Frage von AnnaLena2501, 47

Buddhismus Meditation?

Vielleicht könnt ihr mir einige meiner Fragen beantworten.Wäre sehr dankbar :)

1.Wie ist der Ablauf einer Meditation? 2.Müssen Buddhisten meditieren? 3.Wie oft meditiert ein Buddhist? 4.Meditieren nur Männer oder auch Frauen?

Ich würde mich sehr über Antworten freuen :)

Antwort
von Pescatori, 13

Da der Buddhismus vielfältige Ausformungen angenommen hat, die jeweils
unterschiedliche Meditationsformen praktizieren, unterschiedliche Vorstellungen von dem Weg haben, der zur Erfahrung der "umfassenden Wirklichkeit" führt, beschränke ich mich auf  meine Erfahrungen mit dem ZEN-Buddhismus. Ich gebe hier meine „Laienerfahrungen“ wieder.

Zu 1. Ablauf einer Meditation

Rezitieren von Sutren (besonders das „Herzsutra“); Sitzen in
Stille (meist zwischen 20 und 45 Minuten); langsames meditatives Gehen
(Kinhin) erneutes Sitzen ...

Dauer je nach „Veranstaltungsart“ einmal pro Woche für etwa 2 Stunden, oder während eines Sesshins (Meditationswoche) über den ganzen Tag verteilt.

Außerdem gibt es die Gelegenheit Einzelgespräche mit dem Meditationslehrer zu führen (Dokusan) und der Lehrer gibt Hinweise auf die Meditationspraxis (Teisho).

2. Müssen Buddhisten meditieren?

Um die Grenzen unserer „Denkwelt“ zu überschreiten ist das absichtslose Sitzen eine seit Jahrtausenden praktizierte „Technik“.  Gautama Buddha war – so sehe ich es - ein"begnadeter" Meditationslehrer, der detaillierte Anweisungen für das „richtige“ Meditieren gegeben hat. Meditationspraxis ist meines Wissens ein unveräußerlicher Bestandteil jeder buddhistischen Schule.

3. Wie oft meditiert ein Buddhist?

Zu jeder buddhistischen Praxis gehört – so meine ich – tägliche Meditation. Für mich ist die Mediation am frühen Morgen und am Abend sehr wichtig. Auf Sesshins wird – mit Unterbrechungen – vom frühen Morgen bis abends meditiert.

Buddhistische Mönche haben natürlich noch eine weit intensivere Meditationspraxis von der ich wenig weiß.

4. Meditieren nur Männder oder auch Frauen?

Gerta Ital beschrieb in ihrem Buch „Der Meister die Mönche und Ich“ (Weilheim 1966)  ihre Erfahrungen in japanischen Zenklöstern. Zu ihrer Zeit wurden Frauen nur widerstrebend geduldet. Heute sind sie meines Wissens aber den Männern gleichgestellt.

Antwort
von ArbeitsFreude, 11

Es gibt viele buddh. Strömungen -

Die wichtigsten/häufigsten/"typischsten" Antworten hast Du schon bekommen - Um einen weiteren Aspekt hinzuzufügen, antworte ich Dir aus Nichiren-buddhistischer Sicht (ok, zugegeben: DAs ist das einzige, was ich kann;)

1. Ablauf einer Meditation


Rezitieren von Auszügen aus dem Lotus-Sutra, das als die letzte und damit "letztlich allein seligmachende" Weisheit Gautama Siddharthas  gilt (man kann da natürlich anderer Auffassung sein;)
- Damit beginnt das typische "Gongyo" (Meditation, die Nichiren-B. morgens und abends machen sollten - viele schaffen das allerdings zeitlich nicht.... - kein Problem, weil`s keine Hölle gibt:)

Nach dem Zitieren der Passagen aus dem Lotus-Sutra (auf altjapanisch - versteht kein Mensch - macht aber nix, denn es geht ja um den "Spirit":)

Chanten die Nichiren-Buddhisten "NamMyohoRengeKyo", was so viel bedeutet wie "Ich widme mich dem ewigen Gesetz von Ursache-Wirkung, Werden und Vergehen"

Wenn sie das intensiv machen, tun die das 2 - 6 Stunden lang(!) - wenn nicht, müssen 5 Minuten reichen - alles dazwischen ist auch möglich.

Ich sage immer: Chanten ist die Meditiation für Leute, die weder meditieren können, noch wollen (ich gehöre zu denen - und übrigens auffallend viele Italiener:) - in Italien gibt*s bspw. 10x so viele Nichiren-Buddhisten wie in D.)


