Frage von Jupus, 81

Chef macht was er will, keinen Urlaub, keine Pausen und das Trinkeld behält er auch ein. Was kann ich tun?

Hallo, ich bin am verzweifeln und weis nicht was zu tun ist.. Ich arbeite in einem kleinem Betrieb (ca 12 MA) in der Gastronomie und die Arbeit macht an sich echt Spaß, wäre da nicht mein Chef der denkt er könne sich alles erlauben. Wie oben beschrieben bekommen wir z.B. nicht einem Cent trinkgeld, Gründe dafür habe ich schon viele gehört, aber keiner davon ist rechtens, urlaub wird uns schon gewährt jedoch ohne Lohnfortzahlung und eine Pause haben wir nicht einmal wenn wir 12 Stunden arbeiten, seit neusten verbieten sie mir sogar die Raucherpause mit der Begründung ich würde krank werden draußen wo es kalt ist und dann müssten sie dafür büßen. Ich habe meine Kollegen gefragt ob wir nicht mal alle gemeinsam etwas dagegen sagen sollen, aber diese meinten dann würde es einen riesen Streit geben zwischen uns und den Chefs und das währe ziemlich unangenehm da wir tag täglich mit ihnen zusammen arbeiten. Ich selbst habe schonmal kurz versucht mit dem Chef zu sprechen aber der ist sofort an die Decke gegangen und da es zum Glück außerhalb meiner Arbeitszeit war bin ich auch sofort gegangen. Ich weis nicht mehr was ich machen soll, ich will den Job nicht verlieren, will aber auch nicht so weiter machen..

Antwort
von Allexandra0809, 81

Wende Dich an den Zoll, die sind dafür zuständig. Einfach die Zustände dort melden, damit sie sich darum kümmern.

Alternativ kannst Du Dich natürlich auch an die Innung wenden und dort Bescheid geben.

Du solltest auf jeden Fall etwas dagegen unternehmen, denn der Urlaub, mindestens 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche und 24 Tage bei einer 6-Tage-Woche, muss Euch bezahlt werden. Außerdem stehen Euch natürlich auch Pausen zu.

Kommentar von Herb3472 ,

Wende Dich an den Zoll, die sind dafür zuständig.

Was soll bitte der Zoll mit den Arbeitsbedingungen zu tun haben???

Kommentar von Allexandra0809 ,

Das ist schon seit einiger Zeit die Aufgabe des Zolls

Kommentar von Herb3472 ,

Was, in Deutschland werden die Arbeitsbedingungen vom Zoll kontrolliert? GIbt es da kein Arbeitsinspektorat?

Kommentar von Familiengerd ,

Der Zoll Überwacht "nur" die Einhaltung des Mindestlohns und ist für die Bekämpfung der Schwarzarbeit zuständig!

Für die Nichteinhaltung der Pausenzeiten oder die Überschreitung gesetzlich zulässiger Arbeitszeiten ist die Gewerbeaufsicht zuständig.

Die die vom Arbeitgeber unrechtmäßig den Arbeitnehmern vorenthaltenen Trinkgelder dürfte sich das Finanzamt interessieren, wenn sie nicht vom Arbeitgeber beim Umsatz ausgewiesen werden.

Antwort
von Novos, 63

Frage mal beim Zoll nach, der bekommt schnell "große Ohren" und zeigt dann auch wohl Deinem Chef wo es lang geht. Wenn er das Trinkgeld einbehält, ist es zu versteuerndes Einkommen, dann wird auch das Finanzamt wach werden.

Antwort
von PeterSchu, 18

Besorgt euch die Gesetze, die gegen ihn sprechen und macht ihm gemeinsam (!) klar, dass er sich daran halten soll. Notfalls sagt ihr ihm, dass ihr euch einen anderen Job sucht. Er muss sich darüber klar sein, dass ihr es seid, die ihm sein Geld verdienen, und ohne euch sähe er ziemlich alt aus.

Antwort
von Jupus, 38

Vielen Dank für die vielen Antworten!

Ich habe alle Antworten mit meinen Kollegen durchgelesen und wir haben uns dazu entschieden uns zusammen zusetzen und alle Forderungen in einen Brief zusammenzutragen, den wir dann an unseren Chef schicken. Falls das nichts helfen sollte drohen wir mit Druckmitteln (Gerichtliche Schritte). Wir halten alle zusammen und er kann ja nicht alle rausschmeißen.

Vielen Dank und LG! 

Kommentar von Nightstick ,

Doch, er kann alle ´rausschmeißen - nur nicht auf einmal.

==> Suche Dir etwas Anderes!

