Frage von Laariissaa, 52

Gehen buddhistisch erzogene Kinder auf normale Schulen?

Hallo, Ich habe eine Frage: und zwar, gehen buddhistisch erzogene Kinder auf normale Schulen? Wenn sie später Mönch werden wollen.

Ist das dann eine Art "Ausbildung" oder wie kann Ich Das verstehen? Ab wie viel Jahren kann man auf eine Schule gehen, wo man Mönch wird?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 21

Ich bin Buddhist und äußere mich mal hierzu.

Kinder buddhistischer Eltern gehen genau so auf eine normale Schule, wie die Kinder anderer Konfession auch.

Das gilt sowohl für Deutschland, als auch für buddhistisch geprägte Länder in Asien. Gerade in den großen, wohlhabenden Staaten ist eine westliche Ausbildung die Regel.

In Klöster geschickt werden Kinder in diesen Staaten kaum.

In Japan wird beispielsweise das Priesteramt oft häufig innerhalb der Familie weitergegeben, oder Menschen entscheiden sich nach einer Lebenskrise dazu, ins Kloster zu gehen.

Dort werden praktisch keine Kinder zu Mönchen herangezogen, sondern die Menschen führen entweder eine Familientradition weiter, oder werden durch einschneidende Erlebnisse Mönch.

Schulung in Mönchsklöstern

Es ist in Asien natürlich möglich, dass Kinder in die Obhut von Mönchsklöstern übergeben werden und dort praktisch in einer Art Internat aufwachsen.

Das hatte in den ärmeren Ländern Asiens insbesondere in der Vergangenheit Vorteile, als öffentliche Schulen noch nicht so verbreitet waren.

Ist ein Kind im Kloster, muss es nicht zu Hause betreut werden, es erhält Bildung und im Fall der Mönchsordination auch gesellschaftlich höheres Ansehen, als die allgemeine Bevölkerung.

Allerdings werden nicht alle Kinder, die für eine gewisse Zeitspanne in ein Kloster geschickt werden, auch automatisch Mönche.

Der zeitweise Aufenthalt im Kloster dient auch der allgemeinen Bildung, so dass dort auch ganz weltliche und praktische Dinge wie etwa Lesen und Schreiben beigebracht werden.

Tatsächlich gibt es sogar buddhistische Universitäten - sei es als Privatschule, oder als Teil einer klösterlichen Tradition.

Zumeist sind die Vorstellungen über das buddhistische Klosterleben stark von romantischen Phantasien überlagert.

So beherrscht nicht jeder buddhistische Mönch irgendeine asiatische Kampfkunst, verfügt über Kenntnisse der Heilkunde, oder macht Energie-Übungen, um übernatürliche Kräfte zu erlangen.

Wenn man selbst in ein Kloster gehen will, sollte man also seine eigene Motivation sehr genau prüfen.

Manche Menschen wollen einfach keine Verantwortung für ihr Leben übernehmen und versuchen, der materialistischen Leistungsgesellschaft durch Flucht in ein Kloster zu entgehen.

Dass es dort genau so Neid, Missgunst und Konkurrenzdenken gibt, der Tagesablauf streng geregelt ist und man auch körperlich Arbeiten muss, ist für solche Realitätsflüchtlinge dann doch sehr ernüchternd.

Man sollte also gerade als "Westler" überlegen, weshalb man diesen Schritt zur Ordination machen will. Zumal man eben nicht "mal eben so" Mönch wird.

Kommentar von Enzylexikon ,

Wenn dich interessieren sollte, wie man buddhistischer Mönch wird, kann ich dir sagen, dass es nicht damit getan ist, eine buddhistische Schule irgendwo in Asien zu besuchen.

Der Weg zum buddhistischen Mönch ist eine Mischung von Studium und praktischer Ausbildung, die sich je nach Tradition unterscheidet.

Grundzüge sind aber

  • Buddhistischer Laie
  • Laienmönch
  • Mönchsnovize
  • Prüfung
  • Mönchsordination

Buddhistischer Laie

Um buddhistischer Mönch zu werden, sollte man zunächst  einmal praktizierender buddhistischer Laie sein.

Das heißt, man hat bereits die "Zufluchtnahme" hinter sich und ist somit Buddhist. Außerdem wird gerade von westlichen Interessierten bereits ein solides Grundwissen über Buddhismus erwartet.

Wer zu einem Kloster kommt und erklärt "ich habe ein bisschen was über Buddhismus gelesen und will jetzt Mönch werden" hat mit Verlaub schlechte Karten.

Praktisch immer sinnvoll ist es, unter einem buddhistischen Lehrer zu lernen und Teil einer buddhistischen Gemeinschaft zu sein.

Erfahrungen

Wer langfristig Buddhismus praktiziert und wann immer möglich auch durch einen Lehrer geschult wird, hat gute Voraussetzung.

Die mehrfache Teilnahme an Retreats ist ebenfalls hilfreich, um sich auf die Disziplin vorzubereiten.

Wer es gerade einmal schafft, zehn Minuten still in Meditation zu sitzen, ohne nervös zu werden und herumzuzappeln, ist definitiv noch nicht soweit.

Laienmönch

Einige buddhistische Klöster bieten die Möglichkeit, eine bestimmte Zeit lang dort zu leben, um so einen Eindruck vom Alltag zu bekommen.

Dieses Angebot wird gelegentlich als "Kloster auf Zeit" oder als "Laienmönchtum" beschrieben.

Der Aufenthalt im Kloster ist nicht automatisch kostenlos, es kann eine monatliche Gebühr für Kost&Logis fällig werden.

Außerdem wird teilweise eine bestimmte Frist gefordert, die man bereit ist dort zu bleiben. Das sind meist einige Monate.

Diese Regelung soll verhindern, dass irgendwelche Neo-Hippies und Eso-Jünger den Klosterbetrieb stören, indem sie mal eben kurz "reinschnuppern" und wieder gehen, wenn sie merken, dass Disziplin erforderlich ist.

Tagesabläufe die um 3:30 Uhr morgens beginnen und um 22:00 oder 23:00 Uhr enden, aus Meditation, körperlicher Arbeit, drei, oder sogar nur zwei Mahlzeiten, Zeremonien und Schriftenstudium bestehen, sind nun einmal nicht jedermanns Sache.

Mit Kungfu oder ähnlichem hat das Ganze jedenfalls nichts zu tun.

Mönchsnovize

Je nach Tradition wird man dann Novize. Das Studium der Schriften, das Erlernen von Ritualen und das richtige Verhalten wird nun wichtig.

Ein Mönch muss nicht nur die grundlegenden Lehren des Buddha kennen, sondern auch die Schriften seiner Tradition. Er muss sie auslegen und lehren können.

Außerdem wird von Mönchen ein besonderes Verhalten verlangt - etwa in der Art wie sie gehen und stehen, wie sie ihre Hände halten usw. All das muss einstudiert und gelernt werden.

Zudem haben Mönche ähnliche Aufgaben wie christliche Priester - sie müssen Seelsorge leisten, Rituale für Hochzeiten, Beerdigungen usw. durchführen können....diese Dinge muss ein Novize lernen.

Das bedeutet auch, Texte in einer fremden Sprache auswendig zu lernen, damit man sie bei diesen Ereignissen aufsagen kann.

Es gibt zwar die Bemühung, wichtige Texte auch in anderen Sprachen, wie etwa Englisch rezitieren zu können, allerdings wird die Beherrschung der asiatischen Version praktisch immer noch vorausgesetzt.

Gerade wenn man von einer asiatischen Gemeinde akzeptiert werden will, ist die wörtliche Kenntnis der Texte erforderlich.

Während des Noviziats zeigt sich auch die charakterliche Eignung der Person. Wer dem Druck nicht standhält, nicht fleißig genug ist, o.ä. kann sich das Klosterleben gleich abschminken.

Je nach Traditionslinie muss der Novize auch das Nähen des symbolischen Mönchsgewands erlernen.

Mönchsprüfung

Es erfolgt schließlich eine offizielle Prüfung. Diese ist meist eine Kombination aus schriftlicher und mündlicher Prüfung.

Neben dem Lehrer, unter dem man die Zeit über praktizierte, sind auch andere Lehrer anwesend, stellen Fragen usw.

Mönchsordination

Die Mönchsordination ist eine Zeremonie, bei der man schließlich Mönch wird. Welche Konsequenzen das hat, ist nicht jedem "Buddhismus-Fan" klar.

Dass der Kopf geschoren wird und man einen Mönchsnamen bekommt, mag man ja noch ganz toll und exotisch finden.

Dann wird es jedoch ernst

Im Theravada-Buddhismus darf der Mönch traditionell nur sein Gewand, eine Bettelschale und wenige persönliche Gegenstände besitzen.

Er darf nach 12:00 Uhr nichts mehr essen, darf keinen Handel treiben, und kein Geld anfassen. Er lebt ausschließlich davon, was die Menschen ihm geben.

Ingesamt muss er 227 Regeln im Bezug auf sein Verhalten und seinen Lebenswandel einhalten - dazu zählt auch das Zölibat.

In anderen buddhistischen Traditionen sieht es anders aus, dort gelten entsprechend andere Regeln. So ist Mönchen in Japan beispielsweise die Heirat gestattet.

Kommentar von Enzylexikon ,

Manche Formen des monastischen Buddhismus können praktisch nur in asiatischen Ländern geübt werden, da dort die Bevölkerung den Lebensstil der Mönche unterstützt.

Andere Formen wurden dagegen bereits erfolgreich in den Westen gebracht, so dass es auch außerhalb Asiens zahlreiche buddhistische Mönche und Nonnen gibt.

Einige von ihnen Leiten buddhistische Zentren oder klösterliche Gemeinschaften, betreuen Meditationsgruppen usw.

Viele westliche Mönche gehen auch eine weltliche Tätigkeit nach, haben also einen normalen Beruf und leben nicht alleine davon Mönch, oder "buddhistischer Lehrer" zu sein.

Solltest du noch Fragen haben, helfe ich gerne weiter.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Expertenantwort
von goali356, Community-Experte für Schule, 8

Klar, die gehen auf Schulen wie alle anderen auch. Warum auch nicht?

Wir haben eine Budhistin in der Klasse und kannte auch eine an meiner ehemalligen Schule.

Antwort
von Dummie42, 17

:))) Aber sicher. Die beiden buddhistischen Mönche, die ich kenne haben nach dem Abitur auch beide studiert. Der eine Maschinenbau, der andere Informatik. Erst danach sind sie ins Kloster gegangen. Und auch nach Eintritt haben beide weiter studiert, diesmal Religionswissenschaft und später promoviert. Einer der beiden lehrt jetzt an der Uni in Jena. Ich nehme mal an, er ist aus dem Klosterleben mittlerweile wieder ausgeschieden.

Antwort
von AskiMenzil25, 20

Muslime gehn doch auch auf normale schulen. İch geh davon aus das jeder buddhist der moechte auf so ne moenchschule gehn kann. İst halt nur im buddhistischen rahmen annerkannt denke ich. Ein buddhistischer moench bringt halt nem christen oder moslem nichts.
Genauso wie auch muslime zu ner "imam-schule" gehn koennen um gelehrter zu werden.

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