Nach dem Chanten beten die Nichirens eine Reihe stummer Gebete, in der sie u.a. auch Wünsche für sich selbst äußern dürfen, die auch  ganz profan sein können...

Das "Gongyo" beginnt und endet mit dem Anschlagen einer Klangschale (manche schlagen auch noch eine Trommel während des Chantens...)

2. Müssen Buddhisten meditieren?


Wie gesagt: DieMÜSSEN gar nix - aber sie tun`s weil`s ihnen hilft!


3. Wie oft meditiert ein Buddhist?


Möglichst 2x täglich - Klappt aber nicht immer - bei besonderen nichiren-buddhistischen Versammlungen / Seminaren chantet man aber noch viel häufiger...

4. Meditieren nur Männder oder auch Frauen?


Natürlich meditieren auch Frauen - in der Laien-Bewegung der  Nichiren-B. sind die Frauen meist in der Überzahl. (Nichiren Daishonin, japanischer Mönch im 13. Jhdt. war m.W. der erste buddh. Gelehrte, der offiziell verkündete, dass auch Frauen die Buddhaschaft erlangen können - War zuvor den Männern vorbehalten gewesen...)

Kommentar von Nunuhueper ,

:... Chanten ist die Meditiation für Leute, die weder meditieren können, noch wollen (ich gehöre zu denen....

:-))

Ist das etwa langweilig?

Kommentar von ArbeitsFreude ,

Ja: Meditieren ist langweilig, chanten auch - aber an letzterem finde ich mehr Gefallen: Ich habe den Eindruck. "Ich TUE etwas" - das ist natürlich Illusion:)

Antwort
von NewKemroy, 7

Hallo!

Der Ablauf ist eigentlich der einer Beobachtung. Ja, meditieren bedeutet im Prinzip nichts anderes als Beobachten. Also nicht unbedingt mit den Augen sondern einfach durch Hinfühlen, Hinwissen oder so. Nur tut man das nicht deswegen, weil man sich für das beobachtete Objekt interessiert, sondern man tut dies, um eine positive Veränderung auf der Seite des Beobachters (Person) zu bewirken.

Nicht jeder Buddhist meditiert. Genauso wie nicht jeder Christ betet.

Häufigkeit und Dauer der Meditation sind maximal unterschiedlich. Ich habe vor kurzem mit einer anderen Meditationsweise begonnen und erstmal nur 5 Minuten täglich meditiert. Es gibt aber auch Leute, die reisen nach Myanmar (Burma) und nehmen an einer 3 monatigen Klausur (einem sogenannten Retreat) teil, wo sie täglich 10-12 Stunden meditieren. Und in Tibet soll es Mönche geben, die Tage, ja sogar Monate lang bewegungslos in tiefer Meditation, in Höhlen verharren ohne Unterbrechung und ohne zu essen oder zu trinken.

Frauen meditieren genauso wie Männer. In Deutschland sind es bestimmt ähnlich viele Frauen wie Männer. In buddhistischen Ländern eher mehr Männer.

Antwort
von oma57, 15

Meditieren ist kein Muss , Du setzt dich hin und atmest tief ein und aus und alles langsam ,konzentriere Dich auf deine Mitte höre nebenher sanfte Musik und lass Dich tragen . Ein Gebet kann genauso eine Meditation sein , wie ein kurzes innehalten ,also es ist kein Hexenwerk und vor allem kein Zwang. Klar tun Frauen genauso meditieren wie andere, die Häufigkeit hängt von Dir selber ab . Es gibt Menschen die Tagelang meditieren und welche die mehrmal am Tag oder nur irgendwann mal . Ich denke wenn Du die Qualität der Meditation erfasst hast willst Du es von alleine

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus & Religion, 19

Ich bin Buddhist der Soto-Zen-Tradition und werde versuchen, dir diese Frage möglichst verständlich zu beantworten

Wie ist der Ablauf einer Meditation?

Genau wie im Christentum, existieren auch im Buddhismus verschiedene Traditionen, die unterschiedliche Schwerpunkte haben. Daher lehren sie auch unterschiedliche Meditationen und religiöse Praktiken.

Verbreitet sind verschiedene Formen der stillen Sitzmeditation, bei der man sich  aufrecht und entspannt hinsetzt und dann beispielsweise den Fluss der Atmung beobachtet.

"Einatmen...Ausatmen....einatmen....ausatmen..."

Dabei kommen natürlich immer wieder andere Gedanken in den Kopf, aber man  verdrängt diese nicht durch Willensanstrengung, sondern kehrt mit der Aufmerksamkeit immer wieder zum Atem zurück.

