Frage von hks2222, 61

Chance auf Meister-BAföG oder elternunabhängiges BAföG?

Ich bin 23 Jahre alt, habe eine abgeschlossene Berufsausbildung (IHK) und studiere an einer Fachhochschule in einem Bachelor-Studiengang.

Derzeit bekomme ich "nur" die normale Schüler/Studenten-BAföG-Förderung. Diese fällt ziemlich gering aus, da mein Vater ein relativ hohes Einkommen hat – wovon ich aber nichts abbekomme. Ich komme gerade so um die Runden und kann auch oft aus Geldmangel meine Studienarbeiten nicht nach Vorstellung (Gestaltungs-Studiengang) umsetzen und will/kann so auch nicht weiterstudieren. Ich brauche mehr Geld und das Studium erlaubt mir keine freie Minute für einen Nebenjob.

Meine eigentlichen Fragen:

  1. Für elternunabhängiges BAföG müsste ich jetzt noch 3 Jahre arbeiten? Ist das so richtig?
  2. Meister-BAföG gibt es nicht für Bachelor-Studenten? Was aber meiner Meinung nach total unfair ist?! Ich denke, dass ein Berufstätiger, der sich dafür entscheidet einen Meister zu machen, will sich – wie auch ich – auch nur fortbilden, hat aber im Normalfall schon viel mehr Geld verdient und wird in der Regel auch noch vom Betrieb unterstützt!? Außerdem stellt ein Meister-Abschluss und ein Bachelor-Abschluss laut der Bildungspyramide die gleiche Bildungsebene dar. Eine Behauptung, dass ein Bachelor über den Meister liegt, ist falsch.
  3. Wäre klagen eventuell sinnvoll? Oder sind die Erfolgschancen eher gering?

DANKE!

Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 38

Hi,

also:

1) Ja, entweder 3 Jahre Vollzeit + 3 Jahre Ausbildung oder 5 Jahre Arbeit. Bedenke aber auch, dass nur die Zeit angerechnet wird, bei denen du mehr als 1070€ netto monatlich erwirtschaftest. Nur dann, gilt es als selbst finanziert. Du brauchst also in diesen Zeiten ein Mindesteinkommen.

2) Das hat nichts damit zu tun, was höher ist. Es gibt verschiedene Förderungen für verschiedene Menschen. Schüler haben einen geringeren Bedarf, bekommen Schüler Bafög und müssen nichts zurückzahlen. Meisterbafög gilt eben für Menschen, die es wagen vom Job nochmal zu lernen. Das muss man ja auch auch voll zurückzahlen. Und Studenten-Bafög (Bachelor und MAster) gibt es eben 50% Kredit.

3) Nein, klagen bringts nicht. Du könntest deinen Vater auf das dir zustehende Geld verklagen (aber das meintest du ja wohl nicht).

Wenn du deinen Vater entlasten willst und das Geld nicht von ihm einfordern willst, dann kannst du ja einen Studienkredit (Kfw) aufnehmen. Du könntest auch etwas jobben und das mit dem Studienkredit kombinieren.

Am Geld scheitert ein Studium nie. Dafür gibt es genügend Möglichkeiten an Geld zu kommen. Man muss aber nur auch den Weg zu diesem Geld gehen wollen.

Kommentar von hks2222 ,

Doch, an dem scheitert es! Und einen Kredit aufnehmen... schön und gut, aber dann arbeite ich jetzt lieber 3 Jahre.
Ist halt sehr witzig, dass ich dann bestimmt viel mehr finanzielle Mittel haben werde und dann auch noch gefördert werde.
Jetzt bleibt mir so gut wie nichts. Und meinen Vater kann nicht jedem Kind 750 Euro im Monat schenken, dafür reicht es dann auch wieder nicht.

Kommentar von Fortuna1234 ,

Meister-Bafög ist auch ein Kredit, normales Bafög ist ein halber Kredit. Wieso jetzt also so gegen den Kfw Kredit.

Hast du denn in der Ausbildung mehr als 1070€ verdient? Wenn nein, musst du dir jetzt einen Job suchen, in dem du mehr als diese 1070€ netto verdienst und dann 5(!) Jahre vollarbeiten. Und erst danach kannst du dann elterunabhängiges Bafög bekommen. Und dann solltest du nicht über 30 sein, sonst musst du nachweisen, warum du nicht schon vorher studiert hast.

Ich finde es schade, dass dein Vater scheinbar genug Einkommen hat und dir jetzt nichts gibt.

750€ verlangt ja auch keiner. Aber wenn du einen 450€ Job machst (und JA der ist immer möglich). Das ein 450€ Job nicht möglich wäre, sagen nur Leute die es noch nicht mal probiert haben. das sind 14 Stunden die Woche bei 8€/Std. Und selbst wenn du nicht die ganzen 450€ verdienst, kannst du doch wohl mal 6 std die woche  irgendwo arbeiten gehen. Das ist möglich für alle die nicht geistig oder körperlich eingeschränkt sind.

Kindergeld bekommst du ja auch noch (190€). Ich seh das eher als Luxusproblem an. Job 200€ +Kindergeld 200€ + Vater/Kredit200€ = 600€. Davon kann man wunderbar leben als Student.

Dazu kannst du dann noch 200€ Kredit aufnehmen und dein Vater gibt dir 200€.

Oder du nimmst jetzt einen Studienkredit auf und dein Vater hilft dir später zurückzahlen.

es kann nicht sein, dass du hier verzweifelst obwohl dein Vater dich unterstützen könnte und auch müsste.

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