Frage von juja123456, 74

Chefin hat Insolvenz angemeldet. Offene Gehaltsforderung 1690 Euro. Nach 7 Jahren hab ich lediglich 55 Euro erhalten. Am 1.5. endet die Insolvenz. Alles weg?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lunashine, 37

Nein, wenn es eine Einzelfirma war, läuft das Insolvenzverfahren 6 Jahre ab Insolvenzeröffnung. 

Anders verhält es sich bei einem GmbH, AG etc.. Da gilt das Verfahren als beendet, wenn alle Verwertungshandlingen abgeschlossen sind, ggf. geführte Rechtsstreite beendet worden und die Insolvenztabelle bereinigt wurde. Das kann mal 2 Jahre aber auch mal 7 oder 13 Jahre..

Und ja, die Insolvenzverwalterin hat recht. Im Insolvenzverfahren werden alle Gläubiger gleichmäßig befriedigt. Sprich alle bekomme den gleichen Prozentsatz von seiner Forderung. Denn sie kann auch nur so viel Geldanlage die Gläubiger verteilen, wie sie nach Abzug der Verwalter- und Gerichtskosten zur Verfügung hat.

Kommentar von juja123456 ,

Vielen Dank. Ja, die Insolvenzverwalterin sagte mir, dass das Verfahren am 01.05. endet. Dann sind die 7 Jahre rum. Tja und von meiner Forderung in Höhe von 1.690 Euro sind dann nur 55 Euro beglichen worden. Ich hab aber arg damit zu kämpfen, dass dann wirklich alles weg ist. Ich dachte immer Löhne und Gehälter stehen ganz oben. Ich war nie krank, hab kaum Urlaub genommen und musste immer Überstunden machen. Und genau das Geld soll jetzt weg sein? Für Urlaub und Überstunden? Lächerliche 3 % hab ich bekommen. Kann man das denn nicht irgendwie einklagen? Meiner Chefin ( war ne GmbH & Co KG ) ging´s in dieser Zeit finanziell besser als mir. Hat ne Umschulung gemacht, geheiratet, schönen Urlaub in Facebook gepostet... Könnte platzen vor Wut. Das ist doch nicht fair.

Kommentar von Lunashine ,

Nein, das kannst Du nicht einklagen. Denn genau zum Zwecke der Entschuldung sind Insolvenzverfahren da. Für die Gläubiger nur immer wieder schwer verständlich und nachzuvollziehen.

Grundsätzlich hast Du mit Löhnen/Gehältern recht. Die haben im Insolvenzverfahren eine gewisse Sonderstellung. Aber nur in einem bestimmten Rahmen. So werden da die letzten 3 Monate des "normalen" Lohns/Gehalts vor Insolvenzeröffnung als Insolvenzgeld durch die Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Alles was davor war, ist eine ganz normale Insolvenzforderung. Und genauso ist es eben mit Überstunden etc.. Da ist es unrelevant, ob Du oft krank warst oder sonstiges.

Für Gläubiger immer wieder schwer zu verstehen und sehr ärgerlich.



Antwort
von auchmama, 45

Wieso nach 7 Jahren?

Normal bekommt man sein Gehalt über die Arbeitsagentur. Früher nannte sich das Konkursausfallgeld!

Wenn aber bereits 7 Jahre dazwischen liegen, könnte es düster aussehen...

Kommentar von juja123456 ,

Das war Urlaubsgeld und Überstunden. Mein Gehalt hab ich für 3 Monate erhalten. Aber für die Überstunden ging es in die Insolvenzmasse. Und da hab ich in 7 Jahren eine Quote von 3 % erhalten. Wie alle Gläubiger. Und das soll´s gewesen sein, sagte mir die Insolvenzverwalterin. Die Insolvenz läuft doch 6 Jahre + 1 Jahr.

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