Frage von TechnikSpeziUsermod, 70

Bund, Länder und Kommune - Wieso ist ein Bundesland ein Land?

Die Frage stelle ich mir ständig und denke eigentlich, das musst du doch verstehen, das ist Allgemeinbildung. Aber ich verstehe es nicht.

Deutschland ist ein Land, wie der Name schon verrät. Nordrhein-Westfalen (NRW) ist ein Bundesland, das sollte auch jeder hier wissen.

Wieso redet man in der Politik dann jedes mal bei Ländern von den eigentlichen Bundesländern wie NRW? Ständig im Politik / SoWi Unterricht. Immer wieder reden wir dann über Landesebene. Wenn ich Landesebene höre, denke ich an Länder = Deutschland, Frankreich etc.

Wenn dann die Bundesebene dran ist, denke ich an Bundesländer wie NRW oder Niedersachsen.

Es ist aber ganz genau anders herum.

Das blicke ich ganz einfach nicht.

Wieso ist das Land dann plötzlich Bundesebene und ein Bundeland Landesebene?

Und nein, ich habe mich nicht nur verhört oder verlesen... Ist mir schon mehrmals aufgefallen und ich habe es selbst in meinen Unterlagen..

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TanjaStauch, 10

Hm...

Münzen, die 1948 oder 49 in (West-) Deutschland geprägt wurden, trugen die Aufschrift "Bank deutscher Länder".

Diese "Länder" gab es, bevor es die  "Bundesrepublik Deutschland" gab (siehe "Zweiter Weltkrieg").

Die "Vereinigten Staaten" bestehen aus 50 "Staaten" (siehe Sternchen auf der US-Flagge - plus D.C. und Kolonien). Weil es die 13-Gründerstaaten Staaten (siehe Streifen auf der US-Flagge) schon vor den USA gab.

Das "Nauti-Land" hat überhaupt keine richtigen Einwohner. Es ist ein Schwimmbad.

"Basel-Land" ist auch kein richtiges Land. Sondern ein Kanton der Schweiz. Genaugenommen nur ein "Halb-Kanton". Die andere Hälfte des "Voll-Kantons" ist "Basel-Stadt". Das meint dann die Stadt Basel. Und zwei weitere Gemeinden.

Und jo: Es gibt sogar "Landwirbeltiere" in Städten. Ratten, Menschen usw.

Konkret: Nicht immer ist drin, was drauf steht.

Begriffe wie "Land" oder "Staat" sind extrem "unscharf".

Der Staat "Bundesrepublik Deutschland" bzw. des "Land Deutschland" umfasst 16 "Länder", darunter den "Freistaat Bayern", der jedenfalls eine eigene "Staatsregierung" besitzt (Sachsen und Thüringen auch).

Der "Landtag" von Hamburg und von Bremen heißt "Bürgerschaft". Der von Berlin "Abgeordnetenhaus". In keinem Fall dauert dieser "Landtag" genau 24 Stunden. Egal ob auf dem Land oder in einer Stadt.

"Frankreich" ist nicht das Land der "reichen Franken". Und "Unterfranken" sind nicht unbedingt unterwürfiger als "Oberfranken".

Die "Schweizer Franken" sind etwas völlig anderes als die "Siebenbürger Sachsen" und fühlen sich meist deutlich weniger "ungeliebt".

Es geht um "historisch gewachsene" Begriffe, (die in ihrem Ursprung immerhin tatsächlich mal was damit zu tun hatten, was wir heute darunter verstehen).

Wenn du diese Ursprünge ignorierst, werden solche Begriffe schnell völlig unverständlich.

Der "Sonnenkönig" (nein, er war nicht wirklich der Beherrscher der Sonne!) soll mal behauptet haben "L’État, c’est moi!". Die Wikipedia übersetzt das mit "Der Staat bin ich".

Mit etwas Latein komme ich eher auf "Die Stände bin ich". Staat. Lat. stare = Stehen. Lat. Status = Stand.

Aber Louis Stände bestanden überwiegend aus Adel und Klerus. Kleinbauern oder einfache Arbeiter waren für ihn kein Stand. Sie zählten einfach nicht.

Vielleicht meinte er auch: "Ich habe einen Ständer" oder "Meiner steht am meisten".

Das dürfte seinem Intellekt und Charakter am nächsten kommen. Aber wir wissen es nicht.

