Frage von Silberbrownie56, 33

Chemotherapy, Palliativmedizin, kommt für euch so etwas in frage?

Das Thema beschäftigt mich schon länger. Als ich mal wegen plastischer Chirurgie im Krankenhaus war, konnte man bei den meisten sofort erkennen, wer gerade Chemotherapy bekommt. Und mit dem Palliativmedizin habe ich mich auch schon auseinander gesetzt und für mich selbst die Entscheidung getroffen, wenn ich mal Krebs oder Tumor haben sollte, werde ICH weder von Chemotherapy noch von Palliativmedizin Gebrauch machen. Ich meine, ich weiß das ich sterben werde. Wieso noch mein Körper mit Chemotherapy zusätzlich schädigen? Es vernichtet nicht nur die Krebs und Tumorzellen, sondern ALLE Zellen die im Körper vorhanden sind. Und selbst wenn der Krebs dadurch besiegt wurde, die gesunden Zellen sind ebenfalls weg und bestenfalls lebt man dann noch 5 bis zum 10 Jahre. So lange würde man aber auch MIT dem Krebs noch leben können. Und Palliativmedizin,... wieso? Da lebe ich lieber Zuhause mit meiner Familie weiter ohne ständig daran erinnert werden zu müssen. Meine Familie würde nichts davon erfahren (die könnten mir eh nicht helfen und würde die Zeit wo ich noch da bin schlimmer machen) und lebe normal weiter.

Wie steht ihr zu der Sache? Würde euch so etwas wie Chemothetapy oder Palliativmedizin in den Sinn kommen?

Für mich auf keinen Fall.

Antwort
von nillenalle, 17

Hi,

eine Chemotherapie kann durchaus heilen, auch bei geringer Heilungschance. Von daher würde ich auf jeden Fall eine Chemotherapie ausprobieren, die zwar - wie du richtig gesagt hast - den Körper schwächt und z.B. außer den Krebszellen auch die Leukozyten oder unsere Haarzellen abtötet, zweitere und drittere bilden sich aber nach. Man kann mit einer Chemotherapie, vorausgesetzt die Krebszellen sind abgetötet, also durchaus so alt werden, wie jemand, der kein Krebs hatte.

Zu der Palliativmedizin: du kannst Krebs nicht verheimlichen. Es ist ein langer, grausamer Tod - ich kenne jemanden, der an Krebs gestorben ist und sie konnte sich zum Schluss nicht einmal richtig bewegen und hatte brutale Schmerzen. Das ist natürlich auch eine Belastung für die Familie, da sie dir langsam beim Sterben zugucken müssen. Ich weiß nicht, wie ich in Wirklichkeit handeln würde, aber so wie es momentan ist, wäre es mir lieber in die Palliativ oder ins Hospiz zu kommen, weil die Erfahrung mit so etwas haben. Sie wissen, wie sie die Familie unterstützen müssen und wie sie dir den Tod leichter machen können (ohne Schmerzen etc).

Wenn ich austherapiert wäre (d.h. keine Heilungschance bestünde), wäre ich auch für Sterbehilfe, die aber in Deutschland leider soweit ich weiß noch verboten ist.

Kommentar von Silberbrownie56 ,

Sterbehilfe? Ich würde unter keinen Umständen, NIEMALS! das Ja für den Tod eines Angehörigen (der nicht mehr imstande ist selbst zu antworten) geben. Verteufeln tu ich das nicht. Aber ich könnte es niemals mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich WILL die nicht gehen lassen. Könnte ich nicht mehr.

Kommentar von nillenalle ,

Nein, ich könnte auch für niemand anderen sagen, dass bei ihm jetzt Sterbehilfe durchgeführt werden soll. Wenn ich allerdings wüsste, dass ich persönlich vllt noch ein halbes Jahr mit viel Qualen zu leben hätte, dann würde ich für mich persönlich die Sterbehilfe vorziehen. Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, wie es dann im Ernstfall aussähe und ob ich dann nicht doch lieber die Zeit mit meiner Familie verbringen würde (und will es gar nicht wissen) :)

Antwort
von poppys, 7

So eine Entscheidung kann ich jetzt doch nicht treffen. Wenn ich mal eine Krebserkrankung bekommen sollte, dann gibt es neben Chemo ja auch noch andere Verfahren (Bestrahlungen, Hormone, Operation, Immuntherapien fallen mir da spontan ein). Es käme einfach darauf an, wie es mir körperlich geht, welche Therapie mir empfohlen wird und auch, wie alt ich bin. Wenn ich 80 bin, dann werde ich mich vermutlich anders entscheiden als jetzt.

Palliativmedizin will ich aber auf jeden Fall haben! Und ich glaube, du gehst hier davon aus, das diese nur auf Palliativstationen oder in Hospizen stattfinden kann. Das sind aber nur die wenigsten Menschen.

Palliativmedizin wendet sich an Menschen, deren Lebenserwartung durch eine fortschreitende Erkrankung eingeschränkt ist und die gleichzeitig Symptome haben, die behandelt werden sollten. Das können Schmerzen oder Atemnot sein, aber auch Übelkeit, Erbrechen, Angst, Unruhe. Im übrigen wendet sich die Palliativmedizin nicht nur an Krebskranke! Es gibt zahlreiche weitere Krankheiten, die in der Endphase palliativmedizinisch behandelt werden.

Antwort
von Nikita1839, 18

Ganz ehrlich? Nein. Ich will mein Leben genießen und nicht 5 Mal die Woche ins Krankemhaus rennen oder gar da bleiben. Deswegen befürworte ich die Sterbehilfe.

Eine Bekannte hat Gebärmutterhalskrebs und muss dauernt zur Chemo. Die pendelt nur noch von Zuhause zum Krankenhaus.

Wenn die Krankheit so "schwach" ist, dass die Chemo etc wirklich DAUERHAFT retten kann, ok. Aber bei 70% Heilungschance etc, Nein Danke. Ich könnte das nicht und will auch für mein Umfeld nicht, dass sie so deutlich sehen, wie ich langsam vor die Hunde gehe. Das ist, finde ich, schmerzvoller, als wenn man es dann ganz lässt

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