Frage von eyrehead2016, 81

Christlich werden auch ohne Kirche?

Hi alle zusammen. Ich bin 16 und ein Mädchen. In den letzten Monaten habe ich viel zu Gott gebetet und es hat mir geholfen und ich hatte das Gefühl, dass er meine Gebete erhört hat. Ich bin aber nicht getauft und hatte auch keine Konfirmation. Viele Christliche haben ja eine goldene Kreuzkette. Meine Frage ist, ob man auch ohne all das sagen kann, dass man christlich ist und weiter beten kann und so?

Antwort
von Anthropos, 16

Ich frage mich, ob du wirklich Christ bist, oder ob du nur deine eigene Religion zusammenstellst, die halt eben große Teile des Christentums beinhaltet. Du greifst dir Elemente aus dem Christentum heraus und bildest deine eigene Religion. Das nennt sich aus christlicher Perspektive Häresie (ἁιρέομαι=auswählen). Aber reicht zu Gott beten wirklich aus, um Christ zu sein? Ist es wirklich so einfach? Einfach ein paar Gebete? Nein. Christsein geht nur in der Geminschaft. Wenn du Christus wirklich nachfolgen willst, dann musst du ihm nachfolgen wie er es will. Und er verlangt Nachfolge in der Gemeinschaft. Das Gebet ist nur ein Teil davon. Die Versammlung (gr. έκκλεσια Ekklesia) gehört auch dazu. Und der Eintritt in diese Gemeinschaft von Christen geht eben durch die Taufe. Durch die Taufe wird unser Herz zu einer Wohnstätte des Heiligen Geistes. Wir erhalten die heiligmachende Gnade durch die wir Anteil an Christus erhalten. Und dann leben wir in der Kirche, der Gemeinschaft von Sündern, die auf Erlösung hoffen. Zweifellos ist Jesus unter anderem gekommen, um eine Gemeinschaft zu gründen die Kirche. Er hat für seine Kirche gesorgt. Er hat einen Nachfolger für sich bestimmt. Warum sollte man also nicht dieser Gemeinschaft angehören? Früher war das überhaupt keine Frage. Man gehörte dieser Gemeinschaft an, um zusammenzukommen, heilige Eucharistie zu feiern und, um Christus zu loben. Man verrichtete Dienst an den Armen und Kranken. Warum sollte es heute anders sein? Warum sollte man ohne Kirche Christ sein können? Diese Kirche bewahrt seit 2000 Jahren das Erbe Christi. Warum sollte ich nicht daran Anteil haben wollen? Wirkliches Christsein und Kirche sind untrennbar miteinander verbunden.

Kommentar von Bolonese ,

Najaa, bis auf das mit "KIRCHE" die kannst du vergessen. Die Kirche ist heruntertgekommen, das sit nicht das was Jesus sich vorgestellt hat. Ich lese die Bibel aber mit Kirche als Verein, Institution will ich nichts mehr zu tun haben. Christ sein im sinne von Jesus nachfolgen, JA, Christentum (Kirche) NEIN.

Kommentar von Anthropos ,

Woher willst du denn wissen, was Jesus gewollt hat und was nicht? Hast du vor 2000 Jahren gelebt? Die Kirche gab es sehr wohl vor 2000 Jahren. Und wie könntest du ohne die Kirche die Bibel lesen? Ohne Kirche gäbe es keine Bibel. Es gäbe weder Evangelien noch Paulusbriefe. Es gäbe keinen Bibelkanon. Die Kirche erhebt seit 2000 Jahren schon den Anspruch, dass sie die Bibel auslegt. Man sieht ja, was kirchenferne Bibelauslegung mit der Exegese angestellt hat. (Unter anderem auch die Aussage, Jesus hätte keine Kirche gewollt.) Wie willst du denn Jesus nachfolgen, wenn nicht in einer Gemeinschaft, der Gemeinschaft, die auf Jesus zurückgeht. 

Kommentar von RonnyFunk ,

"Woher willst du denn wissen, was Jesus gewollt hat und was nicht? Hast du vor 2000 Jahren gelebt?"

Muss man das? Reicht es nicht, dass es schriftliche Aufzeichnungen gibt?

"Die Kirche gab es sehr wohl vor 2000 Jahren."

Nanü, hatte Jesus sie schon im Alter von 16 Jahren gegründet?

"Und wie könntest du ohne die Kirche die Bibel lesen? Ohne Kirche gäbe es keine Bibel."

Ohne Christen gäbe es keine Bibel.

"Die Kirche erhebt seit 2000 Jahren schon den Anspruch, dass sie die Bibel auslegt."

Äh, Christen legen die Bibel aus.

