Frage von Tannenbaumchen, 86

Chef will Kündigung nicht akzeptieren?

Hallo,

ich mache seit August einen Bundesfreiwilligendienst. Dieser sollte eigentlich bis Ende Juli 2016 gehen, anschließend wollte ich ab Oktober studieren.

Nun habe ich wider Erwarten einen Platz für meine Traumausbildung bekommen, davon träume ich seit vielen Jahren und würde dafür jedes Studium links liegen lassen. Also habe ich unterschrieben. Die Ausbildung beginnt allerdings schon im April.
Ende März habe ich allerdings dann 8 Monate voll und der Freiwilligendienst wird ab 6 Monaten anerkannt.

Also bin ich zu meinem Chef.
Problem: Mein Chef ist dement. Ich kümmere mich um sämtlichen Papierkram, um die Staatsanwaltschaft für die Sozialstunden-Arbeiter, um seine Bank, um die Presseberichte für die örtliche Zeitung und dann natürlich noch um die eigentlichen Aufgaben, die ich als Bufdi habe. Er hat mich in der ersten Woche auch gleich zur stellvertretenden Hofleitung ernannt.

Normalerweise ist es so, dass man Kündigt und die Einsatzstelle kümmert sich darum, dass es zum Bundesamt kommt. Mein Chef erlaubt das aber nicht. Er behauptet steif und fest, dass ich nicht kündigen darf, dass ich mich für ein Jahr verpflichtet habe.
Leider habe ich keine Zugangsdaten um meine Kündigung selbst zum Bundesamt zu senden.

Wie kann ich meinem Chef klar machen, dass er diese Kündigung akzeptieren und weiterreichen muss, dass er mich nicht hier festhalten darf wenn ich fristgerecht kündigen möchte?

LG

Antwort
von DarthMario72, 77

Mein Vertrag ist nicht vom Bundesamt vorgefertigt. Ich habe mich zu Beginn darum gekümmert, dass ich jederzeit ordentlich kündigen kann. Wir haben einen eigenen, vom Amt jedoch abgesegneten Vertrag, dass ich zum 01. oder 15. eines jeden Monats ordentlich kündigen kann. 

Bist du sicher, dass das Bundesamt das genehmigt hat? Wurde dein Vertrag von denen unterschrieben?

Ansonsten lautet die Klausel zur Kündigung "Die Vereinbarung kann von den Parteien mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Kalendermonats gekündigt werden (ordentliche Kündigung)."

Leider habe ich keine Zugangsdaten um meine Kündigung selbst zum Bundesamt zu senden.

Wenn dein Chef das nicht auf die Reihe bekommt, schick deine Kündigung selbst zum Bundesamt: 

Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Sibille-Hartmann-Straße 2-8, 50969 Köln

Kommentar von Tannenbaumchen ,

Ja, unser Vertrag wurde von mir, meinem Chef und dem Bundesamt unterschrieben.

Dafür wird aber auch das Einverständnis der Einsatzstelle benötigt.

Auf das Kündigungsschreiben muss ebenfalls die Unterschrift meines Chefs. Ansonsten kann mich das Bundesamt da auch nicht rausholen...

Kommentar von DarthMario72 ,

Auf das Kündigungsschreiben muss ebenfalls die Unterschrift meines Chefs.

Das wäre mir neu, das verwechselst du mit einem Aufhebungsvertrag. Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung, eine Unterschrift des Empfängers ist da absolut überflüssig. Deshalb schick deine Kündigung ans Bundesamt.

 Ansonsten kann mich das Bundesamt da auch nicht rausholen

Selbstverständlich kann sie das. Schau dir deinen Vertrag an, das Bundesamt ist dein Vertragspartner, nicht deine EInsatzstelle.

Antwort
von Maximilian112, 75

So dement ist der Chef gar nicht.

Wenn im Vertrag keine Kündigungsmöglichkeit fixiert ist dann ist dieser nicht zu kündigen, jedenfalls nicht ordentlich. 

