Ein knuspriges Thema...
Bis 2007 hatten auch wir die Buchpreisbindung, welche dann aufgehoben wurde. Sofort rissen die grossen Buchhandlungsketten und Discounter die Preise für die Bestseller runter, eine wahre Preisschlacht begann. Plötzlich war es nicht mehr automatisch günstiger, die Bücher in Deutschland zu kaufen.
Gleichzeitig versuchten die Buchhändler jedoch, die entgangene Marge bei den Bestsellern mit den anderen Büchern wieder reinzuholen - diese wurden (angeblich) teurer. Aber zugegebenermassen mussten viele Buchhandlungen schliessen oder sich einer Kette anschliessen - die Margen brachen weg, die Kunden kauften die Bücher dort, wo sie günstiger waren.
Mit der Buchpreisbindung würde mein neustes Buch überall gleich viel kosten - bei Ex Libris, bei Orell-Füssli und auch bei Deiner Buchhandlung um die Ecke. So erhoffen sich die Buchhändler natürlich wieder flotte Margen und die Konkurrenz wäre wieder gleich null - überall kostet das gleiche Buch gleich viel.
Aber die Konsumenten würden die Bücher einfach wieder in Deutschland bestellen - wie bis 2007. Die Rechnung geht nicht auf.
Die Befürworter glauben, dass durch die Buchpreisbindung der Bestseller zwar teurer, aber die seit der Aufhebung der Buchpreisbindung gestiegenen Preise für die anderen Bücher wieder günstiger würden. Was meines Erachtens nicht stimmt.
Profitieren würden die Grossen. Ein Beispiel:
Der Bestseller "Mord im Mondschein" kostet CHF 28.00 (empfohlner Verkaufspreis). Bei Ex Libris kostet er aber nur CHF 15.00. Wie das? Ex Libris kauft grosse Mengen ein, sie bekommen das Buch für CHF 13.00. Die Buchhandlung "um's Eck" braucht nur wenige Exemplare und bezahlt pro Buch eben CHF 18.00. Will sie etwas verdienen, muss sie das Buch für - sagen wir mal - CHF 22.00 verkaufen. Mit der Buchpreisbindung würde das Buch überall CHF 28.00 kosten - und in Deutschland EUR 15.00, also gerade mal CHF 18.00.
Es gibt auch kleine Buchhändler, die gegen die Buchpreisbindung sind - weil sie dann eben nicht mehr die Preise selber bestimmen können.
Die Idee, dass dann das Buch "Kirchen und Klöster im Luzerner Hinterland" wieder für (wie früher) CHF 57.00 angeboten wird statt wie heute für CHF 65.00, ist natürlich verlockend - aber falsch. Kein Mensch interessiert sich mehr für dieses Buch wenn es einige Franken günstiger ist.
Ich bin gegen die Buchpreisbindung.
Und falls das für eine Hausaufgabe ist, dann ist das nicht korrekt, diese Frage hier zu stellen. Du sollst selbst arbeiten und nicht etwas Guttenbergen, okay? ;-)
ich habe probleme, deiner teils widersprüchlichen argumentation zu folgen, aber egal.....du bist sicherlich ein verfechter der reinen lehre des freien marktes ;)
buchpreisbindung stellt sicher, dass auch kleine verlage am markt eine chance haben. bücher sind keine ware wie jede andere, sondern ein kulturgut und demnach als solches zu schützen.
es ist nicht anzunehmen, dass der preiskrieg ohne buchpreisbindung auf dauer zu günstigeren preisen führe (ausser vielleicht am anfang), sondern vielmehr ihre opfer bringt. immer mehr kleine buchhändler verschwinden und am ende steht der quasi-monopolist einzig und allein am ort und bestimmt allmächtig die preise - die bücher werden teurer. nicht umsonst setzt sich die migros-verwandte ex libris sehr engagiert gegen die preisbindung ein, klar. was das absterben der kleinen buchhändler und preisaufwärtstrend aufgrund des falls der buchpreises angeht, ist england ein abschreckendes beispiel.
was das bestellen in deutschland angeht gibt es eine einfache lösung - dort gälte die buchpreisbindung ebenfalls. mit schweizer adresse bestellt, mit schweizer preis bezahlt. überall der gleiche preis.
ich persönlich bestelle nur online. was soll ich in der normalen buchhandlung? ein buch kaufen oder nicht vielmehr ein buch (vor)bestellen? kochbücher und bestseller kaufen? oder radiergummi, kalender, lesezeichen, lillyfeemerchandise, stofftaschen, schlüsselanhänger, geschenkartikel? die buchhandlung, die sich spezialisiert hat, wird überleben...die fachbücher und/oder kompetente beratung von ausgebildeten buchhändlern anbietet.