Antwort
von ShoXeD420, 58

Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
§ 4 Ruhepausen

Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__4.html

Trinkgeld
Ein Arbeitsgeber darf nicht einseitig festlegen, dass die Trinkgelder in eine Gemeinschaftskasse eingezahlt werden, aus der dann alle Angestellten einen Teil erhalten. Trinkgeld geht als "Geschenk" des Gastes in der Regel unmittelbar in das Eigentum des Arbeitnehmers über. 

Quelle: http://www.rechtsindex.de/arbeitsrecht/1754-kellner-duerfen-trinkgeld-behalten

Kommentar von Herb3472 ,

@ShXeD420:

Es ist ziemlich wurscht, was sein sollte oder müsste. Zählen tut das, wie es ist, von unpraktikablen Vorschlägen hat niemand was. Und wenn Du mir als Arbeitgeber Deine Gesetzestexte unter die Nase reiben würdest, dürftest Du Dir gleich einen neuen Job suchen.

Kommentar von Familiengerd ,

Zählen tut das, wie es ist, von unpraktikablen Vorschlägen hat niemand was.

Was ist hier "unpraktikabel"??

Das ist ja nun mal völliger Unsinn!

Im Übrigen sollte ein Arbeitnehmer solche Gesetze schon kennen oder darauf hingewiesen werden (was ShXeD420 hiermit ja tut) , damit er überhaupt weiß, welche Rechte er hat und einfordern kann!

Und wenn Du mir als Arbeitgeber Deine Gesetzestexte unter die Nase reiben würdest, dürftest Du Dir gleich einen neuen Job suchen.

Verkappter "preußischer Junker", der mit seinen Arbeitnehmern "nach Gutsherrenart" umspringt und meint, sich nicht um Gesetze scheren zu müssen??

Auch der Arbeitgeber hat sich an Verträge und Gesetze zu halten!


Kommentar von Herb3472 ,

@familiengerd:

Auch der Arbeitgeber hat sich an Verträge und Gesetze zu halten!

Und wenn er wissentlich darauf hustet? Ich gehe sehr wohl davon aus, dass er die gesetzlichen Rahmenbedingungen kennt, nur pfeift er darauf, weil er das Risiko, dafür belangt zu werden, eher gering einschätzt.

Dann ist all das Gerede um Paragraphen wie "er muss doch, ...", "er kann doch nicht,....", "das ist in Paragraph sounso geregelt..." obsolet und Makulatur.

Kommentar von Familiengerd ,

Dass Diebstahl verboten ist, es trotzdem massenhaft Diebstahl gibt, bedeutet noch lange nicht, dass man sich damit abfindet ("Zählen tut das, wie es ist") und ihn nicht verfolgt.

Bei einem solchen Fatalismus könnte man sich ja gleich "die Kugel geben"!

Antwort
von tanzegern, 62

Raucherpausen darf er verbieten.

Der Rest ist nicht zulässig. Es bleibt dir nur, auf Gewährung deiner Rechte, notfalls gerichtlich durchgesetzt, zu bestehen. Das dürfte dann auf die altbekannten Probleme im Arbeitsrecht stossen.

Antwort
von johnnymcmuff, 66

Die maximale Arbeitszeit ist in der Regel 10 Stunden.

Eine Raucherpause muss er Euch nicht geben, aber Ihr dürft in den gesetzlichen Pausen natürlich rausgehen um zu rauchen.

Pausenzeiten sind gesetzlich vorgeschrieben und dient als Erholung.

Schau mal hier rein in dem Text ist auch noch ein wichtiger Link:

http://komnet.nrw.de/ccnxtg/frame/ccnxtg/danz?lid=DE&did=1785

MfG

Antwort
von Herb3472, 69

Wir haben auch einen Gastronomiebetrieb. Unsere Mitarbeiterinnen dürfen ihr Trinkgeld behalten (wir lassen sie auch selbst kassieren, weil wir als Chefleute kaum Trinkgeld bekommen), und Rauchpausen dürfen sie auch machen (bezahlte Arbeitszeit), solange das nicht überhand nimmt. Bezahlte Pausen sind auch kein Thema, wenn's einmal länger wird, und Ihren Urlaub bekommen sie selbstverständlich bezahlt.

Mein Tipp: anderen Arbeitgeber suchen.

Kommentar von Familiengerd ,

Unsere Mitarbeiterinnen dürfen ihr Trinkgeld behalten

Nur als kleine Anmerkung:

Da ist keine "Großzügigkeit" des Arbeitgebers, sondern ein Rechtsanspruch des Arbeitnehmers, der das Trinkgeld erhält.

Das ergibt sich aus der Gewerbeordnung GewO § 107 "Berechnung und Zahlung des Arbeitsentgelts" Abs. 3 Satz 2:

Trinkgeld ist ein Geldbetrag, den ein Dritter ohne rechtliche
Verpflichtung dem Arbeitnehmer zusätzlich zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten Leistung zahlt.

