Frage von hardcoder, 138

Büromiete 2016 noch für 2015 steuerlich geltend machen?

Hallo Steuerexperten,

ich habe mit ein paar Kumpels eine kleine GbR für IT-Services. Wir haben ein kleines Büro bei der die Miete zum Anfang des Monats für den laufenden Monat bezahlt wird. Ist natürlich eine Betriebsausgabe.

Frage: Wenn wir am 30 Dezember unseren Vermieter die Miete fürs gesamte 1. Quartal 2016 überweisen würden, könnte man diesen Betrag in der nächsten Gewerbesteuererkärung für 2015 berücksichtigen und somit geltend machen oder nicht ( da es ja die Miete für 2016 ist) ? Oder würde es hier Probleme geben, auch wenn der Vermieter damit einverstanden wäre?

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Antwort
von Y0DA1, 83

auch wenn der Vermieter damit einverstanden wäre?

Der Vermieter hat damit gar nichts zu tun

Büromiete 2016 noch für 2015 steuerlich geltend machen?

§ 11 EStG ist da ganz klar -> Zuflussprinzip -> Wenn in 2015 bei euch abgeflossen, gehört es in 2015. Jetzt kommt das ABER
Als Ausnahme vom Zufluss- und Abflussprinzip ist die Zurechnung von Zu- bzw. Abflüssen zu dem Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Dies gilt dann, wenn es sich um regelmäßig wiederkehrende Zahlungen handelt und diese kurz vor oder nach Jahreswechsel (10 Tage) fließen.
Ergebnis: Zahlt ihr die Januarmiete 2016 am 30.12.2015 gehört diese wirtschaftlich in 2016 und da sie regelmäßig wiederkehrend (jeden Monat) ist, könnt ihr sie nicht in 2015 berücksichtigen.

Antwort
von schelm1, 58

Kosten 2016 werden in 2016 berücksichtigt  und die in 2015 für 2015.

Je nach Unternehmensform gibt es Varianten über Rückstellung, Rechnungnabgrenzung und antizipative Posten. Da lassen Sie sich aber mal von einem Steuerberater infornieren.

Ihrem Vermieter können Sie die Miete für die nächsten 100 Jahre im voraus überweisen; der wird sich freuen.

Antwort
von Helmuthk, 69

Wie ermittelt Ihr Euren Gewinn?

Durch Einnahme- Überschussrechnung: Dann wird das Ergebnis 2015 gemindert.

Durch Doppelte Buchführung, also mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung: Dann sind die Mieten 2016 aktiv abzugrenzen und wirken sich 2015 nicht aus.

Kommentar von hardcoder ,

Ja, wir machen die EÜR, also würde es noch in 2015 absetzbar sein? YODA1 sagt ja das Gegenteil ? 

Kommentar von Y0DA1 ,

Zu dem was Helmuthk schon alles gesagt hat, sag ich jetzt mal nichts.
Aber ein Blick in das Gesetz erleichtert die Rechtsfindung:

§ 11 EStG

(1) Einnahmen sind innerhalb des Kalenderjahres bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind. Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen, die dem Steuerpflichtigen kurze Zeit vor Beginn oder kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres, zu dem sie wirtschaftlich gehören, zugeflossen sind, gelten als in diesem Kalenderjahr bezogen. Der Steuerpflichtige kann Einnahmen, die auf einer Nutzungsüberlassung im Sinne des Absatzes 2 Satz 3 beruhen, insgesamt auf den Zeitraum gleichmäßig verteilen, für den die Vorauszahlung geleistet wird. Für Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit gilt § 38a Absatz 1 Satz 2 und 3 und § 40 Absatz 3 Satz 2. Die Vorschriften über die Gewinnermittlung (§ 4 Absatz 1, § 5) bleiben unberührt.(2) Ausgaben sind für das Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. Für regelmäßig wiederkehrende Ausgaben gilt Absatz 1 Satz 2 entsprechend. Werden Ausgaben für eine Nutzungsüberlassung von mehr als fünf Jahren im Voraus geleistet, sind sie insgesamt auf den Zeitraum gleichmäßig zu verteilen, für den die Vorauszahlung geleistet wird. Satz 3 ist auf ein Damnum oder Disagio nicht anzuwenden, soweit dieses marktüblich ist. § 42 der Abgabenordnung bleibt unberührt. Die Vorschriften über die Gewinnermittlung (§ 4 Absatz 1, § 5) bleiben unberührt.
Kommentar von Helmuthk ,

Wenn der Frager die Miete für die ersten 6 Monate 2016 noch im Jahre 2015 bezahlt: Sollen dann diese Ausgaben gesplittet werden?

Die Miete Januar 2016 wäre dann erst im Januar 2016 abziehbar, die Mieten Februar bis Juni 2016 aber noch 2015?

Das kann doch wohl nicht sein.

