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Burn-Out - Modekrankheit oder in der heutigen Zeit ganz normal?

Frage von Oberzicke Oberzicke

In letzter Zeit weiß ich echt nicht mehr, was ich darüber denken soll ...

Wo ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue ... fast überall taucht das Thema "Burn-Out" auf. So viele Leute "erkranken" daran. Ist es nur eine Modekrankheit á la: Cool, das hört sich toll an, das mach ich auch ... oder ist es in der heutigen Zeit wirklich so, dass die Leute viel schneller daran erkranken?

Es sind wohlgemerkt alles Leute zwischen 25 und 35 Jahren!!!

Ich versuche ja wirklich, Verständnis dafür aufzubringen. Aber wenn Leute schon mit Ende 20/Anfang 30 mir mitteilen, dass sie sich außer Stande fühlen, jemals wieder zu arbeiten, dann kommt's schon hoch. Ich kann das einfach nicht verstehen, zumal jene Leute nie wirklich Stress in ihren Jobs hatten.

Könnt Ihr diese Zunahme von Burn-Out auch in Eurem Umkreis feststellen oder ist das nur so geballt in meiner Gegend?

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Antworten (12)

  • 2
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von yprada yprada

    Die Zeiten sind eindeutig hart, das ist auch den anderen Beiträgen hier klar zu entnehmen. Aber nicht jede Grippe ist eine Schweinegrippe und nicht jede Erschöpfung ist gleich ein Burn-out Syndrom. Wir haben ein soziales Auffangsystem, sodass jeder, der keine Lust mehr hat, mit dem Wahnsinnstempo mitzuhalten, zumindest nicht verhungert. Das führt in Versuchung: Anfang letzten Jahrhunderts verhungerte man einfach, wenn man krank wurde und nicht in der Lage war, Geld herbeizuschaffen. Hartz IV ist zwar nicht schön, aber offensichtlich für manche durchaus eine Option- auf Kosten anderer. Des Weiteren muss man bedenken, dass es immer mehr Menschen auf der Welt gibt. Eigentlich ist es ein natürliches Phänomen, dass die Leistungsschraube angezogen wird. Nach dem Darwinschen Prinzip gewinnen die Stärkeren, erarbeiten sich den Platz in einer sozial ranghöheren Schicht, haben mehr Geld, mehr Macht und mehr Möglichkeiten. Das verändert unser Mensch-sein, da immer weniger Platz sein wird für Gefühle. Jetzt schon haben Fernsehshows, wo Gefühle einen gesellschaftlich anerkannten Platz haben (Dieter Bohlen hat Tränen in den Augen...), hohe Einschaltquoten, weil im Alltag Gefühle uns am Funktionieren hindern. Mir gefällt gar nicht, wo das alles hinführt, aber die Masse der Menschen ist fortschritts- und konsumgeil und ermöglicht dadurch die schnellste Übertragung der neusten Standards der Wirtschaft in die Bevölkerung (wenn keiner einen schnelleren Rechner kaufen würde, würde die Entwicklung eines noch schnelleren Rechners länger auf sich warten lassen). Es ist klar, wessen Interessen da verfolgt werden. Bisher wurden in der Geschichte allzu fortschrittliche Tendenzen dann irgendwann durch einen Krieg auf Stand 0 zurückgeführt. Der wird wohl irgendwann kommen...

    Kommentar von sumsemann sumsemannsumsemann

    Die Folge ist doch auch, dass die Leute ihre Krankheiten nicht mehr auskurieren und tausend andere Leute anstecken. Es ist mir manchmal unbegreiflich, in welchen Zustand die Leute noch manchmal vor die Tür gehen, arbeiten gehen und ihre Kinder in den Kindergarten und zur Schule schicken.

  • 6
    Antwort von kaesbrot kaesbrot

    Das ist eine Neuzeit-Erkrankung wie Diabetes. Wir stehen unter enormen Leistungsdruck und auf Dauer kann das nicht funktionieren.

  • 3
    Antwort von swallowtail swallowtail

    Es ist absolut keine Modekrankheit.

    Unsere Zeit ist schnelllebiger,

    die Menschen werden einfach ersetzt,

    viele machen nicht mehr krank,

    weil sie Angst um den Arbeitsplatz haben,

    man verdient nicht mehr genug,

    der Druck steigt immer mehr und das alles macht einen fertig.

    Und es ist eine ernst zu nehmende Krankheit.

    Leider leiden immer mehr Menschen darunter.

