Frage von chillmalhart, 131

Cannabis und Vollnarkose, verträgt es sich?

Hey Leute. Am Donnerstag den 8.9 habe ich eine Weisheitszahn OP wo mir alle 4 Weisheitzähne rausoperiert werden mit Vollnarkose. Am Dienstag (30.08) bzw Mittwoch morgens (31.08) habe ich das letzte mal gekifft. Ist es bedenklich? Ich will den Zettel zum ausfüllen bei weiter Rauschmittel aber auch nicht mit ja beantworten da meine Eltern das dann sehen würden.

Antwort
von RaphaelDeLaGe, 65

Dürfte kein Problem sein, wenn du bis dahin nicht nochmal rauchst.

Wie alt bist du? Wieso sollten deine Eltern den Zettel zu Gesicht bekommen. Das ist ne Sache zwischen dir und deinem Arzt

Kommentar von chillmalhart ,

17 

Kommentar von RaphaelDeLaGe ,

Dein Arzt hat übrigens Schweigepflicht. Aber ich weiß nicht, wie das bei Minderjährigen ist. Wär es denn so schlimm, wenn es deine Eltern erfahren?

Kommentar von chillmalhart ,

So richtig schlimm nicht, aber muss ja nicht sein

Antwort
von ede45, 74

Es gibt viele Gründe warum man dem Anästhesisten sagen sollte, dass man raucht, Alkohol trinkt oder Drogen nimmt. 1.) Die Narkoseeinleitung und die Intubation könnte schwieriger werden weil die erforderliche Tiefe der Narkose für eine Intubation möglicherweise nicht erreicht wird. Der Pat. könnte wieder aufwachen während der OP. Weiterhin besteht erhöhte Aspirationsgefahr weil beim Rauchen die Magensäureproduktion gesteigert wird. Das heißt, der Pat. ist nicht nüchtern. Man sollte mindestens 6 Std. vor der Narkose nicht mehr rauchen. 2.) Unabhängig davon schwächt rauchen das Immunsystem und schädigt alle Organe vor allem die Lunge. Darum erhöhte Gefahr einer Lungenentzündung nach der OP wegen der künstlichen Beatmung während der Narkose. Weiterhin sind die Bronchien eines Rauchers verschleimt weil Nikotin die Flimmerhärchen lähmt die den Schleim abtransportieren sollen. Auch deswegen ist die Lunge anfälliger für eine Lungenentzündung. 3.) Falsche Werte bei der Sauerstoffanzeige weil dass an Hb-gebundene Kohlenmonoxid fälschlicherweise miterfasst wird. Es gaukelt eine falsche Sauerstoffsättigung vor. Es zeigt 99% an, ist aber in Wirklichkeit niedriger weil Kohlenmonoxid fälschlicher Weise auch als Sauerstoff gemessen wird. 4.) Minderdurchblutung des OP- Gebietes bzw. des ganzen Körpers auf Grund der Gefäßverengenden und Gefäß schädigenden Wirkungen des Nikotins. Auch Alkohol schädigt die Gefäße. Daraus resultieren Wundheilungsstörungen u. Infektionen. 5.) Raucher u. Alkoholiker (wenn die Leber noch nicht geschädigt ist) benötigen mehr Narkosemedikamente. Die Toleranz für diese Med. ist größer. Bei längeren Genuss von Alkohol oder Drogen passt sich die Leber an und kann diese Gifte immer schneller und besser abbauen. Das bedeutet, dass diese Menschen mehr Narkosemedikamente benötigen weil auch die Narkosemedikamente schneller abgebaut werden. Sonst könnten diese Pat. während der Narkose plötzlich aufwachen. 6.) Alkoholiker und Kiffer haben mehr Rezeptoren bzw. die Rezeptoren werden unempfindlicher an denen auch die Narkosemed. andocken. Darum benötigen sie mehr Narkosemedikamente bis alle Rezeptoren besetzt sind. Diese Aussage trifft aber nur zu, wenn vor der OP kein Alkohol oder THC/CBD-Spiegel vorhanden war. War ein Spiegel vorhanden, verstärken sie die Wirkung der Narkosemedikamente (additive Wirkung). Dies führt zu einer tiefen Narkose bzw. die Hirntätigkeit wird stark gedämpft und kann das Aufwachen verzögern sowie die Atmung beeinträchtigen (Atemdepression) und den Blutdruck gefährlich senken (Hypotonie). Dies kann Lebensbedrohlich werden. Bei Rauchern ist vor allem durch die vorgeschädigte Lunge die Sauerstoffaufnahme in den Lungenbläschen reduziert. Wenn zur Aufrechterhaltung der Narkose ein Gas verwendet wird, benötigen Raucher eine höhere Konzentration an Gas um die gewünschte Wirkung zu erzielen weil der Gasaustausch durch die geschädigten Lungenbläschen beeinträchtigt ist. Bei Rauchern kann das Narkosegas eine spastische Reaktion in den unteren Atemwegen hervorrufen und im schlimmsten Fall eine Beatmung unmöglich machen. Im Zweifel wählt der Anästhesist eine TIVA. Nikotin und Alkohol lösen im gesamten Körper Stress aus. Darum haben sie einen erhöhten Stoffwechsel, Bluthochdruck und mehr Adrenalin im Blut. Durch den erhöhten Stoffwechsel und den hohen Adrenalinspiegel werden auch Narkosemedikamente schneller verstoffwechselt bzw. abgebaut. Auch darum benötigen solche Pat. mehr Narkosemedikamente damit sie während der OP nicht aufwachen (Awareness). Auch sehr ängstliche bzw. aufgeregte Pat. haben einen erhöhten Adrenalinspiegel bzw. ein erhöhtes HZV. Dadurch fließt ein geringerer Anteil Blut also auch weniger Sauerstoff und Narkosemed. zum Gehirn. Darum benötigen aufgeregte, ängstliche Patienten auch mehr Hypnotikum und Schmerzmittel. 7.) Alkohol schädigt jede Körperzelle. Aber besonders Leber, Gehirn, Herz und Knochenmark. Durch die giftigen Abbauprodukte des Alkohols (Acetaldehyd etc.) werden die Leber und das Gehirn besonders geschädigt. Daraus resultiert nach längerem Genus: Sodbrennen, Gastritis, Pankreatitis, Hypertonie, Leberzirrhose, Aszites, Ösophagusvarizen, Blutungen, Nierenschäden, Eiweißverlust, Arteriosklerose, Peritonitis, Schädigung der Herzzellen u. Herzkranzgefäße. Folgen: Herzschwäche, Herz-Rhythmusstörungen, Herzinfarkt. 7.2) Durch Alkohol wird der Tonus des unteren Speiseröhrenschließmuskels herabgesetzt sowie die Peristaltik der Speiseröhre (Aspirationsgefahr). 7.3) Die Leber hat einen erhöhten Sauerstoffverbrauch (Abbau von Alkohol, Fetten etc.). Die Durchblutung von Organen verändert sich. Eine Sauerstoffunterversorgung des empfindlichen Gehirns im Rahmen einer Narkose könnte die Folge sein. 7.4) Durch die Schädigung der Leber kommt es zu Gerinnungsstörungen. Dadurch kann es zu Blutungen bzw. Nachblutungen kommen. 7.5) Bei Rauchern kann es zu Adhäsionen von Blutzellen kommen. Das heißt, Blutzellen können verklumpen und so eine Thrombose, einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie auslösen. Also unbedingt alles angeben. Hierbei ganz wichtig! Ein Anästhesist mit viel Erfahrung der die ganzen Komplikationen ausreichend beherrscht bzw. angemessen entgegen wirken kann! LG

Kommentar von mairse ,

Schonmal was von Absätzen gehört? Ich bezweifle dass sich jemand deine Textwand komplett durchliest

Kommentar von ede45 ,

Schon mal etwas von Anstand, Respekt, gutem Benehmen, Akzeptanz bzw. Leben und leben lassen gehört? Ich bezweifle, dass arrogante Besserwisser die aber keine adäquate Antwort geben können hier bei gutefrage.net gut ankommen! Damit ist dem Fragesteller nicht geholfen! Alles was dem Fragesteller ansatzweise interessiert bzw. weiterhilft ist erlaubt. Alles andere ist kontraproduktiv. Wem es zu lang ist, braucht es ja nicht zu lesen!

Kommentar von mairse ,

Da ist ja jemand zickig drauf. Übrigens geht es nicht um die Länge des Textes, sondern darum dass er ohne irgendwelche sinnvollen Einteilungen geschrieben wurde, was es sehr mühselig macht ihn zu lesen.

Kommentar von Busverpasser ,

So wie ich das entnehme, ist Alkohol und Rauchen das größere Problem?

Aber ich denke das wichtigste ist, dass der Anästhesist sich darauf einstellen kann? 

Ich habe mal von einem Arzt gehört, dass Alkoholiker während einer Operation geringe Mengen reinen Alkohol intrvenös bekommen, um Komplikationen durch Entzugserscheinung zu vermeiden.

Docken Narkosemittel tatsächlich an Cannaboidrezeptoren an?

Kommentar von ede45 ,

In der Tat ist Alkohol und Rauchen dass größere Problem. Darum kann auch keiner verstehen, warum die Politik der Alkohol und Zigarettenindustrie nicht entschiedener den Kampf ansagt aber bei Cannabis die Menschen kriminalisiert werden. Narkosemedikamente vor allem die Hypnotika haben ja ähnliche Wirkmechanismen wie Drogen. Sie besetzen die gleichen Rezeptoren. Übrigens auch Alkohol ist eine Droge und besetzt auch die gleichen Rezeptoren. Darum sollte das ein Anästhesist unbedingt wissen. Ein sehr erfahrener Anästhesist bemerkt dies schon bei der Narkoseeinleitung relativ schnell. Aber jeder Anästhesist ist eben nicht erfahren oder sehr gut in seinem Fach. Das musste ich leider am eigenen Leib erfahren. Trotzdem meine Anästhesistin in Duisburg Fahrn eine Oberärztin war, hat sie bei meiner Narkose fahrlässig und falsch gehandelt.



