Frage von Kiwirosi, 63

Burnout Was kann der Arbeitgeber machen und wie soll ich reagieren?

Hallo, ich bin seit zwei Wochen wegen Burnout mit mittelgradiger Depression krank geschrieben. Gestern hat mich der Arzt für weitere zwei Wochen krankgeschrieben. Bin auch beim Neurologen in Behandlung und nehme Psychopharmaka. Nächste woche soll ich auch zum Psychiater. Mein Arbeitgeber hat bis jetzt keine richtige Erklärung von mir für meine krankenmeldung bekommen. Meine Kollegin schrieb mir heute das dort deshalb die Hölle los sei und sie glaubt die erwarten eine Erklärung von mir.Aber was soll ich machen oder sagen?Rede ich offen, unterschreibe ich wahrscheinlich mein Todesurteil und so denken sie bestimmt ich simuliere. Wobei sie ja eigentlich wissen sollten wie ich die letzten Monate drauf war und wie schlecht es mir ging bzw geht.Das Problem ist,einen Beinbruch sieht man und das jetzt leider nicht. Leider zählt bei uns nur die Arbeitskraft und nicht der Mensch. Hat jemand Erfahrung damit was der Arbeitgeber machen kann und vor allem wie soll ich reagieren oder mich verhalten?Mache mir voll den Kopf und habe auch Angst.Vielen Dank vorab für eure Antworten und Infos

Antwort
von Solaris80, 46

Hallo,
auf jeden Fall geht deinen Arbeitgeber der Grund für die Krankmeldung im Prinzip nichts an!
Deswegen steht auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber auch kein Diagnoseschlüssel, der steht nur auf der Durchschrift für die Krankenkasse.

Ich weiß aber, dass das in der Realität manchmal leicht gesagt ist, meine Chefin fragt auch immer, was die Leute haben.
Ich persönlich bin meistens sehr für Offenheit, und irgendwann wird dein Arbeitgeber es wahrscheinlich sowieso erfahren, aber ich würde vielleicht nicht unbedingt "Burnout" sagen, eher allgemein "Nervenzusammenbruch" oder Depression, wenn du offen sein willst.

Aber wie gesagt, im Prinzip geht deinen Arbeitgeber deine Krankheit nichts an! Und er kann gar nichts machen, wenn du sagst, der Grund ist deine Privatangelegenheit!

Ich selbst nehme übrigens auch seit 2,5 Jahren wieder einen "Selektiven Serotonin Wiederaufnahmehemmer" SSRI, weil ich schon mal kurz vor dem Zusammenbruch wegen Stress bei der Arbeit war, seit dem nehme ich alles gelassener (war vor 10 Jahren mal wegen verschiedenem in stationärerer Psychotherapie).
Wünsche dir also auf jeden Fall viel Kraft, egal wie du dich entscheidest.

Antwort
von Indivia, 33

Denag geht den Grund der krankmeldung gar nix an, deswegen steht auch nie ein Grund auf den krankmeldungen .

"Gegen Ihren Willen hat der Arbeitgeber keinen Anspruch darauf zu
erfahren, welche Krankheit Sie haben. Deshalb ist auf dem für den
Arbeitgeber bestimmten Teil der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung keine
Diagnose angegeben. Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber mitteilen, an welcher
Krankheit Sie leiden, sollten Sie bedenken, dass Ihr Arbeitgeber diese
Information auch zu Ihrem Nachteil nutzen kann." ( quelle:http://www.dgbrechtsschutz.de/recht/arbeitsrecht/krankheit/krankheit-und-arbeits...)

also ich würde ihm es nciht mitteilen udn wenn dein Chef deswegen shclehcte Laune hatist es das Problem desChefs.

Kommentar von Kiwirosi ,

Genau das sind ja die Bedenken die ich habe...

Und es ist echt nicht toll wenn man von der Arbeitgeberseite jetzt Druck bekommt... Fühlt sich schon wenn es einem gut geht schlecht  an und jetzt erst recht.

Antwort
von Positiffy, 19

Hallo kiwirosi, wenn du Nachteile befürchten musst, würde ich nicht sagen, wieso du krank bist. Bei Nachfrage sag einfach, dass es etwas sehr privates ist und du nicht drüber reden möchtest. Die meisten Menschen akzeptieren diese Abgrenzung. Rechtlich wurde hier ja schon gesagt, bist du eh nicht verpflichtet. Alles gute!

Antwort
von rolfzuhause, 35

Solange du regelmäßig deine AU abgibst, braucht es den Arbeitgeber nicht zu interessieren, was du hast. Ich bin mir auch sehr sicher, dass es den Arbeitgeber nicht interessiert, sondern nur deine Kollegen. 

Sollte der Arbeitgeber aber Zweifel an deinem Kranksein hegen, weil du z. B. regelmäßig in der Disco gesehen wirst oder Ähnliches, kann er dich zu einem Vertrauensarzt/Amtsarzt schicken. Bei dem musst du dann die Karten auf den Tisch legen. 

Kommentar von Kiwirosi ,

Leider kommt das schon von der Chefin und dem Regionalverkaufsleiter. Die Chefin versucht sogar infos aus meinen Kindern heraus zu bekommen wenn sie sie zufällig beim einkaufen trifft. Wohne leider in dem Dorf in dem ich auch arbeite.  Gehe gar nicht mehr vor die Tür aus Angst gesehen zu werden. Fühle mich mittlerweile wie im Gefängnis.  

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