Frage von taper007, 161

Chef behauptet mich abgemahnt zu haben, geht das so einfach?

Hi, ich habe folgendes Problem, bin nun im 2. Lehrjahr und habe leider unentschuldigt gefehlt. Meine 2 Vorgesetzten behaupten nun mich bereits mündlich abgemahnt zu haben was allerdings nicht Ansatzweise stimmt. Ich kann also demnächst mit einer Kündigung rechnen. Hoffe mir kann da hemand helfen, sobald die Kündigung da ist werde ich auch zu einem Anwalt gehen. Kommen meine Vorgesetzten damit vor dem Arbeitsgericht durch? Langt es wenn diese zwei Personen behaupten Sie hätten mich abgemahnt?

Hiffe mir kann jmd helfen :((

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fredde324, 81

Rechtlich kann eine Abmahnung auch mündlich erfolgen. Um dies zu beweisen sollte ein Zeuge dabei sein. Wenn das der Fall ist wirst du schlechte chancen haben. Eine Kündigung ist in dem Fall nur wirksam wenn du vorher abgemahnt worden bist. Wenn du sagst, eine solche Abmahnung hat nicht stattgefunden dann sollen sie dir mal erklären an welchem Tag du denn vorher schonmal unentschuldigt gefehlt haben sollst. Wenn du dort da gewesen bist, gibt es evtl irgendwelche Beweise in deiner Firma dafür?

Hast du z.b eine eigene Verkäufernummer o.ä die in einem Auftrag steht der von dem Tag ist? 

Sehr viele wenns und abers in diesem Fall. Wenn du keine Beweise hast, dass diese Abmahnung nicht stattgefunden hat und es 2 Leute in der Firma behaupten hättest du vor Gericht schlechte Chancen.

Kommentar von taper007 ,

Das einzige was ich habe ist mein Berichtsheft, dieses ist auch von meinem Vorgesetzten für jeden Tag unterschrieben auch an den Tagen wo ich unentschuldigt gefehlt habe

Kommentar von Fredde324 ,

Das wäre ja schonmal ein Beweis. Wie soll dein Chef schließlich unterschreiben wenn du angeblich garnicht da gewesen bist. :) Ich nehme an du füllst das Berichtsheft wärend der Arbeit aus und lässt es dann am Ende des Tages unterschreiben?

Kommentar von taper007 ,

Ja muss es jeden tag unterschreiben lassen

Antwort
von Dog79, 61

Ich finds grad zum lachen... DU hältst dich nicht an deine Vertraglichen Pflichten mit deinem unentschuldigten fehlen (vermutlich warste auch schon das ein oder andere mal Scheinkrank) und kommst hier an und willst wissen ob du beim Arbeitsgericht Chancen hast und zum Anwalt rennen...

Reflektiere dich mal selbst und  überlege wer sich denn in diese idiotische Situation gebracht hat mit seiner Unehrlichkeit.

Antwort
von shannaragm, 25

Mündliche Abmahnungen sind wertlos. Genauso schriftliche. Die werden nämlich erst wirksam mit Unterschrift des Arbeitnehmers.

Allerdings ist unentschuldigtes Fehlen oder ständiges Zuspätkommen ein Kündigungsgrund, auch in der Ausbildung. Allerdings nicht fristlos, sondern nur fristgerecht (i.d.R. 4 Wochen) mit Freistellung, damit du dir ne neue Stelle suchen kannst.

Kommentar von Maximilian112 ,

Mündliche Abmahnungen gibt es sehr wohl.

Wirksamkeit ist nicht von der Unterschrift des AN abhängig.

Und: Azubis können nur Fristlos gekündigt werden. Da gibt es keine ordentliche Kündigung.

Axo: Und wer hat das Märchen von der Freistellung dir erzählt??

manmanman

Antwort
von Marakowsky, 55

Ohne den Grund zu bewerten: eine Abmahnung bedarf der Schriftform

Kommentar von Fredde324 ,

Nein bedarf sie nicht. :) Es ist immer besser um es beweisen zu können, jedoch kann dies mit Zeugen genau so gut bewiesen werden. 

Kommentar von gunnar90 ,

Das ist falsch. Eine Abmahnung kann auch mündlich ausgesprochen werden.

