnehmer erst 15 Jahre alt ist. Da greift das Jugendarbeitsschutzgesetz. Man kann Jugendliche nicht frei mit irgendwelchen Chemikalien hantieren lassen.....

Antwort
von Mike074, 38

Hypochlorit setzt inmer kleine Mengen an Chlorgas frei, das extrem giftig ist. Auch die Lösung ist sehr gefährlich, vor Allem besteht Erblindungsgefahr, wenn Spritzer in  die Augen gelangen. Unbedingt Gummihandschuhe bei der Arbeit tragen und nur in gut belüfteter Umgebung arbeiten.

Kommentar von slayerboyy ,

Dort ist es stickig wie die Hölle. Andere Möglichkeiten?

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 28

Dein Arbeitsplatz ist höchst gesundheitsgefährdend.Wende dich umgehend an die zuständige gesetzliche Unfallversicherung(Berufsgenossenschaft) , an das Gewerbeaufsichtsamt und das örtliche Gesundheitsamt.


Antwort
von henzy71, 25

Ich nehme alles was du hier schreibst sehr ernst!! Du bist 15!!! Das Clorox hat da, wo du bist, nichts zu suchen!! Nenn mir den Betrieb und ich schicke deiner Chefin die Gewerbeaufsicht auf den Hals!!! Da gibt es kein "wenn" und kein "aber". Wenn du versuchen würdest, deine Gesundheit mit Alkohol oder Zigaretten zu ruinieren, dann bekommst du das nicht - und zwar aus gutem Grund, aber lustig Clorox den ganzen lieben Tag einatmen - kein Problem, oder wie? Nee du, nochmals: das Clorox hat da in deinen Händen nichts zu suchen - einfach aufgrund deines Alters.

Gruß

Henzy

Kommentar von Gestiefelte ,

Greift da nicht sogar das Jugendarbeitsschutzgesetzt §22  Gefährliche Arbeiten im Sinne der Gefahrstoffverordnung?

Kommentar von henzy71 ,

Genau das!!!

Antwort
von Mike074, 27

Ich bin mir nicht sicher, was der Hauptinhaltsstoff von "Clorox" ist. Wenn es Natriumhypochlorit ist, was ich vermute, nützt der Mundschutz wenig.

Kommentar von slayerboyy ,

Was kann ich sonst dagegen tun?

Antwort
von he1lan2, 28

Fällt mir noch ein:
Du müßtest nachweislich in der Anwendung dieses Produktes vom Arbeitgeber geschult worden sein!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community