"Kirchen und Klöster im Luzerner Hinterland" ist nun wahrlich ein lustiges beispiel, aber dennoch, es würde sicher nicht öfter gekauft werden, wenn es günstiger würde, wohl aber: du könntest das buch deiner oma zum 80sten schenken, ohne in ein antiquariat rennen zu müssen, weil es aufgrund der preisbindung eine überlebenschance hat, auch wenn es nicht gefrsgt ist...
Aber genau das ist ja das Lustige: Im Ausland bestellt = NICHT Schweizer Preis! War schon bis 2007 so. Abgesehen davon finde ich es auch Bschiss, wenn das gleiche Buch, in Deutschland gedruckt, in Deutschland EUR 15.00 (CHZ 18.00) kostet und in der Schweiz CHF 29.00. Kann mir das irgendjemand bitte mal erklären? Die um einiges Höhere MwSt in Deutschland käme ja noch weg! Also bitte, ich finde es eine Frechheit, immer die Schweizer melken zu wollen.
Das mit dem "Kulturgut" finde ich immer so süss! Die Buchpreisbindung macht das Buch, welches im Kleinverlag in einer Auflage von 2000 Stück erscheint keinen Rappen billiger! Und den neusten Roman von Stephen King (aus dem Amerikanischen übersetzt) als, wenn möglich noch Deutschsprachiges "Kulturgut" zu bezeichnen, finde ich ziemlich vermessen.
Nein, ich bin kein Verfechter des "reinen Lehre des freien Marktes", aber ich sehe nicht ein, weshalb wir für die Bücher aus Deutschland fast doppelt soviel bezahlen sollen. Nur damit die Margen der Verlage und Buchhändler stimmen? Wir Autoren haben ja davon kaum was und so verdienen wieder nur die anderen - und der Kunde hat ein Loch im Portemonnaie. Als Autor bekomme ich meist keinen Prozentsatz des Verkaufspreises sondern einen Fixbetrag pro verkauftes Exemplar. Und wer ist denn für das "Kulturgut" verantwortlich wenn nicht der Autor?
fragst du dich das nicht bei nahezu sämtlichen preisen in der schweiz, wohin das geld fliesst, mit denen man gemolken wird? ich schon...sicher zum grossteil irgendwo in der schweiz (so oder so ;). und alle nicken brav, machen mit und das system läuft...noch!
ärgerlich für die befürworter, die dem gesetzestext unverblümt zustimmten: «Dieses Gesetz regelt die Preise von Büchern, die gewerbsmässig in die Schweiz eingeführt werden», heisst es im bundesgesetz über die buchpreisbindung. war es doofheit oder wurden die juristisch nicht bewanderten parlamentsmitglieder hintergangen, als sie zustimmten und dabei übersahen, dass privater import diesem gesetz nicht unterstehen wird?? dumm gelaufen, sag ich da. andererseits reibe ich mir die hände...
wer setzt denn dann den buchpreis in/für der/die schweiz eigentlich fest? sicher nicht amazon. im übrigen gilt dieser fall in allen europäischen ländern mit buchpreisbindung, da ist die schweiz sicher kein einzelfall. nun, wie kommt der preis denn zustande, den du hier exemplarisch aufgezeigt hast? (die buch-mwst. in D liegt übrigens beim verringerten satz von 7%!) der festgelegte buchpreis richtet sich ja an den endverbraucher, nicht an den händler. der kauft weiterhin zum importpreis ein und für die verlge ändert sich nichts. eigentlich ist alles nur eine frage, inwieweit das gesetz überwacht wird - die preisüberwacher hätten also die aufgabe, die entwicklung der buchpreise zu beobachten und wenn sie im verhältnis zum ausland stark überhöhte preise feststellen, können sie ja beim bundesrat den antrag stellen, eine maximale preisdifferenz festzulegen - voilà. oder die schweiz reguliert, wie sie das ja gerne tut, den privatimport von büchern über strafzölle, wie wäre das denn?
tja, so ist das bedauerlicherweise, wenn man eine eigene spur fährt aber dennoch alle vorteile erfahren möchte.
jetzt stellt sich mir nur noch die frage - und da wären wir beim sinn und unsinn der direkten demokratie - wie in aller welt der schweizer wahlbürger und gesetzgeber kompetent entscheiden bzw. überhaupt durchblicken will, wenn wir beide uns hier schon den kopf zerbrechen. oder entscheiden da nicht vielmehr die meinungsmacher??
