Frage von kingcreole, 69

Chef friedliche Lösung anbieten?

Mein Chef hat mir kurz nach der probezeit gekündigt. Gastronomie. Jetzt hat er völlig falsche Kündigungsfrist angegeben außerdem hat er mein Januar Lohn nicht gezahlt. Es wird mit Sicherheit meinerseits eine Klage geben.oder sollte ich dem Chef eine friedliche Lösung anbieten außer gerichtlich? Ich wollte ihm das gerade schriftlich anbieten ohne natürlich zusagen jetzt zugeben. Oder lieber nicht und sofort ein Anwalt. ...würde mir das Nachteile bringen wenn ich ihm jetzt eine friedliche Lösung anbiete?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Interesierter, 42

Von einem schriftlichen Vorschlag würde ich abraten.

Für die Klage hast du ab dem Zugang der Kündigung nur drei Wochen Zeit.

Deswegen würde ich ein persönliches Gespräch vorschlagen. Bringt das nichts, bleibt nur noch die Klage.

Du hast keine Zeit zu verlieren. Entweder es gibt eine schnelle Einigung oder du musst Fakten schaffen.

Den Lohn für Januar nicht zu zahlen, geht gar nicht. Die Chancen auf eine gütliche Einigung stehen unter diesen Vorzeichen wohl eher schlecht.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 23

Wann hast Du die Kündigung erhalten?

Wenn Du nicht innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung Klage erhebst, ist die Kündigung gültig, auch wenn sie nicht rechtens wäre.

Willst Du nur wegen Nichteinhaltung der Kündigungsfrist klagen oder war die Kündigung selbst auch nicht in Ordnung (Kündigungsschutzklage)? Bist Du schon länger als sechs Monate im Betrieb und ist es kein Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften? Dann könntest Du evtl. auch gegen die Kündigung an sich Kündigungsschutzklage erheben und nicht nur wegen der Frist und des Lohns.

Du kannst Deinen Chef ja mal auf die falsche Frist und das fehlende Geld ansprechen. Ich vermute aber, er wird Dich dann nur hinhalten wollen bis die Drei-Wochen-Frist vorbei ist. Dann kannst Du nur noch das fehlende Geld einklagen.

Das solltest Du aber, wenn der AG nach einem Gespräch nicht bezahlt, erst einmal schriftlich fordern (Mahnung). Da schreibst Du dem AG einen Brief mit der Aufforderung Deinen Lohn bis zum ...(Frist von ca. 7-10 Tagen setzen) zu bezahlen. Schreib dazu dass Du, sollte bis zum genannten Termin kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, Dein Geld beim Arbeitsgericht einklagst.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast oder Gewerkschaftsmitglied bist, solltest Du Dich umgehend an einen Anwalt wenden. Ansonsten kannst Du auch allein zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen. Bei der Klageformulierung wird Dir dort geholfen und das ist kostenlos.

Antwort
von MerlinRenegade, 28

Probier doch das mit der friedlichen Lösung. Aber bitte immer nur schriftlich. Und mit Anwalt drohen würde ich nicht, das erzeugt nur Druck auf beiden Seiten. Wenns aussergerichtlich nicht klappt, dann ziehst du einen Anwalt hinzu ohne das anzukündigen. Meine Meinung. Viel Glück.

Kommentar von Interesierter ,

Dabei sollte aber in jedem Fall die 3-Wochen Frist beachtet werden.

Antwort
von DerHans, 17

Da beim Arbeitsgericht keine Anwaltspflicht besteht, musst du den Anwalt auf jeden Fall selbst bezahlen.

Schon daher empfiehlt es sich dem Chef die Gelegenheit zu geben friedklich zu zahlen.

Die Klage beim Arbeitsgericht ist kostenlos. der dortige Rechtspfleger wird dich bei der juristischen Abfassung behilflich sein KOSTENLOS

Antwort
von ThisIsGu, 21

Die Klage und das Gericht sollten das letzte Mittel sein, meiner Meinung nach. Nein, ich denke nicht das die das Nachteile bringen würde.

Antwort
von stubenkuecken, 32

Alles schriftliche kann nachteilig für dich sein. Ein persönliches Gespräch ist besser.

Kommentar von MerlinRenegade ,

Eben umgekehrt wird ein Schuh daraus.

Kommentar von stubenkuecken ,

Wer bereits vor der Klage eine gütliche Einigung schriftlich anbietet, kann im Prozess davon keinen Rückzieher machen.

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