Mein Mann hatte gestern eine Bypass-OP und es wurden 4 Bypässe gemacht. Er ist erst 48 Jahre alt und wirklich niemand hat damit gerechnet, dass es so schlimm war, dass diese große OP gemacht werden mußte. Er ist nicht übergewichtig oder hatte sonst gravierende Symptome. Festgestellt wurde am 1.11. im einem Sportstudio sein immens hoher Blutdruck von 188 / 110 am Sonntagmorgen! Das war Ruheblutdruck! Div. Untersuchungen folgten.
Wenn wir im Urlaub wandern waren auf La Palma oder Madeira war er bei Anstiegen voll am Schwitzen und nach Luft japsen ( aber ohne Stechen in der Brust! ). Auch ich schwitze und japse mal, wie sicher viele Menschen, die nicht voll trainiert und weniger Ausdauer haben. Also ich wäre im Traum nicht darauf gekommen, dass es was mit Herz, Kranzgefäßen oder ähnlichem zu tun hat.
Nun hat er die OP soweit gut überstanden. Eine Freundin, die dort Krankenschwester ist, hat immer mal wieder geguckt. Er war auch recht schnell wieder klar nach der OP und hat schon mit ihr gesprochen. Ich sollte bisher nicht kommen, darf aber nachher gleich hin!
Hat jemand Erfahrung mit der Heilung und dem Verlauf nach einer solchen OP? Auch mit Reha-Aufenthalt. Es ist klar, dass er eine Reha machen wird. Diese kann ambulant und auch stationär gemacht werden. Gibt es jemanden mit Erfahrung und Empfehlung für ambulant oder stationär? Bin dankbar für jede Info!
Bypass-OP und Verhalten danach
Antworten (4)
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sididela Ergänzung: Noch zum Thema Heilung: Die schlimmsten Tage sind wie gesgt die ersten 2-4. Die Schmerzen danach sind relativ schnell gut erträglich. Was lange dauern kann, sind so "kleine" Dinge: es ziept noch lange in der Narbe (auch in der am Bein, wo die Ersatzvene herausgenommen wird - diese Narbe machte meinem Mann mehr Ärger als die am Brustbein), immer wieder ganz kleine Blutergüsse um die Narbe herum. Und sei geduldig mit ihm, er wird immer wieder mal Angst und Panik bekommen, wenn es ihm irgendwie nicht gut geht. Das ist normal und das darf auch sein. Hör ihm dann einfach zu, nimm es ernst und schick ihn lieber einmal zu viel zum Kardiologen - zur Beruhigung. Und ganz wird man die Angst nie weider los. Aber wenn man sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt, birgt das auch Chancen: auf eine gewisse "Weisheit" und mehr Lebensfreude. Man nimmt vieles nicht mehr so wichtig, anderes dagegen bekommt ganz andere Bedeutungen. Man lernt z.B. das Glück zu schätzen, einfah nur am Leben sein zu dürfen.
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sididela Mein Mann (jetzt 65) hatte vor 20 Monaten auch eine Bypass-OP. Die ersten 2-4 Tage nach der OP sind ziemlich furchtbar, lass dich nicht erschrecken! Ich rate u n b e d i n g t zu einer stationären Reha. Dort muss und darf er sich um nichts weiter als um sich selbst kümmern und er wird kompetent und kontrolliert wieder an normale Belastungen herangeführt. Zu Hause macht man doch alles Mögliche - oder auch gerade nicht, man ärgert sich über alltäglich dinge usw. Man bekommt dort neben der Physiotherapie auch viel Informationen über die weitere Lebensweise. Ich denke, er wird nach der OP Blutdrucksenker, Betablocker und Blutverdünner (ASS 100 mg) bekommen. Und er sollte sich regelmäßig und angemessen bewegen. Man muss möglichst schnell ein Gefühl dafür entwicklen, wieviel dem Körper gut tut, damit man nicht zuviel tut ("Ich m u s s aber mindestens 30 Minuten laufen, auch wenn es sehr schwer fällt ..." - nein! man m u s s nämlich nicht, wenn es nicht gut tut!!!) aber auch nicht der Bequemlicheit nachgibt. Und bei allem Besonderen (lange Flüge, Skilaufen in großen Höhen, Fallschirmspringen) lieber den Kardiologen einmal zuviel als zu wenig fragen. Mein Mann fährt wieder Ski, auch in 3000 m Höhe, wir fliegen demnächst nach Kuba - aber Fallschirmspringen darf er z.B. nicht.
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SabzziSabzzi
ich kenne jemanden der in soltau in der reha war, dort wurde auf das essen geachtet es wurde kontrolliert dass man seine runden um den teich gelaufen und ist und man musste auf einem trainings rad rad fahren (aber nur bei 20watt), er war sehr zufrieden. allerdings hat sich am ende rausgestellt dass die das langzeit EKG bei ihm vergessen haben und das darf natürlich nicht passieren, das geht gar nicht! er wird schmerzen haben an der narbe, bei jedem huckeln in einem alten bus wir es höllisch weh tun, das wird lange andauern! aber 4by pässe sind nicht viel, andere leute bekommen noch viel mehr! das wird schon wieder, keine sorge!
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munigall69 Vielen Dank für die Antwort. Auch wir sind erstmal angemeldet für Bad Fallingbostel ( bei Soltau ) und für ambulante hier in Bremen im "Links der Weser". Ich tendiere aber auch zur stationären Kur, schon wegen der "Überwachung" und auch um mal von allem raus zu kommen. Ich würde auch mit fahren, zumindest eine Woche oder zwei. Will nun erstmal los. Vielen Dank nochmal.
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sididela Das mit dem Mitfahren ist so eine Sache! Ich hatte vor 6 Jahren Krebs und ich war bei der nachfolgenden Reha sehr froh, dass ich dort allein war und mich wirklich nur um mich kümmern konnte. Wenn mein Mann da gewesen wäre, ja das wäre zwar lieb gewesen, aber ich hätte den mir selbst auferlegten "Zwang" verspürt, mich auch um ihn irgendwie zu kümmern, auch ein bisschen auf ihn Rücksicht zu nehmen. Ich hätte nicht zu 100% genau das machen können, wonach mir war. Und wenn man lebensgefährdend krank ist bzw. war, darf, ja muss man eine Zeitlang zu 100% Egoist sein. Die erste Aufgabe, die man dann hat, ist gesund zu werden. Sonst haben nämlich die anderen auch nichts davon. Das hat mir mein Onkologe eingehämmert. Und das war auch wirklich gut so.
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munigall69 Das sehe ich ganz genauso und möchte auch, dass er sich nur um sich kümmert und genau das macht, was ihm gut tut. Es ist nur so, dass er es wollte, dass ich mitkomme. Nun war ich gestern bei ihm und es ist soweit alles normal verlaufen. Natürlich hat er Schmerzen und war auch noch "benebelt" von den Schmerzmitteln, aber ich war auf jeden Fall beruhigt, ihn so zu sehen. Sah im Gesicht ganz normal aus. Aber danke für die Info, werde daran denken und ihm wirklich sagen, dass er nur an sich denken soll. Da mein Mann alles andere als ein Egoist ist, soll er das jetzt auf jeden Fall sein dürfen! Hauptsache, er kommt wieder auf die Füße. Ihnen auch alles Gute und ich hoffe, es geht Ihnen mittlerweile wieder gut nach dieser schlimmen Erkrankung. Ein gesundes Jahr 2010 wünsche ich!
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newcomernewcomer
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newcomernewcomer "http://www.sozialforum-tuebingen.de/plugin.php?menuid=36&template=gvz/templates/front.html&gvzbid=3&gvztid=120&gvzg_id=56"
Danke für die Antwort. Hilft mir sehr und macht mir Mut für die Zukunft. Ich glaube auch fet daran, dass er alles packt und wieder fit wird. Aber die ersten Tage, was Sie schon schreiben....es tut mir in der Seele weh, ihn leiden zu sehen. Muß jetzt stark sein. Vielen Dank nochmal!