Kommentar von ede45 ,

Nein! Alkoholiker bekommen keinen Alkohol während der Narkose. Dafür gibt es andere Mittel. Alkohol wäre ein zusätzliches Risiko während einer Narkose. Alkohol ist ein Gift für den ganzen Körper welches die Narkoserisiken erhöhen und sogar unberechenbar machen würde. Ein Anästhesist würde einen alkoholisierten Patienten nur in einer Notsituation narkotisieren bzw. operieren lassen. LG



Kommentar von AntwortMax ,

Also ein paar Absätze hätten deiner Antwort nicht geschadet. Das ist ja unglaublich anstrengend zu lesen.

Kommentar von ede45 ,

Ich gebe dir ja Recht! Aber dann wird der Text noch länger.

Kommentar von procurator ,

Hallo ede45! Ich weiß nicht, ob dir dies aufgefallen ist? Aber wenn du mal auf die Uhrzeit oder Minuten schaust, drängt sich der Verdacht auf, dass entweder AntwortMax auch mairse oder der Freund oder die Freundin ist. Danke für das Kompliment! LG

Antwort
von procurator, 92

Das kannst du dem Arzt auch noch kurz vor der OP sagen wenn keiner dabei ist. Der Arzt hat Schweigepflicht! Mit 17 kannst du eigentlich auch schon alleine zum Gespräch gehen und unterschreiben.

Kommentar von chillmalhart ,

Nein leider nicht. Beim Vorgespräch wollte ich alleine hingehen, sofort meine die Schwester am Telefon, dass ein Sorgeberechtiger dabei sein muss. Aber das werde ich mal versuchen, es noch kurz vor der OP zu sagen. (:

Kommentar von ede45 ,

Ja, sag es bitte noch vorher. Du kannst auch einen Brief an die Anästhesieabteilung in dem KH schreiben. Dann wird im Nachhinein noch ein Vermerk in dein Einwilligungsbogen gemacht. Der Arzt darf dies nicht weiter erzählen. Auch nicht das Personal auf Station. Übrigens kennen das schon die Ärzte. Du bist nicht der Ein-zigste! LG

Antwort
von mairse, 92

Das sollte kein Problem sein wenn du über eine Woche vorher nichts geraucht hast.

Kommentar von ede45 ,

Wenn man kein medizinisches Fachwissen hat, sollte man lieber den Mund halten. Es kommt nicht so sehr auf den Abstand des Konsums an sondern auf die Häufigkeit des Konsums!! Entschuldige, aber jetzt verstoße ich auch mal gegen die gute Sitte und kommentiere eine falsche Antwort. Normalerweise mache ich so etwas nicht, sondern lasse jede Antwort so stehen bzw. gelten!! LG

Kommentar von mairse ,

Und wie sollte deiner Meinung nach Cannabis die Narkose beeinflussen wenn das wirksame THC schon lange aus dem Körper ausgeschieden ist?

Tut mir Leid, habe weder die Zeit noch die Ausdauer deinen Block da oben zu lesen.

Kommentar von ede45 ,

Bei häufigem Konsum tritt eine Gewöhnung ein. Der Körper produziert mehr Rezeptoren an denen die Suchtmittel bzw. Drogen andocken. Wenn man dann den selben Effekt erzielen will, muss man die Dosis der Droge bzw. Suchtmittels erhöhen. Der Körper verlangt nach mehr.

Darum kann ein Alkoholiker bei einem Promille Wert von 3,0
noch stehen oder gerade gehen, wobei ein Anfänger bei diesem Wert ins Koma fällt oder sogar stirbt.

Um bei solchen Patienten eine Intubation bei der Einleitung einer Narkose durchführen zu können, benötigt er wesentlich mehr Narkosemedikamente als einer der noch nie Drogen oder Alkohol zu sich genommen hat. Denn erst wenn alle Rezeptoren mit dem Medikament besetzt sind, ist eine ausreichende Narkosetiefe für eine erfolgreiche Intubation erreicht bzw. gegeben.

Weiter will ich diese Thema nicht vertiefen. Denn das würde jetzt und hier zu weit führen (und zu lang). LG



Kommentar von ede45 ,

Wenn diese Pat. eine normale Dosis an Narkosemedikamenten bekommen würden, ist die Gefahr bedeutend größer, dass sie während der Narkose aufwachen.

Kommentar von DerNeueimBlock ,

Welche Medikamente die bei einer Narkose verwendet werden wirken sich denn genau auf die zwei Rezeptoren CNR1 und CNR2 aus?

Hypnotika wirken über die GABA-Rezeptoren, die gängigen Schmerzmittel über die Opioid-Rezeptoren und Muskelrelaxans über die nAChR.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten