Vielleicht vorneweg: Burschenschaften sind rechts bis rechtsradikal. Alle. Manche Burschenschaftler werden das nicht so sehen wollen, aber es gibt in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz keine Ausnahmen.
Burschenschaften, oder auch studentische Korporationen um den akademischen Namen zu benutzen, sind zuerst Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden. Die letzte größerer Gründungswelle fand im deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1918 statt. Im Laufe dieser Geschichte gab es auch demokratische Strömungen, es gab linke Burschenschaften, es gab auch solche, die sich an liberalen Grundsätzen orientierten. Doch das alles war spätestens 1848, nach dem Revolutionsversuch in Deutschland, vorbei. Seitdem, also seit mehr als 150 Jahren, sind Burschenschaften Ausbildungsstätten für Rechtskonservative und Rechtsradikale.
Die Funktionsweise von Burschenschaften ist relativ einfach, aber sehr effektiv. Eintreten dürfen nur Studierende, die sich der internen Ordnung der Burschenschaft unterwerfen. Dies müssen sie in einer Probezeit beweisen, während der sie umstandslos den Befehlen der Mitglieder zu gehorchen haben. Sie werden an die Burschenschaft gebunden, verbringen ihre Zeit nur noch in diesem Zusammenhang und verlieren dabei den Kontakt zur Welt außerhalb der Burschenschaft. Das ist nur konsequent:
Burschenschaften sehen sich als Elite. Sie bilden eine Gruppe, die es nicht nötig haben soll, mit dem Rest der Welt zu kommunizieren, sondern die über dieser Gesellschaft stehen will. Zudem sehen Burschenschaften Hierarchie und Gehorsam als notwendig an. Es geht ihnen darum Befehlen zu gehorchen und Befehle zu geben. Solche einfachen Dinge wie Abstimmungen werden bei ihnen zu Machtdemonstrationen. Immer nur ein bestimmter Teil der Gruppe darf abstimmen. Die anderen haben sich unterzuordnen.
Wenn es nun jemand schafft in einer Burschenschaft aufgenommen zu werden, ist er lebenslanges Mitglied. Nach dem Studium helfen sich Burschenschaftler untereinander. Das funktioniert nicht immer so platt, dass ein Bursche nur andere Burschen einstellt. Aber im Endeffekt tummeln sich Burschen in den politischen und wirtschaftlichen Eliten Deutschlands und Österreichs wegen ihrer Mitgliedschaft in den gleichen Bünden, ihren zahlreichen Treffen, auf den sie sich kennen lernen und Dinge absprechen können und ihrer gegenseitigen Unterstützung.
Nur durch die finanzielle Unterstützung von älteren und erfolgreichen Burschenschaftern können Burschen in ihrer Studienzeit in Villen wohnen und ein relativ billiges Leben führen.
Dieses so genannte Lebensbundprinzip macht sie längerfristig gefährlich. Hier werden Burschen für hohe Posten ausgebildet, die davon überzeugt sind, dass die Gesellschaft hierarchisch organisiert sein muss und das Gehorchen und Standhalten wichtiger sei, als selbständiges Denken.
Zudem ist diese zukünftige Elite nationalistisch. Alle Burschenschaften gehen davon aus, dass die Menschen in Völker aufgeteilt sind und dass diese Völker beständig miteinander kämpfen würden. Und das deutsche Volk wird dabei beständig als bedroht angesehen.
Weiterhin sind Burschenschaften sexistisch. Bis auf einige, vorrangig christliche, sind alle Bünde rein männlich. Der Ausschluss von Frauen ist oft erklärtes Ziel, dass mit Konzepten von Freundschaft und Kameradschaft erklärt wird. Der Mann, vor allem in der Elite, hätte sich als Krieger zu beweisen, während die Frau als hübsches Beiwerk fungieren soll. Und weil die Welt voller Krieger sein soll, weil die Welt angeblich ein Kampfplatz ist, auf dem sich das deutsche Volk beweisen müsse und in dem die Massen, die eigentlich gehorchen sollen, mitbestimmen dürfen, müssen sich die deutschen Männer, die eine Elite darstellen wollen, zusammenschließen. So ist ungefähr der Gedankengang, wenn Burschenschaften zu erklären versuchen, wozu sie eigentlich gut sein sollen.
