Frage von HyperCulture, 49

Burnout mit 18-20 Jahren, ist das möglich?

Dass die Wahrscheinlichkeit/das Risiko nicht sehr hoch ist, ist mir bewusst. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich doch eine Mehrheit der Symptome aufweise.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von etcetera123, 14

Was für Symptome hast du und wie sieht eine normale Woche bei dir aus?

Bist du ausschließlich Schüler, arbeitest du nebenher, fällt dir die Schule schwer aber du lernst ununterbrochen oder arbeitest du bereits und das unter großem Druck und mehr als die normalen 8,9 Stunden am Tag?

Kommentar von HyperCulture ,

Ich bin Schüler, nebenher Schiedsrichter (was mir aber Spaß macht und nur wenig Zeit in Anspruch nimmt). Ich lerne quasi nichts, das hängt aber auch mit der fehlenden Motivation zusammen, daheim liege ich eigentlich nur auf dem Bett rum. Noten sind, von außen betrachtet, trotzdem ziemlich gut.

Gehe ich nach den Symptomen, die auf dieser Seite https://www.palverlag.de/Burnout.html#Burnout Symptome) aufgelistet sind, kommt folgendes zusammen:

Lustlosigkeit, Gereiztheit

Gefühl des Versagens

Angst, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein

mangelndes Interesse an der Schule (wobei das in meinem Alter vermutlich normal ist)

Kraftlosigkeit, Erschöpfung

(leichte) Depressionen

körperliche Beschwerden: Hörstörungen (Tinnitus, evtl. Hyperakusis)

Kommentar von etcetera123 ,

Burnout kommt aber nicht einfach so. Das hat immer einen Grund:

hohe Arbeitsbelastung, Stress,
mangelnde Ressourcen (Personal, Finanzmittel),
fehlendes oder wenig positives Feedback, * (siehe Beispiel, unten)
ständige Konfrontation mit Problemen z. B. durch Kunden, Klienten, Schüler (bei Lehrer), etc.,
keine klare Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben,
zu hohe oder unklare Erwartungen und Zielvorgaben,
Zerrissenheit zwischen den Erwartungen des Chefs, der Mitarbeiter, der Kunden, Klienten oder Patienten,
mangelhafte Arbeitsorganisation, Strukturen und Rahmenbedingungen,
schlechte Teamarbeit, Konflikte, Kompetenzgerangel,
Überforderung durch zu komplexe oder sich ständig ändernde Aufgaben,
geringer Verdienst (hauptsächlich in Non-Profit-Organisationen) und die darin gesendete Botschaft: "Deine Arbeit ist nicht viel wert!“,
drohender Arbeitsplatzverlust...

Ich glaub kaum dass irgendwas davon auf dich zutrifft. Als Schüler hat man echt kaum Stress, außer man ist extrem schlecht im Lernen und versucht trotzdem dauernd auf eine 1,0 zu kommen. Und Privat scheinst du ja auch kaum was zu machen. Also z.B. Sport + Musikunterricht, so dass jeder Abend verplant ist und du kaum Freizeit hast.

Burnout kommt meistens durch großen dauerhaften privaten Stress oder bei der Arbeit. Aber nicht mal durch bissle Stress oder so.

Antriebslosigkeit, Gefühl des Versagens etc. scheinen mir eher Beginn einer kleinen Depression zu sein, aber kein Burnout!

Du solltest auf jeden Fall zum Psychater damit das nicht schlimmer wird. Gern kannst den auch mal fragen ob du an Burnout leidest aber das steht 1:99. Ich kenne drei Leute persönlich die ein Burnout hatten. Und das hatte immer einen plausiblen Grund.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ich hasse dieses ewige Vorurteil "Als Schüler hat man kaum Stress." Ja, sicherlich hat man weniger Stress als auf der Arbeit, aber das heißt nicht gleich, dass man keinen Stress haben darf.

Bei jedem liegt die Stressgrenze woanders. Bei dem einen höher, beiim anderen wesentlich niedriger.

Kennst du den Begriff Resilienz? -> (von lat. resilire ‚zurückspringen' ‚abprallen') oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit,
Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Wenn man sagt, dass man als Schüler echt wenig Stress hat, dann sagt man gleichzeitig, dass die Person so etwas wie Burn-out gar nicht haben darf. Damit zeigst du nur eins: Du verstehst das Problem der Fragestellerin/des Fragestellers nicht.

Nur weil es schwer nachvollziehbar ist, heißt es nicht, dass man in dem Alter nicht so fühlen darf. Auch das muss ernstgenommen werden.

So das erstmal zu deiner allgemeinen Einstellung.

Bezogen auf das individuelle Problem hat der Fragesteller vielleicht kein Burn-out - können wir nicht sagen. Du hast Recht, dass das sich eher nach einer klassischen Depression anhört.

@ HyperCulture:
Ich hatte auch so was wie Burn-out in der Schulzeit. Es wurde nie diagnostiziert, aber es hat sich so angefühlt und es war richtig schlimm. Es gingen auch mehrere Therapiestunden nur wegen meinem Stress in der Schule drauf.

