Frage von SonygirlXP, 16

Chronische Magenentzündung einer Freundin – Hilfe Wie kann ich ihr helfen, es sind psychosomatische Ursachen, sie will sich aber keine Ruhe gönnen?

Hallo ihr Lieben,

ich schreibe hier in dieses Forum, weil ich bezüglich einer guten Freundin mittlerweile mit meinem Latein am Ende bin.

Vor über drei Jahren hat sie einen familiären Trauerfall beklagen müssen, der sie sehr belastet und seitdem geht es ihr und vor allem ihrem Magen immer schlechter. Von Anfangs weniger Essen hat sich das mittlerweile zu fast gar nichts mehr essen entwickelt. Ihr Kreislauf ist andauernd im Keller, sie hatte auch schon Blut im Stuhl und selbst wenn sie nur Kleinigkeiten isst, hat sie ziemliche Magenkrämpfe. Sie ist nur noch Haut und Knochen und man sieht ihr ihre Mangelerscheinungen durch diese Unterernährung auch an, beispielsweise werden ihre Zähne immer schlechter.

Dazu kommt, dass sie viel raucht und viel Alkohol trinkt, trotzdem weiterhin Sport macht und sich keine Auszeiten gönnt. Sie zieht das Pech regelrecht an und hat einen Job, bei dem sie sehr viele Überstunden (ohne Bezahlung oder frei nehmen) machen muss und sich weiter zu Grunde richtet. Einen Jobwechsel will sie aber nicht machen.

Meiner Meinung nach sind das psychosomatische Symptome, ausgelöst durch den Trauerfall und durch Stress (sie hatte leider auch noch einen weiteren Trauerfall in der Familie). Die Ärzte haben bislang noch keine Diagnose erstellen können bzw. keine körperlichen Ursachen herausgefunden. Sie unternimmt überhaupt nichts, dass es ihr wieder besser geht. Keine Auszeiten, keine großen Ruhepausen. Schlafen kann sie meines Wissens auch nicht mehr wirklich gut, sie ist immer sehr früh wach. Wenn man sie darauf anspricht, reagiert sie aggressiv und verlässt den Raum. Sie hat noch nie sonderlich auf ihren Körper gehört und sich Pausen gegönnt.

Nun meine Frage: Wie kann ich ihr helfen? Gibt es einen Trick, wie ich das Ganze behutsam ansprechen kann? Hat jemand so etwas ähnliches schon mal erlebt? Wie gesagt, es machen sich viele Freunde große Sorgen um sie, es ist aber unmöglich, mit ihr darüber zu reden, da sie immer gleich aggressiv reagiert.

Ich hoffe auf gute Tipps. Viele Grüße

Antwort
von Prinzessle, 7

Das ist natürlich sehr schwierig wenn sie kein Musikgehör für dieses Thema hat.

Aber Du könntest sie vielleicht regelmässig zum Essen bei Dir einladen und versuchen möglichst gut verdauliche Nahrung zu bereiten.

Oder schenke ihr eine Schnupperstunde in einem Yogakurs, vielleicht kommt sie so wieder etwas in die innere Balance, denn ich denke schon, dass Du mit Deiner Vermutung richtig liegst, was die Ursache ihrer Beschwerden anbelangt.

Vermeide vorläufig das Thema nochmals anzusprechen sondern versuche sie Aktiv in einen etwas ruhigeren Lebensstil zu begleiten. Denn viel mehr kannst Du vermutlich nicht für sie tun.

Ich kann erahnen wie furchtbar dies für Dich sein muss, zu zusehen welchen Raubbau sie mit ihrem Körper betreibt. Also viel Glück und eine gute Besserung für Deine Freundin wünsche ich Dir.

Antwort
von Pauli1910, 4

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als Geschwüre von Magen oder Zwölffingerdarm als "Stress-Erkrankungen" oder "Manager-Krankheiten" verkauft wurden. Aus heutiger Sicht war das eine absolute Fehleinschätzung! Und Hunderttausende von Patienten mussten damals absurde Behandlungen über sich ergehen lassen. Bis klar wurde, dass eine Infektionskrankheit (durch Helicobacter pylori) Ursache war, die sich recht gut behandeln lässt.

Viele der geschildeten Beschwerden deuten auf eine Erkrankung hin, die offenbar noch nicht korrekt erkannt worden ist ("Blut im Stuhl", Abmagerung, Magenkrämpfe, Schlafstörungen, Zahnschäden). Wobei "Erkrankung" auch aus der Sicht der meisten Ärzte nur selten "rein körperlich" ist. Sondern alle Bereiche des Menschseins betrifft - Körper, Seele und Geist.

Der Mangel einer klaren Diagnose sollte - vor allen auch noch so liebevoll und gut gemeinten Ratschläge - als erstes behoben werden. Zum Beispiel mit Hilfe von erfahrenen Fachärzten für Innere Medizin (Internist) oder Fachärzten für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologen). Gerne auch an einer Poliklinik der nächst gelegenen Universitätsklinik!

Empfehlenswert ist auch - nach Labor-Überprüfung von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen für die Gesundheit wichtigen "Vitalstoffen" im Blut - eine einfühlsame Beratung durch eine qualifizierte Ernährungsberaterin.

Ist dann klar, was eigentlich los ist, kann die freundschaftliche und liebevolle Sorge von Freunden und Bekannten überhaupt erst zu wirksamen, gesundheitlich sinnvollen Konsequenzen führen. Wobei die zugewandte, fürorgliche Begleitung, die schon erwähnt wurde, sicher sehr bedeutsam ist!

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