Frage von JayBa25, 99

Bund und Führungszeugnis, muß meine Weste weiß sein?

Hallo alle zusammen,

ich habe folgendes Problem: Ich möchte gern der Bundeswehr beitreten, nur wurde ich eben nach meinem Führungszeugnis gefragt.
Da ich leider nur Fragen bezüglich des BTM Gesetzes und Führungszeugnis in Erfahrungen bringen konnte, ist meine Frage wie folgt: Ich bin zwischen  2008 und 2013  bereits 4,5 Mal verurteilt worden wegen Körperverletzung, und einmal wegen gefährlicher Körperverletzung - aber nie in Arrest oder zu Tagessätzen bezüglich Schadenswiedergutmachung-  inhaftiert worden.

Ich habe lediglich Aufstockungen der Laufzeiten von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung bekommen.

Wie stehen meine Chancen, dort beizutreten, und wie sieht das diesbezüglich der Verjährung der Einträge aus?

Ps. Führungszeugnis wurde bereits beantragt.

Hoffe, es ist alles recht verständlich :)

Expertenantwort
von navynavy, Community-Experte für Bundeswehr, 97

Bei 5 Verurteilungen wegen desselben Delikts - Körperverletzung - hast Du bei der Bundeswehr massive Mängel in einem entscheidenden Bereich, nämlich der "charakterlichen Eignung".

Sorry für das deutliche Wort - einmal Körperverletzung mag ein Ausrutscher gewesen sein, aber fünfmal, das lässt schon einen gewissen Rückschluss über Grundzüge Deines Verhaltens zu. Und genau so wird das wohl auch bei der Bw gesehen werden.

Grundsätzlich gilt übrigens, dass Verurteilungen von über einem Jahr (egal, ob Bewährung oder nicht) von einer Übernahme in ein Beamten-/Öffentliches Dienstverhältnis ausschließen. Mit dem 1 Jahr und 9 Monaten bist Du da deutlich darüber.

Eine Verjährung bzw. das genaue Strafmaß der Einzelurteile spielt dabei keine Rolle. 

In einer ähnlichen Frage hier, die in den letzten Tagen gestellt wurde, gab es von sehr erfahrener Seite die Antwort, dass Bewerbungsunterlagen mit entsprechenden Inhalten grundsätzlich aussortiert werden - das kann ich mir auch gut vorstellen. Nur zur Verdeutlichung - laut des jüngsten Interviews mit dem Inspekteur des Heeres kommen zur Zeit pro freier Stelle - je nach Laufbahn - im Schnitt 5 bis 7 Bewerber. Die Bundeswehr kann auswählen, und tut dies auch.

Insgesamt werden Deine Chancen also sehr schlecht stehen, mit diesem Vorstrafenregister in die Bw aufgenommen zu werden.

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Beim Fwd mag es anders sein, bei Zeitsoldaten sind Vorstrafen aber absolutes nogo.

Kommentar von navynavy ,

Aber auch bei FWDL sehe ich bei fünfmal KV sehr schwarz.

Ansonsten natürlich völlig richtig. Allerdings glaube ich, dass der Fragesteller nicht nur vom FWD gesprochen hat.

Antwort
von Hamburger02, 61

Also ich würde sagen: keine Chance. Eine der wichtigsten Eigenschaften, die von einem Soldaten verlangt werden, ist es auch in kritischen Situationen cool zu bleiben und nicht emotional zu handeln. Es wird also Selbstkontrolle und Selbstdisziplin verlangt. Und genau die wird dir beim Lesen der Bewerbung abgesprochen werden, da vermutet wird, dass du dich zu unüberlegten Handlungen hinreißen lässt und das kann das Leben der Kameraden gefährden.

Antwort
von gooo606, 99

soweit ich informiert bin musst du komplett straffrei sein um dem bund beitreten zu können

Kommentar von JayBa25 ,

Einiges wird ja wohl verjährt sein (hoffe ich zumindest) laut meinen jetzigen Infos sind sogar alkoholdelikte wie betrunken Auto fahren schon im Zeugnis drin, wenn meine Infos Stimmen und es verjährt nach 3 Jahren dann sollte ja eig nur der Eintrag von 2013 drin stehen und der rest nicht. Was ich meine ist lediglich wird man wegen einem Eintrag schon nicht mehr akzeptiert?

Danke für die Unterstützung:)

Antwort
von lohne, 88

Das war verständlich geschildert. Ich vermute sehr stark, dass du keine Chance hast.

Antwort
von Nebuk, 93

Also, wenn ich's mir aussuchen könnte, möchte ich nicht von dir beschützt werden.

Werd doch Profiboxer, dann steckst du zur Abwechslung auch mal ein. 

Kommentar von JayBa25 ,

Nur mal so, möchtest du ein Weichei der vor allem weg läuft als Beschützer oder eher den Typen der weiß wie man sich verteidigt?

Und nein ich bin kein aggressiver Mensch oder sowas, waren eben nur blöde Situationen damals.

MMA wäre eher mein Fall:D

Kommentar von ponter ,

Und nein ich bin kein aggressiver Mensch oder sowas, waren eben nur blöde Situationen damals.

Vier bis fünf mal? Da kann man wohl kaum von "Ausrutschern" sprechen. Ich denke mal, du bist für die BW nicht geeignet.

Kommentar von navynavy ,

Nur mal so, möchtest du ein Weichei der vor allem weg läuft als Beschützer oder eher den Typen der weiß wie man sich verteidigt?

Naja, als Soldat, der an Kriegswaffen ausgebildet und eingesetzt wird, möchte ich auf jeden Fall jemanden, der rückhaltlos die gesetzliche Ordnung unseres Landes unterstützt und der weiß, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt. Wenn jemand Gewalt gegen Personen anwendet, dann im Rahmen des Zulässigen (Notwehr) oder Menschen, die entsprechend berechtigt und ausgebildet sind (Polizei).

Nichts für ungut - aber fünf Urteile wegen Körperverletzung, das waren sicher keine fünf Fehlurteile aufgrund von Notwehr :-)

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Schwere Körperverletzung hat nichts mit Verteidigung, sondern mit Angriff zu tun.

Und nein, ich will niemandem eine Waffe geben, der andere Menschen grundlos bzw. unverhältnismäßig angreift.

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