Als Hauptmerkmal von Burn-out würde ich sagen, dass dich neue Aufgaben nicht nur entkräften (wie es bei der Depression so ist), sondern auch richtig runtermachen. Du siehst zum Beispiel den Aufgabenberg oder beispielsweise den Hausaufgabenberg und denkst dir "Nein, das pack ich nicht" und dann bist du schon in einer psychischen Krise. Dir ist das so viel und zu viel, so dass du nur mit Mühe überhaupt anfangst. Der Anblick der Aufgaben tut dich so dermaßen runterziehen, so dass du noch nicht mal mit einer Aufgabe anfängst!

Ich habe auch Depression und weiß wie sich das anfühlt. Burn-out ist allerdings nochmal heftiger. (Auch wenn Burn-out eigentlich zur Depression zählt, weil man auch Erschöpfungsdepression dazu sagt ^^)

Als weiteres (meiner Meinung nach wichtiges Merkmal) von Burn-out ist, dass man nicht abschalten kann. Man hat selbst in den Ferien noch zu tun und will auch i-wie das und das noch erledigen. Man sagt sich selbst, dass man das erledigen will und wenn man es logischerweise wegen der Psyche nicht schafft, dann ist man frustriert. Und auch wenn du nichts zu tun hast, dann kannst du am Wochenende oder in den Ferien nicht abschalten.

Das fühlt sich an, als würdest du gedanklich einen Marathon laufen. Oder besser noch: Sicherlich kennst du das Gefühl, wenn man gestresst ist, weil man ein Referat bis morgen noch fertig machen muss oder viel lernen muss. Man hat leider die Zeit falsch eingeplant und muss noch echt viel lernen, aber morgen ist die wichtige Prüfung schon. Du bist gestresst. So fühlst du dich auch ohne derzeitige Aufgabe am Wochenende. Das führt dazu, dass du vielleicht am Wochenende sogar Kopfschmerzen kriegst und dein Stresspegel nicht sinkt. Du kannst das nicht abbauen und nimmst das alles in die nächste Woche mit. In der nächsten Woche hast du schon den hohen Stresspegel. Es kommen noch Aufgaben dazu.. das Wochenende darauf sieht noch mieser aus usw.

Ich hoffe ich konnte dir den Unterschied zwischen Depression und Burn-out etwas klarer machen :)

Kommentar von HyperCulture ,

Danke an euch beide. Auch wenn die Ansichten sehr unterschiedlich waren, haben mir beide weitergeholfen. In ein paar Wochen kann ich das dann auch mit nem Therapeuten besprechen.

Antwort
von TheTrueSherlock, 8

Ich bin froh, dass die Antworten gut sind. Auf einer meiner Fragen zu dem Thema wurde ich doof dargestellt, weil ich in der Schulzeit so etwas wie Burn-out erlebt habe. Es ist immer noch in den Köpfen verankert, dass man so etwas nur in der Arbeit kriegt.

Ich bin froh, dass so etwas noch nicht hier jemand geschrieben hat. Es ist immer okay, wie man fühlt und man muss sich nicht fragen, ob man das mit dem oder dem Alter haben "darf".

Wenn du ein Problem hast, dann hast du ein Problem fertig :) Das ist eine Lektion, die ich lernen musste und unter anderem von meiner Therapie mitnehmen konnte.

Alles Gute dir!

Antwort
von Cookie4Pain, 14

Ein Burnout hat nichts mit deinem Alter zu tun. Es ist sogar soweit gekommen, dass es durch unsere Leistungsgesellschaft ziemlich viele Jugendliche mit psychischen Problemen oder Burnout gibt.

Antwort
von PrincipessaCS, 16

Natürlich gibt's das. Das ist nicht nur ne Krankheit für Manager. Es gibt Fragebögen online, die eine Art Schnelltest ermöglichen. 

Antwort
von polishboy, 12

Ein Burnout hat nix mit dem Alter zutun...

Es kommt auf den Menschen drauf an, welche Psyche er hat und welche Strapazen diese aushalten kann und wann man einfach ausgelaugt ist...

Das kann eigentlich in jedem Alter passieren....

Antwort
von Barfuss85, 20

Ja ich denke schon, hatte vor einem jahr auch dass gefühl bournout zu haben, ich hatte auch viele symptome, körperliche und seelische. Bin ebenfalls unter 20. Gute besserung :)

Kommentar von HyperCulture ,

Danke :)

Kommentar von Barfuss85 ,

gerne :) 

Tipp: wenn es dir seelisch nicht gut geht, suche im internet nach "hühnersuppe für die seele" bzw "selfcare" stöbere etwas und finde dinge die dir gut tun, sowas braucht man in der zeit und hilft auch :)

Antwort
von Keana, 13

Ich denke schon, wenn man zuviel Stress um die Ohren hat, kann es auch in diesem Alter schon vorkommen.

Antwort
von Revic, 9

Alles ist möglich. Es gibt auch 10-jährige, die einen Herzinfarkt bekommen. Die meisten Krankheiten sind nicht an ein bestimmtes Alter gebunden.

Antwort
von nowka20, 4

ist nöglich, aber sehr ungewöhnlich

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten