Frage von AnyBody345, 141

Chance auf Arbeitslosengeld?

Hallo sehr geehrte Community. Zu meiner Situation und Frage, Mein Lebensmittelpunkt befindet sich aus familiären Gründen in Berlin. Ich arbeite seit 01.05.2014 fest am Flughafen München. Auf Grund von familiärer und finanzieller Veränderung kann ich mir nun die arbeit dort nicht mehr leisten, denn das pendeln und die doppelte Haushaltsführung frisst mich auf und ein komplett Umzug nach München ist familiär nicht möglich. Nun habe ich die ganze zeit schon drauf gezahlt und meine Ersparnisse sind auch weg. Es hilft alles nichts , ich muss da weg. Wenn ich nun kündige bekomme ich kein Arbeitslosengeld. Ich suche zwar seit geraumer Zeit in Berlin neue Arbeit, das gestaltet sich allerdings schwierig da ich eine Kündigungsfrist von 3 Monaten habe. Ich möchte nicht den Eindruck vermitteln das ich mich jetzt Zuhause auf Kosten des Staates ausruhen will , nein aber wenn ich kündige habe ich kein Einkommen mehr solange ich gesperrt bin.

Habt ihr Tipps für mich? Gibt es Ausnahmen beim Amt? Kann mein Chef mich evtl. kündigen?
Wie spreche ich das am besten an?

Vielen Dank fürs lesen,

Gruß Martin

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DerSchopenhauer, 57

Bist Du verheiratet?

Wenn ja, kannst Du Deine bisherige Arbeitsstelle kündigen ohne das Du eine Sperrzeit bei der Arbeitsagentur bekommst (grundgesetzlicher Schutz der Ehe), da eine dauerhafte räumliche Trennung vom Ehepartner nicht zumutbar ist.

Wenn nicht, dann kann es auch dringende persönliche Gründe geben eine Arbeitsstelle zu kündigen, die keine Sperrzeit nach sich ziehen (hier sollte man sich VOR der Kündigung mit der Arbeitsagentur in Verbindung setzen und sich bei einem Rechtsanwalt beraten lassen, falls die Arbeitsagentur die Gründe nicht anerkennen will).

Kommentar von AnyBody345 ,

vielen Dank, nein noch nicht verheiratet. Aber in einer Festen Partnerschaft seit 7 Jahren und seit 3 Jahren räumlich getrennt durch die Arbeitsstätten.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Wenn Du nicht verheiratet bist, dann müssen andere wichtige Gründe vorhanden sein, als die Aufrechterhaltung einer Partnerschaft, da hier der grundgesetzliche Schutz nicht greift

Bei einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft müsste rechtlich geklärt werden, ob das in diesem Fall einer Ehe gleichgestellt werden kann.

Antwort
von Wissensdurst84, 53

Guten Abend,

Dein Chef kann dir betriebsbedingt kündigen.

Damit bekommst du keine Sperrfrist vom Arbeitsamt.

Überzeugen deinen Chef alternativ von der Dringlichkeit eines Aufhebungsvertrages.

Sodann sollte folgendes beachtet werden, damit der Aufhebungsvertrag eine runde Sache wird:

Zur Sicherheit, zu Beweiszwecken und weil es das Gesetz verlangt, muss der Aufhebungsvertrag immer schriftlich abgefasst werden. Wird diese Schriftform nicht eingehalten, ist der Aufhebungsvertrag nichtig und das Arbeitsverhältnis besteht fort.

Im Einzelnen sollten folgende Punkte in dem Vertrag geregelt werden:

{C}- Der Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

{C}- Eine mögliche Abfindung (dies wird nicht Betracht kommen, wenn der Aufhebungsvertrag auf Initiative des Arbeitnehmers erfolgt, um den Arbeitgeber für einen neuen Arbeitsplatz vorzeitig zu verlassen.

{C}- Freistellung des Arbeitnehmers.

{C}- Urlaubsabgeltung, offene Vergütung, Entgeltfortzahlung.

{C}- Rückgabe von Arbeitsmitteln (falls erforderlich).

{C}- Wettbewerbsverbot (falls erforderlich).

{C}- Zeugnis.

{C}- Betriebliche Altersvorsorge (falls erforderlich).

{C}- Belehrung über sozialrechtliche Folgen, wie Sperre von der Agentur für Arbeit (dies dient der Sicherheit des Arbeitgebers, ist meist aber nicht erforderlich, wenn der Aufhebungsvertrag auf Initiative des Arbeitnehmers erfolgt).

{C}- Erledigungsklausel.

{C}- Salvatorische Klausel.

