Frage von Lullrich, 80

Chef zahlt Reststunden in der Kündigungsfrist nicht?

Ich habe bis vor kurzem als Aushilfe auf 450€-Basis im Gastrobereich gearbeitet und wurde nach 3 Monaten aus dem Betrieb entlassen. In meinem Arbeitsvertrag steht etwas von 2 Wochen Kündigungsfrist in den ersten 6 Monaten Probezeit, zudem ist dort vereinbart dass ich mindestens 10h/Woche arbeiten muss. Theoretisch bedeutet das doch, dass mein Chef mir noch 20h bezahlen müsste - allerdings weigert er sich überhaupt noch mit mir wie ein normaler Mensch zu reden. Habe ich etwas falsch verstanden oder ist er verpflichtet mir das noch zu zahlen? Wenn ja, welche Schritte sollte ich jetzt gegen ihn einleiten?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 48

Wenn Dein Chef Dich in den zwei Wochen bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses nicht beschäftigt hat, obwohl Du arbeiten wolltest, befindet er sich nach § 615 BGB in Annahmeverzug. Er muss Dich dann bezahlen als hättest Du gearbeitet.

 welche Schritte sollte ich jetzt gegen ihn einleiten?

Du musst ihn schriftlich abmahnen. Da schreibst Du einen Brief mit der Aufforderung Dir den zustehenden Lohn von zwei Wochen in Höhe von.......bis zum......(Frist von 7-10 Tagen setzen) zu überweisen. Außerdem teilst Du ihm mit dass Du, sollte bis zum angegebenen Datum kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, Klage beim Arbeitsgericht einreichst. Oft reicht das um zahlungsunwillige AG "umzustimmen".

Sollte er nicht bezahlen kannst Du Klage beim Arbeitsgericht einreichen. Mit Rechtsschutzversicherung oder als Gewerkschaftsmitglied macht das für Dich ein Rechtsanwalt. Du kannst das aber auch selbst bei der Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts machen. Das ist kostenlos und man hilft Dir bei der Klageformulierung. Ein Anwalt ist hier noch nicht nötig.

Antwort
von VincentWa, 44

Das kommt darauf an wie viel du wirklich gearbeitet hast..Bei einer Aushilfsstelle ist es immer so, das du nur so viel Geld bekommt, wie du auch Stunden gearbeitet hast. 

Sprich, wenn er dich zur Mitte des Monats gekündigt hat, muss er dir das nciht bezahlen. Vielleicht kannst du mal Monatsangaben machen und dazu sagen wie viel du denn auch wirklich gearbeitet hast. 

Dann können wir dir auch sicher wirklich weiter helfen

Kommentar von Familiengerd ,

Das kommt darauf an wie viel du wirklich gearbeitet hast..Bei einer Aushilfsstelle ist es immer so, das du nur so viel Geld bekommt, wie du auch Stunden gearbeitet hast.

Das ist Unsinn!

Hier sind 10 Wochenstunden vereinbart - und die hat der Arbeitgeber auch dann zu bezahlen, wenn er einen Arbeitnehmer für weniger Stunden einteilt!

Aushilfsjob sind rechtlich genau so gestellt wie "normale" Arbeitnehmer!

Kommentar von VincentWa ,

Nein, das ist leider völlig falsch. Es sind mindestens 10 Stunden per Woche vereinbart, schön und gut, allerdings kennen wir das alle, das man an einem Tag verhindert ist.

Jetzt hat ihr Chef ihr immer das Gehalt, so wie du es sagst bezahlt, aber sie hat beispielsweise in der Zeit 20 Stunden minus angesammelt.

Dann muss dir kein Arbeitgeber der Welt irgendwas bezahlen. Das ist genau wie wenn du als Aushilfe krank bist, dann gibts kein Geld. Das ist leider so, der Arbeitgeber kann ja nicht alles bezahlen.

Kommentar von Familiengerd ,

DU willst MIR hier was erzählen, was falsch und richtig ist???

Offensichtlich hast Du - wenn ich jetzt Deinen Kommentar lese - nicht die geringste Ahnung von den gesetzlichen Bestimmungen!

Jetzt hat ihr Chef ihr immer das Gehalt, so wie du es sagst bezahlt, aber sie hat beispielsweise in der Zeit 20 Stunden minus angesammelt.

