Frage von HerrAnders,

Buddhismus 8-facher Pfad

Bei dem 8-fachen Pfad wie kann ich mir da vorstellen was Rede und Schauen ist? Könntet ihr bitte ein paar konkrete Beispiele nennen!

Hilfreichste Antwort von zenni,
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Hallo,

mit "Rede" meinst Du sicherlich "rechte Rede", was der 3. der 8 Pfade ist. Was meint das? Ganz kurz dargestellt:

  • nicht schleimen
  • nicht jemandem nach dem Mund reden
  • bei der Wahrheit bleiben, selbst wenn es für das Gegenüber unangenehm ist
  • nichts "Schönreden"
  • aber auch nett und freundlich mit anderen Menschen reden

Es ist eine Gradwanderung: eben nicht zu übertrieben nett zu anderen sein und damit schon wieder schönreden, schleimen und lügen aber auf der anderen Seite doch der Wahrheit verpflichtet sein, diese auch beim Namen nennen, aber hier nicht in Vorurteile und Lügen verfallen.

Mit "Schauen" hast Du sicherlich "rechte Anschauung" gemeint, was der 1. des 8-fachen Pfades ist. Ganz kurz hierzu:

  • rechte Anschauung, rechtes Verstehen, Erkenntnis
  • Erkenntnis der Ursachen des Leidens und der Überwindung dieser Ursachen
  • Einsicht und Anerkennen der 4 Edlen Wahrheiten
  • kein falsches oder fehlendes Wissen zu haben, also vom Glauben zum Wissen zu kommen, sich aktiv informieren und nicht falsch handeln nur weil man kein Hintergrundwissen hat
  • sich von falschen Anschauungen und Vorurteilen befreien

Du siehst, diese Punkte können sehr weit ausgelegt werden. Wichtig ist es auch, diese 8 Pfade nicht "wortwörtlich" zu befolgen, sondern "dem Sinne nach".

Grüsse [...]

Antwort von gottesanbeterin,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Als ich das zu erste Mal nach Indien gekommen bin, ist mir sehr bald aufgefallen, dass ganz besonders die einfachen Menschen dort jemanden ganz direkt anschauen und auch zuschauen und auch ziemlich schnell lachen oder kichern, wenn man sich in ihren Augen "komisch" verhält. Mich hat das zuerst einmal gestört, doch nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass diese Menschen jeden ganz unvoreingenommen und ohne irgendwelche "Hintergedanken" ansehen und zusehen. So etwas gibt es bei uns überhaupt nicht. Sobald man jemanden sieht und was er/sie macht, fängt gleich der Kopf zu arbeiten an und zu ordnen und einzuordnen und zu kommentieren, ohne dass wir es bemerken und/oder verhindern können. Wir denken dann etwa, der/die macht das, weil......; oder "warum macht er/sie das oder trägt das, oder so etwas möchte ich auch haben oder können oder das gefällt mir aber nicht oder gar nicht, usw. ..... Wir schaffen es gar nicht, irgendetwas vollkommen unvoreingenommen, so, wie ganz kleine Kinder, zu betrachten; ja sogar wenn wir die Natur betrachten können wir oftmals nicht nur die Schönheit genießen, sondern wollen sofort wissen, wie der Vogel heißt, den wir da sehen. Damit schränken wir uns aber ganz gewaltig ein, was wir natürlich nicht bemerken. Die Inder, die mir da so besonders aufgefallen sind, waren in gewisser Weise offen, unvoreingenommen und wißbegierig wie ganz kleine Kinder, sich haben ihre "Unschuld" und damit auch große Weisheit behalten. Sie Unterstellen nicht sofort irgendetwas, wenn sie etwas sehen, das sie nicht einordnen können, sie staunen nur und manchmal sind sie halt auch amüsiert.Zum "Ärgern" kann man sie auch überhaupt nicht bringen, wie ärgerlich!

Das war eine Geschichte über das Schauen; auch andere gibt es darüber, etwa, dass alles so ist, wie wir es sehen; wenn wir traurig sind finden wir alles tragisch, wenn wir fröhlich sind , finden wir alles leicht, wenn wir und gerne ärgern, ist für und einfach alles zum Ärgern!

Was die Rede betrifft, bedeutet "rechte Rede", dass wir die Sprache so benutzen sollen, dass wir weder uns selbst(auch unser Selbst), noch andere verletzen. Wir sollen unsere Sprache also nur positiv und für Positives verwenden. Das bedeutet nicht, etwas "schön" zu reden, sondern das Schöne zu sehen und auszudrücken. Die Sprache selbst soll auch liebevoll und "süß" sein.

Antwort von Reisswolf53,
  1. Rechtes Ansehen
  2. Rechtes Denken
  3. Rechtes Reden
  4. Rechtes Handeln
  5. Rechte Lebensweise
  6. Rechtes Bemühung
  7. Rechte Achtsamkeit
  8. Rechte Konzentration Näheres kannst Du dann "ergooglen"!
Antwort von Fredfragen,

Im Achfachen Weg habe ich nichts gelesen vom vollkommenen/rechten "Schauen". Wo steht das?

Kommentar von HerrAnders,

das ist das erste haben wir in der schule so gelernt

Antwort von coeleste,

du meinst rechte anschauung:

du sollst die essenz/wahrheit von allem erkennen/sehen

rechte rede:

wahrheit sprechen

Kommentar von gottesanbeterin,

rechte Rede bedeutet auch, die Sprache nur so zu verwenden, dass sie weder einem Selbst, noch anderen schadet, also nur liebevoll und "süß" zu sprechen.

Antwort von Tadugor,

Buddha formulierte die These, alles ist vergänglich und deshalb leidvoll, das Leid resultiere nur aus der Lebensgier des Menschen, aus dessen krampfhaften Klammern ans Leben mit seinen materiellen Gütern. Verzichte der Mensch auf Erklärungsversuche des Göttlichen und der Welt und lasse er von seiner unbeschränkten Lebensgier ab, so erlange er die heilige Gelassenheit, die ihn völlig unabhängig und leidfrei leben lassen werde. Buddhas Lehre läßt sich so deuten, daß die Dualität unseres Denkens im Zusammenwirken mit einer falschen Werteskala zu tief sitzenden, schwer erkennbaren Fehlern in unserem Verhalten führt. Diese sind, plakativ herausgegriffen Gier, Hass und Verblendung, die durch Anhaften an Erscheinungen wirksam werden, die Nicht-Selbst (anatta) sind. Allerdings das dualistisches Denken an sich ist im Lebensalltag ganz unvermeidlich. Der Buddhismus weist einen Weg, der zum Erkennen der Fehler führt, die mit dualistischem Denken verbunden sind, eben den 8-fachen Pfad. Die Anwendung erlöst bzw. erleuchten den Weg und führt über unser analytisches Denken hinaus.

Antwort von schildi,
Kommentar von HerrAnders,

aber jetzt kann ich mir immernoch nichts darunter vorstellen was Rede und Schauen ist.

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