Frage von UKfella, 154

Bundeswehr Soldat Nahkampf Kampfsport?

Also am Wochenende hat es zwischen zwei Freundes ein wenig gerumpst. Es gab etwas Streit und dann kam es zu einer mittleren Rangelei. Einer der beiden ist seit 2009 bei der Bundeswehr. 2015 war er sogar 6 Monate in Afghanistan. Er bildet sich auch immer sehr viel darauf ein. Stolze Stories über Übungen bei der er als einer der besten abgeschnitten hätte und von den oberen Offizieren immer sehr gelobt wird usw. bla bla bla. Ist mir ansich egal^^ Soll er doch quasseln. Aber als es zwischen ihm und einem Kumpel ein wenig zur Sache ging, war ich überrascht wie lächerlich unser kleiner Soldat kämpte. Zappliges Händegeklatsche und ein bisschen geschuppse. Der andere sah dabei weitaus geschmeidiger aus. Er hat ihn übrigens mit einem gekonnten Judogriff recht schnell zu Boden geschickt und danach war Ruhe. War schon keine tolle Sache. Wir hätten dazwischen gehen können/sollen, aber es brodelt zwischen den beiden schon seit Monaten. Die sollten sich jetzt einfach mal kurz austoben und das regeln.

Meine Frage; Wird beim Bund kein Vollkontakt gelehrt? Keine Selbstverteidigung ohne Waffen? Bei dem stolzen Gerede dachte ich, dass unser Soldat ein totales Kampfass wäre. Der Schein trügte aber.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von navynavy, Community-Experte für Bundeswehr, 110

Meine Frage; Wird beim Bund kein Vollkontakt gelehrt?

Klare Antwort: Bei "normalen" Soldaten nein.

Grund ganz einfach: Wenn es nach Meinung der Bundeswehr zum unbewaffneten Nahkampf kommt, ist etwas schiefgelaufen. Und deshalb legt man mehr Wert darauf, dieses Schiefgehen zu vermeiden - z.B. dadurch, dass in den letzten Jahren die Verwendung der Schusswaffe im Nah- und Nächstbereich deutlich intensiver geübt wird als vorher.

Für Angehörige von Spezialeinheiten (z.B. KSK) oder in speziellen Verwendungen (EGB-Kräfte) werden aber selbstverständlich Techniken des unbewaffneten Nahkampfes gelehrt - diese können eher einmal in entsprechende Situationen geraten. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die entsprechenden Techniken dazu gedacht sind, schwer zu verletzen oder gar zu töten - selbst wenn Dein Freund diese also beherrschen würde, dürfte er sie in einer so harmlosen Situation gar nicht anwenden.

Der Schein trügte aber.

Präteritum von "trügen" ist "trog" :-)

Antwort
von Hamburger02, 87

Im Sportunterricht kann es schon mal passieren, dass auch ein bischen Kampfsport geübt wird. Da denken dann manche, kommt auch bei niedrigeren Gürteln öfters vor, jetzt können sie was. Dem ist aber bei weiten nicht so. Bis man soweit ist, dass man echt kampftauglich ist, dauert es Jahre regelmäßigen und harten Trainings. 

Und eines ist sicher: wer mit seinem Können angibt und es gerne ausprobieren möchte, ist grundsätzlich ein Anfänger. Der Meister schweigt und vermeidet den Kampf. 

Wie schon einige schrieben: Echtes Nahkapmpftraining gibts nur bei den Spezialkräften. Ist auch besser so, weil da auch das Töten ohne Waffen gelehrt wird.

Antwort
von Alisilonos, 92

Also erstmal ist die Frage in was für einer Einheit er ist, soweit ich aber weiß werden Nahkampf Ausbildungen nur beim KSK oder den Kampfschwimmer geübt, sonst EGB Fallschirmjäger vielleicht noch, bei der normalen Truppe eher nicht, was natürlich noch die Frage aufwirft ist dein Freund manschaftler oder Uffz. aufwärts ? Dann könnte es sein das er seinen Einzelkämpfer gemacht hat da lernt man auch Selbstverteidigung

Antwort
von Apfelkind86, 65

Nein, dafür tragen wir ja Waffen. ;) Und der Feind auch. Daher kommt es nicht zum Nahkampf außer es läuft sehr viel sehr schief oder man gehört irgendwelchen speziellen Einheiten an, die natürlich dann auch darin trainiert sind.

Nahkampf ist für den normalen Soldaten so nützlich wie ein Häkelkurs.

Antwort
von anonymos2154, 47

Nee da sind die Iraker Inder und Iraner (Krav maga) die Chinesen (Wing Tsun) die Russen (Systema) und Afghanen uns leider vorraus...

Antwort
von SiViHa72, 68

Manchmal ist es auch ein Unterschied, also einfach für die Psyche, ob ich einfach knallhaert weiss, jetzt gilt ich oder er.. oder ob es ein Freund/Kumpel ist. Ich kenn´s vom Schwertkampf.. im Training gehts voll zur Sache, bei meinem Schwager oder auch meinem Freund lach ich mich nur weg und geh nie ran wie Blücher (ich= Frau).

Dafür aber vor einiger Zeit auf sehr frühem Weg zu Arbeit von Besuffski überfallen worde... zack wamm, niedergerungen, angeschnauzt "sonst noch nen Problem?" und abgerauscht.

Muss man nicht verstehen.

Vielleicht geht ihm das ähnlich.

Antwort
von TheCookieOfDoom, 89

nahkampfausbildung in der bundeswehr....kannste vergessen...wenn man was lernen will in der beziehung, dann musste privat trainieren (ich empfehle ninjutsu^^)

Kommentar von UKfella ,

Es geht ja nicht um mich^^ Ich war einfach nur überrascht dass der Knabe kampfmäßig absolut nichts drauf hatte.

Kommentar von TheCookieOfDoom ,

es wird gesagt dass man nach 2-3 jahren nahkampftraining erst beginnt es sinvol in einer realen situation nutzen zu können

Kommentar von UKfella ,

Ok? Naja, also unser Soldat hat an diesem Abend bewiesen dass er vom Kämpfen so viel versteht wie ich von Quanten Physik^^

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