Frage von BeCeDe, 66

BWL-Studium Potenzialverschwendung?

ich habe vor BWL zu studieren und wurde schon von mehreren Leuten gefragt, warum ich denn mein Potenzial verschwende und "nur" BWL studieren will, wo ich doch von den Noten her zu den Klassenbesten gehöre.

Ich frage mich und Euch daher: Ist ein BWL-Studium wirklich Potenzialverschwendung? (Nicht dass ich mich für ein solches für zu gut halte!)

Zugegeben, es ist schon etwas nervig, wenn jemand der ein Ingenieursfach belegt von seinem Umfeld bewundert wird, wohingegen man sich als künftiger BWL-er dann häufig mit einem Schmunzeln abfinden muss..Andererseits kann es natürlich nicht Sinn und Zweck sein sich aus Prestige-Gründen für einen Studiengang einzuschreiben..

Ich bin z.B. kürzlich auch auf den Studiengang Wirtschaftsmathematik gestoßen, welcher mich auch sehr interessiert. Da kommen mir allerdings Zweifel, ob das nicht etwas zu hart ist, man hört ja viel..

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fool09, 34

Naja was heißt schon Potentialverschwendung? Ist ja auch möglich, dass dein volles Potential in einem ökonomisch geprägten Studium zur Entfaltung kommt. Diesen Wettbewerb um das beste Studium, den manche da betreiben, würde ich ohnehin nicht ernst nehmen. Mathematiker und Physiker belächeln Ingenieure, die wiederum die Ökonomen und bei denen halten sich die Volkswirte für ganz besonders toll. So geht das dann weiter bis zu den armen Germanisten, die niemanden mehr haben, auf den sie hinabblicken können.

Klar, BWL ist richtig aufgeladen mit Klischees. Teilweise treffen sie auch zu. Gibt schon einige, die das nur machen, weil ihnen nichts anderes einfällt oder glauben, dass es damit später easy money gibt. Aber dafür kann das Fach ja nichts. Abhalten lassen würde ich mich davon jedenfalls nicht, wenn es das ist, was mir Spaß macht.

Kommentar von BeCeDe ,

Stimme dir absolut zu, gut geschrieben. Im Endeffekt zeigt es sich dann beim Abschluss, wer aus Interesse und wer notgedrungen studiert hat.

Ich muss einfach über diesen Vorurteilen stehen und zeigen, dass ich mehr als ein unmotivierter Klischee-Student sein will - und das werde ich :) Danke für die gute Antwort

Antwort
von oelbart, 29

Zum Niveau selbst kann ich nichts sagen, aber es ist halt schon so, dass es sehr viele BWL-Studenten gibt und Du deshalb wohl auch eine größere Konkurrenz am Ende haben wirst. Ich studiere momentan Informatik, und ich kenne niemanden, der längere Zeit erfolglos auf Jobsuche war (egal, wie die Noten sind). BWLler mit Problemen dagegen kenne ich schon...

Außerdem - zumindest scheint das hier so zu sein - haben die zum Teil auch echt besch...ene Zeiten für Vorlesungen und Prüfungen, einfach, weil die großen Räume eben dann auch in den "Randzeiten" des Semesters (Freitag Abend,...) genutzt werden müssen.

Also...das sind die Gründe, weshalb es eine "Potentialverschwendung" sein könnte. Wenns Dich natürlich brennend interessiert, kann Dir das auch egal sein...

Antwort
von Herb3472, 26

Es hängt ja vor allem von Deinen persönlichen Interessen und Deinem Engagement ab.

BWL und/oder Jura studieren in der Regel die, die keine besonderen Neigungen oder Interessen haben und nicht wissen, was sie später einmal werden wollen. Es ist für viele eine Art "Verlegenheitsstudium",um "halt irgendwas zu studieren". Darum ist es auch ziemlich überlaufen.

Das heißt aber nicht, dass ein BWLer wirtschaftlich "durch den Rost fällt". Denn wenn Du BWL studierst, kannst Du später z.B. abgesehen von einer Führungskraft in einem Wirtschaftskonzern (Controller, Finanzchef) auch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Notar werden - also durchaus ehrenwerte Berufe, in denen manche einen Geldspeicher wie Dagobert Duck benötigen.

Antwort
von Chrisgang, 19

Prinzipiell geht es am Ende nicht zwingend darum, was du studiert hast, sondern was du daraus machst!

Meine Freundin studiert BWL und ist Trainee bei einer der big five Wirtschaftsprüfungsgesellschaft; ich bin studierender Ingenieur und (nur) bei einem Bayerischen Automobilhersteller.... manchmal ist vlt die Karriere mit BWL doch die bessere.... es kommt sehr viel auf dich selbst, deinen Lebenslauf, deine Noten an und wie du dich selbst präsentierst und auftrittst!

Gute Noten in der Schule prädestinieren dich übrigens keineswegs zu guten Leistungen in der Uni! Mit BWL bist du aber definitiv nur einer von vielen die sich auf nicht sonderlich viele sehr begehrte Jobs bewerben und musst dich eindeutig von anderen abheben! Das ist als Ingenieur anders, hier bewerben sich einige auf eine noch größere Vielzahl von potenziellen Stellen.

Das Ingenieursstudium ist aber zweifels ohne um einige Ecken härter, als BWL und allein durch das schaffen der ersten paar Semester erntest du mehr Prestige/Respekt weil die meisten wissen wie schwer es ist und wieviele gescheitert sind. Aber Prestige ist am Ende nicht das was zählt, sondern nur nice-to-have!

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