Frage von 0IlllllIlllll0, 80

Christlicher Glaube damit vereinbar?

Ich habe ein Problem. Ich habe mich vor längerer Zeit wieder zum christlichen Glauben bekannt, (bin getauft, hatte aber eigentlich nichts damit am Hut) und bin damit eigentlich ganz zufrieden. Das Problem an der Sache ist jedoch, das ich es nicht mag, mich mit Menschen einem Ort zu versammeln. Ich scheue die Gemeinschaft, was ein Teil meiner Persönlichkeit ist. Ich verbringe meine Zeit einfach nicht wirklich gern mit Menschen, die ich nicht( so gut) kenne.

Das das aber ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens ist, und mir durchaus bewusst. Dennoch schaffte ich es nicht, bei Gottesdiensten, oder einfach so in der Kirche zu erscheinen. (Nein ich habe keine Sozialphobie o.ä)

Nun ist die Frage ob das mit dem Glauben an sich vereinbar ist, und ich den Weg Jesu auch gehen kann, ohne diese Dinge, oder ob es sein kann, das das Christentum einfach nicht meine Religion ist bzw. nicht zu mir passt. Es gibt nämlich sehr viele Stimmen, die sagen das der Glaube ohne Gemeinschaft nicht funktioniert, bzw. im Christentum nicht weiter verfolgbar oder sinnvoll wäre.

Bitte nur Antworten von Personen, die in der Lage sind mein Problem Ernst zu nehmen. Ich habe keinerlei Interesse daran, darüber zu diskutieren, ob Religion sinnvoll, eine Erfindung von Machtgierigen Geiern, oder schlicht Gehirnwäsche ist. Ich würde lediglich um Ernst gemeinte Ratschläge bitten, die meine Frage auch beantworten.

Antwort
von Teifi, 30

Einige Gedanken zu deinem Text:

Die Gemeinschaft mit anderen, auch der Austausch über den Glauben mit anderen Menschen sind durchaus wichtige Aspekte, jedoch muss dies ja nicht dein Weg sein.

Es hat im christlichen Glauben schon immer Einsiedler gegeben, die sich für eine bestimmte Zeit bewusst ganz aus der Gemeinschaft mit anderen zurückgezogen haben. Das ist nun das andere Extrem, aber dennoch waren das ja auch Christen.

Christ sein und als Christ leben heißt doch, ich glaube an einen Gott, der mich lieb hat, dem ich vertrauen kann und dessen Sohn mir ein Beispiel gab, wie ich mit anderen Menschen umgehen sollte. Es ist nicht davon die Rede, regelmäßig Gottesdienste zu besuchen (auch wenn das nicht schaden kann...)

Du bist ja kein Menschenhasser, auch wenn du das Miteinander mit vielen halbwegs Fremden nicht magst.

Geh deinen Weg weiter. Es muss ja nicht immer derselbe sein. Vielleicht hast du in einem Jahr mehr Lust und Offenheit für andere. Lass dir Zeit dabei.

Eventuell wäre auch eine Art Hauskreis mit Menschen, die du gut kennst, das Richtige für dich. Eine Andacht, gemeinsam singen, nachdenken und sich austauschen über den Glauben - aber alles in einem kleinen überschaubaren Rahmen.

Antwort
von TheHeckler, 32

Ich kann dich gut verstehen. Ich bekenne mich auch zum Christentum aber ich bekenne mich nicht zur einer Kirche. Weder der katholischen, der evangelischen etc...

Ich selbst trenne für mich sehr stark zwischen dem Glauben und dem "organisierten Glauben" in einer Kirche.

Deine Handlungen die du aus deinem Glauben heraus vornimmst definieren dich, nicht deine Mitgliedschaft in einem, um es mal salopp zusagen, Verein!

Antwort
von LilliSun, 29

Hello :)

gleich vorweg ich bin weder ein Christ noch ein Antichrist und ich bin auch nicht kirchlich, aber ich verstehe deine Situation. Ist es bei dir nur eine Phase das du nicht unter Leute möchtest oder bist das einfach du ? Vielleicht solltest du versuchen auf die Menschen einzugehen und neue Bekanntschaften zuzulassen, manchmal hilft dass sogar einem. :) sollte das allerdings keine Phase sein dann solltest du dir die Frage stellen ob du wirklich dort hineinpasst. Versuch die Menschen dort besser kennen zulernen um dich besser mit ihnen verstehen zu können. Dann sind sie dir ein bisschen weniger fremd. 

Ich wünsche dir viel Glück auf deinem weiterem Weg und hoffe ich konnte dir helfen :) 

Antwort
von Bodesurry, 8

Ja, klar, Christlicher Glaube ist mit deiner Haltung vereinbar.

Richtige Gemeinschaft unter Christen kann viel bringen. Man sollte sich dort offen, nicht nur über Glaubensinhalte, austauschen können. Man kann in schweren Zeiten andere Menschen tragen und sollte in vergleichbaren Situationen getragen werden. 

Leider besteht an vielen Orten diese Gemeinschaft nur aus dem gemeinsamen Gottesdienstbesuch. Vielleicht wenn es hoch kommt noch aus einem gemütlichen Beisammensein danach. Schon mehr bringen Hauskreise. Unser Hauskreis trifft sich etwa alle drei Wochen. 

