Frage von Stoppel21, 95

BV in Schwangerschaft?

Hey ihr lieben, Ich bin sozialpädagogin und leite diverse Kurse. Seit kurzem habe ich eine Maßnahme, die einen Kurs mit 21 jungen Männern (Flüchtlinge) stattfindet, und befinde mich täglich min 5 std in dem Kurs. Mein ag weiß seit anderthalb Monaten von meiner ss und gibt mir diese Maßnahme trotzdem wohl wissend, dass ich mich nicht mal eben impfen lassen kann, was eigentlich mit eine der Vorgaben für diese Arbeit ist. Er stellte mir Desinfektionsgel auf meinen schreibtisch und gut. Meine Fa sieht das nicht problematisch an, weder wegen irgendwelchen Krankheiten noch was Gewalt angeht, sie geht vom aktuellen gesundheitsstand aus und scheint zu überhören, dass es, mal abgesehen vom Stress, kein zustand ist.

Kann man da was machen außer sich nen neuen Fa suchen?

Lieben Dank und Gruß

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Schwangerschaft, 22
  • Du müsstest mit dem zuständigen Betriebsarzt klären, ob es wirklich eine Impfpflicht gibt oder nicht. Da genügt kein Hörensagen, keine Empfehlung, sondern es geht darum, ob es eine echte Pflicht gibt oder nicht. Wenn du den vorgeschriebenen Impfstatus nicht hast und aufgrund der Schwangerschaft nicht geimpft werden darfst, dann darfst du diese Tätigkeit auch nicht ausüben. Dein Arbeitgeber müsste dich dann anderweitig einsetzen, soweit möglich. Wenn es dagegen keine gesetzliche vorgeschriebene Impfpflicht gäbe, dann wäre der Job zumutbar.
  • Natürlich steht es dir frei, mit einem anderen Frauenarzt über dieses Thema zu sprechen. Du hast ein Recht auf eine Zweitmeinung und musst dafür auch nicht dauerhaft den Frauenarzt wechseln. Gehe einfach zusätzlich zu einem anderen und fertig. Dafür benötigst du keine Genehmigung. 
  • Aber wie gesagt, die betriebsärztliche Einschätzung wäre erheblich aussagekräftiger als die frauenärztliche. Darauf solltest du die Priorität setzen. 
  • Hast du den mit den Schülern körperlichen Kontakt? Wieso sollte da eine besondere Gefahr entstehen, die einer Schwangerschaft entgegensteht? 
Antwort
von friesennarr, 36

Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Wie erklärst du den Leuten, das du Desinfektionsmittel auf deinem Tisch stehen hast, das kommt ja einer Beleidigung gleich.

Die Chance das du dir eine Krankheit holst ist genau so hoch, als wenn du in er Schlange beim Bäcker stehst.

Deine Einwände gegen den Job halte ich für vorgeschoben.

Von welcher Gewalt sprichst du - sollte da Probleme dieser Art sein, dann mußt du das mit deinem Chef besprechen.

Antwort
von SeBrTi, 20

Der FA stellt nur ein BV aus wenn du eine problematische Schwangerschaft hast. Wenn es dir körperlich nicht gut geht das Mutter und Kind gefährdet ist. ZB. Verkürzte GBH etc. 

Der AG kann auch ein BV ausstellen wenn er dir keine Schwangeren gerechte Arbeit geben kann.

Die häufigsten gesundheitsgefährdenden Arbeiten
Heben und Tragen schwerer Lasten: Die schwangere Dienstnehmerin darf keine Arbeiten verrichten, bei der sie regelmäßig Lasten von mehr als 5 kg oder gelegentlich Lasten von mehr als 10 kg ohne mechanische Hilfsmittel heben muss.

Arbeiten, die überwiegend im Stehen verrichtet werden: Ab Beginn der 21. Schwangerschaftswoche darf die Dienstnehmerin stehende Arbeiten nur mehr 4 Stunden lang täglich leisten. Für die übrige Zeit muss der Dienstgeber eine Beschäftigung, die im Sitzen verrichtet werden kann, zuweisen.

Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck: Ab Beginn der 21. Schwangerschaftswoche besteht für Schwangere ein absolutes Beschäftigungsverbot für Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck.

Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, Strahlen, Staub oder Dämpfen

Arbeiten, die unter Einwirkung von Hitze, Kälte oder Nässe ausgeführt werden
Arbeiten, bei denen die Gefahr einer Berufserkrankung besteht
Arbeiten auf Beförderungsmitteln
Arbeiten mit besonderer Unfallgefährdung

Das ist jz das österreichische Arbeitsrecht. Du muss selber kucken wie es in Deutschland abläuft - schätze da ist nicht Riesen Unterschied. Wenn etwas auf dich zutrifft und der Arbeitgeber nichts dagegen unternehmen kann müsste/sollte er dir BV aussprechen 

Antwort
von putzfee1, 10

Ich sehe hier beim besten Willen keinen Anlass für ein Berufsverbot. Weder ist es schwere körperliche Arbeit noch hast du mit gefährlichen Stoffen zu tun, musst weder lange stehen noch schwere Lasten heben. Das Infektionsrisiko ist nicht höher als wenn du einkaufen gehst, denn die Flüchtlinge sind alle auf ansteckende Krankheiten getestet. Und du wirst dich ja wohl auch nicht mit BV deine ganze Schwangerschaft über zu Hause einschließen, oder?

