Frage von momo621, 26

Charles Darwin (Bio-Vortrag)?

Ich habe ein Bio-Vortrag am Freitag und ich soll ein Zitat erklären undzwar: Mir ist, als gestünde ich ein Mord. Die Arten verändern sich doch.

Könnt ihr mir erklären was das bedeuten soll und bitte so, dass ich es auch verstehe.

lg

momo621

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kurpfalz67, 17

Nun, Darwin´s Mutter galt als sehr gläubig.

Darwin selbst studierte, nachdem er ein Medizinstudium abgebrochen hatte, Theologie in Cambridge.

Nachdem nun die Entdeckungen Darwins (Evolution) kaum mit den damals herrschenden religiösen Vorstellungen in Einklang gebracht werden können, kannst du dir vielleicht einen Reim darauf machen, was er damit ausdrücken wollte. ;-)

Das ist alles sehr verkürzt, trifft die Problematik aber im Kern.

Antwort
von MarkusGenervt, 8

Darwin veröffentlichte seine Theorie/Erkenntisse zu einer Zeit, als die christlichen Dogmen noch sehr dominant waren. Auch er selbst war ein zutiefst religiöser Mensch. "Religiös" hatte damals aber eine völlig andere Bedeutung als heute. Zu behaupten, dass die Schöpfungsgeschichte nicht stimmen würde und der Mensch nicht von Gott selbst persönlich erschaffen wurde, war zu seiner Zeit eine unerhörte Ketzerei – selbst so lange nach der Zeit der Aufklärung.

Diese Einstellung haben sich übrigens die modernen "Kreationisten" (leicht angepasst) auch wieder auf ihre Fahne geschrieben. Interessanterweise habe ich auch einige Freunde, die sich die Entstehung der Welt immer noch genau so vorstellen, wie es die Bibel beschreibt.

Also war Darwin – der selbst von der biblischen Schöpfungsgeschichte zutiefst überzeugt war – im Innersten erschüttert über seine eigenen Erkenntnisse und bekam das Gefühl er habe durch seine Evolutionstheorie Gott selbst getötet, indem er ihn auf diese Weise widerlegte.

Man kann diese Erschütterung im Glauben auch noch bis heute nachvollziehen. Denn der Begriff "Evolutionstheorie" beinhaltet immer noch den Begriff "Theorie", also eine Hypothese, womit zum Ausdruck gebracht werden soll, dass es sich hierbei nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse handele. Ein fauler Kompromiss zwischen Kirche und Wissenschaft.

Was Darwin – und alle anderen bibeltreuen "Gelehrten" – damals in seiner Erschütterung nicht erkannte, war die "Verschiebung" der Schöpfungsgeschichte. Die Bibel zu widerlegen bedeutet nicht, Gott zu widerlegen. Dies muss man ganz klar trennen. Schließlich wurde die Bibel nicht von Gott geschrieben, sondern von Menschen. Es waren halt keine sieben 24-Stungen-Tage, sondern Epochen-Tage. Und schließlich sind wir keine Golems, sondern aus völlig anderem Material gemacht.

Hier kann man aber erkennen, wie blind der Glaube für die Wahrheit macht. Denn Glaube muss nichts beweisen und damit ist es viel leichter zu leben.
Traurig, aber wahr ;-)

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