    Kommentar von Guppy194 Guppy194Guppy194

    Du sprichst mir aus der Seele

  • 2
    Antwort von netzotto netzotto

    Ellenbogengesellschaft-wird von den Kapitalisten gefördert. Die Mitarbeiter halten auch nicht mehr richtig zusammen, früher war die Firmen-Halle fast leer wenn wir zum Streik auf die Strasse gegangen sind. Mein Sohn ist 25 arbeitet bei einem großen Unternehmen die machen mit den Leuten dort was Sie wollen. Toilette gehen kannste in der Pause (Bandarbeit) . Wir übernehmen keinen draussen laufen genug rum. Mein Sohn war auf einer Gewerkschaftsversammlung da waren gerade mal noch 3 Kollegen von den 150 Mitarbeitern. Die Typen in den Schlüsselpositionen (Vorarbeiter ) machen für 50 Cent mehr Stundenlohn auch alles mit Ihren Kollegen, haben nichts gelernt und nur eine große Schnautze. So läuft das Heute. Immer wieder befristete Arbeitsverträge denn die Firma hat Ihre eigene Leasingfirma mit gleichem Namen nur Lease hinten angehängt. Viele gehen ungern zur Arbeit, Band wird immer schneller gestellt, wenn du ausgelaugt bist und Krank wirst, dann wird derjenige einfach rausgeschmissen.Gibt genug Arbeitslose

  • 2
    Antwort von Major1909 Major1909

    ES handelt sich um ein kRankheitsbild welches durch die Veränderung unserer Gesellschaft begünstigt wurde.

    Der Zerfall familiärer und kommunitärer Bindungen bewirkt wachsende Anonymität und Unpersönlichkeit. Das fördert eine narzisstische, selbstbezogene Charakterstruktur mit Angst vor Abhängigkeit, innerlicher Leere und Problemen bei tiefen persönlichen Bindungen. Die Arbeit wird umso höher als Befriedigungsquelle mit Erwartungen besetzt. Folglich sind die Menschen nicht mehr bereit, Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, die nicht optimal sind und weniger befriedigen. Darüber hinaus wirkt in ungünstiger Arbeitsmarktlage drohende oder sogar auch vorhandene, etwa unlösbare Arbeitslosigkeit mit. Auch in helfenden Berufen Tätige bleiben aus Angst eher an Stellen mit schlechten Arbeitsbedingungen. Das macht unzufrieden und erleichtert das „Ausbrennen“. Die unsichere Marktlage, in der eine sichere Lebensplanung entfällt, verunsichert stark. Die wachsende Komplexität aller Prozesse des modernen Lebens sorgt tendenziell für Autonomieeinbußen und Stress, da der Mensch immer mehr auf Maschinen und Spezialisten angewiesen ist. Man wird mehr auf bestimmte Rollen festgelegt, kann nur noch Teilbereiche des Lebens bestimmen und bewältigen, ist oft damit überfordert. Die Spezialisierung innerhalb der helfenden Berufe stellt gesellschaftlich hohe Erwartungen an sie. Als bürokratisch empfundene Kontrollsysteme mit als irrelevant empfundenen Erfolgskriterien können aus Sicht der Betroffenen sinnvolle Arbeit erschweren.

    Kommentar von sumsemann sumsemannsumsemann

    Arbeitsbedingungen die nicht optimal sind, das ist eine Sache, aber Arbeitsbedingungen die schon an die Menschenwürde gehen, da muss man ganz klar einen Riegel vorschieben. Man sollte doch erwachsenen Menschen zutrauen, dass sie selber entscheiden können, wann während der Arbeitszeit der passende Moment ist, um eine Toilettenpause einzulegen. Nur, weil es einige gibt, die diese Freiheit ausnutzen, muss man doch nicht die ganze Belegschaft in Sippenhaft nehmen.

  • 1
    Antwort von kopyto kopyto

    Klar werden die Anforderungen nicht einfacher, aber auch schon früher gabs immer wieder harte Zeiten (Weltkriege, Wiederaufbau etc.)

    Die Menschen sind einfach auch verweichlicht und kaum haben sie etwas Stress und laufen am Anschlag kommt das Modewort "Burnout" gerade richtig.

