Frage von Shoko1801, 103

BWL: Wo studieren, vorher Ausbildung, FH vs Uni?

Hallo liebe Community

Bei mir geht es momentan aufs Abi zu und möchte später BWL studieren. Ich werde zunächst aber ein FSJ machen und überlege, ob ich danach vielleicht vor dem Studium erstmal eine Ausbildung vorziehen sollte. Ist das sinnvoll oder eher unnötig? Lieber Praktika in verschiedenen Unternehmen absolvieren oder ist das als Noch-Schüler/Nicht-Student eher Unsinn? Auslandaufenthalt einschieben und wenn Ja mit Praktikum oder lieber Fokus auf Sprache (Englisch[etwa C1-C2] ist klar aber für mich würden noch Französisch[B1] und Japanisch[A2] infrage kommen)? Oder gleich mit dem Studium beginnen?

Mein Abischnitt wird etwa bei 2,2-1,9 liegen, je nachdem wie die Prüfungen laufen. Also eher nicht ausreichend für die richtig guten Unis im Bereich BWL (z.B. Mannheim).

Welche Unis wären bei meinem Schnitt noch denkbar, welche dennoch einen guten Ruf genießen und einen besonders guten Draht im Bereich Banking & Finance haben? Möchte später gerne im Bereich Finanzen arbeiten (vorzugsweise Investmentbanking/Asset Management).

Und wäre es bei meiner angestrebten Branche überhaupt denkbar einen Bachelor an einer FH zu machen? Soweit ich gehört habe verwehrt das einem eher den Einstieg bei Top Unternehmen...jetzt nicht nur speziell im Investmenbanking. Oder ist das mittlerweile nicht mehr der Fall? Mir ist klar, dass ich einen sehr guten Master an einer sehr sehr guten Uni brauchen werde um eine Chance bei den großen Investmentbanken zu haben.

Was das Studium an einer privaten Uni betrifft bin ich noch sehr unschlüssig. Meine Eltern würden wohl einen Teil bezahlen, jedoch werde ich bei sagen wir mal Gesamtkosten von etwa 50 000€ für einen Bachelor (mit allen sonstigen Nebenkosten in der Studienzeit) wohl immer noch einen Kredit von 10 000 - 30 000€ aufnehmen müssen. Bafög und somit eine mögliche Reduzierung der Gebühren würde mir nicht zustehen, da meine Eltern zu viel verdienen. Würde das Studium an einer privaten Uni meine Chancen denn erheblich verbessern einen guten Platz für einen Master, vor allem in Hinblick auf renommierte Unis im englischsprachigen Raum zu bekommen (in der Annahme, dass ich in meinem Bachelor sehr gut abschneide)?

Klar hab ich schon ein wenig recherchiert aber ich möchte trotzdem mal hier nach Meinungen fragen ;-) Eigene Erfahrungsberichte zum Studium und zu einzelnen Universitäten fände ich insbesondere interessant.

Antwort
von poolsheep, 55

Moin,

ich habe auch ein Abi gemacht und dies mit 2,2 abgeschlossen. Danach habe ich ein Jahr in Australien verbracht (ja es machen recht viele, auch wenn ich das nicht schlimm finde). In Australien war ich aber nicht um Englisch zu lernen, auch wenn das natürlich ein netter Zusatzpunkt ist, sondern viel mehr um diese gewisse Erfahrungen zu sammeln.

Einfach etwas selber zu machen, die Welt zu sehen, zu reisen, seine eigenen Entscheidungen zu treffe, Fehler zu machen und daraus zu lernen und auch mal mit einfacher, harter Arbeit Geld zu verdienen. Ich kann sagen ich würde es auf jeden Fall wieder machen.

Momentdan studiere ich europäische BWL in Regensburg an der FH (https://www.oth-regensburg.de/?id=925) und kann das bis jetzt (2. Semester) nur empfehlen.

Ca. die hälfte von meinen Kommilitonen hat bereits eine Ausbildung gemacht. Klar hat das Vorteile wie z.B. die Arbeitswelt kennen zu lernen, die realen Betriebsabläufe kennen zu lernen und um zu sehen wo man wirklich hin will. Wenn man aber sowieso schon weiß, was man später machen will und keine Ausbildung als Qualifikation benötigt um an einer FH genommen zu werden, wie bei dir, sehe ich keinen Grund diese zu machen. Es sei denn einem ist die Arbeitserfahrung wichtig.