{C}- Unterschriften von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Da es auch beim Aufhebungsvertrag eine Menge zu beachten gibt, solltendu  unbedingt rechtzeitig einen Rechtsanwalt damit beauftragen, einen entsprechenden Vertragsentwurf zu prüfen oder einen – deinen Bedürfnissen entsprechenden – Vertrag zu entwerfen.

Ich hoffe ich konnte helfen und meine Antwort war hilfreich.

Wissensdurst84

Kommentar von Markus1804 ,

Das stimmt so leider nicht. Auch ein Aufhebungsvertrag hat in der Regel die gleichen Sperrzeit-Folgen wie eine Eigenkündigung. Insofern rate ich dringend einen Aufehbungsvertrag nicht abzuschließen !!!

Antwort
von Kleckerfrau, 90

Mach eine Termin bei der Agentur für Arbeit und sprich das Thema an. Dort werden sie dir sagen, ob du eine Sperre bekommen würdest , oder nicht.

Antwort
von Markus1804, 25

Soviele Spezialexperten hier und ebenso viele falsche Antworten.... Nochmal von vorne, damit es auch die anderen verstehen:

- Solange Du einer Erwerbstätigkeit nachgehst, die weder gekündigt/aufgehoben oder ausläuft , passiert gar nix. Du musst Dich auch nix machen.

- wenn du gekündigt wirst (betriebsbedingt ! nicht personenbedingt!) oder die Befristung ausläuft(ohne Verlängerung), musst Du Sich sofort an dem Tag/folgenden Tag (bei Befristung dri Monate vor Ablauf !!)arbeitssuchend melden. Dann kriegst Du nach Beendigung ganz normal ALG1 ohne Abzüge.

- wenn Du selbst kündigst, fristlos gekündigt wirst oder einen Aufhebungsvertrag abschließt oder nicht ungehend (s.o.) dich persönlich arbeitssuchend meldest, erhälst Du eine Sperrzeit. 

- Ein bestimmter Ausnahmefall ist bei Dir sowei ich sehe nocht gegeben.

folge >>

Kommentar von Markus1804 ,

>> folge: [Tippfehler und autom. Vervollständigungen dürfen behalten werden]

- Allerdings kannst Du auch parallel zu deiner Erwerbstätigkeit, die Beratungsangebote der Arbeitsagentur in Anspruch nehmen. Entweder persönlich oder über die Jobbörse im Internet. Du musst dann nur angeben, dass Du ausschließlich Beratungsleistung wünschst und keinen Leistungsantrag stellst, weil Du ja noch erwerbstätig bist. Die helfen bei sowas auch.

- Wenn alles nix hilft, kanns Du trotzdem  selbst kündigen. Du erhälst dann zwar eine dreimonatige Sperrzeit, jedoch kannst Du für diese drei Monate dann Hartz4 beantragen. Dort erhälst Du dann die Unterkuntskosten und eine sanktionierte Regelleistung - also 30% weniger - analog zur ALG1-Kürzung. Mit anderen Worten Unterkunft und gröbste Lebenshaltung kann aufrecht erhalten werden. Voraussetzung hierfür ist natürlich, Dass Du nicht noch irgendwelche größeren Vermögenswerte wie nicht selbst genutzte Immobilien oder Sparbeträge über Höhe x.

Antwort
von Peppi26, 76

Warum nimmst du einen job an wo du noch drauf zahlen musst? Das ist unlogisch und ich wäre schon längst nach München gezogen! Frag einfach mal beim Amt nach!

Kommentar von AnyBody345 ,

Das Problem ist , man bekommt heute kaum noch eine Festeinstellung in der Luftfahrt. Doch dort hatte sich mir die Chance geboten, da ja unser Flughafen in Berlin nicht fertig wird -.- zu erst hatte es ja alle prima funktioniert aber es gab nun ein paar Veränderungen und ich dachte ich schaffe es , habe mich aber geirrt.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 54

Wann hast du dich denn in Berlin "arbeitssuchend" gemeldet?

Wenn du das bisher nicht getan hast, wirst du wohl oder übel mit einer Sperrfrist rechnen.

Kommentar von AnyBody345 ,

kann ich mich arbeitssuchend melden obwohl ich mich in Arbeit befinde?

Kommentar von DerHans ,

Das ist der normale Weg. 

Man meldet sich "arbeitssuchend" und kann dann parallel auch die Möglichkeiten der Arbeitsagentur nutzen. Hat man dann eine Stelle gefunden kündigt man fristgerecht und kann nahtlos wechseln.

Wer seine Arbeitslosigkeit selbst herbei führt, wird in 99 % der Fälle sanktioniert.

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