"Wie willst du denn Jesus nachfolgen, wenn nicht in einer Gemeinschaft, der Gemeinschaft, die auf Jesus zurückgeht."

Aber es muss nicht zwingend eine Kirche sein, sondern nur eine Gemeinschaft von Christen. 

Kommentar von Anthropos ,

Nein, die Kirche wurde an Pfingsten gegründet, also ist sie nicht ganz 2000 Jahre alt. Pfingsten war vermutlich 33 n. Chr. 

Natürlich gäbe es ohne Christen keine Bibel. Allerdings waren diese Chrsiten alle in der Kirche. Die Kirche bewahrt die Bibel und die Lehre Christi unverfälscht. Das kann man ja wohl von diesen ganzen christlichen Gruppierungen nicht behaupten. Jeder evangelische Pastor behauptet doch etwas anderes, was Jesus gesagt habe. In der Kirche hingegen gibt es eine einheitliche Lehre, die seit fast 2000 Jahren vor Änderung bewahrt wird. Nicht umsonst heißt es in jeder Messe: "und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde."  Kamen nicht in Nizäa Bischöfe, um den Bibelkanon endgültig festzulegen? Natürlich waren das Christen. Aber es waren eben wichtige Leute der Kirche, nicht irgendeiner kleinen Gruppe von Christusfans. Somit bleibe ich bei meinem Standpunkt: ohne Kirche gäbe es keine Bibel.

Der Heilige Geist legt die Bibel aus, nicht Christen. Man sieht ja, was in der Moderne und Postmoderne alles von Christen mit der Bibel gemacht wurde. Es steht ja nach Meinung vieler Exegeten nicht einmal in der Bibel, dass Jesus eine Kirche gegründet hat, gestorben, oder auferstanden ist. 

Nun ja, das paulinische Gemeindemodell zeigt eben nicht einfach nur eine Gemeinschaft von Christen, wie sie heute von vielen freikirchlichen Gruppierungen verstanden wird. Sie zeigt eben, dass es schon eine kirchliche Hierarchie gab, woraus sich das heutige Modell entwickelte. Petrus hatte eben schon eine wichtige Stellung unter den Aposteln. Die Apostel haben Gemeinden gegründet und dort Bischöfe eingesetzt, die die Apostel vertreten haben. Die Bischöfe hatten Presbyter und Diakone. Dort wurde die heilige Messe gefeiert. Man hat sich nicht einfach zum Schrumm-Schrumm auf der Gitarre getroffen. Bei Paulus gehörten alle Gemeinden diesem Modell an. Er warnt schon vor Abspaltung. 

"Wer glaubt und sich taufen lässt, wird selig werden." (Mt 16,16)

Aber woher soll ich denn einfach so aus dem Bauch heraus wissen, was ich glauben soll? Wer gibt diesen Glauben weiter? Das waren natürlich die Apostel und die Nachfolger der Apostel die Bischöfe.

Wer euch hört, der hört mich, wer euch verachtet, der verachtet mich.

Ist das nicht eindeutig? Wer die Apostel (Bischöfe) verachtet, der verachtet Jesus.

Wer die Kirche (ἐκκλησια) nicht hört, der sei dir wie ein Heide oder öffentlicher Sünder. (Mt 18,17)

Reicht es also wirklich aus, sich von allem Kirchlichen abzuspalten und einfach so eine Gemeinschaft zu bilen? Kann ein Mensch überhaupt eine Kirche gründen? Erhebt man nicht eher den Anspruch der Gottgleichheit, wenn man eine weitere Freikirche gründet? Petrus, bzw. dem Papst wurde das Erbe Christi gegeben, nicht irgendwelchen Menschen heutzutage, die diesen Anspruch erheben, um sich vor der Kirche zu drücken. Die Väter waren sich einig:

Wo Petrus, da ist die Kirche, und wo die Kirche, da ist Christus.

Antwort
von JTKirk2000, 10

Man muss nicht einer Kirche angehören, um an Christus zu glauben, seinem Vorbild zu folgen und nach entsprechenden Werten zu leben. Im Gegenteil sieht es oft eher so aus, dass viele, die einer Kirche auf dem Papier angehören allenfalls sonntags die Kirche besuchen, selbst aber nicht wirklich danach leben, was laut der Bibel Jesus gelehrt und vertreten hat. Dennoch kann eine Kirche durchaus Stärke im Glauben durch Gemeinschaft bieten, aber man sollte sich nicht irgendeiner anschließen, sondern einer solchen, die nach eigenem Verständnis, sofern die christliche Lehre für die betreffende Person relevant ist, in ihrer Kirchenlehre mit dem eigenen Verständnis von der Lehre Jesu in der Bibel in möglichst allem übereinstimmt.

