Frage von SiaFan77, 62

Buddhismus und Hinduismus im Vergleich?

Antwort
von RevatiKKS, 31

"Hinduismus" ist ein Sammelbegriff für die verschiedenen spirituellen Strömungen in Indien, die alle auf den vedischen Schriften basieren, die Menschen unterschiedlichen spirituellen Entwicklungsstandes durch verschiedene Vorgänge ermöglichen, entweder schlechtes Karma zu vermeiden, in dieser Welt zu genießen, oder dem Höchsten Herrn wieder näherzukommen und schließlich den Kreislauf von Geburt und Tod zu verlassen.

Dieser sogenannte "Hinduismus" war die ursprüngliche Religion in Indien. Zu einem gewissen Zeitpunkt war die Gesellschaft sehr degradiert und bestimmte vedische Anweisungen wurden missbraucht, um das Töten von Tieren im großen Stil zu rechtfertigen. Zuvor lebte man rein vegetarisch. (Noch heute gibt es in Indien keine Bezeichnung für Fleischgerichte, sie werden "non-vegetarian" genannt).

Lord Buddha (dessen Erscheinen in den vedischen Schiften vorhergesagt wurde) ist eine ermächtigte Inkarnation Lord Visnus und erschien mit dem Ziel, diesem unnötigen Töten der Tiere ein Ende zu bereiten, um die Menschen vor dem daraus resultierenden Leid zu bewahren. Denn nach dem Karmagesetz muss man alles Leid, das man anderen zufügt, irgendwann selbst erleiden. Es wird gesagt, wenn man ein Tier tötet, dann bekommt dieses Tier im nächsten Leben einen Körper, mit dem es seinen Mörder töten kann.

Da man sich auf die Veden berief und niemand bereit gewesen wäre, seinen Anweisungen zu folgen griff er zu einer List: Er stellte die Autorität der Veden insgesamt infrage und erfand eine neue Philosophie der Gewaltlosigkeit, in der die Existenz Gottes völlig abgelehnt wurde.

Später erschienen andere große Acharyas,( Shankaracharya, Ramanujacharya and Madhvacharya) mit dem Ziel, die ursprüngliche Autorität der Veden wieder Schritt für Schritt zu etablieren. Was man als weitestgehend gelungen bezeichnen kann, denn heute sind nicht einmal 1% der Inder Buddhisten. 

Antwort
von suziesext06, 15

zu den wirklich guten Antworten hier vielleicht nur ne kleine Anmerkung. Der Buddhismus war schwerpunktmässig in Nord-Indien verbreitet, nur kurzzeitig, unter dem Patronat von Maharaja Ashoka im ganzen Maurya-Reich.

Der Buddhismus in Nord-Indien, im heutigen Pakistan und Afghanistan (Bamiyan) wurde ab dem 9.Jahrhundert von islamischen Barbarenheeren (Prototürken aus Zentralasien; weisse Hunnen; arabisch islamische Aggressoren aus dem Westen, nach Zerstörung des neupersischen Sassanidenrechs) systematisch liquidiert: Klöster, Tempel geplündert und zerstört, die Bibliotheken und Universitäten in Brand gesteckt, Mönchen und Nonnen totgeschlagen, die buddhistischen Laien der Oberschicht durften gegen Schutzgeldzahlung den Buddhismsus im Stillen weiterpraktizieren, der Rest der Bevölkerung islamisiert oder versklavt.

Lektüretipp:

- Kalacakra Tantra

- Alexander Berzin "Historische Interaktionen zwischen buddhistischer und islamischer Kultur vor der Zeit des Mongolenreichs" Berzin Archiv 1996-2006

Antwort
von waldfrosch64, 13
  • Der Buddhismus ist in Indien beheimatet wie auch der Hinduismus ,allerdings ist ja der Hinduismus welcher sich aus dem Brahmanismus und dem Vedismus entwickelte, wesentlich älter als der Buddhismus .
  • Der Buddhismus ist ja sozusagen eine Abwandlung der Hindulehre .Daher sind auch viel Begriffe erst mal ähnlich .
  • Der Buddhismus ist mit vielen alten Religionen und Philosophien des Ostens vermischt und gekoppelt ,daher kannst du in den sehr unterschiedlichen Richtungen alle Elemente einer  Religion finden was es unter der Sonne so gibt. Auch Schamanistische Elemente  etc..So ist der Tibetanische Buddhismus mit der alten animistischen Bön Religion gekoppelt ..In Japan mit Zen .USW .
  • Der Ur-Buddhismus ( Theravada )ist eher eine atheistische Philosophie welcher einen Weg Aufzeigt dem  Leiden  im Leben  auf angemessene art und weise  zu begegnen um davon nicht mehr tangiert zu werden und auch nicht mehr andere zu tangieren .
  • Hier wird keine Reinkarnation aus sich selbst gelehrt ,und das das sein ist nicht unbedingt eine Folge eigenes Handelns ,sondern kann Folge irgend eines Tuns von irgend einem Verstorbenen sein ,der eben einen gewissen Impuls aussendete .
  • Hier hat der Mensch keinen Wesenskern ,der in den Urgrund zurück geführt werden müsste oder könnte . Also keine Wiedergeburt wie man da so im westliche Sinne meist  versteht . Und die im Hinduismus gelehrt wird .Das Ziel im Hinduismus  ist das Rad der Wiedergeburt anzuhalten und individuell daraus auszusteigen .. keine Wiedergeburt mehr zu kreieren ...durch neutrales Karma ... Wobei der normale Hindu sich meist nur eine bessere Wiedergeburt erhoffen kann.
  • Nach dem erfolgreichen Ausstieg wird der Hindu  mit dem Grossen Ganzen dem Absoluten zu verschmelzen ...Nirwana = Verwehen verlöschen .Davon hat der Mensch kein Bewusstsein mehr .Etwa so wie wenn ein Tropfen Wasser ins den Ozean fällt .
Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 20

Ich bin Buddhist und einen Vergleich zwischen beiden Religionen habe ich hier schon einmal gebracht - vielleicht ist die Antwort ja für dich hilfreich:

https://www.gutefrage.net/frage/hinduismus-vs-buddhismus?foundIn=notification-ce...

Antwort
von Coldnez, 14

Die einen sind Politheisten die anderen Atheisten

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