Wenn sie 20 Minusstunden hat, weil der Arbeitgeber ihr für die vereinbarte Stundenzahl keine Arbeit zugewiesen hat: Pech für den Arbeitgeber - er muss trotzdem zahlen, weil er in den "Annahmeverzug" geraten ist!

Es ist hier nicht davon die Rede, dass sie zur Arbeit eingeteilt wurde, aber nicht kommen konnte oder wollte; in dem Fall muss der Arbeitgeber selbstverständlich nichts bezahlen.

Ansonsten - in dem Fall, um den es hier geht - ist der Arbeitgeber zur Zahlung verpflichtet erstens nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko"; zweitens nach der Bestimmung, dass er Minusstunden überhaupt nur verrechnen darf, wenn es eine vertragliche Vereinbarung zu einem Arbeitszeitkonto mit Regelung zum Umgang mit Minusstunden gibt!

Das ist genau wie wenn du als Aushilfe krank bist, dann gibts kein Geld. Das ist leider so, der Arbeitgeber kann ja nicht alles bezahlen.

Das ist ja noch gröberer Unfug!

Das Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 2 "Entgeltzahlung an Feiertagen" und § 3 "Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall" gilt als zwingende gesetzliche Bestimmung selbstverständlich auch für Aushilfen! Auf die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und an Feiertagen darf nicht mal freiwillig verzichtet werden - es ist "unabdingbar"!!

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Ah, jetzt verstehe ich ... in Deinem Profil steht "Restaurantleiter"!

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten zur Interpretation Deiner falschen Aussagen:

> Entweder weißt Du es selbst nicht besser - wie so viele -,

> oder Du nutzt die rechtliche Unkenntnis, Unbedarftheit vieler Aushilfskräfte aus: ziehst sie über den Tisch.

Kommentar von VincentWa ,

Als erstes beruhigst du dich mal und hörst auf mir Dinge zu unterstellen, das kann ich nämlich überhaupt nicht leiden.

Wenn Sie jetzt schon am Ende des Arbeitsverhältnisses ist, nicht vom Chef zum Arbeiten eingeteilt wurde, Sie Ihre Arbeitsleistung ordnungsgemäß angeboten (§§ 293 ff. BGB, Bla bla bla wir können dieses blöde Paragraphen Spiel bis zum umfallen machen, möchte ich aber gar nicht, weil ich ehrlich zugeben kann das es sich dabei sicherlich nicht um mein Fachgebiet handelt) und wirklich kein Geld bekommen hat, stimme ich dir zu 100% zu! Dann ist der Chef im Annahmeverzug und muss zahlen.

Da hier aber niemand weiß, wie ihr Arbeitsvertrag wirklich aussieht, was eventuell vorgefallen ist und wie es denn mit den Stunden aussieht (ich kenne es aus eigener Erfahrung eben von Aushilfen so, das man sie in der Vorwoche zum Arbeiten (vorzugsweise Freitag oder Samstag) einteilt und ihnen dann plötzlich einfällt das ja Oma Geburtstag hat oder eine Feier ist und sie leider keine Zeit haben), sind das hier alles nur Spekulationen.

Und jetzt noch mal aus der Sicht des Restaurantleiters der die armen ahnungslosen Aushilfen über den Tisch zieht (Zitat), sollte sie es wirklich darauf ankommen lassen, ihren Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht verklagen, wissen wir beide das ihr Chef sich da noch einen Spaß draus macht und es auf ein Verfahren wegen 200,00€ ankommen lässt, bei dem es fast immer auf einen Vergleich heraus läuft.

Dabei hat zwar keiner was gewonnen, außer die Genugtuung des Chefs.

Kommentar von Familiengerd ,

Erstens habe ich nichts unterstellt, sondern lediglich zwei Alternativen genannt, die Grund für eine falsche Antwort sein können.

Zweitens habe ich meine Aussagen zur Verpflichtung des Arbeitgebers, unter gewissen Umständen auch Minusstunden zu bezahlen, unter Benennung genau dieser Umstände gemacht. Und das solltest Du bei Deiner Erwiderung nicht ignorieren!!

Zu einem solchen Beispiel, wie Du es jetzt wieder genannt hast (Dienstplan, dann "Geburtstag der Oma") habe ich bereits gesagt, dass die Verpflichtung dann selbstverständlich nicht gilt.