Gerade für introvertierte Leute, die die ganze Woche arbeiten oder in der Schule sitzen, kann ein Wochenende oder ein Sonntag in einer größeren  Gruppe zu viel sein. Hier gibt es die gute Alternative mit dem Fernsehgottesdienst.  

Antwort
von ASBAS, 11

Es ist eigentlich schon besser wenn du da mit macht. 

Ich war var vor kurzem auch so, aber warum betest du nicht oder redest mit den Leuten darüber. 

Du kannst Gott gut alleine loben, es wird aber ermutigt mit Menschen zu sein, weil wenn du mal ein bisschen auf den falschen Weg gehst und du merkst es nicht, können sie dir es sagen. 

Versuch doch am Anfang mit einer Person aus zu kommen und bete mit der Person darüber. 

Ich hoffe ich habe dir geholfen!

Antwort
von LeCux, 41

Wenn Du glaubst, dann glaubst Du. Ob du dafür in die Kirche gehst oder das mit dir selbst regelt sollte Gott gleichgültig sein. Der Gedanke an ihn zählt und nicht das "Äußere".

Antwort
von chrisbyrd, 4

Man kann auch allein die Bibel lesen, Predigten hören (z. B. auf sermon-online .de), christliche Literatur lesen, Hilfswerke unterstützen, mit Gott im Gebet sprechen usw.

Gemeinschaft mit anderen Christen hat aber die Vorteile der gegenseitigen Ermutigung, Stützung und des Austauschs.

Deine Gedanken kann ich schon irgendwie gut verstehen. Auch ich habe mich nach Gottesdiensten in verschiedenen Gemeinden etwas verloren und nicht besonders wohlgefühlt. Zeitweise habe ich mir TV-Gottesdienste angehört und die oben aufgeführten Dinge gemacht, ohne in eine Gemeinde zu gehen. Ich gehe jetzt in eine Freikirche und besuche einen Hauskreis. Besonders der Hauskreis gefällt mir sehr gut, da die Beziehungen untereinander und der gegeneseitige Austausch wesentlich größer sind als in der Gemeinde, wo nach dem Gottesdienst so viele Menschen sind.

Vielleicht wäre ein Hauskreis für dich eine interessante Alternative. Oder auch eine kleine christliche Gemeinde, in der nette, freundliche Menschen sind, die neue Besucher offen aufnehmen.

Vielleicht kann es dir helfen, in der Bibel zu lesen und Gott im Gebet zu bitten, dass er dir hilft und zeigt, welchen Weg du gehen sollst. Dabei solltest du dich nicht unter Druck setzen (oder setzen lassen) und dir Zeit lassen. Wichtiger als die Gemeinschaft mit anderen Christen ist die Gemeinschaft mit Gott und der Glaube an seine Verheißungen (Sündenvergebung, ewiges Leben, dass wir Gottes Kinder und damit seine Erben sein dürfen usw.).

Antwort
von NewKemroy, 11

Die ersten Eremiten waren die im 3. Jahrhundert lebenden Wüstenväter. Sie verstanden sich als radikale Nachfolger Christi ..... so zu lesen unter:

https://de.wikipedia.org/wiki/Einsiedler

Ebenso gibt es sicherlich auch christliche Kostergemeinschaften, wo die Mönche häufig getrennt und alleine in Stille verweilen. Also ich sehe da keinen Widerspruch.

Antwort
von comhb3mpqy, 2

Bleib auf jeden Fall Christ.

Antwort
von Luuke777, 25

Hey,

Christentum und Gemeinschaft ist unlösbar. 

Aber welche Art von Gemeinschaft gibt es im Christentum? Gemeinschaft mit Menschen und Gemeinschaft mit Gott. Gemeinschaft mit Menschen fällt dir schwer? Macht nichts. Das wird Gott nicht daran hindern mit dir Gemeinschaft haben zu wollen.

Außerdem kann es ja auch sein, das der Glaube dich verändert. Ich kenne viele, die absolut nichts mit Gemeinschaft anfangen konnten, aber durch den christlichen Glauben derart verändert wurden, dass sie jetzt total gerne Gemeinschaft haben. 

Aber erstmal ist wichtig: Im christlichen Glauben musst du nichts leisten. Gott gibt seinen Sohn, damit du frei vom "Leisten" bist. Du musst also auch keine Gemeinschaft haben. 

Es sind Sekten, die Gemeinschaft besonders hochstellen und die Gemeinschaft über den Glauben. Es geht im Christentum aber ja um eine Beziehung zu Gott, dafür wird keine Gemeinschaft unbedingt benötigt, auch wenn diese hilfreich ist.

Lg! Be blessed!

Kommentar von TheHeckler ,

Schöne Antwort - gefällt mir :-)

Kommentar von Teifi ,

Das finde ich auch!

Antwort
von DukeSWT, 25

Glauben ohne Gemeinschaft ist unbiblisch. Denn alleine fällt man meistens in bestimmte Muster zurück, aber Gemeinschaft mit Christen gibt Mut, Geborgenheit und ist von Gott gewollt; immerhin leben wir in der Gemeinschaft mit Gott im Himmel. Und Christentum ohne Gottesdienst bzw. Gebet ist wie Atheismus ohne Urknalltheorie.

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