Die Problematik besteht wohl darin, daß gewisse Herrschaften sich weigern, Freud mit Philosophie in Verbindung zu bringen. Vermutlich hast du ähnliche Erfahrungen gemacht. Es nutzt dir wenig, wenn wir hier auch noch darüber spekulieren würden. Zur Sache: Freud hat Neuland betreten. Und eine Forschung auf dem Gebiet der Psyche – oder Seele – war zu damaliger Zeit für einige Herrschaften undenkbar und bereits skandaloes.
Die Philosophen hatten ihre Richtlinien, und diese ließen sich jederzeit auch nachvollziehbar darstellen in Wort und Schrift. Doch das, was nun Freud zu erforschen begann, entzog sich einer wiederholbaren Darstellung mit jeweils gleichem Ergebnis. Freuds Fälle wiesen jedes Mal unterschiedliche Ergebnisse auf, und das war – und ist meist heute noch so – nicht akzeptabel.
Wissenschaft erfordert klare Richtlinien. Doch diese sind in der Forschung an der menschlichen Psyche nicht zu bekommen. Der Mensch läst sich nun einmal nicht berechnen, und so wird eine Forschung auch keine gleichbleibenden Ergebnisse zeitigen können. Das erleben wir laufend in der Medizin wenn versucht werden sollte, den menschlichen Körper katalogisieren zu wollen.
Aus diesen – und noch anderen Gründen – wird für eine große Mehrheit der Wissenschaftler Freud kein Philosoph sein können. Er befaßte sich mit dem Denken des Menschen, und wie Symptome damit in Zusammenhang gebracht werden konnten. Die Schriftsteller der damaligen Zeit befaßten sich genau mit der gleichen Thematik. Nur eben auf dem Gebiet der Literatur.
Ein Vergleich zwischen theoretischer Analyse, und praktischen Versuchen, das mußte zu Meinungsverschiedenheiten führen. Die Philosophen schreiben über etwas, wovon sie überzeugt sind, daß es nur so, und nicht anders sein kann. Das ist nun keine Kritik, sondern eine menschliche Eigenschaft, die sich in der Unbewußtheit des Verstandes zeigt.
Leben läßt sich nicht mit Logik erklären. Leben ist zu umfangreich, als daß es ein Verstand jemals begreifen könnte. Und genau das hat Freud des Öfteren zur Sprache gebracht. Im Grunde hat er die Behauptungen der Philosophen auf den Prüfstand seiner medizinischen Möglichkeiten gestellt. Und prompt kam er zu differenzierenden Ergebnissen.
Als z.B. Kafka versuchte, diese inneren Bereiche der Psyche in Worte zu fassen, wurde er sofort be- und verurteilt. Das ansatzweise Schildern einer psychischen Landschaft wurde von Seiten der Philosophen mißbilligt. Eine ähnliche Verhaltensart wurde bei den Religionen beobachtet. Auch sie sahen zunehmend ihre Autorität untergraben durch die Erkenntnisse Freuds.
Aus diesen genannten Gründen dürfte ein Vergleich zwischen Kant und Freud äußerst fragwürdig zustande kommen können. Doch es geht hierbei um deine Arbeit, und das führt dazu, daß die Vergleiche nur subjektiv erfolgen können. Streitpunkte müssen ausgelassen werden, sonst kann es sein, daß du innerhalb deiner Arbeit irgendwann dir selbst widersprichst.
Das Menschenbild von Kant hat ja Freud nicht als Vorlage gedient. Vermutlich hatte Freud sehr bald überhaupt kein Menschenbild mehr als Vorlage seiner Arbeiten. Er hätte sich bei jedem Experiment im Anschluß daran ein neues Menschenbild erschaffen können, da sich aus seiner Sicht dieses Menschenbild jedes Mal veränderte.
Literatur - Text
01 - Sigmund Freud – Das zweite Gesicht
05 – Sigmund Freud – Friedhof der Namenlosen
07 – Sigmund Freud – Hassliebe
?? – Sigmund Freud – Traumdeutung
1937 – Sigmund Freud – Die endliche und die unendliche Analyse
Gesammelte Werke – Fragmente aus Vorträgen
Herzliche Grüße
hmm ist da denn was über Sigmunb Freud enthalten? hab direkt in Amazone das Buch gefunden und nach der Gliederung geschaut.. sieht aber nicht so aus :/
das weiß ich leider nicht. hab nur schon öfters gehört dass das buch gut sei