Chemir Hilfe?

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2 Antworten

Moin,

du beginnst deinen Vortrag mit den Aggregatzuständen und erstellst eine Graphik an der Tafel (oder im Handout), die zum Beispiel so aussieht, wie die auf diesem Link:

http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.chemie-im-netz.de%2Finhalte%2Fcontent%2Fimg%2Fazustaende.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.chemie-im-netz.de%2Finhalte%2Fcontent%2Faggregatzustaende.php&h=755&w=1092&tbnid=TlmE1YX-PmdwFM%3A&vet=1&docid=kB8WnZqNifKU_M&ei=PDw5WJnFAdiugAbYnoj4Cw&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=1223&page=0&start=0&ndsp=31&ved=0ahUKEwiZ0-u69cXQAhVYF8AKHVgPAr8QMwhNKBUwFQ&bih=974&biw=1920

Danach gehst du darauf ein, dass man die Aggregatzustände mit Hilfe eines Teilchenmodells veranschaulichen kann. Im festen Zustand sind die Teilchen eines Stoffes ganz dicht zusammen, brauchen deshalb wenig Platz und bewegen sich kaum (geringe Energie). Im flüssigen Zustand sind die Teilchen locker beieinander, beanspruchen deshalb etwas mehr Platz und bewegen sich ein wenig mehr (mittelmäßig viel Energie). Bei gasförmigen Stoffen sind die Stoffteilchen weit auseinander, brauchen deshalb viel Platz und bewegen sich verhältnismäßig schnell (hoher Energiegehalt).

Wenn das geklärt ist, kannst du noch auf spezielle Gase eingehen, zum Beispiel auf Luft. Luft ist ein Gasgemisch. Obwohl sie einheitlich erscheint (durchsichtig, farblos, in der Regel geruch- und geschmacklos), besteht sie in Wirklichkeit aus sehr vielen Gasen (78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, 0,9% Argon und 0,1% Spurengase wie Kohlenstoffdioxid, Wasserdampf, Wasserstoff, Helium, Neon, Krypton, Xenon, Methan, Stickoxide, Schwefeloxide, Ozon...). Wenn dir die Schülerinnen und Schüler nicht glauben, dass Luft aus so vielen Gasen zusammengesetzt ist (oder wenn du aus Gründen der Anschaulichkeit zeigen willst, dass dem so ist) kannst du nun auch noch ein paar der Gase thematisieren und dazu kleine Experimente einbauen. Zum Beispiel: Lass einen (oder alle) gegen eine Fensterscheibe im Chemieraum ausatmen. Dann beschlägt die Scheibe natürlich. Das - so erklärst du dann - ist Wasserdampf, den wir bei jedem Ausatmen in die Luft abgeben. Dann kannst du weiterhin erklären, dass Wasserdampf eigentlich "unsichtbar" ist (siehe Ausatemluft), aber wenn er kondensiert (wie an der kühleren Glasscheibe), sehen wir den typisch "nebeligen" Dampf (siehe beschlagene Fensterscheibe oder dampfender Kochtopf oder Wolken am Himmel). Auch der Nebel, den wir ausatmen, wenn es draußen kalt ist, ist kondensiertes Wasser aus dem Wasserdampf...

Dann könntest du vorher mit deiner Lehrkraft absprechen, ob du mit Hilfe von Sauerstoff aus einer Gasdruckflasche die Glimmspanprobe vorführen darfst?! Dazu füllst du Sauerstoff in ein Reagenzglas und verschließt die Öffnung mit deinem Daumen. Dann zündet ein "Assistent" oder eine "Assistentin" aus der Klasse einen Holzspan an und pustet die Flamme aus, so dass der Holzspan nur noch glüht (das nennt man auch "glimmen"). Jetzt nimmst du den Daumen von der Reagenzglasöffnung und hältst den glimmenden Holzspan in das Reagenzglas. Weil Sauerstoff die Verbrennung fördert, fängt der glimmende Span wieder an zu brennen. So weist man Sauerstoff nach!

Auch zu Kohlenstoffdioxid gibt es nette Versuche, die man zeigen könnte. Wenn du daran interessiert bist, frag noch einmal nach (sonst wird die Antwort hier noch länger).

An manchen Schulen gibt es auch Helium-Gasdruckflaschen. Damit könntest du einen Luftballon befüllen, um zu zeigen, dass Helium leichter als Luft ist und der Ballon deshalb schwebt. Manche atmen auch Helium ein. Dann spricht man kurzzeitig wie eine Micky-Maus. Aber davon rate ich ab, weil Helium zwar keinerlei Reaktionen eingeht und deshalb völlig ungiftig ist, aber einen plötzlichen Herzstillstand auslösen kann...
Du könntest auch mit Hilfe von Wasserstoff zeigen, dass Ballons schweben können, weil auch Wasserstoff leichter als Luft ist (und eine Wasserstoff-Gasdruckflasche gibt's bestimmt an deiner Schule). Mit Wasserstoff könntest du zudem die Knallgasprobe zeigen. Dazu zündest du ein Teelicht an, füllst danach Wasserstoff aus der Gasdruckflasche in ein Reagenzglas und verschließt die Öffnung mit dem Daumen. Dann hältst du die mit dem Daumen verschlossene Öffnung in die Nähe der Kerzenflamme und nimmst den Daumen von der Öffnung. Nach einem kurzen Augenblick gibt es dann ein mehr oder weniger pfeifendes Plopp-Geräusch und an der Glasinnenwand erkennst du Flüssigkeitstropfen. Manchmal kann man auch fühlen, dass das Reagenzglas warm geworden ist. Das ist die Knallgasprobe, bei der Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser reagieren. An dieser Stelle könntest du auch auf die sogenannte "Hindenburg-Katastrophe" aufmerksam machen, bei der ein mit Wasserstoff gefüllter deutscher Zeppelin im amerikanischen Lakehurst in Flammen aufging, weil sich das Wasserstoffgas entzündete (weitere Informationen und sogar Filme findest du dazu im Internet).

Gibt es auch farbige Gase? - Ja, Iod oder Chlor zum Beispiel. Chlor ist hochgiftig. Deshalb darfst du das nicht in der Schule verwenden. Aber Iod ginge (es ist zwar auch nicht gerade gesundheitsförderlich, aber seine Giftigkeit hält sich in Grenzen). Frag die Lehrkraft, ob du Iodkristalle erwärmen dürftest... Wenn ja, dann zeig deiner Klasse die Iodkristalle (die sehen schwarzviolett aus und glänzen interessant). Dann füllst du gaaanz wenig davon in ein Reagenzglas (es sollten wirklich nur Krümel darin sein). Nun erwärmst du das Reagenzglas mit Hilfe einer leuchtenden Gasbrennerflamme (und unter Verwendung einer Reagenzglasklammer). Dann kann man beobachten, dass ein schön lilafarbenes Gas direkt aus den Kristallkrümeln aufsteigt. Weiter oben setzen sich dann schwarze Feststoffpartikel am Reagenzglas ab. In beiden Fällen siehst du keine flüssige Phase. Damit zeigst du, dass es wirklich den direkten Übergang von fest zu gasförmig (Sublimation) und den Übergang von gasförmig zu fest (Resublimation) gibt und schließt den Bogen deines Referates zum Anfang, an dem du ja die Aggregatzustände eingeführt hast. Damit füllst du locker eine ganze Schulstunde (eher mehr). Darum musst du wohl auswählen, was du von all diesen Anregungen bringen möchtest.

Ach ja, solltest du Experimente einbauen wollen (und dürfen), dann nie die Schutzbrille vergessen!

Viel Erfolg bei deinem Referat...

LG von der Waterkant.

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Kommentar von 06Selin
30.11.2016, 20:27

wow danke für die antwort:)

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Ich nehme mal an, dass du das erste Jahr Chemie lernst? Konkret kann dir hier wohl keiner schreiben, was du sagen sollst. Du könntest aber beispielweise zum Einstieg erst einmal die Begriffe homogene und heterogene Stoffgemische definieren, und darauf eingehen, was die Unterschiede sind. Dann kannst du Beispiel für heterogene und homogene Stoffgemische aus gasförmigen Stoffen/ gasförmigen und festen/ flüssigen Stoffen usw. bringen und deren Struktur auf Teilchenebene an die Tafel zeichnen, wenn dein Lehrer das als Modell durchgegehen lässt.

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