Kommentar von Ernsterwin ,

"Dabei hat zwar keiner was gewonnen, außer die Genugtuung des Chefs."

Das ist genau das, was sich manche Chefs erdreisten. Und hier geht es auch nicht um Prinzipienreiterei, ganz abgesehen davon, dass die Konsequenzen für den Chef auch größer sein können.

Im übrigen zeigt mir meine 25-jährige Erfahrung mit solchen Chefs, dass meist nicht nur die Arbeitnehmer drunter leiden, sondern auch Kunden und Lieferanten. Oft wird nämlich versucht, sich auf diese Art durch jede Art Verpflichtung durchzumogeln, dabei ist die Firma schon längst Pleite. So ein Fall hatte ich gerade erst wieder - Resultat: Gläubiger für über eine halbe Mio. Euro geprellt.

Kommentar von VincentWa ,

Du hast völlig Recht, das haben wir alle schon erlebt.

Nicht umsonst heißt es, das man anhand des Umgangs mit den Mitarbeitern auf vieles Rückschlüsse ziehen kann.

Die Aussage der Fragestellerin, das ihr Chef nicht mal mehr mit ihr reden kann wie ein normaler Mensch, zeigt schon einiges, wie ich finde.

Ich bin mal gespannt wie das Ganze ausgeht und hoffe sie hält uns auf dem Laufenden.

Kommentar von Lullrich ,

Hallo ihr beiden! Erstmal danke für eure Antwort. Ich versuche mal die offenen Fragen noch zu klären: 

Gekündigt wurde mir, da ich angeblich eine Mitarbeiterin von der Arbeit abgeholt und damit zum früheren gehen verleitet hätte sowie auch eine Woche unangekündigt gefehlt habe - was wiederum nicht stimmt. Ich habe ihm mehr als drei Monate im voraus Bescheid gesagt und er sagte es sei in Ordnung so - dementsprechend wurde ich in dieser Woche auch nicht zum arbeiten eingeteilt! Für die folgenden zwei Wochen habe ich meinem Chef geschickt wie ich arbeiten kann, allerdings einen Tag später als er es normalerweise möchte, da ich einen Tag zuvor noch im Ausland war - das wusste er aber. Überstunden hatte ich keine angesammelt, Minusstunden hatte ich ebenfalls nicht. ich musste nur einmal vor einigen Monaten eine Schicht absagen, war in dieser Zeit aber vom Arzt krankgeschrieben da ich Grippe hatte. Da ich nicht über die Firma krankenversichert bin wollte er meine Krankmeldung auch nicht haben sondern meinte es wäre auch so in Ordnung. Ich habe jetzt die schriftliche Abmahnung geschrieben und werde diese morgen per Einschreiben losschicken. Ich halte euch auf dem laufenden!

Kommentar von VincentWa ,

Viel passiert in der kurzen Zeit. 

Und ich kann dir aus der Sicht eines Chefs sagen, 3 Monate im voraus ankündigen das man nicht da ist, vergisst man ;) Wie aber gesagt, ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorgehen...

Kommentar von Lullrich ,

Abmahnung wurde gestern abgeschickt! :) 

Das ist gut möglich, ja, allerdings wenn er mir sagt er schreibt es sich auf verlasse ich mich eben auch darauf :) Bzw lasse ich mir dann nicht die Schuld dafür geben. Beim nächsten Arbeitgeber werde ichs dann eben zwei und drei mal sagen damit sowas nicht nochmal vorkommt :)

Kommentar von VincentWa ,

Ja klar sollte man sich drauf verlassen können, aber eine Garantie hast du nur, wenn du es dir schriftlich geben lässt. Oder einfach in der Woche vorher, wenn er den Dienstplan schreibt nochmal dran erinnern, hilft immer

Kommentar von Lullrich ,

Schriftlich in dem Sinne hab ich es ja - als Chat auf Whatsapp wo er auch geantwortet hat es ist ok, er schreibt es sich auf. Und in der Woche vorher in der er den Dienstplan gemacht hat hab ich ihm auch nochmal bescheid gesagt - deswegen will ich ja Schritte gegen ihn einleiten

Antwort
von GrosseFragen, 48

richtig, er müsste dir noch 20 Stunden bezahlen

Antwort
von tapri, 26

du must noch 2 Wochen Arbeiten, er muss noch 2 Wochen bezahlen.

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