Frage von NeundNeugierig, 32

CDU, große Firmen steuerlich entlasten warum?

Hallo, Danke das Ihr euch diesen Beitrag anschaut und mir helfen möchtet. Danke im voraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dirk-D. Hansmann, 7

Das findest Du nicht nur bei der CDU. Egal wo die Sympathien liegen, aber dieses Phänomen ist aus vielen Gründen verbreitet. Das gleiche Spiel treiben aber auch die Länder miteinander.

Ausländisches Kapital locken und inländisches halten. Daraus erwartet man positive Effekte in verschiedenen Bereichen. Zum Teil ist das lediglich Hoffnung und zum anderen Teil stimmt es. Kann auch ein Scheinargument sein und gar nicht zutreffen.

Bleiben beispielsweise Gelder rein zu spekulativen Zwecken im Geldkreislauf der Börse führt dieses lediglich zu höheren Börsenkursen. Davon profitiert aber die sogenannte Realwirtschaft so gut wie gar nicht.

Fließt das Geld aber ab, weil ein anderes Land durch niedrige Steuern seine Unternehmen zu höheren Gewinnausschüttung anregt, dann kann es auch zum Platzen einer Blase kommen. Oder wenn nicht mehr ausreichend Geld in den Kreislauf gepumpt wird.

Geht man davon aus, dass gerade personalkostenintensive Unternehmensgründungen einen Beitrag zur Stützung der Binnennachfrage bringen, dann gibt es dafür schon Argumente.

Auch Investitionen führen zu auf der einen Seite zu Folgeinvestitionen und auf der anderen Seite zieht natürlich der Kauf von Gütern weitere positive Wirkungen nach sich. So lange man gedanklich in der Richtigkeit von ewigem Wachstum verharrt.

Was hier im alten Denken korrekt ist, ist die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Was allerdings nicht korrekt ist, dass eine Volkswirtschaft oder auch nur ein Unternehmen endlos wachsen kann. Schließlich braucht das Unternehmen für seine Waren und Dienstleistungen auch einen Markt.

Ist dieser Markt nicht vorhanden, dann geht das größte Unternehmen, mit den tollsten Produkten unter. Diese Angst bestimmt in Deutschland übrigens mehr die Politik als jemand zugeben würde.

Auch andere Länder lernen besser zu produzieren, auch in anderen Ländern werden neue Technologien zu einem guten Teil besser entwickelt. Hier hat Deutschland noch einen Vorsprung durch Erfahrung. Den man aber auch verspielen wird.

Die Politik traut sich allerdings nicht an die richtigen Probleme ran. Sie hat z.T. auch aus Gründen von politischen Überzeugungen den Staat weitgehend geschwächt. Möglichkeiten wie sie dem japanischen Wirtschaftsministerium gegeben sind, existieren hier nicht einmal im Ansatz.

Da bleibt es der Politik nur übrig Auflagen bei sozialen Standards wie Kündigungsschutz, Umweltauflagen und im Bereich Vermögens- und Ertragssteuern schön im unteren Bereich zu bleiben.

Aus der Wirtschaftswissenschaft wurde erkannt, dass gerade forschungs- und entwicklungsintensive Unternehmen hohe Wertschöpfungen ermöglichen. Diese sind in den letzten 15 Jahren immer wieder mal gefördert worden. Weil die Vorlaufzeiten bis zur Marktreife lang sind.

Das gilt für die Bereiche Chemie gerade mit der Schaffung neuer Werkstoffe. Oder Energie, wie effektivere Wind- und Solarkraftanlagen. Aber auch viele andere Bereiche.

Unter dem Strich geht es bei der Steuersenkungspolitik immer um den internationalen Wettbewerb. Da dort kleine Handwerksbetriebe oder Händler keine Chance haben, profitieren die in der Regel nicht so.

Insbesondere in der Zeit mit Schröder als Bundeskanzler wurden viele Steuersenkungen durchgezogen. So ist der Steuersatz für Kapitalgesellschaften von 25% auf 15% abgesenkt worden. Klingt nicht viel, allerdings kommt da immer noch die Gewerbesteuer drauf. Dann können auch 15% viel sein.

Wobei auch Einzelunternehmen die Gewerbesteuer zahlen müssen. Die erhalten hier aber die Belastung bei der Einkommensteuer etwas ausgeglichen.

Was hierbei nicht bemerkt wurde, ausgerechnet die rot-grüne Bundesregierung hat damit den gesamten Arbeitgeberbereich in der Steuer entlastet. Und sogar noch in der Einkommensteuer den Spitzensteuersatz abgesenkt.

Man könnte also wenn man wollte. Allerdings ist die Frage ob ein so kastrierter Staat mit immer weniger Einnahmen überhaupt noch Lenkungsfunktionen übernehmen kann.

Es geht also um weit mehr bei der Steuerpolitik, als nur um die Steuern selbst. Es geht seit den 80´er Jahren um enorme Umverteilungen von armen Menschen auf die Reichen. Man kann es leider so pauschal sagen.

Wobei ich als reich gar nicht den Millionär sehe. Nicht einmal den Einkommensmillionär. Die wirklich große Umverteilung geht in das obere eine Prozent. Das kann man sowohl global beobachten - also weltweit für alle, aber auch für die einzelnen Länder.

Es ist schwer auf eine vordergründig einfache Frage so einfach zu antworten. Dabei sind die Auswirkungen nur über Armutsberichte und ähnliche Statistiken überhaupt zu greifen. Und da kann man natürlich auch sich hinstellen und andere stimmende Gründe für die Entwicklung ran ziehen.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 4

Die größte Entlastungsaktion für Großunternehmen hat die rotgrüne Koalition unter Schröder gemacht.

Freistellung von Gewinnen aus Anteilsverkäufen

Körperschaftsteuersatz auf 15 % gesenkt.

Antwort
von Lohengrimm, 17

Wenigstens diese Wählergruppe wollen sie sich noch erhalten. 

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