Es kann insofern reglementiert werden, als man z.B. vereinbaren kann, dass das Trinkgeld eingesammelt und gleichmäßig oder proportional unter den Angestellten verteilt wird (damit z.B. auch der Koch etwas "abbekommt").

Kommentar von Herb3472 ,

@Familiengerd:

Unsere Mitarbeiterinnen dürfen ihr Trinkgeld behalten

hat sich nicht darauf bezogen, dass wir auf die Idee kämen, unseren Mitarbeitern Trinkgeld vorzuenthalten, sondern genau darauf, was Du nachfolgend erläutert hast:

Es kann insofern reglementiert werden, als man z.B. vereinbaren kann, dass das Trinkgeld eingesammelt und gleichmäßig oder proportional unter den Angestellten verteilt wird (damit z.B. auch der Koch etwas "abbekommt").

In der Chefetage würden wir eine derartige Regelung begrüßen, weil sehr oft "wegen des exzellenten Essens" großzügig Trinkgeld gegeben wird, wofür eigentlich die Küchenbrigade verantwortlich zeichnet (die beim Trinkgeld zumeist leer ausgeht) und nicht die Servicekraft, die das Trinkgeld kassiert. Aber das hätte von Anfang an eingeführt gehört, im Nachhinein lässt sich das nicht mehr ändern.

 

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn die Mitarbeiter zustimmen würden, könnte eine solche Regelung selbstverständlich auch noch nachträglich vereinbart werden.

Kommentar von Herb3472 ,

@Familiengerd: tja, wenn das wenn nicht wäre! Wir haben ein paarmal versucht, dieses Thema anzuschneiden, da war dann der Bär los von Seiten der inkassoberechtigten Servicemitarbeiterinnen. Beim Geld hört sich offensichtlich jede Freundschaft auf.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 18

Das Verhalten des Arbeitgebers in Bezug auf Nichteinhaltung der Ruhepausen ist zumindest Ordnungswidrig, und wenn der Ag damit vorsätzlich die Gesundheit und Arbeitskraft gefährdet, verstößt er gegen die Strafvorschriften nach § 23 des Arbeitszeitgesetzes.

Wendet euch deshalb an das Gewerbeaufsichtsamt und bittet dort um vertrauliche Behandlung.

Die Gewährung von Urlaub ohne Bezahlung kann dort ebenfalls angesprochen werden.Denn lt. §1 des Bundesurlaubsgesetzes hat jeder Arbeitnehmer in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.

Die Bestimmungen des BUrlG sind unabdingbar, soll heißen,es kann von den Regeln nicht zuungunsten der Arbeitnehmer abgewichen werden,es sei denn, es ist eine Tarifvertrag mit abweichenden Vereinbarungen zu berücksichtigen.

Antwort
von authumbla, 67

Ich kenne ähnliche Situationen aus dem engeren Bekanntenkreis.

Das wird nicht besser, nur schlechter. Du wirst immer unzufriedener und zahlst schließlich mit Deiner psychischen Gesundheit.

Such Dir dringend was anderes,.

ich weiß, bei meiner Bekannten war es genauso, dass sie die Arbeit als solche geliebt hat, aber die Umstände ( Chefs) waren furchtbar und sie hat sich nicht getraut eine neue Arbeit zu suchen und nicht geglaubt etwas zu finden ( strukturschwaches Gebiet, blabla...).

Alles gut Zureden half nichts, sie wäre in der Klapse gelandet... wenn sie nicht endlich von denen gekündigt worden wäre.

Dann war ein halbes Jahr Suche angesagt, aber jetzt hat sie eine Arbeit, die ihr richtig Freude macht.

Und blüht auf!

Antwort
von Charlybrown2802, 72

das könnt ihr nur gemeinsam schaffen, allein hat es keinen zweck. er fühlt sich in einer Machtposition und nutzt das voll aus :-(

Kommentar von Kiboman ,

er IST in einer machtposition und nutzt das aus.

wer das mit sich machen lässt ist selber schuld.

ein kleinen verstörten jungen kann man besser treten, als einen selbstbewußten mitarbeiter der weiss was ihm zu steht und das auch durchsetzt.

Antwort
von Kiboman, 71

ist alles vertraglich und rechtlich geregelt.

DU musst den ar sch haben das auch durchzusetzten.

wenn's nicht geht musst du gehen oder weiter dem hampelmann spielen

Antwort
von Griesuh, 50

Warum bist du noch dort?

verstehe ich nicht.

Er verstößt mehrfach gegen das Arbeitszeit und Urlaubsgesetz, wenn es stimmt was du schreibst.

Kommentar von Jupus ,

Ja das macht er auch, aber davon abgesehen ist es einer der besten Jobs die ich je hatte es wird nur immer schlimmer gerade..

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