Frage von Brain28, 62

BWL oder Wirtschaftsingenieur?

Hallo, kurze Beschreibung zu mir: Alter 21, 2011 Realschule 1,3 2013 Fachabi (Fachrichtung Technik) 1,7 Danach habe ich eine Ausbildung als Industriekaufmann angefangen. Mein Beruf macht mir Spaß und schulisch bin ich auch ganz gut. Ich werde übernommen und bei uns verdient man nicht unbedingt wenig. Anfangsgehalt 2000 netto mntl. ohne Studium. So ich überlege mir entweder alles "hinzuschmeißen" und 4 Jahre Vollzeit Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren, da das Technische mich auch interessiert. Technisches Vorwissen habe ich durch mein Fabi und Kaufmännisches Praxis + Schulisch durch die Ausbildung. Oder ich nehme das Angebot entgegen und mache nebenbei ein Fernstudium (arbeitgeber unterstützt), aber dann "leider" nur BWL. Wobei ich mit Studium schon an 3000 Euro netto mindestens kommen werde. Meine Eltern und Bekannte wollen auf jeden Fall, dass ich im Betrieb bleibe, weil es an sich schon schwer ist überhaupt eingestellt zu werden. Aber das Studentenleben klingt auch etwas verlockend. Und 40 Jahre nur um Büro sitzen will ich auch nicht unbedingt

Antwort
von Annikarlchen, 39

Eine so wichtige Entscheidung für Dein Leben solltest Du in jedem Fall nicht aus der Hand geben. Auch wenn es schwierig ist, musst letztlich Du diese Entscheidung treffen, egal was Deine Eltern oder Chefs oder wir hier sagen.

Für mich klingt es so, als ob Du vom Herzen her sagst- ich möchte Abwechslung, ich möchte das Studentenleben erleben, ich möchte nicht jetzt nur noch in diesem einen Beruf mein Leben lang verbringen. Und vom Verstand her sagst Du, dieser Beruf ist sicher und gut und es wäre eine vernünftige Entscheidung.

Erstmal würde ich schauen, ob Du beide Entscheidungen miteinander verknüpfen kannst. In einem Perspektivengespräch mit Deinem Chef kannst Du fragen, wie Du Dich entwickeln kannst, sodass deine Arbeit spannend und abwechslungsreich bleibt und nicht zu einem Routine-Bürojob verkommt. Außerdem kannst Du mit ihm vielleicht auch noch über das berufsbegleitende Studium sprechen und verhandeln, ob ein anderer Studiengang ebenso möglich wäre.

Wenn das nicht klappt oder eigentlich nicht ist, was Du möchtest, würde ich nach einer Lösung suchen, die mich nicht unglücklich zurücklässt. Im Zweifel also eher in Richtung Herz als Vernunft. Ich würde aber erstmal nicht nach der radikalsten Lösung suchen. Du kannst z. B., da Du wirtschaftlich ja schon gut aufgestellt bist, auch ein reines Ingenieursstudium machen, z. B. Maschinenbau oder Elektrotechnik. Damit hast Du hervorragende Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt und wirst Dir keine großen Sorgen machen müssen, später einen Job zu finden. Gleichzeitig kannst Du jetzt aber erst einmal das Studentenleben genießen (wobei Du den Lernaufwand nicht unterschätzen solltest). Außerdem brichst Du eine Weile aus der Routine aus und musst als Ingenieur später ohnehin keinen Bürojob machen. Natürlich kannst Du auch nach anderen Lösungen suchen, aber ich empfehle Dir so vorzugehen- Prioritäten setzen und dann schauen, wie Du trotzdem beide Bedürfnisse (Abwechslung und Sicherheit) gut vereinbaren kannst.

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Schule, 47

Ein Wirtschaftingenieur ist leider irgendwie kein richtiger Ingenieur und auch kein richtiger Betriebswirt. Ich finde, besser wäre da schon nur Ingenieur, da Du die wirtschaftliche Zusatzqualifkation ja im Prinzip schon hast.

Ich würde an Deiner Stelle jedoch meinen guten Job nicht so einfach aufgeben ! Erstens bricht jeder 3. sein Studium wieder ab, und dann würdest Du aber ganz dumm dastehen und hättest sehr viel verloren. Zweitens wird Studium nicht mehr als Ausfallzeit bei der Rente angerechnet. Da sind 4 Jahre auch nicht gerade von Pappe.

Wenn Du die Energie hast, kannst Du ja nebenberuflich studieren. Am besten wäre wohl, nach meiner Einschätzung, eine von vornherein spezialisierte BWL Studienrichtung, denn mit Betriebswirten man ja inzwischen die Strasse pflastern. Letztendlich muss man sich in diesem Bereich ja ohnehin spezialisieren.

Da kannst aber aber auch wesentlich bequemer mit einem Fachwirt bzw. einer Weiterbildung als Controller, Bilanzbuchhalter etc. erreichen, am besten noch mit zusätzlichen SAP Zertifikaten.

Das BWL FH-Studium würde sich vor allem lohnen, wenn Du z.B. eine Selbstständigkeit als Steuerberater anstrebst.

Antwort
von Chrisgang, 31

ich kann dir soviel sagen: das studentenleben als wirtschaftsingenieur ist alles, aber nicht verlockend!!! du wirst ganz-schön büffeln müssen und das studium ist alles andere als leicht!

ich studiere aktuell an der FH in münchen und habe festgestellt, dass sich diejenigen mit kaufmännischer ausbildung oder fachabi wesentlich schwerer getan haben als andere! das liegt einfach daran, dass das studium in erster linie ein ingenieursstudiengang ist und das wirtschaftliche eher ergänzend ist! das variiert aber auch stark nach hochschule, von daher würde ich mich da jetzt auch nicht festnageln lassen wollen.

es ist aber eine großartige herausforderung, du wirst deinen horizont in diesem studiengagn unglaublich erweitern können und sehr viele spannende problemstellungen lösen (und sicher auch an vielen scheitern) aber auf jeden fall an einer jeden wachsen! das WI studium ist eine gute wahl, sofern du bereit bist viel zeit und geisteskraft zu investieren, besonders die ersten zwei bis drei semester sind knall-hart und es wird radikal aussortiert. in den klausuren sind durchfallquoten von 60% nicht selten!

-> wenn du nur des "studentenlebens" wegen etwas studieren möchtest, dann nimm jura, BWL, oder eine sozialwissenschaft, aber keinen technischen studiengang!

Antwort
von DieSusanne1989, 6

Vielleicht kannst du dich auch für das Studium freistellen lassen? Sprich du hast ne Garantie auf ne Wiedereinstellung, wenn auch nicht zwangsläufig auf der jetzigen Stelle,  und somit immerhin nen Notnagel. 

Antwort
von luvU2, 31

Wenn du jetzt schon weißt, dass du mit deinem momentanen bildungsstand 40 jahre im büro sitzen wirst und du so etwas nicht magst, würde ich lieber studieren. Du hast, so viel ich verstanden habe, die ausbildung schon, oder?
Ich würde an deiner Stelle mit dem Studium anfangen und dann die nächsten 40 jahre lieber etwas tun, was dir spass macht.
Vergiss nicht: Man bereut irgendwann mal immer die sachen, die man NICHT gemacht. Ein studium kann ja nicht schaden :)

Kommentar von luvU2 ,

Eines muss ich noch sagen:
Ich weiß nicht, wie die Berufschancen sind. Ich habe mich jetzt auf mein Bauchgefühk verlassen. Natürlich sollte man sich sehr gut informieren und schauen, was einem mehr bringt. Lieber ein langweiliger Job als gar keiner!

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