Frage von fighter90, 39

Burnout durch Angst und privaten Stress?

Kann es sein dass man durch extremen Stress in der Familie und Belastungen dadurch ein Burnout kriegen kann?

vor ca 1,5 Jahren fühlte ich mich immer energieloser und dann plötzlich bekam ich eine Panikattacke und habe seit dem Derealisation und den ganzen Tag starke Angst, ausserdem erinnern mich gewisse Geräusche und Gerüche und Stimmungen sehr stark an meine Kindheit, was mich dann sehr beängstigt. In meiner Kindheit hatte ich oft Angst dass meine Eltern sich trennen und fühlte mich für sie verantwortlich, leider passierte es dann doch. Habe als Kind auch sehr oft ohne Grund geweint, mitten in der Nacht und hatte starke Angst.
Zur Zeit habe ich die ganze Zeit Herzklopfen und das Gefühl dass nur noch der Tod ein Ausweg ist.

Bin von der Schule geflogen und obwohl ich mix zu tun habe habe ich kein bisschen Energie.

Ich hab eigentlich keine Familie mehr(bin 19) und meine Mutter hasst dass ich schwul bin(sie denkt ich hab mir das ausgesucht) und ich fühle mich so holflos.

Niemand hilft mir mehr da ich schon volljährig bin, in der Klinik wurde nix gemacht und die Psychotherapie hat auch nicht geholfen, auch keine Medikamente.

Ich mag langsam nicht mehr.

Kann es sein dass ich traumatisiert bin von irgendwas und es nicht weiss?

Antwort
von Pescatori, 12

Zunächst:
Lass Dir nicht einreden, dass Du nur aufhören musst, „den ganzen Tag vor
Dich hin zu gammeln“ - und schon ist alles paletti.

Du fühlst Dich grenzenlos unglücklich, so dass Dir der Schritt über die Grenze des Lebens als letzter Ausweg erscheint. Auch wenn heute leider sehr viele junge Menschen genau diese Erfahrung machen, ist dies doch für Dich eine einmalige, totale Erfahrung, eine lebensbedrohende Erfahrung.

Du hast tief wirkende Belastungen erlebt:

Trennung der Eltern, Misserfolg in der Schule, negative Reaktionen auf Dein Coming-Out, …. Da sind Deine Ängste - auch die Angst den Bezug zur Realität zu verlieren – wirklich nicht verwunderlich. Ich möchte fast behaupten: Sie sind eine „natürliche“ Reaktion auf belastende Ereignisse in Deiner Lebensgeschichte.

Es ist sehr bedauerlich, dass Du – so scheint es mir – keinen Menschen um Dich hast, mit dem Du vertrauensvolle Gespräche führen kannst, der Dich versteht. Auch wenn Du bisher schlechte Erfahrungen gemacht hast,  wünsche Dir einen (anderen) einfühlsamen Psychotherapeuten, der auch kritisch mit den Chancen und Gefahren der Psychopharmaka umgehen kann. (Bei Psychiatern muss man schon großes Glück haben, wenn man an
einen geraten will, der seelisches Leid nicht nur kategorisiert und
medikamentös therapiert, sondern auch sich von dem Menschen, der seine Hilfe sucht überraschen lassen will, dem es ums Verstehen geht.)

Bei meiner Außenansicht Deiner Situation frage ich mich, ob Du nicht bei Deiner Mutter Verständnis für Dein Schwulsein finden kannst. Es hat sich in letzter Zeit im öffentlichen Bewusstsein viel zum Positiven gewendet, was auch zu einer Einstellungsänderung Deiner Mutter beitragen könnte.Bist Du sicher, dass Deine Mutter Dich hasst?

Viel zu allgemein kann ich in diesem Rahmen nur noch sagen, dass auch Du unter der Schicht der Zweifel und Ängste das Gefühl, ja das Wissen für Deinen Weg in Dir trägst. Dahin gelangen ist sicher eine Kunst – aber eine, die jeder lernen kann.  -

Ich wünsche Dir viel Kraft für den guten Augenblick!

Antwort
von Marian1999, 11

Ja, wenn einem die Belastung zu groß wird kann das schon mal ein Burnout auslösen. Aber auch wenn dir alles ausweglos erscheint solltest du die Hoffnung nicht aufgeben. Jeder macht mal harte Zeiten durch, der eine mehr als der andere. Doch das ist kein Grund sein leben weg zu werfen, man muss lernen damit umzugehen und einen anderen weg finden das ganze zu verarbeiten.  Du schreibst das dich die Erinnerung an damals heute immer noch beängstigt, vielleicht ist das das trauma welches du noch nicht überwunden hast. Vielleicht gibst du dir unterbewusst immer noch die schuld für das was passiert ist. Aber du bist sicher nicht dafür verantwortlich das sich deine Eltern getrennt haben, sowas passiert halt leider manchmal aber du hast sicher keine schuld daran. Hast du schon mal versucht dich deinen freunden anzuvertrauen, sie könnten dir halt geben und dich unterstützen. Vielleicht würdest du dich dann nicht mehr ganz so hilflos fühlen.  Und du solltest dir vielleicht wieder eine Beschäftigung suchen , denn so hättest du weniger Zeit um über deine Ängste nachzudenken und wieder einen Antrieb. Lg und viel Glück, Marian.

Antwort
von safur, 15

Für mich klingst du eher ziellos. Möchtest du nichts erreichen im Leben? Ich kann mir schon vorstellen, dass es stinklangweilig und demotivierend ist, wenn man sich überhaupt nichts vornimmt. Man gammelt den ganzen Tag vor sich hin :-) Weiterhin hast du dann zu viel Zeit zum Nachdenken. Die Zukunft beginnt jetzt! Es liegt nur an dir etwas zu ändern.

Entschuldige dich nicht mit anderen. Die Klinik hat dir ggf. nicht geholfen, weil du auch nichts geändert hast. Klingt hart, ist aber herzlich gemeint. Das ist nicht wie ein Friseurbesuch. Ich gehe hin und komme 15 Minuten später wieder raus und bin schick.

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