Kommentar von Marakowsky ,

Stimmt, habs grad mit Erstaunen nachgelesen. Ist bei mir im Arbeitsvertrag anders geregelt und hab dann wohl das getan, was man nicht macht, nämlich von sich auf andere zu schließen.

Antwort
von Lord2k14, 59

Wenn du unentschuldigt fehlst, ist das sogar ein Grund für eine Fristlose Kündigung: Nennt sich Arbeitsverweigerung!

Kommentar von taper007 ,

Nein eben nicht, soviel weiß ich schon

Kommentar von Lord2k14 ,

Und ob!!

Kommentar von Saurier61 ,

das ist Quatsch... einmaliges Fehlen brechtigt nicht zu einer fristlosen Kündigung.… hier haben Ausbilder das Recht bei Fehlverhalten des  Azubi eine Abmahnung zu erteilen. Das Bestreben hinter einer Abmahnung Auszubildender muss jedoch immer sein, den Azubis die Möglichkeit zu geben, ihr Verhalten zu ändern...

Antwort
von Interesierter, 36

Eine Abmahnung kann grundsätzlich auch mündlich erfolgen. Problematisch daran ist jedoch die Beweisführung, denn der Arbeitgeber müsste die ausgesprochene Abmahnung im Streitfall beweisen. Deswegen werden Abmahnungen von Profis auch schriftlich mit Zugangsbeweis gemacht. Dann gibt es keine Unklarheiten, wer wann was gesagt haben soll.

Wenn es nun Personen gibt, die die mündliche Abmahnung bestätigen können, hast du ein Problem. 

Nun, eine Abmahnung für sich, egal ob nun mündlich oder schriftlich ist noch kein wirkliches Problem. Kassierst du jedoch mehrere einschlägige Abmahnungen hintereinander, solltest du dir über die Sicherheit deines Ausbildungsplatzes wirklich Sorgen machen.

Für den Augenblick möchte ich dir nur raten, immer pünktlich zu sein und keinesfalls mehr unentschuldigt zu fehlen. Dann hat das auch keine weiteren Folgen.

Antwort
von Apolon, 15

Die erste Abmahnung hat in der Regel keine Kündigung zur Folge.

Wenn es allerdings zu weiteren Abmahnungen kommt ist damit zu rechnen!

Antwort
von ChristianLE, 35

Rechtlich gesehen ist auch eine mündliche Abmahnung ausreichend, allerdings muss diese nachgewiesen werden.

Grundsätzlich empfehlen die Kammern allerdings, zwei Abmahnungen auszusprechen. Weiterhin muss in der Abmahnung mit einer Kündigung gedroht werden.

Es ist nicht ohne weiteres möglich einen Auszubildenden zu kündigen. Im Gegensatz zu normalen Arbeitsverhältnissen sind bei Auszubildenden pädagogische Maßnahmen vorzuziehen sind, um sein Verhalten zu ändern.

sobald die Kündigung da ist werde ich auch zu einem Anwalt gehen.

Solltest Du tun. In erster Linie solltest Du aber dein Verhalten verbessern und einfach nicht mehr unentschuldigt fehlen.

Antwort
von Wonnepoppen, 41

Was meinst du, wem man dann mehr Glauben schenkt, wenn du als Azubi unentschuldigt fehlst?

Ich glaube auch nicht, daß du bei einem Anwalt mit einer Klage Erfolg hast!

Das ist nun mal Arbeitsverweigerung!

Wer soll außerdem das alles bezahlen?

Antwort
von miriwittl, 14

also, eine abmahnung kann definitiv auch mündlich gemacht werden, durfte die erfahrung schon selber machen :/ wenn du aber gegen die kündigung klagst, muss dein chef die abmahnung beweisen können, da hast du also gute chancen. lies mal hier wenn du mehr wissen willst

https://www.expertehilft.de/arbeitsrecht/voraussetzung-fuer-eine-abmahnung-frist... 

liebe grüße

Antwort
von Maximilian112, 29

Selbst wenn du eine einschlägige mündliche Abmahnung bekommen hättest:

Auch diese mündliche Abmahnung muß konkret sagen was wann falsch war, Mit Datumsangabe!

Sie muß gleichzeitig darauf verweisen was bei einer Wiederholung passiert. 

Ich glaube nicht, das eine mündliche Abmahnung so komplex nachgewiesen werden kann.

Zu deinem UE fehlen muß ich jetzt aber nix weiter sagen. Das war hoffentlich Schreckschuss genug.

Kommentar von taper007 ,

Ja war es, auch wenn es lange genug gedauert hat :)

Antwort
von thetee99, 73

Soweit ich weiß, muss eine ordentliche Abmahnung schriftlich erfolgen und der Mitarbeiter muss diese zur Kenntnisnahme unterschreiben und auch ausdrücklich über den Grund der Abmahnung informiert werden. Wenn man drei Mal wegen dem selben Grund abgemahnt wird, rechtfertigt das eine ordentliche Kündigung.

Mündliche Abmahnungen würden demnach der schriftlichen Vorausgehen, aber diese nicht ersetzen. Kann mich auch irren.

Kommentar von Fredde324 ,

Abmahnungen können mündlich erfolgen und bedarfen nicht der Schriftform. Auch reicht eine Abmahnung um danach zu kündigen. :)

Kommentar von Maximilian112 ,

und wenn ich ergänzen darf: In der Lehre geht dann nur Fristlos.

Antwort
von Nunuhueper, 13

Du hast das Recht, Einsicht in Deine Personalakte zu nehmen. 

Die umstrittene mündlich ausgesprochene Abmahnung müsste dort vermerkt sein. Wenn Du  Anwesenheitsunterschriften für die fragliche Zeit hast, kannst Du auch Deine Gegendarstellung für die PA schriftlich formulieren.

Was lernst Du daraus?

Antwort
von Saurier61, 32

Hallöle...

lies mal hier...

http://berufebilder.de/2015/abmahnung-ausbildung-9-gruende-konsequenzen/

Lieben Gruß vom Saurier

Antwort
von ellaluise, 72

Wieso solltest du demnächst mit einer Kündigung rechnen?

Was hast du den vor anzustellen?

Man kann dich entweder abmahnen oder kündigen. Wenn du jetzt nochmals abgemahnt wurdest, schriftlich oder mündlich, kann aus diesem Grunde nicht mehr gekündigt werden. Nur im Wiederholungsfall.

So, nun wird auch eine Kündigung eines Azubis nicht so schnell durch gehen wie die eines Arbeitnehmers.

Kommentar von gunnar90 ,

Nach einer Abmahnung wegen Pflichtverletzung kann man beim nächsten Vergehen die Kündigung aussprechen. Egal ob Azubi oder nicht.

Kommentar von Maximilian112 ,

Ich hab dir jetzt den DH gegeben. Aus Versehen!.

Es ist nicht egal ob Azubi oder nicht. An die Kü eines Azubi werden recht hohe Anforderungen gestellt.

Kommentar von gunnar90 ,

Es ist sehr wohl egal, ob Azubi oder nicht. Der Gesetzgeber unterscheidet nicht zwischen Azubi und Angestelltem oder Arbeiter. Wer zu spät kommt oder einfach der Arbeit fernbleibt, ohne sich zu entschuldigen, kann auch nach einer Abmahnung(die hier im Übrigen bereits als das "pädagogische Mittel" gilt) im Wiederholungsfall gekündigt werden. Lies dir mal den Link von saurier61 durch. Der trifft es haargenau. An Azubis werden die gleichen Forderungen gestellt, wie an jeden anderen Arbeitnehmer: Sie haben regelmäßig und pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. 

Kommentar von ChristianLE ,

Nach einer Abmahnung wegen Pflichtverletzung kann man beim nächsten Vergehen die Kündigung aussprechen. Egal ob Azubi oder nicht.

Allein eine Pflichtverletzung rechtfertigt keine Kündigung bei einem Auszubildenden.

Eine außerordentliche Kündigung kann nach der Probezeit nur dann erfolgen, wenn eine Fortführung des Ausbildungsverhältnisses nach Abwägung aller Vertragsparteien nicht zumutbar ist.

Folglich muss schon etwas schwerwiegendes vorfallen, damit eine Kündigung wirksam ausgesprochen kann.

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