Ein Ausbildungsplatz wird allerdings als Grund für eine außerordentliche Kündigung anerkannt.

http://www.bundes-freiwilligendienst.de/fragen.html
Kommentar von Maximilian112 ,

Freiwillige und Einsatzstelle verpflichten sich für die vertraglich festgelegte Dauer des Dienstes. Der Vertrag kann aus einem wichtigen Grund, zum Beispiel bei Erhalt eines Studien- oder Ausbildungsplatzes, gekündigt werden. 

https://www.bundesfreiwilligendienst.de/der-bundesfreiwilligendienst/a-bis-z.htm...

Kommentar von Tannenbaumchen ,

Mein Vertrag ist nicht vom Bundesamt vorgefertigt. Ich habe mich zu Beginn darum gekümmert, dass ich jederzeit ordentlich kündigen kann. Wir haben einen eigenen, vom Amt jedoch abgesegneten Vertrag, dass ich zum 01. oder 15. eines jeden Monats ordentlich kündigen kann. Theoretisch auch ohne Studienplatz oder Ausbildungsplatz. Ich bin somit nicht an dieses volle Jahr gebunden, auch wenn es ursprünglich vorgesehen war.

Ganz davon abgesehen war "dement" nicht als Beleidigung gemeint oder gar um ihn als blöd darzustellen. Es ist ein medizinisch gesehener Fakt, diagnostiziert, der Mann ist über 80 und bekommt seine Arbeit definitiv nicht mehr allein auf die Reihe.
Ich habe es erwähnt um zu erklären, dass es keinen Zweck hat ihm mit sachlichen Infos die Situation zu erklären. Er reagiert trotzig, versteht mich nicht.. Mit ihm zu reden ist, als würde man mit einem kleinen Kind reden. Bloß wird es bei ihm jeden Tag schlimmer.

Kommentar von Maximilian112 ,

Dann leg die Kündigung hin und lass den Zugang bestätigen. Ob er akzeptiert oder nicht sollte nicht Dein Bier sein.

Parallel kannst Du ja das Kontaktformular noch nutzen. Es sind vermutlich ja auch einige interne Vorgänge notwendig um das Arbeitsverhältnis ordentlich zu beenden. Und irgend jemand muß das ja auch veranlassen.

cu 

Antwort
von JohnErli, 86

Ganz ehrlich, rede mit einem Anwalt darüber.

Dieser kostet zwar Geld - allerdings wird er alles für dich erledigen.

Kommentar von Tannenbaumchen ,

Von 180€ Gehalt, Waisenrente und Kindergeld muss ich meine Wohnung finanzieren und alle anfallenden Kosten bewältigen.
Ich bin ehrlich gesagt froh, wenn ich in der letzten Woche noch mehr als eine Mahlzeit am Tag habe.
Anwalt ist so ziemlich das letzte wofür ich Geld ausgeben kann..

Danke trotzdem :)

Kommentar von JohnErli ,

Es gibt auch für ein paar Euronen im Jahr eine Rechtsschutzversicherung für genau solche Dinge. Das sollte dir viel Geld ersparen - auch in der Zukunft. Wäre vielleicht eine überlegung wert.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ganz ehrlich, rede mit einem Anwalt darüber.

Warum immer gleich mit der Holzhammermethode?

Kommentar von JohnErli ,

Weil Anwälte auch dafür da sind, dir Hilfe zu stellen bzw. dir zu sagen was Rechtlich möglich ist. Es gibt auch Möglichkeiten (zumindest hier in der Schweiz) kostenlosen Rechtlichen Beistand zu bekommen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Sicher, aber diese Frage kann man auch problemlos ohne Anwalt klären

Antwort
von Schnoofy, 57

Ich würde vorschlagen, Du richtest Deine Frage direkt an das Bundesamt.

Ein Kontaktformular dazu findest Du hier:

https://www.bundesfreiwilligendienst.de/servicemenue/kontakt.html

Antwort
von Freezzzer, 60

Falls du irgend welche Kollegen hast die sich mit den Gesetzen gut auskennt( z.B. Anwalt) reden mit Ihnen über dein Problem. Die können die Fakten auf den Tisch legen. Gib diese Fakten an deinem Chef weiter. Er kann nichts dagegen tun.

Kommentar von Tannenbaumchen ,

Ich kenne hier in der Stadt leider niemanden und kann mir keinen Anwalt leisten.

Mein Chef will aber auch keine Fakten wahrhaben und reagiert grundsätzlich trotzig.
Mal gucken wie ich das anstellen werde...

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