    Mit 25 kann man gar nicht so viel gearbeitet haben, dass man in ein burnout hineinläuft, also nicht nach meiner Definition

    Kommentar von sumsemann sumsemannsumsemann

    Das ist ein ganz krasses Vorurteil und ich bin mir sicher, dass immer jüngere Leute vom Burnout betroffen werden sein. Wenn ich mir überlege, welches Arbeitpensum heute die Schüler auf dem Gymnasium zu bewältigen haben. Da wären wir damals zu meiner Zeit aber alle auf die Straße gegangen. Wir haben damals noch mit der Schülervertretung erstritten, dass die Lehrer nicht von uns verlangen dürfen, dass wir immer alle Lehrbücher mit dabeihaben müssen, weil der Ranzen sonst viel zu schwer ist. Heute kräht da kein Hahn mehr nach. Ich verstehe auch die Eltern nicht, dass sie da so passiv sind. Heute kann man Arbeitsmaterialien so einfach vervielfältigen, warum müssen die Kinder dann noch ganze Bücher durch die Gegend schleppen? Ich habe damals auch erstritten, als ich noch geringfügig beschäftigt war, dass ich eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bekomme. Darauf wurde ich selbstverständlich gekündigt, aber ups, auch als Geringfügige hat man tatsächlich einen Anspruch auf eine Kündigungsfrist, was die wenigsten wissen. Auch mein Arbeitgeber hat steif und fest behauptet, dass ich das nie durchgesetzt bekomme, aber das Recht war auf meiner Seite und mithilfe des Arbeitsgerichts hat mein Arbeitgeber das dann auch eingesehen. Die Menschen sind nicht verweichlicht, sie sind vor allem zu ungebildet und haben zu wenig Courage. Ich sage immer: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!

  • 1
    Antwort von JeanRutti JeanRutti

    es betrifft ja hauptsächlich personen die nicht als schwach gelten wollen und nicht nein sagen und sich nicht helfen lassen wollewn. es hat schon etwas mit der Zeit zu tun, arbeitsplatz verlust angst usw.es braucht aber manchmal auch nur ein starker psychischer stress der auslöser sein.

  • 1
    Antwort von klarakarlson klarakarlson

    Die Menschheit ist nicht mehr strapazierfähig....Zuviele Eindrücke prallen auf einen zu...Schon alleine die großen Einkaufscentren,und dann die Kinder im Kinderwagen...Wie solln die diese bunten-schnell-vorbeiziehenden Bilder verarbeiten??BurnOut wird ne Volkskrankheit die schon im Kind verankert ist...Alles hat seinen Preis,und der Fortschritt ganz besonders....

    Kommentar von sumsemann sumsemannsumsemann

    Es gehört schon viel dazu, seine Kinder ohnen einen Wutanfall aus der Spielzeugabteilung herauszubekommen. Die meisten lösen das damit, indem sie ihren Kindern einfach jedesmal eine Kleinigkeit kaufen, damit sie Ruhe geben. Ich mache das nicht, meine Tochter flippt erwartungsgemäß aus und ich gebe trotzdem nicht nach. Am Ende bin ich diejenige, die sich die Sprüche einfängt, weil mein Kind den ganzen Laden zusammenschreit. Ich finde es sehr bezeichnend, wenn die Kinder und späteren Erwachsenen nicht sagen:"Ich kaufe mir ein neues Handy, sondern ich HOLE mir ein neues Handy." Die Sachen müssen nur noch abgeholt werden, übers Bezahlen macht sich anscheinend keiner mehr Gedanken. Warum auch? Jetzt kann sich doch jeder alles leisten. Wir leben ja von dem Gehalt meines Mannes und ich darf mir auch des öfteren anhören, dass ich ja meinen Kindern dann nichts bieten kann. Danke für den Arschtritt! Was nix kostet, ist auch nix, oder wie?

  • 1
    Antwort von GbThreepwood GbThreepwood

    ich denke schon das viele menschen einfach vom stress ausgebrannt sind, aber viele haben auch einfach andere probleme. Nie wieder arbeiten gehen zu wollen finde ich ziemlich dämlich. Ich meine, gegen stress im alltag und ein ausgebranntes gesfühl kann man etwas tun..

    Kommentar von kaesbrot kaesbrotkaesbrot

    Da kann man kaum was dagegen tun. Man kann sein Kind nicht abgeben, sich arbeitslos melden oder spontan alles liegenlassen und Urlaub nehmen.

    Kommentar von Guppy194 Guppy194Guppy194

    ... und ein käsbrot geniessen; wie Recht Du leider hast.