Geschichte ist eine "Geisteswissenschaft". Wir können darüber rätseln, was sich wer wann wie gedacht hat.

Das Wort "deutsch" meint laut Wikipedia "zum Volk gehörig". Wir dürften also davon ausgehen, dass "Deutschland" uns allen irgendwie gehört.

Mein privater Grundbesitz liegt bei ziemlich exakt 0 Quadratmetern. Ich bin nur Mieterin und gehöre definitiv nicht zu den "AnteilseignerInnen" Deutschlands. Also wohl auch nicht zum "deutschen Volk". Wie die meisten anderen deutschen StaatsbürgerInnen auch (egal ob sie in Köln oder Kinshasa geboren wurden).

Und "Grönland" meint "grünes Land".

Konkret: Nicht immer ist drin, was drauf steht.

Genaugenommen: Es ist eigentlich eine merkwürdige Ausnahme, wenn jemand mal genau das meint, wovon er / sie spricht.

Also nimm das alles nicht so spaßig (jetzt meine ich: "ernst", aber das würde ich nie offen zugeben...)

Liebe Grüße

Tanja

Antwort
von GrobGeschaetzt, 22

In der deutschen Sprache bestimmt bei zusammengesetzten Hauptwörtern der letzte Teil, was für ein Ding es eigentlich ist. Darum ist ein Bundesland ein Land, und zwar eines, das in einem Bund (mit anderen) ist. Deshalb kann man Bundesländerebene auch als Länderebene abkürzen, denn es geht um (Bundes-)länder..
Und wenn es um die Ebene des Bundes der einzelnen Länder geht, ist das halt die Bundesebene.

Dass aber der Begriff Land nicht eindeutig definiert ist, und für verschiedene Dinge stehen kann, hat man in Baden-Württemberg auch schon erkannt: http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/gemeinschaftskunde/material/staat/lan...

Antwort
von Sonnenstern811, 27

Die Schweiz hat Kantone, wir haben Bundesländer.

Vieles wird auf Landesebene geregelt mit Unterschieden. Es gibt Landespolitiker im Gegensatz zu Bundes- und Kommunalpolitikern.

Wir haben Länderparlamente und vieles mehr.

Das selbe bei Beamten, übrigens auch mit durchaus unterschiedlicher Bezahlung. Bildung z.B. ist Ländersache.

Die Bundesrepublik Deutschlan ist ein Bundesstaat. Warum sollte denn alles nur zentral geregelt werden? Bedenke, unser Staat ist aus ganz verschiedenen Teilen zusammengewachsen.

Einige marschierten anfangs mit Napoleon, wie Bayern und Württemberg, andere zuerst gegen ihn, wie Preußen.

Die Sachsen waren wohl geteilt.

Antwort
von ThomasAral, 20

kommt von der geschichte deutschlands ... deutscher bund

ursprünglich war deutschland lauter kleinere fürstentümer die dann erst nach napoleon sich zu größeren blöcken zusammengeschlossen haben

der 1.kaiser der neuzeit war dann eigentlich ein preussischer.  die vorherigen länder wollten sich aber nicht von preussen erobert wissen sondern allenfalls mit preussen verbündet sein ... und selbst das hat viel überzeugungskraft gekostet ....  

Antwort
von MrHilfestellung, 23

Deutschland ist ein Staat. Land ist umgangssprachlich.

Antwort
von RoentgenXRay, 7

Deutschland ist aus einrm BUND vieler Länder entstanden. Spricht man also vom Verbund aller ist es die Bundesebene. Spricht man nur von einzelnen Ländern wie Brandenburg oder Bayern ist es die Landesebene.

Die einzelnen Länder dieses Bundes (der Bundesrepublik) sind wiederum aus vielen einzelnen Ländereien - Königreichen - Fürsten- /Herzogtümern entstanden

Antwort
von Hoegaard, 29

Wenn Deutschland ein Land ist, warum ist Frankreich dann kein Reich? Du widersprichst dir selbst.

Das sind Staaten. Im Falle Deutschlands ein Bundesstaat. Daher Bundesebene.

Kommentar von TechnikSpezi ,

Und woher kommt es dann mit Landesebene = Bundesland? Einfach wegen Bundesland?

Ich meine, in dem Namen ist ja schon beides drin. Es stellt sich quasi die Frage, welches von beidem nun zählt.

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