Auch wenn man nicht einer Kirche angehören muss, so gibt es doch eine recht interessante Aussage Jesu in der Bibel. (Sofern man in der Lage ist, Verantwortung zu tragen, also Recht von Unrecht zu unterscheiden {vgl. Matthäus 18,3 und 19,14}) ist es erforderlich, dass man sich taufen lässt, denn nur dann kann man mit eben dieser Verantwortlichkeit nach dem Tod in die Gegenwart Gottes gelangen (vgl. Johannes 3,5).

Kommentar von RonnyFunk ,

"Man muss nicht einer Kirche angehören, um an Christus zu glauben, seinem Vorbild zu folgen und nach entsprechenden Werten zu leben."

Aber dennoch Gemeinschaft mit anderen Christen. Die Bibel kennt keine "Einzelkämpfer"...

Kommentar von JTKirk2000 ,

Die Gemeinschaft mit anderen Christen ist aber nicht nur in einer Kirche möglich. Und abgesehen davon brauche ich, um an Gott glauben zu können, oder auch "nur" um Inspirationen durch den Heiligen Geist zu bekommen, die Gemeinschaft mit anderen Christen. Auch beten kann man allein. In der Bibel heißt es ja bereits, dass man nicht an den Straßenecken laut beten soll, wie es die Heuchler tun, damit sie von anderen gehört werden, sondern dass man allein zuhause beten soll. Demnach kann man also auch an Gott glauben und im Gebet zu ihm sprechen, wenn man nicht in einer Gemeinschaft mit anderen Christen ist.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Weil Du die Passage zitiert hast, wo es um Christus als Vorbild und um entsprechende Werte geht, so möchte ich hinzufügen, dass auch die entsprechende Lebensweise nicht nur in der Gemeinschaft mit anderen Christen gepflegt werden sollte, sondern man ebenfalls dann christlichen Werten folgen sollte, sofern man sich als Christen sieht, wenn man allein oder in Gegenwart von anderen die Woche durchlebt - also nicht nur am Sonntag christlich sein.

Antwort
von Bolonese, 13

Mann muss nur glauben und sich taufen lassen, dann ist man Christ, das reicht. Man ist es nicht wenn man in die Kirche geht aber villeicht an nichts glaubt. Bete weiter und danke Gott immer auch für alles denn wir sollen auch danken und versuch dich an die Gebote zu halten, sehr wichtig. Ich rate dir, lass dich taufen, aber bitte so wie es sich gehört, also ganz traditionell wie früher mit untertauchen, taufspruch..das reicht vollkommen, da brauchst du kein Priester dazu, da reicht ein Bruder, Freund, Mutter....Wichtig wäre einfach das der/die auch gläubig ist :)

Antwort
von asta311, 27

klar kannst du, wenn es dir gut tut, mach es einfach, für einen Glauben braucht man keine Institution

Kommentar von lp640 ,

So ist es!

An die Fragestellerin: Solltest du es dennoch schwarz-auf-weiß brauchen, kannst du dich übrigens jederzeit noch taufen lassen.

Antwort
von nowka20, 17

christ zu sein bedeutet, daß man die aufgabe der liebe in der welt erkannt hat.

Antwort
von Feelox, 40

Klar, es zählt der Glaube und nicht das Außenrum

Antwort
von fricktorel, 11

Als "Kind Gottes" brauchst du keine "Kirche", denn die "Gemeinde Gottes" (Apg.9,31) ist die "Kirche" unseres ewigen Schöpfers (gr.: Eclesia=Kirche).

Allerdings gibt es eine "Weltkirche", die den "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) repräsentiert.

Diese wird sich erheben (Mt.24,11) und behaupten, sie vertrete unseren ewigen Vater (2.Kor.4,4).

Doch der Sohn Gottes wird diesen "Satan" einsperren (Offb.20,2).

Antwort
von Klassen5, 25

Mach weiter so. Und wahre christen tragen auch keine kette.

Kommentar von eyrehead2016 ,

Und warum nicht? Hat die Kette eine Bedeutung?

Kommentar von asta311 ,

für jeden eine andere, aber ist ein sichtbares zeichen nötig?

Kommentar von Klassen5 ,

habe mal ein Buch gelesen, wo man schreibt, wer hier eine kette trägt, wird später in der hölle eine schlange um den Hals haben.

Kommentar von Walum ,

Die Hölle ist eine katholische Erfindung, keine christliche.

Kommentar von Klassen5 ,

nein

Kommentar von Klassen5 ,

die ist aber in der bibel der Christen auch erwähnt. also doch christlich.

Antwort
von Sturmwolke, 16

Guckst Du hier

https://www.gutefrage.net/frage/ab-wann-ist-man-christ#answer-10475687

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