Gegen was solltest du dich denn eigentlich impfen lassen? Du fährst ja nicht in ein Krisengebiet, wo man exotische Krankheiten einfangen kann.

Opfer von Gewalttaten kann man ebenfalls überall werden, da brauchst du nur in irgend einer Fußgängerzone rumzulaufen. Da ist die Gefahr mit Sicherheit weitaus höher als bei der Maßnahme.

Natürlich steht es dir frei, dir einen neuen FA zu suchen, aber es ist fraglich, ob der anderer Meinung ist als dein jetziger.

Antwort
von Allyluna, 26

Was genau stört Dich? Der Kurs als solcher? Dann solltest Du (unabhängig von der Schwangerschaft) darüber mit Deinem AG reden.

Ich sehe hier höchstens die Möglichkeit, aus dem Kurs "auszusteigen" aufgrund der fehlenden Grundvoraussetzung (Impfungen). Auch das muss über den AG laufen - bzw. über den Betriebsarzt (oder wer / welche Stelle auch immer diesbezüglich da für Dich zuständig ist).

Der Frauenarzt untersucht Dich und spricht aufgrund dessen ein (individuelles) Beschäftigungsverbot aus - oder eben nicht, wenn eben aus seiner Sicht kein Anlass gegeben ist. Du kannst natürlich versuchen, über einen anderen Arzt etwas anderes zu erwirken. Aber auch da wirst Du vermutlich als "gesunde Schwangere" keine Chance haben.

Antwort
von Shelly82, 25

Beschäftigungsverbote gibt es zweierlei: generell und individuell. 

Das generelle Beschäftigungsverbot wird vom Arbeitgeber ausgesprochen und betrifft Arbeitsplätze, bei denen eine generelle Gefahr für Leib und Leben der Mutter oder des Kindes besteht (z.B. Krankenschwestern). Ob Dein Arbeitsplatz die Anforderungen erfüllt, kann ich nicht sagen. 

Das individuelle BV wird vom Arzt auf Grund der besonderen Lebensumstände ausgesprochen. Hier ist auch ein Teilverbot möglich (z.B. den Kurs machen nicht, Schreibtischarbeit aber schon). 

Der Arbeitgeber kann auch eine andere, ungefährliche Arbeit zuweisen, aber dass muss mit dem Arzt und dem Arbeitgeber besprochen werden. 

Im Zweifel wirklich mal eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt einholen. 

Antwort
von loema, 4

Wenn du schon vor dieser Maßnahme in anderen Kursen eingesetzt warst, dann verstehe ich nicht, wieso du annimmst, dass gerade diese Maßnahme deine Schwangerschaft besonders gefährdert.
Ich sags jetzt mal  so:
In jeder anderen Maßnahme der Arbeitsagentur oder des Jobcenters sind auch nicht alle Menschen die daran teilnehmen völlig gesund.
Und sicherlich waren dort auch Menschen, von deren HIV Status oder Hepatitis Status du nichts wusstest.
Warum du dir jetzt die Meinung bildest, dass besonders diese Maßnahme gefährlich für dich sei, ist eventuell eine unbegründetete Angst.
Zumal der Durchschnittsdeutsche ja auch gerne mal Fernreisen macht oder Menschen kennt, die gerne mal woanders Geschlechtsverkehr haben oder mit Malaria nach Hause kommen.
Also so gesehen, könntest du dich besser zu Hause einschließen.

Antwort
von Blitz68, 33

geh doch mal zu deinem Gynokologen,

wenn er die Situation als gefährlich für dich einstuft , wird er dich vielleicht krankschreiben.

Antwort
von DerBube01, 49

Geh zu deinem Frauenarzt und erklär die Situation.

Evt gilt es dann als Risikoschwangerschaft und kannst ab Sofort zu Hause bleiben.

Kommentar von marcussummer ,

Also eine Risikoschwangerschaft liegt da ganz sicher nicht vor. Aber der Frauenarzt kann natürlich bei bestehenden gesundheitlichen Risiken ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Wobei ich schon in Frage stellen würde, ob hier überhaupt ein relevantes Risiko besteht. Die Flüchtlinge sind ärztlich untersucht und wahrscheinlich alle als gesund deklariert.

Kommentar von Shelly82 ,

Eine Risikoschwangerschaft und ein Beschäftigungsverbot sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe...

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