Deshalb gibt es ja die Beschränkung in Absatz 2 Satz 2 für vorausgezahlte Ausgaben für mehr als 5 Jahre.

Und in dieser Vorschrift steht nicht von "Wiederkehrenden Ausgaben, die anders zuzurechnen wären".

Kommentar von Y0DA1 ,

Wenn der Frager die Miete für die ersten 6 Monate 2016 noch im Jahre 2015 bezahlt: Sollen dann diese Ausgaben gesplittet werden?

Du hast doch selbst die Lösung gesagt:

Deshalb gibt es ja die Beschränkung in Absatz 2 Satz 2 für vorausgezahlte Ausgaben für mehr als 5 Jahre.

Du hast aber ein tollen Kalender, auf dem 6 Monate länger als 5 Jahre sind.

Die Miete Januar 2016 wäre dann erst im Januar 2016 abziehbar, die Mieten Februar bis Juni 2016 aber noch 2015?

Du kommst auf Ideen, also echt!

Und in dieser Vorschrift steht nicht von "Wiederkehrenden Ausgaben, die anders zuzurechnen wären".

Stimmt, die Worte "wiederkehrende Ausgaben" steht nicht drin, aber wie ich dir schon öfters gesagt habe, bitte lesen und verstehen.

@Helmuthk extra für dich, listen and repeat:
Ausgaben sind für das Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. Für regelmäßig wiederkehrende Ausgaben gilt Absatz 1 Satz 2 entsprechend. ----> Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen (hier wird nun da § 11 (2)S.2 EStG auf diesen Satz verweist, nun eben die Ausgaben geregelt), die dem Steuerpflichtigen kurze Zeit vor Beginn oder kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres, zu dem sie wirtschaftlich gehören, zugeflossen sind, gelten als in diesem Kalenderjahr bezogen.

@Helmuthk, sorry aber du willst Steuerberater sein? Zufluss- und Abflussprinzip gehört zu den einfachsten Grundlagen und das was du geschrieben hast, ist schon echt peinlich!

Kommentar von Helmuthk ,

Ich habe aus dem von Dir zitierten Text zitiert.

Und da steht nun mal in Absatz 2 deutlich, dass Vorauszahlungen von mehr als 5 Jahren auf den Zeitraum zu verteilen sind, für den sie geleistet sind.

Und wenn ich eine Vorschrift aus dem EStG zitiere, hat das nichts mit meinem persönlichen Kalender zu tun.

Und dass ich als Steuerberater die Gesetzesvorschriften beherrsche, ohne hinterher meine Meinung so unverschämt zu ändern: Ich erinnere an Deine Kommentare und Antworten zur örtlichen Zuständigkeit bei einem Wohnortwechsel mit Änderung des Finanzamtsbezirks.

Kommentar von Y0DA1 ,

Ich erinnere an Deine Kommentare und Antworten zur örtlichen Zuständigkeit bei einem Wohnortwechsel mit Änderung des Finanzamtsbezirks.

Tja, da hast du eben auch nicht recht gehabt, dass das neue Finanzamt direckt zuständig ist. Wie ich es dir dort schon gesagt habe, ist es erst zuständig, wenn es ihm bekannt wird und nicht vorher, wie du steif und fest gemeint hattest. Abgesehen davon hatte ich dir auch erklärt, warum es aus der Praxis eben besser ist, es so zu machen, wie ich geantwortet hatte. Aber du bist ja beratungsresistent.

Und da steht nun mal in Absatz 2 deutlich, dass Vorauszahlungen von mehr als 5 Jahren auf den Zeitraum zu verteilen sind, für den sie geleistet sind.

Da ist ein großer Unterschied zwischen § 11 (2) S. 2 EStG und § 11 (2) S. 3 EStG

Du hast dies:

listen and repeat

nicht gemacht!

Ok Lehrstunde für beratungsresistente:

§ 11 (2) S. 2 EStG Für regelmäßig wiederkehrende Ausgaben gilt Absatz 1 Satz 2 entsprechend.

§ 11 (2) S. 3 EStG Werden Ausgaben für eine Nutzungsüberlassung von mehr als fünf Jahren im Voraus geleistet, sind sie insgesamt auf den Zeitraum gleichmäßig zu verteilen, für den die Vorauszahlung geleistet wird.

Wann findet § 11 (2) S. 2 EStG Anwendung? Lösung: bei regelmäßig wiederkehrende Ausgaben Beispiel: Miete wie oben

Wann findet § 11 (2) S. 3 EStG Anwendung? Lösung: bei Ausgaben für eine Nutzungsüberlassung von mehr als fünf Jahren und diese müssen nicht regelmäßig wiederkehrend sein. Beispiel: Leasing für 6 Jahre und der Betrag wird auf einmal (abgezinst) gezahlt. -> nicht wiederkehrende Ausgabe, da nur 1 mal, hätte aber auch wiederkehrend sein können, da dies keine Voraussetzung ist

Obriger Fall hat eine Länge von 1 Monat, da 1 Monat < 5 Jahre ist, findet § 11 (2) S. 3 EStG keine Anwendung.

Und dass ich als Steuerberater die Gesetzesvorschriften beherrsche,

Tust du eben nicht, da du das Zufluss- und Abflussprinzip nicht kannst. Beweis gefällig? Hier:

Durch Einnahme- Überschussrechnung: Dann wird das Ergebnis 2015 gemindert.

Aber das kannst du auch nicht auf dir sitzen lassen, wie immer, bitte hier ein Text, der nicht von mir ist:

Als Ausnahme vom Zufluss- und Abflussprinzip bestimmt das Gesetz die Zurechnung von Zu- bzw. Abflüssen zu dem Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Dies gilt dann, wenn es sich um regelmäßig wiederkehrende Zahlungen handelt und diese kurz vor oder nach Jahreswechsel fließen. Die Rechtsprechung versteht darunter einen Zeitraum von zehn Tagen und verlangt, dass Fälligkeit und Zu- bzw. Abfluss in diesem Zeitraum liegen.

Aber jetzt begründe erst mal deine Antwort, warum es in 2015 sein sollte, ich bin echt mal gespannt, wie du das anstellen willst.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

komisch, yoda, ich hatte bereits einige Betriebsprüfungen.

dabei wurde in keinster Weise beanstandet, wenn die Leasingrate für Januar bereits Ende Dezember abgebucht wurde ....

oder die Miete (ich habe selber die Miete immer am 25. für das nächste Monat bezahlt) vom Januar am 25. Dezember (ok, am 27. Dezember) überwiesen....

Finanzamt hat die Zahlungen so anerkannt, wie ich die gebucht habe: bei Zahlung.

dann kennt das Finanzamt den § 11 EstG anscheinend auch nicht ....

ich habe, ehrlich gesagt, noch keine einzige Buchhaltung gesehen (auch von Kollegen ...), wo der § 11 strikt durchgezogen wurde .....

Kommentar von Y0DA1 ,

dann kennt das Finanzamt den § 11 EstG anscheinend auch nicht

du musst aber dann gerade was sagen:

oder die Miete (ich habe selber die Miete immer am 25. für das nächste Monat bezahlt) vom Januar am 25. Dezember (ok, am 27. Dezember) überwiesen....

ich habe, ehrlich gesagt, noch keine einzige Buchhaltung gesehen (auch von Kollegen ...), wo der § 11 strikt durchgezogen wurde .....

Auserdem geht es hier drum, wie es "richtig" zu machen ist und nicht wie das Finanzamt in einer BP was macht (wenn der Prüfer das überhaupt gesehen hatte).  Da ja Helmuthk steif und fest behauptet, dass der § 11 EStG nicht so ist, wie ich erklärt habe.

Willst du denn etwa behauptet, dass es "richtig" ist die Miete auch in 2015 an zu setzen? Dann begründe mal richtig und nicht, es gab bisher keine Beanstandungen.

ich habe, ehrlich gesagt, noch keine einzige Buchhaltung gesehen (auch von Kollegen ...), wo der § 11 strikt durchgezogen wurde .....

Kannst wohl eher nicht begründen. Buchhalter sind auch nur Menschen und machen mal Fehler, darum gehts ja auch nicht!

Ich warte immer noch auf eine Begründung, warum es in 2015 richtig wäre!

Kommentar von Helmuthk ,

Bekanntlich steht in § 11 Abs. 2, dass Vorauszahlungen für mehr als 5 Jahre auf die Jahre zu verteilen sind, zu denen sie wirtschaftlich gehören.

Jetzt zahlt der gewerbliche Mieter - aus welchen Gründen auch immer - im Dezember 2015 die Miete für die nächsten 5 Jahre voraus.

Er ermittelt seinen Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG.

Jetzt wären nach Deiner gesetzestreuen (?) Anwendung die 59 Monatsmieten ab Februar 2016 im Jahre 2015 als Betriebsausgabe zu erfassen, und die Miete Januar 2016 könnte erst 2016 gewinnmindernd geltend gemacht werden.

Gehts noch?

Kommentar von Y0DA1 ,

Du hast mal wieder den Sachverhalt nicht verstanden! Wir reden immer noch über 1 Monatsmiete!

Begründe mal deine Ansicht, warum die Monatsmiete für Januar 2016, gezahlt am 30.12.2015 in die Einnahme- Überschussrechnung 2015 gehört, mit gesetzlicher Grundlage! Das ist jetzt die 3 Aufforderung deine Ansicht zu begründen, bisher kam aber nichts. Kannst du es nicht begründen, dann sieht man ja, dass du wiedermal falsch lagst und die Frage von oben wurde richtig (aber nicht von dir) beantwortet und die Sache ist für mich erledigt.

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