In diesem vier jährigen Studiengang verhält es sich so, dass man im ersten Jahr in Regensburg die Grundlagen lernt, das zweite Jahr im Ausland verbringt (England (Oxford Brook University, Finnland, Spanien, Frankreich, Australien (Sunshine Coast)), das dritte Jahr in zwei Auslandspraktika in zwei verschiedenen Unternehmen (das erste in einem Land der Sprache, wo man seine zwei Auslandssemester verbracht hat) geteilt ist und das vierte Jahr wieder in Regensburg mit einem gewählten Schwerpunkt (Finance wäre möglich) und der Bachelor-Arbeit verbracht wird.

Da bräuchtest du natürlich einen Master hinterher den ich nicht in Regensburg an der FH machen würde. Zumindest nicht stand jetzt mit deinen Zielen. Die internationale und praktische Grundausbildung empfinde ich aber als sehr positiv.

Was mir noch sehr gut gefällt ist die gute Vernetzung unter den Studenten obwohl immer die hälfte des Studiengangs im Ausland ist.

Falls du dazu also noch Fragen hast melde dich einfach in den Kommentaren.

Mit deinen eigentlichen Zielsetzungen habe ich mich bei meiner Studiengangswahl leider nicht befasst und kann dir da nicht genau weiterhelfen. Ich denke aber, dass man mit zwei internationalen Praktika in diesem Bereich durchaus Pluspunkte sammeln kann.

Kommentar von Shoko1801 ,

Wie hast du denn dein Jahr in Australien organisiert? Einfach hin auf gut Glück oder mit Freunden zusammen, einer Organisation,... ? Mein Schwerpunkt bei einem Auslandsaufenthalt wäre eben die Sprache. Und vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort :) Die vielen Auslandsaufenthalte scheinen ja sehr positiv zu sein. 

Kommentar von poolsheep ,

Ich war mit einem Kumpel da, hätte es aber auch alleine gemacht. Organisiert haben wir alles selber. Ich werde bald eine Internetseite zu diesem Thema starten. Falls du also noch Fragen zum Thema hast frag einfach hier oder schreib mir ne Nachricht bzw. füg mich als Freund hinzu oder so. Für mich sind im Moment die "typischen Fragen" über die ich gar nicht mehr so nachdenke ganz interessant und ich helfe da gerne weiter.

Eine Organisation ist aus meiner Sicht rausgeschmissenes Geld.

In Australien kann man auch sehr gut die Sprache lernen, wenn man sich nicht zu sehr mit anderen Deutschen rumtreibt. Aber andere Länder sind bestimmt auch schön und sehr gut geeignet um die Sprache zu lernen. Ich will dich also nicht in Australien rein quatschen oder dafür Werbung machen :'D  

Antwort
von Bomberos911, 19

Hi. Ich habe nach dem Abi (2,1) erstmal ein Jahr Pause gemacht. War Jobben und drei Monate in Kenia. Waren super Erfahrungen und sehr wertvoll.

Danach habe ich mein Dual-Studium angetreten. Habe mich etwa ein Jahr vorher beworben. Ist ein Chemieunternehmen im Rhein-Main-Gebiet. Nach drei Jahren Studium und Bachelor wurde ich übernommen und habe jetzt eine tollen, herausfordernden Job.

Würde also auf jeden Fall auch ein Dual-Studium ins Auge fassen.

Antwort
von bloxman, 40

Wenn du später mal in einem Top-Unternehmen angestellt sein willst, dann ist ein Studium auf jedenfall schon mal das Fundament deiner Vorhaben. Ich würde zu erstmal versuchen ein Praktikum bei diesen Top-Unternehmen zu bekommen. Da dich sehr stark das Themenfeld der Finanzen interessiert, solltest du auch vielleicht ein Auslandsaufenthalt in einem englischsprechenden Land in Erwägung ziehen, denn Selbstständigkeit ist dein Ziel, schätze ich mal. TOP-Manager müssen global denken und die entsprechende Ausbildung haben. Wenn du schon alle Register ziehen willst, ist ein Studium an einer Europäischen Uni mit dem Schwerpunkt Finanzen zu wählen. Dort ist Englisch die Lehrsprache.

Also du siehst, hier gibt es viele Konstellationen, die passende Ausbildung, für den passenden Beruf zu bekommen. Viel Glück.

Antwort
von Simiengel, 35

Also ich hab mein Abi mit 2,4 abgeschlossen und hätte an die Uni Mannheim gehen können wenn ich gewollt hätte, also probieren würde ich es an deiner Stelle auf jeden Fall

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