Ihre Bestätigung suchen sie dabei in ihrer Geschichte. Negative Ereignisse, wie die Mitwirkung von Burschenschaften am Nationalsozialismus oder die Verbreitung des Antisemitismus in Deutschland durch die Verbände deutscher Studenten Ende des 19. Jahrhunderts, werden dabei ausgeblendet. Es geht bei der Geschichtsschreibung der Burschenschaften vor allem um Symbole.
Weil Burschen vor Jahrhunderten mit Säbeln rumrannten, Sachen trugen, die heute komisch aussehen und ihre Gruppen mit Farben kennzeichneten, machen das Burschenschaften auch heute noch. Das hatte einst alles eine Bedeutung. Der Säbel stand für den Adel, später für den freien Bürger. Aber das ist lange her. Genauso wie die militärisch durchgeplanten Sauftreffen dienen die Schärpen, die Uniformen und das Fechten vorrangig dazu, dass sich Burschenschaften als ein zusammengehöriger Bund erfahren können. Sie sehen darin ihren Lebensinhalt als Gruppe. Deshalb ist es tatsächlich ein Angriff auf ihr Selbstbild, wenn irgendwer ihre Kappen vom Kopf reist und in den Dreck wirft.
Burschenschaften sind also gefährlich, weil sie in relativ abgeschlossenen Gruppen hierarchisch und elitär denkende, sexistische Nationalisten erziehen und in einflussreiche Positionen bringen. Aber auch wenn sie noch studieren sind Burschenschaften gefährlich. Mit ihren Häusern und Kontakten besitzen sie eine gute Infrastruktur. Und mit ihrem Denken stehen sie Nazis und anderen Rechtsextremen immer nahe. Manche Bünde wollen mit den Nazis auf der Straße nichts zu tun haben, weil sie ihnen zu prollig sind. Aber oft kommt es zu direkten Kontakten zwischen Nazis und Burschenschaften. Dann werden sie zum intellektuellen Teil der rechtsextremen Szene, dann können sie ihre Infrastruktur zur Verfügung stellen, werden Mitglied in rechten Parteien oder von rechten Fraktionen in Studierendenparlamenten. Dabei repräsentieren sie dann weniger den Hau-Drauf-Flügel der Nazis, als den intellektuell Agierenden. Rechtsextrem ist das trotzdem.
Einige Bünde fallen dabei überregional auf wie die Burschenschaft Germania in Hamburg, die Gothia in Berlin oder die Olympia in Wien. Aber in fast jeder Universitätsstadt in Deutschland, Österreich und Teilen der Schweiz finden sich Bünde, die nicht nur auf Befehl und Gehorsam fixiert sind, ein sexistisches und nationalistisches Weltbild propagieren und sich als Elite fühlen, sondern dabei so radikal sind, dass sie zur intellektuellen Nazigruppe werden. Das hindert dann andere Burschenschaften nie, mit diesen weiter zusammen zu arbeiten.
http://www.burschis.de.vu/
Eben, der Ansicht war ich auch. Und damit hab ich mir Rüffel und Kopfschütteln von 2 Studenten eingehandelt.
Ich hab an einer Demo gegen die Burschenschaft Germania in Hamburg teigenommen ihr "Festredner" war Björn Clemens.
Clemens ist Ex-Rep-Vize und ein langjähriger Freund von NPD-Stratege Jürgen Gansel.
http://npd-blog.info/2009/01/17/npd-festredner-clemens-spricht-bei-burschenschaft-germania/
schau doch mal hier rein: http://www.germania-hamburg.de/
das sagt alles...
Die Seiten sind erschreckend. Na ja als weibliches Wesen war ich nie in einer solchen Verbindung, man hat nur immer davon gehört. Also denke ich, dass mein Standpunkt, dass sie eher rechts als neutral an zu siedeln sind, wohl doch richtig ist, egal was mir die Studenten haben erzählen wollen.