.Müssen Buddhisten meditieren?

Im Buddhismus gibt es keine absoluten Gebote, oder Verbote. Jeder Mensch ist für sein Handeln vollständig selbst verantwortlich.

Allerdings hat der Buddha gelehrt, das alle Wesen leiden und durch welches Verhalten ein Buddhist dieses Leiden mindern kann.

Dazu gibt es Vorgaben - den "edlen achtfachen Pfad"

Dort heißt es, neben "richtigem Denken", "richtiger Sprache" und "richtigem Handeln" solle man sich auch in "rechter Sammlung" also Meditation üben.

Es gibt also kein direktes Gebot, allerdings wird die Meditation als wichtige Praxis angesehen, um mehr Einsicht und positive Qualitäten zu entwickeln.

Wie oft meditiert ein Buddhist?

Auch hier gibt es keine festen Regeln. Viele Menschen in Asien, die von Geburt an Buddhisten sind, meditieren überhaupt nicht.

Es gibt die Empfehlung, insbesondere morgens nach dem Aufstehen, Sitzmeditation zu üben, weil der Geist da noch ruhiger ist und nicht so viele Gedanken im Kopf kreisen.

Allerdings kann man theoretisch überall und jederzeit meditieren - denn Meditation bedeutet nicht, sich immer hinsetzen zu müssen.

Alle Handlungen die man achtsam und bewusst ausübt, können zu einer Form von Meditation werden - Gehen, Putzen, Kochen.

Gerade für Anfänger ist es sinnvoll, sich zur regelmäßigen Sitzmeditation in einer Gemeinschaft zu treffen - durch die regelmäßigen Termine und Sitzzeiten bekommt man eine gewisse Disziplin und gewöhnt sich auch an den meditativen Geisteszustand.

Meditieren nur Männer oder auch Frauen?

Der Buddhismus erlaubt es allen Menschen zu meditieren, egal welcher Religion sie angehören, welches Geschlecht sie haben, oder wo sie  herkommen.

Wenn du noch Fragen hast, helfe ich dir gerne weiter. :-)

Antwort
von AaronMose3, 15

Ich bin Buddhist und kann dir das sehr schnell beantworten.

Wie ist der Ablauf einer Meditation

Der Unterscheidet sich in den verschiedenen Traditionen.

Die allgemein bekannte Meditation aber, läuft folgendermaßen ab.

Man sucht sich einen stillen Ort, setzt sich auf den Boden, oder einen Stuhl. Am besten ein Meditationskissen verwenden, und die bekannten buddhistischen Sitzarten einnehmen. 

Also z.B halber Lotus, ganzer Lotus usw.

Dann wird versucht jegliche materielle Nebensächlichkeit loszulassen und sich voll und ganz der Stille hinzugeben.

Anfängern wird z.B oft empfohlen sich ausschließlich auf ihren Atem zu konzentrieren, später aber wird daran gearbeitet seine aufkommenden Gedanken immer wieder aufs neue loszulassen um den Zustand der Gedankenlosigkeit zu verlängern.

Dazu gibt es ein nettes Zitat.

Schüler: Was ist Meditation ?

Lehrer: Kennst du den Moment zwischen dem Aufhören eines Gedanken und dem Beginn eines Neuen ?

Schüler: Ja !?

Meister: Das ist Meditation.

Gar nicht so schwer ^^

Müssen Buddhisten meditieren? 

Es gibt keinen Zwang. Buddhisten tun es, aber es gibt dafür, besonders für Laien, keine klar definierte Regel (solange sie keine Mönche sind, oder werden wollen)

Meditation ist auch nur ein Teil der buddhistischen Praxis, es ist weder alles noch von unabdingbarer Wichtigkeit.

Dennoch. Es eröffnet einem Sichtweisen und Erkenntnisse, die ohne vermutlich nicht erreichbar wären, außerdem ist es fester Bestandteil der asiatisch/buddhistischen Kultur und gehört dazu.

Wie oft meditiert ein Buddhist?

Kommt auf seinen Lehrer an, wenn er keinen hat, auf ihn selbst. Dafür gibt es keine allgemeine Aussage.

Ist nicht wie eine Gebetsregel die besagt, man müsse das 5mal am Tag machen. So etwas gibt es im Buddhismus nicht.

Meditieren nur Männer oder auch Frauen?

Jeder kann meditieren.

Antwort
von derMannohnePlan, 12

Wofür willst du das wissen? Offensichtlich nicht weil du nach Selbsterkenntnis trachtest?

Sonst wäre deine Frage nicht so gegliedert. Oder täusche ich mich?

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