    Kommentar von GbThreepwood GbThreepwoodGbThreepwood

    nein, das sagt ja auch keiner, aber man kann lernen auch mal nein zu sagen und zeit für sich zu nehmen. Wenn der Job einen krank macht, dann würde ich mir schon überlegen, ob es sich lohnt das weiter zu machen. natürlich ist das für viele nicht einfach aus finanzieller sicht, aber die gesundheit sollte einem schon wichtiger sein.. so weit es geht..

    Kommentar von kaesbrot kaesbrotkaesbrot

    Es muss nicht immer der Job an sich sein. Ich arbeite im Moment nicht, aber um selbständig zu werden, habe ich kaum noch Zeit für mich und meine Familie. Dabei ist das erst die Vorbereitung, d.h. später wird es noch extremer. Gedanklich geht man den Tagesablauf bereits im Schlaf durch, weil sobald man die Augen öffnet, muss man startbereit für den Tag sein. Dann passieren noch Vorfälle, auf die man eigentlich verzichten könnte. Es dauert nicht lange, bis man nicht mehr kann.

    Kommentar von sumsemann sumsemannsumsemann

    Es gibt ein Buch, das sich mit dem Eltern-Burout beschäftigt, das kann ich dir nur wärmstens empfehlen. Auch für Eltern haben sie die Zeiten geändert. http://www.amazon.de/Eltern-Burnout-Wege-aus-Familienstress-sachbuch/dp/3499619903

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    Antwort von HPMueller HPMueller

    Es ist beides! Ich habe 1998 mein erstes Seminar zum Thema "Burnout" gehalten. Damals hat noch keiner davon geredet. Heute kommen alle jammernd um die Ecke und sagen: "Ich habe Burnout". In den allermeisten Fällen ist es kein Burnout, sondern lediglich eine Erschöpfung, die mit etwas Urlaub und Entspannung auskuriert ist. Wer wirklich vom Burnout-Syndrom betroffen ist, der "spielt" nochmals in einer "ganz anderen Liga". Einen guten Überblick über das Burnout-Syndrom (z.B. auch Unterschied zwischen "Burnout" und "Erschöpfung"): "30 Minuten gegen Burn-out" (GABAL-Verlag). Wie ich finde, das Wesentliche auf den Punkt gebracht.

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    Antwort von Kleinelli Kleinelli

    Ich bemerke es auch, da ich Kurse zu diesen Themen gebe und da viele junge Leute dabei sind die sich permanent stressen auch in der Freizeit. Menschen gönnen sich kaum mehr Ruhe und dann kommt noch die Angst dazu am Arbeitsplatz gekündigt zu werden was auch bei einigen real vorkam, während meiner Kurse. Es hilft jedenfalls nur wenn man sich nicht ständig übernimmt, Pausen einlegt und an seinen Ängsten arbeitet.

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    Antwort von sluginsland sluginsland

    Der Begriff "Modekrankheit" ist ja der Hit ! Wenn ein VW-Käfer einem Ferrari hinterherfährt, klappt das nicht, schon gleich garnicht auf Dauer. Zum Einen muss der Top in Schuss sein, zum Anderen muss er sich erreichbare Ziele setzen...

    Kommentar von sumsemann sumsemannsumsemann

    Früher nannte man es Ausrede, heute ist es ein Syndrom oder eine Modekrankheit. Im Endeffekt ist ein gesellschaftlicher Hilfeschrei, ein Strohhalm, an dem sich die Leute festhalten. Es liegt aber auch ganz klar daran, dass die Krankenkassen nur dann zahlen, wenn jemand krank ist, nicht präventiv, um eine Krankheit zu vermeiden. Es werden also lieber die Folgen einer Erschöpfung bezahlt, als den Menschen einfach 5 Tage mehr Jahresurlaub zuzugestehen. Eine Milchmädchenrechnung.

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  • health-manager.de

    Stress lass nach – Im Urlaub das Gleichgewicht wiederfinden

    Viele Menschen erleben es Tag für Tag: Sie fühlen sich irgendwie ausgebrannt. Ein Zustand, den zirka 1,6 Millionen Deutsche sehr gut kennen, denn sie leiden an chronischer Erschöpfung, dem so genannten BurnOut-Syndrom.

    Hervorgerufen von Stress und Überforderung äußert es sich vor allem in Antriebslosigkeit, chronischen Schmerzen, permanenter Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Besonders Menschen, die im Berufsleben stehen, erleben einen immensen Erwartungsdruck. Bestenfalls soll alles schon gestern fertig gewesen sein.

    Bitte lesen Sie hier weiter: health-manager.de - Stress lass nach – Im Urlaub das Gleichgewicht wiederfinden

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