in der tat ein knuspriges thema. ich sehe die buchpreisbindung sicher nicht blauäugig. auch hier dient sie mal wieder einer lobby, den grossverlagen usw... aber die macht ihren reibach auch so oder so und letzendlich haben dann immernoch die exoten einen überlebensvorteil und der konsument weiss, woran er ist. es gibt ja immernoch genügend ausnahmeregelungen für händler, die bindung zu umgehen, siehe mängelexemplare, fristen, neuerscheinungen etc.
preisbindung hin oder her. die zukunft liegt sowieso im e-book, in ein paar jährchen dienen die wälzer sowieso nur noch der zurschaustellung des bildungsbürgertums oder schlicht als schallschutz in den eigenen 4 wänden. und du als autor verlegst dein büchlein in eigenregie über das internet.
mach'S gut und überleg dir deine entscheidung gut!
p.s. und ja: steven king ein kulturgut??
Danke für deine Argumente Plato
Ich bin schon mehr als 5 Jahre aus der Schule draussen... Hausaufgaben sind gar kein Thema mehr.
Nein, bevor ich abstimme in der Schweiz, will ich mich genau über das Thema informieren. Daher die Frage, da ich bei diesem Thema noch sehr wanke.
Du hast was angesprochen, was mir auch durch den Kopf ging: Die Autoren verdienen am Buch kaum mehr was. Wie wird das in Zukunft mit den eBooks und des weiteren sein, wenn die Preise durch den Wettbewerb immer je mehr sinken? Hat da ein kleiner Autor mit einer kleinen Buchhaltung überhaupt noch eine Chance auf dem Markt? Ob mit oder ohne Buchpreisbindung?
Durch das Schauen der Arena bin ich auch ein wenig schläuer geworden. So tendiere ich jetzt auch mehr zu einem Nein. Obwohl das mit Hohler mich eben auch beschäftigt und hier angesprochen wurde. Haben die kleinen Buchhändler überhaupt noch ne Chance in dem Wettbewerb?
Fourxxx: ja, die direkteDemokratie... Verläuft mittlerweile schon fast nur auf "Meinungen" und nicht Fakten. Wie oft wurde schon ein Gesetz mehrmals umgeschrieben, weil sie plötzlich anders dachten
Doch lieber das, als gar keine Freiheit. Schon oft habe ich mich über Ergebnisse geärgert, doch haben wir es trotzdem hier sehr gut
Mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit wird man E-Books eben als Autor auch ohne grossen Verlag im Rücken ins Internet stellen können zum kostenpflichtigen Download. So geschieht es heute mit der Musik schon meist und jede Band kann ihre Musik direkt verkaufen - ohne die grossen Musikvertriebe und ohne Verträge.
denkt heute noch jemand an den plattenladen? weg. das sind die entwicklungen, die nicht aufzuhalten sind. immer alles eine frsge des passenden mediums - hier das mp3-format, der player und der downloadstore.
somit wird auch die zahl der (kleinen) buchhandlungen immer mehr abnehmen, vielleicht sogar verschwinden. mit oder ohne buchpreisbindung. denn für das e-book gibt es sicherlich keine rechtfertigung mehr für deren anwendung, da weder die produktions- noch distributionskosten anfallen. dadurch und durch die tatsache, dass e-books die range von unterschiedlichsten büchern nicht gefährden, läge es nahe, dass dann vielmehr materielle anstatt "kultureller" aspekte eine rolle spielen, wenn sie dennoch durchgedrückt würde. verlage verdienen damit weniger als mit dem gedruckten buch, haben dafür auch weniger aufwand. warum gerade aus diesem grund die autoren weniger erhalten sollten, verstehe ich nicht, ist doch eine koexistenz. gäbe es ja dann immernoch ausbaufähigkeit durch flats, vermietung, abos usw....die ideen hierfür iiegen bereits in den schubladen.
wenn man nun mal ins umliegende ausland schaut, kann man sich ja ein bild davon machen, wie die auswirkungen der buchpreisbindung sein könnten und ob tatsächlich die preise noch mehr ansteigen als das niveau, auf dem sie sich sowieso schon befinden - wie sie auf einigen schweizer wahlplakaten dramatisch prognostiziert werden. nu denn.
Auch wieder wahr... Nun denn, danke für eure Anregungen! Hat mir in der Überlegung wirklich weitergeholfen