Frage von HafiNevada, 33

Buddhismus, definiere?

Hey Leute,

Ich finde den Buddhismus sehr spannend und möchte mehr darüber erfahren! Gibt es irgendein Grundgerüst dieser "Glaubensrichtung" nenn ich es jetzt mal und lieg ich richtig wenn ich sage dass Buddhisten an keinen Gott glauben sondern an sich selbst,und oft/meistens meditieren, Auren sehen können, freie Energie spüren und verteilen können, an Karma und Wiedergeburt glauben? wie kann man buddhist werden, also geht das überhaupt und ab wann darf ich mich so nennen? Wie kann man das oben genannte lernen? Wer sich noch für dieses Thema interessier kann sich sehr gerne mit mir in Kontakt setzten und austauschen :) LG

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Buddhismus, 33

Ich bin Buddhist und gebe mal meinen Senf ab.

Gott: Der Buddhismus hat keine Gotteslehre, das ist richtig. Auch die Vorstellung einer ewigen Seele gibt es nicht.

Meditation: Meditation ist, neben achtsamem Handeln und Reden ein Teil des "edlen achtfachen Pfads" der zur Befreiung führen soll. Die Einhaltung der fünf Sittlichkeitsgelübde soll diesen Weg erleichtern.

Übernatürliches: Die Geschichten mit "Aura sehen",  "Energie spüren" und "übernatürliche Fähigkeiten" sind esoterischer Mumpitz, die mit der ursprünglichen Lehre des Buddha nichts zu tun haben.

Wiedergeburt: Nicht alle buddhistischen Traditionen halten die Idee der Wiedergeburt für entscheidend. Für mich selbst ist sie ohne besondere Bedeutung, weil ich mein Leben nur hier und jetzt verändern kann.

Amtlich Buddhist werden: Der Buddhismus ist in Deutschland keine anerkannte Religionsgemeinschaft. Einer der Gründe ist, das es keine einheitlich strukturierte Kirche mit einem gemeinsamen Oberhaupt gibt.

Du wirst also in Deutschland bei offiziellen Dokumenten unter "Bekenntnis" meist schlichtweg "Andere" stehen haben.

Formell Buddhist werden: Im Buddhismus gibt es die so genannte "Zufluchtnahme", mit der man sich zu Buddha, seiner Lehre und der buddhistischen Gemeinschaft, bekennt.

Dafür gibt es eine entsprechende Zeremonie, bei der man die Einhaltung der fünf Regeln gelobt und dabei manchmal auch einen buddhistischen Namen erhält. Wie die Zeremonie abläuft, hängt von der buddhistischen Tradition ab.

Buddhist werden: Letztlich wird man aber weder durch einen Eintrag in ein Dokument, noch durch irgendeine Zeremonie zum Buddhisten, sondern durch die Befolgung von Buddhas Lehre und die buddhistische Praxis.

Ich selbst habe Buddhisten kennen gelernt, die sich nicht formell einer Zeremonie unterzogen haben, aber aus voller Überzeugung den buddhistischen Weg gehen, indem sie sich in Meditation üben und den Lehren des Buddha folgen. Wer kann da behaupten, das seien keine "richtigen" Buddhisten?

Der Begriff "Buddhist" ist nicht geschützt und letztlich kann sich jeder mögliche Spinner als Buddhisten bezeichnen - das ändert aber nichts daran, dass sein verdrehtes Weltbild mit der buddhistischen Lehre vielleicht null zu tun hat.

Kommentar von Enzylexikon ,

Der Buddhismus: Genau wie sich etwa das Christentum in viele verschiedene Gruppierungen aufteilt, gibt es auch unterschiedliche buddhistische Traditionen mit verschiedenen Lehren, Texten, Ritualen usw.

Grundlagen des Buddhismus: Alle buddhistischen Strömungen beruhen jedoch auf der gleichen Basis, so dass es Lehren gibt, die von allen Buddhisten als Grundlage anerkannt werden.

  • Die vier edlen Wahrheiten

Buddha erkannte, dass alle Wesen leiden, weshalb sie leiden und wie man dieses Leiden selbst überwinden kann.

  • Der edle achtfache Pfad

Buddha lehrte, dass der Mensch durch das richtige Handeln, Denken, richtige Rede, richtige Achtsamkeit, richtige Meditation und die regelmäßige Übung dieses Pfades sich selbst befreien kann.

  • Die fünf Sittlichkeitsregeln

Alle Buddhisten sollen diesen Regeln folgen. Sie dienen dazu, das richtige Handeln, Denken, Achtsamkeit usw. zu fördern und das Entstehen von neuem Leid zu verhindern.

Das sind die Gemeinsamkeiten aller buddhistischen Traditionen.

Unterschiede im Buddhismus: Auch wenn die grundlegende Lehre gleich ist, gibt es sehr verschiedene Formen des Buddhismus.

Ein Grund dafür ist, dass der Buddhismus zwar im Grenzgebiet von Indien und Nepal entstand, sich aber über ganz Asien ausbreitete und dabei der jeweiligen Kultur anpasste.

Jeder Mensch geht den Weg zur Befreiung selbst. Da aber jeder Mensch unterschiedlich ist, fühlt man sich durch unterschiedliche Herangehensweisen angesprochen.

Der eine mag die Lehre und Praxis der buddhistischen Tradition A mehr, während eine andere Person den Buddhismus im Stil von Tradition B oder C besser findet.

Das jetzt mal als ganz grober Überblick, ohne besonders ins Detail zu gehen.

Antwort
von Relilehrer, 13

Es gibt viele unterschiedliche Strömungen des Buddhismus. Die hier gibt es in Deutschland:

http://remid.de/buddhismus

Antwort
von Balurot, 23

In Österreich ist die Österreichische Buddhistische Religionsgemeinschaft (ÖBR) eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft. Unter ihrem Dach sind verscheidene Traditionen vereint. Ich habe vor kurzem einen Newsletter mit einem Link zu einem Vortrag über eine Einführung in den Buddhismus zugeschickt bekommen. Ich füge den Link unten an. Man kann sich den Vortrag des Präsidenten der ÖBR anhören.

https://soundcloud.com/radio-buddha/vortrag-einfuhrung-in-den-buddhismus

Kommentar von Balurot ,

Ansonsten kann ich Enzylexikon nur ganz beipflichten.

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